Semesterarbeit in Geografie von
Elisabeth HAAS
Marie-Theres TSCHURLOVITS (2000)

Inhaltsverzeichnis

1. Österreich - Ein Land mit sehr unterschiedlichen Gesichtern
2. Die Ostalpen
2.1 Flyschzone
2.2 Nördliche Kalkalpen
2.3 Grauwackenzone
2.4 Zentralalpen
2.5 Südliche Kalkalpen
2.6 Zusammenfassung
3. Alpen- und Karpatenvorland
4. Böhmische Masse (Granit- und Gneishochland)
5. Wiener Becken
6. Vorland im Osten und Südosten
7. Nationalparks in Österreich
8. Quellenverzeichnis








1. Österreich - Ein Land mit sehr unterschiedlichen Gesichtern

Österreich ist klein, aber trotzdem gibt es hier eine Vielfalt von unterschiedlichen Landschaften wie selten in einem anderen Land.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Fachleute Österreich in Großlandschaften unterteilen. Eine sehr häufig verwendete Einteilung ist die folgende:

Großlandschaft Fläche in kmē Prozent der Staatsfläche
Alpen 52 600 63,00%
Granit -und Gneisplateau (Böhmische Masse) 8 500 10,20%
Alpen -und Karpatenvorland 9 500 11,10%
Wiener Becken 3 700 4,40%
Vorland im Osten und Südosten 9 500 11,30%

Die fünf Großlandschaften unterscheiden sich vor allem durch ihre Höhenlage und ihre Oberflächenformen. Wie hoch ein Gebiet über dem Meeresspiegel liegt und welche Formen es aufweist, ob es also eine weite Ebene, ein welliges Hügelland, ein mäßiges Bergland oder ein wild zerklüftetes Gebirge ist, wird hauptsächlich von dem Gestein bestimmt, das die jeweilige Landschaft aufbaut. Trotz ihrer Unterschiede bilden sie aber auch eine Art Einheit.
Aufteilung auf die Bundesländer:

Großlandschaft Bundesland
Ostalpen Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Kärnten, Wien, Steiermark, Oberösterreich, Niederösterreich, Burgenland
Alpen- und Karpatenvorland Vorarlberg, Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich
Wiener Becken Niederösterreich, Wien, Burgenland
Vorland im Osten und Südosten Burgenland, Steiermark
Granit- und Gneishochland Oberösterreich, Niederösterreich

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2. Die Ostalpen

Die Ostalpen sind der östliche Teil der Alpen und werden durch den Bodensee, dem Rheintal, dem Splügenpass und dem Comosee von den Westalpen getrennt. Die Westalpen sind aber höher und stärker vergletschert. Insgesamt sind die Alpen das größte und höchste Gebirge Europas und erstrecken sich vom Golf von Genua bis zum Wienerwald. Der Alpenbogen ist insgesamt ca. 1200 km lang.
Österreich hat den4 größten Anteil an den Ostalpen, da sie etwa 2/3 der Fläche unseres Landes einnehmen.

Entstehung

Die Alpen sind ein verhältnismäßig junges Gebirge. Sie sind erst vor etwa 50 Millionen Jahren entstanden. Vor etwa 180 Millionen Jahren (Mesozoikum) lag über Mitteleuropa ein ausgedehntes Flachmeer von wechselnder Tiefe. Auf dem Grund dieses Meeres entstanden Absatzgesteine und begruben unter sich ältere Gesteinsschichten und den darunter liegenden Untergrund aus Erstarrungsgesteinen.
Im Tertiär wurden dann durch endogene (innenbürtige) Kräfte die Meeresablagerungen vielfach gehoben (0,5 - 1,0 mm / Jahr) und gefalten und sie bewegten sich, wenn sie auf keinen Widerstand stießen, als Decke weiter (In den Alpen bis zu 100 km !!).
Für die Westalpen wurde 1903 von Termier die "Deckenlehre" entwickelt. Später wurde diese auch auf die Ostalpen übertragen. Man unterscheidet drei Deckensysteme:

