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Traditionelle chinesische Medizin- die fünf Elemente Die
traditionelle chinesische Medizin ist ein Teil der
großen philosophischen Richtungen Taoismus und Konfuzianismus.
Beide
Philosophien definieren den Zustand von Glück als die absolute
Harmonie zwischen Mensch und Natur. Dieses Gleichgewicht erreicht
man durch
eine entsprechende Lebensweise. Die traditionelle chinesische Medizin
vereinigt
das konfuzianische Denken mit umfangreichen Beobachtungen von konkreten
Vorgängen im menschlichen Körper und mit jahrhundertealten
Erfahrungen. Die traditionelle chinesische Medizin versteht den Körper als ein zusammenhängendes System, in dem alle Körperteile, Organe und Organsysteme durch Energiebahnen miteinander verbunden sind. Gesund ist ein Mensch dann, wenn sich alle seine Energien in Harmonie und im Gleichgewicht befinden.
Yin und Yang Die traditionelle chinesische Medizin unterteilt die gesamte Energie und alle Organe des Körpers in Yin und Yang. Yin und Yang sind sowohl entgegengesetzte als auch sich ergänzende Prinzipien respektive Kräfte. Diese Kräfte beschreiben Zustände, die nicht starr oder absolut sind, sondern sich immer wandeln können. In jedem Yin ist ein Anteil von Yang enthalten und umgekehrt. Ereignisse oder Strukturen, die sich nach innen richten, die Kraft aufnehmen und sammeln, zeigen das Prinzip von Yin. Das Yang dagegen geht nach aussen und nach oben, wobei es dazu neigt, sich zu erschöpfen. Unter anderem werden diesen beiden Prinzipien folgende Erscheinungen zugeordnet:
Erst in der vollkommenen Harmonie von Yin und Yang kann die Lebensenergie Qi entstehen und ungehindert fliessen. Auch alle Organe des Körpers werden dem Yin oder dem Yang zugeordnet. Der Begriff «Organ» meint dabei nicht nur das einzelne Organ, sondern vielmehr ein Organsystem – oder noch besser eine Art «Organ-Funktionskreis». In der traditionellen chinesischen Medizin werden Organe deshalb immer mit den ihnen im weitesten Sinn zugehörigen Funktionen verstanden. So umfasst zum Beispiel die Lunge nicht nur die Atmung, sondern auch das Riechen.
Nach der traditionellen chinesischen Medizintheorie gibt es im Körper zehn «Organe»: Leber-Galleblase//Herz-Dünndarm//Milz-Magen//Lunge-Dickdarm//Niere-Blase
Nicht nur die Organsysteme, sondern zum Beispiel auch die Speisen und letztlich alle Lebensvorgänge werden Yin oder Yang zugeordnet. Mahlzeiten sollten gemäß der traditionellen chinesischen Medizin deshalb immer aus einem ausgewogenen Maß von Yin- und Yang-Speisen bestehen. Wird diese Ausgewogenheit nicht eingehalten, so erhält ein Prinzip zuviel oder zuwenig Energie und blockiert dadurch das Fliessen von Qi. Auf diese Weise können nach traditionellen chinesischen Vorstellungen Krankheiten entstehen. Um wieder gesund zu werden, muss das Zuviel der einen Energie weggenommen und mit der entgegengesetzten Energie in Ausgleich gebracht werden. Muss ein Zuwenig an Energie ausgeglichen werden, kann eine gezielte «Energetisierung» oder Energiezufuhr eine Harmonisierung herbeiführen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten wie zum Beispiel die Einnahme von Arzneimitteln aus Kräutern mit entsprechenden Energiequalitäten, das Einhalten von speziellen Diäten, die Akupunktur, die Akupressur oder Shiatsu.
