Am 7. Dezember 1970 fand die feierliche Weihe durch Prälat Univ.Prof. DDr. Franz Zehrer
(Diözesanorgelreferent) der Rieger-Orgel in der Stadtpfarrkirche in Graz statt. Die neue
Orgel war damals nach Seckau erst die zweite große Orgel mit mechanischer Traktur in der
Steiermark.
Aus dem Prospekt zur Orgelweihe 1970: „Das modern empfundene Gehäuse der neuen
Orgel aus Eiche massiv, bei dem jede gotische Nachahmung bewusst vermieden wurde,
fügt sich harmonisch in die gotische Architektur der Propsteikirche ein. Die beiden
Spitztürme des Gehäuses mit ihren mächtigen Pfeifen des Prinzipal 16´, deren längste
gegen sechs Meter misst, bestimmen entscheidend das Äußere der Orgel, dessen klare
Gliederung ein Spiegelbild ihres klanglichen Aufbaues darstellt: Im linken Flügel des
Orgelgehäuses steht das Pedalwerk, im rechten das Hauptwerk, als dessen Prospekt die
„verführten“ sieben Pfeifen der Cis-Seite des Prinzipalbasses dienen. Unter dem
Westfenster ist das Schwellwerk untergebracht; in der Mitte der Chorbrüstung befindet sich
das Rückpositiv, das zum größten Teil frei in das Kirchenschiff hineinragt.
Jedes der drei Manualwerke, auch das Rückpositiv, ist auf einem, selbstverständlich jeweils
verschieden mensurierten Prinzipal 8´ aufgebaut, wodurch ein gewisses klangliches
Gleichgewicht zwischen ihnen hergestellt wird.
Mit der neuen Rieger-Orgel, in welcher sich beste Orgelbautradition mit den Errungenschaften der modernen Technik glücklich
vereinigt, hat die vom kunstsinnigen Propst Prälat DDr. Franz Fabian tatkräftig geförderte künstlerische Ausgestaltung der
Stadtpfarrkirche zum Heiligen Blut in Graz zweifellos ihren Höhepunkt erreicht.“