  1. Helvetische Decke
  2. Pennische Decke
  3. Ostalpine Decke

Ihr heutiges Aussehen erhielten die Alpen durch die ausgedehnte Vergletscherung während der vier Glazialzeiten (Eiszeiten):

  • Günz
  • Mindel
  • Riß
  • Würm

In diesen Eiszeiten entstanden einige morphologische Formen:

  • Trogtäler (U-Täler)
  • Moränen: von der Gletscherzunge ausgeschürfte Becken
  • Karre: Hohlformen in Hängen ehemals vergletscherter Gebirge
  • Wannen und Rundbuckel: Erhebungen und Vertiefungen

Gliederung

  • durch 2 Längstalfurchen (nördliche und südliche) in 3 große Gebirgsgürtel:
    • Nordalpen
    • Zentralalpen
    • Südalpen
  • durch verschiedenen Gesteinsarten unterscheidet man 5 Gesteinszonen:
    • Flyschzone (nördliche Sandsteinzone)
    • nördliche Kalkalpen
    • Grauwackenzone (Schieferzone)
    • Zentralalpen
    • südliche Kalkalpen

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2.1 Flyschzone (nördliche Sandsteinzone)

Sie gibt es nur4 am Nordrand der Alpen. Die Bezeichnung Flysch stammt aus der schweizer Mundart und bedeutet "fließen". Ihr stärkeres Relief ist geprägt durch ton -und sandartige Sedimente, was immer zu Rutschungen führt. Daher ist die Flyschzone auch ein Gebiet mit sanften Formen, wie Rücken oder Kuppen zwischen 600 - 900 m hoch. Zwischendurch kommt aber auch der harte Kalk durch. Da die Sandsteinzone aus wasserundurchlässigen Gesteinen besteht, gibt es ein dichtes Gewässernetz. Ein Großteil9 des Niederschlages fließt sofort ab und daher treten nach starken Regengüssen plötzlich rasch ablaufende Hochwässer auf. Deshalb wurden auch viele Hochwasserfangbecken gebaut. Auch Hangrutschungen sind in der Flyschzone häufig. Auf den Hängen findet man überwiegend Laub-, Mischwälder und Wiesen.

Nutzung

Viehzucht

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2.2 Nördliche Kalkalpen

Wie der Name4 schon sagt sind die vorherrschenden Gesteine die Kalke, wie z.B. der Hauptdolomit, der Wettersteinkalk und der Dachsteinkalk, die Kalkhochplateaus bilden.
Die Kalkalpen sind Gebirgsketten mit schroffen, steilen und meist unbewaldeteten Felswänden oder Gebirgsstöcke mit Hochplateaus.
Man findet in den Kalkalpen ausgeprägte Reliefunterschiede. Manche Gipfel erreichen Höhen um die 3000 Meter. Da der Kalk wasserdurchlässig ist, ist diese Landschaft sehr wasserarm und nur von einer dünnen Bodenschicht bedeckt. Die Böden verfügen nur über eine geringe Wasserspeicherfähigkeit und trocknen leicht aus, weil das Wasser zu rasch in den Untergrund versickert. Daher sind die Böden trotz ihres Nährstoffreichtums nur beschränkt nutzbar. Es werden nur jene Stellen genutzt, wo an undurchlässigen Stellen Quellen aus dem Boden austreten können. Beispielsweise nimmt die Wiener Hochquellenleitung (Hochschwab, Schneeberg) an einer solchen Quelle ihren Ausgang.
In den Kalkalpen treten häufig Karsterscheinungen auf: Die Karren zerfurchen die Gesteine mit Rillen und Graten. Außerdem gibt es zahlreiche, ausgedehnte Höhlensysteme, zu denen auch einige Eishöhlen zählen (Eisriesenwelt, Dachsteinhöhlen). Die Schutthalden in den Karren sind vor allem typisch für die Kalkalpen. Die Kalkalpen eignen sich auch hervorragend für Klettertouren.
Leider sind die Kalkalpen sehr siedlungs- und verkehrsfeindlich, vom landschaftlichen Erscheinungsbild her aber sehr beeindruckend. Im Salzkammergut9 haben eiszeitliche Gletscher Felswannen ausgeschürft. Dieser Teil ist somit leichter zugänglich und dichter besiedelt als der Westteil der nördlichen Kalkalpen. Bodennutzung: Wiesen, Wald (Forstwirtschaft), Ödland

