Das Waldviertel

 

Still, unberührt, geborgen
Geschichte des Waldviertels
Kultur im Waldviertel
Waldviertler Klima
Buchtipps
Zum Schmunzeln
Sagen

 

STILL, UNBERÜHRT, GEBORGEN

"Soll dir eine Landschaft mehr geben als ein flüchtiges Ferienerlebnis, erwartest du von Ihr Geborgenheit, das Gefühl des Angenommenseins oder sogar des Daheimseins, dann nähere dich ihr wie einem Menschen, dem du Zuneigung schenken willst und von dem du Zuneigung erhoffst. Sei offen, aber überstürze nichts, und erwarte geduldig, dass Land und Leute dir entgegenkommen."
(Lotte Ingrisch)

Das Waldviertel ist unaufdringlich. Das Waldviertel ist still. Manchmal einsam, manchmal sanft, manchmal rau. Das Waldviertel atmet stille Energie und Versöhnung. Diese nordische Klarheit ist einzigartig!

Wo wir sind ist oben.“ Die Waldviertler sagen´s mit Augenzwinkern und meinen dabei oben in Niederösterreich, oben im Hochland, oben, wo die Luft und die Gefühle ganz klar sind.

Was aber ist es wirklich, das diesen Landstrich für viele dermaßen anziehend macht?
Vermutlich findet hier jeder etwas anderes für seine ganz persönliche Glückseeligkeit. Die Stille dieser Landschaft, die selbst dann etwas zu sagen hat, wenn sie , wie so oft, zu schweigen vorgibt. Es gibt aber auch viele, die ganz einfach die Weitläufigkeit dieser archaischen Welt mit ihren von tausenden Teichen durchfurchten Hochmooren und ihren „wanderbaren“ Hügelketten schätzen. Unzählige Möglichkeiten bieten sich an, um die nahezu unberührte Natur sinnlich per Pedes zu entdecken und dabei noch Wissenswertes über Land und Leute zu erfahren.


Ganz unbewusst löst das Waldviertel die verschiedensten Stimmungen in einem Menschen aus. Es ist die nordische Klarheit in ihrer unverwechselbaren Qualität, die hier einzigartig wirkt. Sie ist still, unberührt, geborgen, kurios, taufrisch, rein, archaisch, kräftigend oder versöhnlich. Ganz wie Sie es möchten.

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Geschichte des Waldviertels

 

Das Waldviertler Hochland war früh- und urgeschichtlich kaum besiedelt, da es keinen bestellbaren Boden oder ertragreiche Weiden gab. Daher ließen sich die Menschen dieser Zeit an den Unterläufen der aus den Waldviertel kommenden Flüssen nieder.
 Die bekanntesten Fundstätten aus dieser Zeit sind die Gudenushöhle in Hartstein im Kremstal, der Hundssteig bei Krems, Senftenberg im Kremstal und Willendorf in der Wachau. Der wohl bekannteste Fund aus dieser Zeit stellt die Venus von Willendorf dar, welche eine der ältesten und bekanntesten Frauenstatuette der Welt ist. Erst zu Beginn der Jungsteinzeit wurde zumindest der Ostteil des Waldviertels stärker bewohnt. In diesem Gebiet entstanden die ersten bäuerlichen Siedlungen. Erwähnenswert sind auch die Kreisanlagen, welche die ersten, wenn auch heidnischen Kirchen des Waldviertels waren.

In der späteren Bronzezeit wurde dann auch das Hochland des Waldviertels besiedelt.

Regionalen und wirtschaftlichen Einfluss bekam das Waldviertel durch die Eisenverhüttung und -verarbeitung der Kelten in der Eisenzeit.
Ab dem 2. Jahrhundert nach Chr. unterwarfen die Germanen die Kelten und ließen sich nieder. An der Schwelle zum Mittelalter ließen sich auch Slawen nieder, was durch zahlreiche Funde, wie slawische Gräberfelder, bewiesen ist.

