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KREUZBANDVERLETZUNGEN (X-BAND)
 

In Österreich verletzen sich jährlich ca. 30.000 Wintersportler beim Skifahren am Kniegelenk.


 

2 Drittel davon sind Gäste aus dem Ausland. Das heißt, dass sich ca. 10.000 Österreicher pro Saison am Knie verletzen. 70% der Verletzten suchen eine Unfallambulanz auf um sich versorgen zu lassen, während 30% ohne Abklärung direkt nach Hause fahren.Nicht immer verursacht ein schwerer Sturz oder eine Kollision die Verletzung, sondern es kann auch völlig banal durch ein sehr langsames Verdrehen des Kniegelenkes im Stehen oder durch ein Überstrecken zum Riss des vorderen Kreuzbandes kommen.


 
 

Wozu braucht man die X-Bänder? Sie sind der Zentralpfeiler des Knies und laufen gekreuzt durchs Gelenk. Gemeinsam mit den Menisken, den Seitenbändern und der umgebenden Muskulatur stabilisieren sie das Kniegelenk. Diese Gelenkskonstruktion erlaubt das "Rollgleiten" des Kniegelenkes.
Nur so sind Skifahren, Fußball, Squash, Tennis und die Ausübung vieler anderer kniebelastender Sportarten möglich. Hauptsächlich betroffen im Ski- und Fußballsport ist das vordere X-Band.

 
 

Das vordere X-Band verhindert die "vordere Schublade" (der Unterschenkel läßt sich dabei über den Normalzustand nach vorne ziehen) des Kniegelenks.

Das hintere Kreuzband ist stärker ausgeprägt und wesentlich seltener betroffen.Es ist ein Irrtum zu glauben, ein gerissenes oder fehlendes vorderes X-Band könne man mit viel Muskulatur vollständig ersetzen. Dies mußten selbst besttrainierte Sportler einsehen. Auch sie waren nur bedingt in der Lage den Verlust des Kreuzbandes auszugleichen. Ebenso können die oftmals angelegten Knieschienen, genannt Orthesen eine Knieinstabilität nicht vollständig ausgleichen.

 

Vorderer Schubladentest

 

Man darf Knieverletzungen NIE unterschätzen! Falls Sie eine Knieverletzung erlitten haben unterziehen Sie sich einer entsprechenden fachärztlichen Untersuchung. Die klinische Untersuchung ist bereits enorm aussagekräftig und in 90% der Fälle kann bereits vom erfahrenen Unfallchirurgen die richtige Diagnose gestellt werden. Zusätzlich wird standardmäßig ein Röntgen in 2 Ebenen angefertigt um knöcherne Verletzungen auszuschließen. Unter besonderen Umständen kann als weitere Untersuchung die Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) durchgeführt werden.


 

MRI

 

Das ist eine Schichtuntersuchung ohne Strahlenbelastung, durch die man wichtige Zusatzinformationen, z.B. begleitende Meniskusverletzungen, etc., gewinnen kann.
Um endgültige Sicherheit zu erlangen ist sicherlich eine Arthoskopie (Gelenksspiegelung, siehe auch Tätigkeit) angezeigt.Dabei können die oft schweren Begleit-Verletztungen richtig erkannt und entsprechend behandelt werden. Das exakte Vorgehen muss jedoch mit dem Patienten genau und individuell besprochen werden


Vorderes Kreuzband Ersatzoperationen

Fast immer muß das zerrissene X-Band durch eine Kreuzbandplastik ersetzt werden. Das hat jedoch mit Plastik im Sinne von Kunststoff überhaupt nichts zu tun, sondern es bedeutet Sehnenersatz durch körpereigenes Gewebe.
Welche Sehne genommen wird hängt nicht nur von der Verletzung ab, sondern auch vom Anspruch des Patienten und der Wahl des Chirurgen.

 

"Pressfit-Technik"

 

Entnommen werden die Sehnen entweder von der Kniescheibensehne (Lig. Patellae), von Kniebeugersehnen (Semitendinosus & Gracilis) oder vom Oberschenkelsehnenspiegel (Quadrizeps).Die X-Bandersatz-Operation erfolgt unter arthroskopischer Sicht und wird daher mit kleinen Hautschnitten durchgeführt. Die Verankerung des neuen Bandes erfolgt exakt an den ursprünglichen anatomischen Punkten. Die Bandreste müssen zuvor entfernt werden.Der Eingriff dauert ca. 1 Stunde. Die Operation sollte nur von erfahrenen Kniechirurgen durchgeführt werden. Falls eine Meniskus oder Knorpelverletzung besteht, kann diese während der selben Operation behandelt werden.



Nachbehandlung

Der stationäre Aufenthalt nach einer Kreuzbandoperation beträgt ca. 4-5 Tage.
1 bis 2 Tage nach der OP werden die Ableitungsdrainagen entfernt. Anschließend beginnt die intensive Physiotherapie. In aller Regel darf der Patient bereits 2 Tage nach dem Eingriff das operierte Bein voll belasten, um dem Muskelschwund vorzubeugen. Bei zusätzlicher Knorpel- und Meniskusoperation ist jedoch manchmal nur eine Teilbelastung und eine beschränkte Bewegung erlaubt. Dies wird mittels Orthese (Knie-Ranger-Schiene) kontrolliert.Die intensive Phase der Physiotherapie dauert ca. 6-8 Wochen.Fahrradtraining, Aqua-Joggen, Beinpresse und Kniebeugen sind notwendig, um die Muskulatur vollständig aufzubauen. So wird das neue X-Band entsprechend geschützt. Leichtes Lauftraining ist meist nach 6-8 Wochen möglich. Nach 4 Monaten sollten Sie wieder so fit sein, dass Sie mit verstärktem Kraft- und sportartspezifischem Training beginnen können. Für 6 Monate ab Operation sind Pivot-Shift-Sportarten (Tennis, Skifahren usw.) oder jeder Wettkampf mit Vollbelastung verboten! Nach 6 Monaten erfolgt eine Abschlußkontrolle mit um die Kniefunktionen und die Schutzreflexe zu überprüfen.Nach einem positiven Ergebnis darf das operierte Kniegelenk wieder in gewohnter Weise voll belastet werden!

© MJM ©


 

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