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2.3 Grauwackenzone (Schieferzone)

Sie ist die geologische4 Basis der Ostalpen und befindet sich zwischen den nördlichen Kalkalpen und den Zentralalpen und ist ein Gebirge mittlerer Höhenlage.
Die Gesteine13 der Grauwackenzone, Schiefer und Phyllite, verwittern sehr schnell und sind ziemlich leicht, was zu runden, sanften Formen (nicht allzu steile Hänge) führt. Als man in diesem Gebiet noch keine Fossilien kannte, fasste man alle Schiefer unter dem Namen "Grauwacken" zusammen und grenzte sie damit vom Urgebirge ab.
Diese sind waldarm12 und bestehen großteils aus Weiden und Wiesen, man nennt sie auch "Grasberge". Sie eignen sich im Winter bestens zum Schifahren. Die bekanntesten von ihnen sind die Kitzbüheler Alpen und die Eisenerzer Alpen.

Nutzung

  • Viehwirtschaft
  • Almwirtschaft
  • Skisport
  • Reich an Bodenschätzen (Bergbau): Eisenerz, Kupfererz, Magnesit, Graphit, Wolfram

Die nördliche Längstalfurche

Die nördliche Längstalfurche bildet die ungefähre Grenze zwischen den Nord- und den Zentralalpen. Sie ist großteils in Randgebiete der nördlichen Schieferzone eingebettet. Sie ist auch das wichtigste Siedlungs-, Wirtschafts- und Verkehrsgebiet in den nördlichen Alpen Österreichs.

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2.4 Zentralalpen

Die Zentralalpen befinden4 sich zwischen Nord- und Südalpen. In den Zentralalpen, die östlich der Brennerlinie ihren Anfang nehmen, befindet sich der größte Berg Österreichs, der Großglockner mit 3797 m. In den Hohen Tauern ist außerdem der 20 kmē große Pasterzengletscher zu finden.
Von Westen nach Osten nehmen die Alpen merklich an Höhe ab. Die Abstände zwischen den einzelnen Gebirgszügen nehmen zu. Die Täler werden breiter, somit ist Platz für kleine bis größere Beckenlandschaften. Im Westen sind die Gipfel meist vergletschert. Da im Salzburgischen 14 ein Gletscher auch als "Kees" bezeichnet wird, nennt man die Zentralalpen auch "Keesberge".
Gletscher (Salzburg: "Kees", Tirol: "Ferner") sind Eisströme aus Schnee (Firn) und entstehen 14 überall dort im Hochgebirge, wo die Sommerwärme nicht ausreicht, den während eines Jahres fallenden Schnee wegzuschmelzen. Der Schnee wird zuerst zu Firn und nach und nach zu Gletschereis. Durch den Druck der aufliegenden Massen wird das Eis körnig und plastisch, und es beginnt langsam hangabwärts zu fließen. Je nach Druck und Gefälle kann sich ein Gletscher jährlich ca. 20 - 100 m fortbewegen. Die Gletscherzunge gerät dabei in tiefere Lagen, wo höhere Temperaturen das Eis aufzehren. Man nennt daher diesen Teil des Gletschers Zehrgebiet - im Gegensatz zum darüber befindlichen Nährgebiet, wo der Gletscher durch große Schneemengen und Lawinen ständig ernährt wird (liegt über der Schneegrenze bei 2900 Metern). Durch verschiedene Strömungsgeschwindigkeiten und unterschiedlich geneigten Untergrund bedingt, entstehen Gletscherbrüche und Gletscherspalten. Das durch Verwitterung bzw. durch schürfende Tätigkeit anfallende Gesteinsmaterial (verschieden großen Gesteinsbrocken, Sand und Lehm) wird vom Gletscher mitgenommen. Seiten- und Endmoränen werden abgelagert. Schmelzwasser treten als Gletscherbach am Zungenende aus einem Gletschertor hervor. Die Gletscher reagieren auf Klimaänderungen. Seit mehr als 100 Jahren geht das vergletscherte Gebiet merklich zurück. Ihre größte Ausdehnung erreichten die Gletscher während der Eiszeiten. Sie haben in der Landschaft deutliche Spuren hinterlassen - Trogtäler mit steilen Trogwänden und Wasserfällen bzw. flacheren Trogschultern. Solche Täler eignen sich gut für den Bau von Speicherkraftwerken. In die Bergflanken tieften sich Kare ein. Weiche Gesteinsschichten wurden leichter ausgeräumt. In diesen beckenförmigen Vertiefungen bildeten sich zahlreiche Karseen. Am Sonnblick steht die höchste Wetterwarte Österreichs.

