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Die Geschichte des Hauses

Hinter dem Haus sieht man noch die Grundmauern der Burg Schlossberg. Es wurde von den Herren von Schlossberg - einem Landadelsgeschlecht - bewohnt. Dokumente darüber findet man im Pfarrarchiv von Tamsweg. Erwähnt werden z. B. im 15. Jhdt. ein Jörg und ein Heinrich von Schlossberg.

Die Witwe des letzten Schlossbergers (Heinrich) verkauft das Anwesen in der Mitte des 15. Jhdt. an die Herren von Weißpriach. Danach verfällt die Burg (vielleicht auch Zerstörung durch Ungarn oder Türken ???).

Schon früh wird neben der Burg ein Bauerngut errichtet. Der Besitzer wird Steuereinnehmer (Zehenteintreiber) für den Erzbischof von Salzburg. Das Gut wird im Laufe der Zeit sehr groß - Zehentbauern sind nie arm. So entsteht auch der Hofname "Zechner am Schlossberg". Die Schreibweise variiert, gesprochen wird den Name etwa Zeachna (mit hart ausgesprochenem, guturalem ch). Die älteste Erwähnung findet man im Tamsweger Pfarrarchiv. 1388 wird der "Alte Zechner am Schlossberg" angeführt. 

Nach dem Ende der Zehentwirtschaft ist auch die Quelle des Reichtums versiegt. Im "Kürsinger" wird ein Bauer mit dem Namen Perner erwähnt. Im Laufe des 19. Jhdt. schrumpft der Besitz durch großzügige Mitgifte und hohe Steuerlasten. Viele angesehene Tamsweger stammen aus dem Haus.

Ende des 19. Jhdt. erwirbt ein Graf Buddenbrock - verheiratet mit einer Tochter der Grafen von Khuenburg - den Besitz. Nach seinem frühen Tod wird das Anwesen kurzfristig khuenburgisch. Bald schon wird es aber an Holzspekulanten verkauft, wechselt mehrmals den Besitzer und landet schließlich bei den Bundesforsten.

Die Bundesforste trennen die Waldflächen ab und unterstellen sie der Forstverwaltung Tamsweg und führen den Rest bis 1970 als Landwirtschaft mit einem Verwalter, dem Herrn Winkler. Nach dessen Pensionierung werden die Ackerflächen an die umliegenden Bauern verpachtet. Das Haus mit eine kleinen Wiese rundherum wird einige Jahre später an die Familie Melchard verkauft.

Das Gebäude stammt - wie wir bei der letzten Renovierung feststellen konnten - aus dem 18. Jahrhundert, das zeigen die ältesten Teile der Rauchkuchl mit ihrem Gewölbe. Der Stall war immer vom Haus getrennt, eine Besonderheit, die nicht typisch für den Lungauer Bauernhof ist. 1909 brannte das Haus ab, wobei aber die Mauern erhalten blieben. 1914 wurde es wieder aufgebaut, dabei wurde die Geschoßhöhe vergrößert und der Keller zugeschüttet. Eine weitere Renovierung erfolgte 1947. Das jetzige Aussehen erlangte das Gebäude durch die Renovierung im Jahre 1979, wobei das Aussehens nur im Bereich der Fenster und durch die Färbelung geändert wurde.

Der Stall - ein mit Holzschindeln gedeckter Holzbau mit Steinfundamenten - mußte 1987 abgetragen werden, da das Dach kaputt war eine neue Eindeckung für uns nicht finanzierbar war. Aus den verwendbaren Teilen das Stalles wurde von Hans Neubacher in Seebach, einer Ortschaft in der angrenzenden Steiermark, ein großes Holzhaus gezimmert. Dieses dient nun als Musikschule.

Am oberen Rand der Haustüre finden Sie neben der jeweiligen Jahreszahl drei Buchstaben C + M + B - Christus mansionem benedicat - Christus segne das Haus.

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