Die Kolonisierung und Christianisierung durch die Babenberger begann im Jahre 1041 mit der Eroberung der Slawenfeste Thunau (heute Thaya). Doch nicht nur die Babenberger kolonisierten das Waldviertel, sondern auch die Grafen von Hardegg, die von Poigen-Rebgau und die Kuenringer durch die Gründung der Stifte Altenburg und Zwettl. Wissenswert ist auch, dass der englische König Richard Löwenherz auf der Waldviertler Burg Dürnstein gefangen gehalten wurde. Vom Lösegeld von angeblich 11,5 Tonnen Silber haben auch viele Waldviertler Burgen und Schlösser profitiert.

Im 13. Jahrhundert besiegte Rudolf von Habsburg den Böhmenkönig Ottokar, welcher sich durch eine politische Heirat das Waldviertel aneignete. Von diesem Zeitpunkt an stand das Waldviertel größtenteils unter dem Einfluss der Habsburger.
In den folgenden Jahren erlebte das Waldviertel schwere Zeiten. Es hatte mit dem Einfall der Hussiten, Räuberbanden, dem Glaubenskampf, der Türkennot und Bauernkriegen zu kämpfen.

Erst als 1648 in Münster der Friede ausgerufen wurde begann der wirtschaftliche Aufschwung und die kulturelle Blüte dieses Viertels. In vorindustriellen Betrieben oder in Heimarbeit wurden sogenannte Bandln erzeugt, welche im ganzen Lande von den sogenannten Bandlkramern verkauft wurden.
Das Zeitalter Napoleons brachte wieder Kriegs- und Hungersjahre ins Land. Erst 1815 beim Wiener Kongress, wo Europa neu geordnet wurde, kam wieder Ruhe ins Land.

Während des 1. Weltkrieges (1914 -1918) gab es in Gmünd ein Flüchtlingslager für 50.000 Personen. Nach diesem Krieg zerfiel die Donaumoarchie Österreich - Ungarn in eine Reihe von Nachfolgestaaten und einige Ortschaften um Gmünd mussten an die damalige Tschechoslowakei abgetreten werden. In Artstetten wurde das Thronfolgerpaar Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gemahlin Sophie beigesetzt, durch deren Ermordung in Sarajewo der 1. Weltkrieg ausgelöst wurde.
Nach dem Einmarsch Adolf Hitlers im März 1938 ließ er das Herkunftsgebiet seiner Ahnen, das Döllersheimer Ländchen in einen Truppenübungsplatz umwandeln (heute Truppenübungsplatz Allentsteig). Das Walviertel wurde zwar vom Bombenhagel des 2. Weltkrieges (1939 - 1945) weitgehend verschont, dafür kam es nach dem Krieg durch die russische Besatzung immer wieder zu Zerstörungen und Diebstählen. Nach dem Abzug der Besatzungsmächte im Jahre 1955 begann der Wiederaufbau. Die moderne Entwicklung setzte zwar etwas langsamer ein, als in anderen Teilen unseres Landes, doch besitzt das Waldviertel ein bedeutendes Potential an Naturschönheiten und Lebensqualität und setzt mit zukunftsweisenden Umweltprojekten neue Maßstäbe.

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Kultur im Waldviertel

 

Kultur ist die aktive Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit. - Mit dem Waldviertel befasst man sich offensichtlich gerne. Denn hier ist eine Fülle von Kulturschaffenden anzutreffen. Viele sind zugezogen, um sich von diesem Raum der Muße und Konzentration inspirieren zu lassen. Es handelt sich dabei um Künstler von Gottfried von Einem über Merle Kulenkampff bis hin zum Popbarden Falco.
Den Kulturinteressierten erwartet im ganzen Waldviertel ein Besichtigungsangebot von weit mehr als 300 Burgen, Stifte, Schlössern,   Ruinen und Museen... - In mitteilsamen, alten Gemäuern finden alljährlich interessante Sonderausstellungen statt. Nicht zu vergessen sind architektonische Leckerbissen wie historisch besterhaltene Dorf- und Stadtbilder; Sgraffitohäuser mit mittelalterlichen Meisterwerken, Stadtmauern, Wehrkirchen und Marterln/Wegkreuze mit Geschichte.