Das Leithagebirge

Das Leithagebirge, ein bewaldeter Höhenrücken von 35 km Länge und 8 km Breite, ist der östlichste Teil der Alpen. Die höchste Erhebung, der Sonnenberg, beträgt nur 483 Meter. Obwohl es so niedrig ist, wirkt es gewissermaßen trotzdem wie ein Gebirge, da seine Umgebung äußerst eben ist. Es ist eine recht breite Hochfläche, die von vielen kreuz und quer liegenden Kämmen durchzogen ist. Am Rand gibt es recht viele Einschnitte, die man Tobel nennt. Das Leithagebirge hat seinen Namen von dem Fluß Leitha. Die Leitha ist ein "Schmarotzerfluß", da sie keinen Ursprung hat, sondern der Zusammenfluß von Schwarza und Pitten ist.
Das Leithagebirge ist vor allem ein Wandergebiet, wenn auch ein nicht sehr stark frequentiertes. Es gibt nämlich nur mehrere kurze Wanderwege, und keine länger angelegte Route. Dies ist leider nicht möglich, da das Bundesheer ein Viertel des Leithagebirges als Truppenübungsplatz nützt.
Zum Großteil bestehen die Zentralalpen aus Kristallin (Granit, Gneis, Schiefer, Phyllite, teilweise auch aus Kalken), zum Teil auch aus dunklem Kalk. Im Westen, der Granit enthält, kommt es vor allem zu schroffen Formen, geradlinigen Kämmen und engen Tälern. Wohingegen im Osten metamorphe (umgewandelte) Sedimente, wie Schiefer, Gneise und Phyllite vorherrschen, Verwitterung und Abtragung ihre Spuren hinterlassen haben. So kam es zur Bildung von langgestreckten Rücken und stumpfen Kuppen.
Man findet hier ein dichtes Gewässernetz, da die Zentralalpen aus wasserundurchlässigen Gesteinen bestehen.

Die südliche Längstalfurche

Die südliche Längstalfurche bildet die ungefähre Grenze zwischen Zentral- und Südalpen. Sie ist ebenfalls ein wichtiger Lebens- und Verkehrsraum.

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2.5 Südliche Kalkalpen

Die Südalpen nehmen13 in Österreich nur einen geringen Teil ein, da sich die südliche Begrenzung der Alpen außerhalb von Österreich befindet. Die Karnischen Alpen und die Karawanken bilden eine Art Grenzkamm Richtung Italien. Die Südalpen ähneln den Nordalpen ziemlich stark, es gibt nur ein paar kleine Unterschiede. Die Südalpen sind nicht so klar gegliedert wie die Nordalpen. Die Südalpen sind außerdem durch ein milderes Klima und einer reicheren Vegetation bevorzugt. Außerdem herrscht in den Südalpen eine größere Vielfältigkeit von Gesteinen und Formen als in den Nordalpen.
Die Karnischen Alpen sind eine Gebirgskette wo sich die weicheren Formen des Schiefer mit den schroffen Formen der Kalkberge vermischen.
Die Südkarawanken sind ein Gebirgsstamm der südlich von Villach seinen Anfang nimmt. Manche Berge haben zwar schroffe, begrünte Südhänge, aber auch eindrucksvolle Steilwände als Nordhänge. Ein mächtiges Kalkmassiv sind z.B. die Steiner Alpen mit 2558 Metern.

