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KNORPELVERLETZUNGEN
 

Es handelt sich bei dieser Erkrankung bzw. Verletzung um eine Knorpelschädigung mit unterschiedlich ausgeprägter Aufrauhung oder sogar teilweisem Verlust des Gelenkknorpels.

Die Ursache von Knorpelschäden sind in aller Regel degenerativ und altersbedingte Abnützungen des Kniegelenkknorpels. Faktoren, die diesen Alterungsprozess beschleunigen, sind vermehrte körperliche sportliche Aktivitäten sowie abrupte Krafteinwirkungen. In seltenen Fällen kann bei einem Unfall eine plötzlich einwirkende Kraft zum Aufbrechen des Knorpels führen. Auch eine chronische Instabilität (alte Kreuzbandverletzung), entzündliche Erkrankungen (z.B. rheumatische Erkrankungen), verschiedene Medikamente (z.B. Langzeitbehandlung mit Cortison) und gewisse Stoffwechselerkrankungen können die Knorpelschädigung beschleunigen. Die definitive Ursache einer Knorpelschädigung ist im Einzelfall aber oft nicht eindeutig zu klären.

 
 

Die Patienten berichten über Schmerzen und immer wieder auftretende Gelenksschwellungen. In fortgeschrittenen Fällen wird über Anlaufschmerzen und Bewegungseinschränkungen berichtet. Oft führen sogenannte Bagatelltraumen den Patienten zum Arzt, diese stellen jedoch in aller Regel nicht die Ursache der Knorpelschädigung dar. In schweren Fällen kann der Knorpel aufgebraucht sei, so dass ein sogenannter „Knochen-Knochen-Kontakt“ im Gelenk entsteht. Schließlich kann es zu ausgeprägten arthrotischen Deformierungen und Achsenfehlstellungen kommen.

 
 

Auf den Standardröntgenaufnahmen kann bereits anhand der Weite des Gelenksspaltes auf die Dicke des Gelenksknorpels geschlossen werden. Außerdem könne Sekundärarthrosezeichen festgestellt werden. In einer Kernspintomographie (MRI) sind sowohl die Dicke als auch die Kontinuität des Knorpels teilweise beurteilbar

 
 

Größere Knorpelschäden sollten unbedingt arthroskopisch operativ behandelt werden. Dabei werden die aufgerauhten Knorpelflächen mit mechanischen oder elektrischen Instrumenten aber auch mit Laser ausgeglättet, um die Gleitfähigkeit der Knorpelschicht wieder zu verbessern. Bei isolierten tiefgreifenden Knorpelschäden kann ein sogenannte Abrasionsarthroplastik durchgeführt werden, um eine Faserknorpelregeneration anzuregen. In schweren Fällen kann durch eine arthroskopische Knorpelglättung und eine Gelenkstoilette die Implantation einer Kniegelenksprothese hinausgezögert werden. Bei massiven Achsenabweichungen (Achsendeviationen) stellt sich die Frage einer primären oder sekundären Korrektur der Beinachse.


 



 

Eine Knorpelzell-Transplantation ist nur in wenigen, sehr ausgewählten Fällen notwendig und sinnvoll! Sie muss individuell und abhängig vom Alter und Zustand des Knorpellagers mit dem Patienten abgestimmt werden!

In der ersten postoperativen Phase ist eine Schonung des operierten Gelenkes unbedingt erforderlich, Bewegungsübungen sind unmittelbar postoperativ erlaubt. Beginnen Sie nach Anleitung durch Ihren Physiotherapeuten frühzeitig mit einem physiotherapeutischen Rehabilitationsprogramm.

Das Ausmaß der Wiederherstellung richtet sich hier stark nach der vorgefundenen Ausgangssituation. Bei kleineren Knorpelschäden kann nach 6-8 Wochen eine weitgehende Beschwerdefreiheit erreicht werden, bei großflächigen oder tiefgreifenden Knorpelschäden ist eine vollständige Wiederherstellung leider nicht mehr möglich.

Ziel der Behandlung ist eine möglichst gute Ausglättung der aufgerauhten Knorpelflächen sowie die Entfernung instabiler Knorpelareale. Durch die dadurch erzielte Besserung der Gleitfähigkeit kann eine Reduktion der Beschwerden und der Ergussbildung aber auch eine Verzögerung der weiteren Abnützung erreicht werden.

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