Wer sich nicht nur auf´s Anschauen beschränken möchte und selbst aktiv werden möchte, der sei auf zahlreiche Kunst- Hobby- und Kreativkurse verwiesen. Entdecke ein neues Talent an sich: im Seidenmalen, Schnitzen, Goldschmieden oder Keramiken.

Die Freunde hochwertiger Handwerkskunst aus dem Volk sind bei den traditionellen Advent- und Weihnachtsmärkten richtig. Von Korbflechtern bis zu Glasbläsern - nahezu jeder Ort beweist besonders im Dezember sein künstlerisches Potential.

Dieses Land ist auch ein kulinarisches Erlebnis. Und wie in vielen Bereichen, findet man ebenso hier Extreme. Auf der einen Seite die Körndlfresser, andererseits wahre Schlemmer.

Bereits im Mittelalter blühte hier schon der Hopfen. Und man merkt´s natürlich am Geschmack des Bieres, wenn alle Rohstoffe - Hopfen, das aromareiche Malz der Gerste und das unvergleichlich weiche Wasser - aus der selben Region kommen.

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Waldviertler Klima

Kühl, aber wenig Nass von oben

 

Mit seinem leichten Reizklima gilt das Waldviertel als eine der gesündesten Regionen Österreichs. Der scharfe Nordwind kann einen da und dort schon mal angreifen, aber kälter als in anderen Regionen in Österreich gleicher Höhenlage ist es auch nicht.
Das Waldviertler Klima gilt eher als trocken und ist über weite Strecken kontinental geprägt. Die Niederschläge erreichen fast nirgends die 1.000 Millimeter-pro-Jahr Marke, wie in manchen Orten der Voralpen durchaus üblich. Zum Vergleich: Neapel verzeichnet einen mittleren Niederschlag von 1.007 mm!

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Buchtipps

Gönne dir ein gutes Buch


Das Waldviertel
"Kultur, Natur, Ausflüge, Wanderungen, Radtouren und kulinarische Ziele vom Nordwald bis zum Weinland:
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Der Autor:
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Jahrgang 1957, geboren in Langenlois. Fuhr in den 1980er-Jahren mit schweren LKWs in den Nahen Osten, unterrichtete danach an einer Wiener AHS Deutsch und Geographie. Seit 1989 Arbeit bei verschiedenen Tageszeitungen, Wochenzeitungen und Magazinen. Seit 2000 Redakteur im Wirtschaftsmagazin trend.
Buchveröffentlichungen im Falter Verlag: "Mit der Eisenbahn durch Österreich" (1992), "Die Gegend hier herum ist herrlich" (1996), "Das Kamptal" (2. Auflage 1999).
Österreichischer Reisejournalismuspreis des Jahres 2000.

Der Reiseführer "Das Waldviertel" ist zum Preis von € 28,50 bei Waldviertel Tourismus, im Buchhandel oder direkt beim Falter Verlag erhältlich.

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Der Reichtum eines Landes wird auch durch die Vielfalt seiner Naturgüter bestimmt. Das Buch soll, besonders mit seinen ansprechenden Bildern, ein Botschafter für das Waldviertel und ein Plädoyer für die Erhaltung dieser reich ausgestatteten Schatzkammer sein. Zentrales Thema ist die freundliche, offene Landschaft. Gebührender Raum wird auch dem Wald, besonderen Feuchtlebensräumen und den bizarren Verwitterungsformen des Granits gewidmet.
"Schatzkammer Waldviertel" ist bei Waldviertel Tourismus zum Preis von € 35,-- erhältlich. Versandkosten € 3,75

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