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2.6 Zusammenfassung

Klima

Klimatisch gesehen sind die Alpen eine gewaltige Wetterscheide mit einer mitteleuropäischen Nord- und einer mittelmeerischen Südseite.
Das alpine Klima herrscht im Inneren der Alpen. Seine Kennzeichen sind lange und schneereiche Winter und kühle, kurze Sommer.
Es gibt einige charakteristische Klimaerscheinungen in den Alpen:

  • Föhn: warmer und trockener Fallwind, der vom Gebirge herabfällt
  • Temperaturumkehr (Inversion): Im Winter absinken der kalten Luft in die Täler. Eine Nebeldecke bzw. Dunstschleier legt sich über die Talsohle. Der Luftaustausch wird dadurch gehemmt.
  • Altweibersommer: Beständige Schönwetterlage mit hohen Temperaturen im September bzw. Oktober
  • Eismänner: Kälterückfall im Mai
  • Schafskälte: Kälterückfall im Juni

Durch die Alpen wird Italien vor den rauhen Nordwinden geschützt.

Höhenstufen der Vegetation in den Alpen

Ein wichtiger Faktor ist die Abnahme der Temperatur mit der Höhe. Sie beträgt ca. 0,5 o C pro 100 Meter, d. h. im Sommer werden in rund 3000 Metern Höhe nur noch ca. 2 o C erreicht. Mit dem Luftdruck nimmt auch der Staubgehalt zu; die Strahlung ebenso. Wegen dieser besonderen5 Naturbedingungen kommt es in den Alpen zur Ausbildung von Höhenstufen mit ganz bestimmten Pflanzenwuchs- oder Vegetationszonen.

  • Fels-, Schnee- und Eisregion: kaum Pflanzenwuchs, nackte Felsen; oberhalb der Schneegrenze ganzjährig Schnee
  • Stufe der Almen: Latschen, Kräuter, Almwiesen; oberhalb der Waldgrenze gelegen
  • Nadelwaldstufe: Nadelwald, Bergwiesen
  • Mischwaldstufe: Mischwald; Felder (Getreide, Erdäpfel), Obstbäume, Talwiesen; Pflanzen, die viel Wärme brauchen
  • Waldgrenze: obere Grenze geschlossener Wälder
  • Baumgrenze: obere Grenze des Baumwuchses
  • Schneegrenze: Grenze zwischen dem ganzjährig schneebedeckten und dem im Sommer schneefrei werdenden Gebiet
  • Sonnseite: der der Sonne zugewandte Berghang, häufig ein Südhang
  • Schattseite: der von der Sonne abgewandte Berghang, häufig ein Nordhang

Auf der Sonnseite und Schattseite liegen die Höhenstufen nicht gleich hoch, sie liegen auf der Schattseite tiefer. Auf der Sonnseite ist die Sonnenscheindauer größer, außerdem fallen die Sonnenstrahlen weniger flach ein. Die Folge ist eine stärkere Erwärmung.
Hohe Niederschläge besonders an den Rändern der Alpen. Zum Teil niederschlagsarme Täler im Inneren.

Gewässer, Gletscher

Die Flüsse gliedern das Gebirgsmassiv in seine einzelnen Teile. Die Seen der Alpen verdanken ihr Dasein der Eiszeit und liegen oft in den Becken früherer Gletscher.

Verkehr

Lange Zeit waren die Alpen eine Schranke zwischen Nord- und Südeuropa. Erst seit dem 19. Jahrhundert wurden die Alpen ein beliebtes Reiseziel, und heute haben sie ihre großartige Einsamkeit weitgehend verloren. Sie werden von vielen Straßen und Eisenbahnlinien über meist auch im Winter befahrbare Pässe, Brücken und Tunnel durchquert (Problematik: Transitverkehr!)