Die fünf Elemente und die fünf Wandlungsphasen Alle Erscheinungen der Erde wurden in China als verschiedene Zusammensetzungen oder Wandlungen der fünf Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser aufgefasst. Diese fünf Elemente stehen untereinander in einer Wechselwirkung. Die Wandlung von einem Element zum anderen wird als Kreislauf dargestellt. Dabei unterscheidet man grundsätzlich den erzeugenden oder nährenden Zyklus und den überwindenden Zyklus.
Der erzeugende Zyklus: Holz – Feuer – Erde – Metall – Wasser
Die fünf Elemente nähren und
wandeln sich entsprechend
diesem Kreislauf: Das Holz nährt beim Verbrennen das Feuer,
welches das Holz zu
Asche verwandelt. Die Asche wird zu Humus und zu neuer Erde. In der
Erde
entstehen Metalle, die den Morgentau (das Wasser) anziehen, das
wiederum die
Pflanze und damit das Holz nährt.
Der überwindende Zyklus: Holz – Erde – Wasser – Feuer – Metall
Das Holz überwindet die Erde, weil die Pflanzen die Erde durchbohren. Die Erde überwindet das Wasser, weil sie das Wasser absorbiert. Das Wasser überwindet das Feuer, weil es das Feuer löscht. Das Feuer überwindet das Metall, weil Hitze das Metall schmilzt. Das Metall überwindet das Holz, weil die Axt Bäume fällt.
Vorstellungen von Krankheit und Krankheitsursache in der traditionellen chinesischen Medizin. Die in der traditionellen chinesischen Medizin bekannten zehn Organe werden paarweise (nach Yin und Yang) einem Element zugeordnet:
Weil die Organe den Elementen entsprechen, treffen die beiden beschriebenen Zyklen gemäß der traditionellen chinesischen Medizin auch auf den Verlauf einer Krankheit zu. So kann Wut beispielsweise entsprechend dem erzeugenden Kreislauf Herzbeschwerden auslösen: Das Element Holz (Leber) nährt mit seiner Energie das Element Feuer (Herz). Durch eine langdauernde Wut kann das Element Holz aus dem Gleichgewicht geraten und übermässig stark werden. Die Überenergie vom Holzelement (der Leber) überträgt sich auf das Feuer und damit auf das Herz, das nun vermehrt belastet wird. Beim überwindenden Kreislauf hingegen wird durch das Ungleichgewicht des Holzelementes die Kontrolle gegenüber dem Element Erde und damit gegenüber der Milz oder der Bauchspeicheldrüse gestört. Im Körper kann dies zu Verdauungsbeschwerden führen. Ein Arzt der traditionellen chinesischen Medizin behandelt folglich nicht direkt die Symptome Herzbeschwerden und Verdauungsstörungen, sondern versucht aufgrund der beiden Kreislaufsysteme, die Energie der Leber auszugleichen. Die
fünf Elemente und ihre zwei grundlegenden Zyklen sind
gemäß traditioneller chinesischer Medizin ein Ausdruck
dafür, dass alle Organe
und alle möglichen Beschwerden innerhalb eines Funktionskreises
miteinander in
Verbindung stehen. Bei komplexen Krankheiten mit mehreren Symptomen hat
diese
Sichtweise zur Folge, dass verschiedene Beschwerden mit einer einzigen
Krankheitsursache in Zusammenhang gebracht und auf diese Weise statt
der
Symptome die Ursache behandelt werden können.
Zuordnungen,
Analogien
Den
fünf Elementen sind eine Vielzahl anderer Begriffe zugeordnet, die
zum Teil nur
in ihrem speziellen Erfahrungsumfeld nachvollziehbar sind. Am
bekanntesten ist
wohl die Zuordnung zu Formen und Farben:
Feuer Erde Metall Wasser Geschmack sauer bitter süß scharf salzig Gefühl Zorn Freude Sorgen Trauer Angst Sinnesorgan Auge Zunge Mund Nase Ohr Sinnesfunktion sehen sprechen schmecken riechen hören Körperflüssigkeit Tränen Schweiß Speichel Schleim Urin Körpergewebe Yin-Organ Yang-Organ
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