  • Brennerpaß: liegt an einem internationalen Verkehrsweg nach Italien
  • Arlbergtunnel: einer der längsten Tunnel mit10,2 km Länge
  • Semmering: verbindet Niederösterreich mit der höheren Steiermark.

Wirtschaft

Nur in klimatisch begünstigten Tälern spielt der Ackerbau eine wirtschaftliche Rolle. Neben Roggen, Hafer, Kartoffeln, stellenweise auch Weizen werden Obst und Wein angebaut, wobei künstliche Bewässerung oft unentbehrlich ist. Sonst überwiegt die Viehwirtschaft, vor allem Rinder, in der Form der Alpwirtschaft oder Sennerei, einer auf Almen betriebenen Graswirtschaft. Die Holzwirtschaft ist in den waldreichen Ostalpen von Bedeutung. Seit mehr als einem Jahrhundert versucht man in Österreich die Holzvorräte in den Wäldern zu forcieren. Mit Erfolg, denn der Zuwachs ist weit höher als die Holzmenge, die tatsächlich genutzt wird. Die größten Waldzuwächse sind im Westen Österreichs zu verzeichnen. Vorallem in Salzburg, Kärnten, Steiermark. Kahlschläge scheinen nicht mehr attraktiv zu sein (nur mehr 27%). Der Gesamtvorrat setzt sich aus 82% Nadelholz und 18% Laubholz zusammen. Die häufigsten Baumarten in unseren Wäldern sind Fichte, Buche und Lärche.
Die Bäume werden zur Herstellung von Zellstoff, Papier, Baumaterial und als Brennstoff genutzt. Holzprodukte und Papier gehören zu den Exportgütern. In Österreich wird jährlich rund 2,4 Millionen Tonnen Papier und Pappe sowie ca. 1,4 Millionen Tonnen Zellstoff hergestellt. Das Holz wird außerdem zur Produktion von Streichhölzern, Harz und Terpentin benötigt.
In den Ostalpen kommen auch sehr häufig Bodenschätze vor, z. B. Eisenerze, Kohle und Salz. Von besonderem Wert für die Wirtschaft sind die Alpen durch ihren Reichtum an Wasserkräften, die in zahlreichen Kraftwerken und Talsperren ausgenutzt werden. Die nur punkthaft vertretene Industrie beruht überwiegend auf dem Holzreichtum, den Bodenschätzen und den Wasserkräften. Die Alpen haben somit bei der Energiegewinnung einen hohen Stellenwert. Durch die hohen Berge mit steilen Abhängen und durch den regen- und Schmelzwasserreichtum wird den Alpenflüssen ständig genug Wasser zugeführt. Ein wichtiges Wasserkraftwerk befindet sich im Salzburger Land bei Kaprun auf einer Höhe von 2036 m. Die Wasserreservoire im Kapruntal sind vergrößerte Gletscherseen. Weiters findet man auch viele kleine Kraftwerke in den Alpentälern Vorarlbergs und Tirols.
Eine bedeutende Einnahmequelle ist der Fremdenverkehr. Der Tourismus ist in den dünn besiedelten Teilen der Alpen zu einem lebensnotwendigen Faktor geworden. Durch ihn konnte auch manche Abwanderung verhindert werden. Der Tourismus ist dadurch gekennzeichnet, dass in der Sommer- und Wintersaison immer Menschenmassen in die Bundesländer Tirol, Steiermark, Salzburg und Vorarlberg drängen, in der Zwischensaison dagegen die Besucher auf sich warten lassen. Die Touristen werden durch den Wintersport und im Sommer durch das Bergwandern und baden in den vielen Seen angelockt. Besonders bekannt sind die Schigebiete Kitzbühel, St. Anton und Innsbruck.

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3. Alpen- und Karpatenvorland

Das Karpatenvorland, durch die Donau gegen das Alpenvorland abgegrenzt, bildet gemeinsam mit diesem eine österreichische Großlandschaft.
Das Alpenvorland reicht vom Beginn der Alpen bis zur Donau im Tullner Becken.
Das Karpatenvorland liegt zwischen dem Rand des Plateaus (Manhartsberg) und der Kalkklippenzone (Leiser Berge).

Aufbau

Das Alpenvorland4 ist ein Flach, Platten- und Hügelland (300-500 Höhenmeter), das z. B. vom Inn, der Traun, der Enns, der Erlauf, der Traisen und der Ybbs durchzogen werden. Es ist11 an seinen breitesten Stellen 50 km und an seinen schmälsten Stellen (bei Ybbs) nur 10 km breit. Es erschließt4 Salzburg, Oberösterreich und Niederösterreich. Entstehung:
Der Untergrund des Alpenvorlandes besteht aus tertiären Meeresablagerungen (Tonmergeln, Tonen, Sanden, Sandsteinen, Schottern). Stellenweise sind sie mehr als 1000 m mächtig. Darüber liegt Schutt, der von den Alpen abgetragen wurde. Im westlichen, gebirgsnahen Teil stauen sich hinter den Moränenwällen Seen auf. Gewaltige Schottermengen wurden von den Flüssen während der Eiszeiten im Alpenvorland abgelagert. Vier Terrassen in unterschiedlicher Höhe entstanden:
Die häufig auf den höheren Terrassen vorkommenden Braunerden geben einen guten Ackerboden ab. Das Alpenvorland größtenteils waldfrei.
Zahlreiche aus den Alpen kommende Flüsse wie queren diese Großlandschaft. Außerdem ist das Alpenvorland überwiegend fruchtbares Feld -und Wiesenland, flach, leicht hügelig und waldfrei. Vor allem die Flüsse14 Inn, Traun, Enns, Erlauf und Traisen winden sich durch das Alpenvorland. Durch die gute Verkehrslage und die ertragreichen Böden ist das Alpenvorland eines der am dichtest besiedelten Räume Österreichs.

Wirtschaft

  • Durch das Vorkommen von Bodenschätzen und die ausgeprägten Wasserkräfte entstanden viele Industriebetriebe. Es werden vor allem Erdgas, Erdöl und Braunkohle gewonnen
  • Eines gehört zu den ertragreichsten Landschaftsgebieten (Ackerbau, Weinbau, Viehwirtschaft) Österreichs
  • Handelsverkehr von Westen nach Osten (Westbahn, Westautobahn die bedeutendsten Verkehrslinien Österreichs)

Klima

  • Mitteleuropäisches Übergangsklima zwischen ozeanischem und kontinentalem Klima. Zu allen Jahreszeiten gibt es Niederschläge, die im Westen niederschlagsreicher als im Osten sind.
  • Pannonisches Klima im Karpatenvorland (Weinviertel): Dieser Klimatyp ist kontinental geprägt und hat daher große Temperaturgegensätze. Es gibt kalte Winter und heiße Sommer, wo die Böden im Sommer auch stark austrocknen. Ganzjährig gibt es nur geringe Niederschläge.
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4. Böhmische Masse

Das Granit- und Gneishochland befindet sich ganz im Norden unseres Landes und umfasst das gesamte Mühlviertel und das Waldviertel, also Niederösterreich und Oberösterreich. Es ist ein Teil der Böhmischen Masse und gehört zu den geologisch ältesten Teilen Österreichs.

Entstehung

Im Jungtertiär kam es zu Bewegungen, die ein altes Mittelgebirge großteils in eine samtwellige bis kuppige Rumpflandschaft umgeformt haben.
Die Böhmische Masse ist daher eine wellige Rumpffläche (350 - 1000 Meter hoch) mit Kuppen, Rücken und breiten Talmulden. Nach Osten hin nehmen sie an Höhe ab.
Im Westen findet man vorwiegend den Granit, der das Gelände eher unruhig gestaltete, z.B. duch Felsburgen und Felsklippen. Im Osten der Großlandschaft wird der Bitteschen Gneis immer wichtiger. Dieser ist nach einer Ortschaft benannt. Sowohl der Granit als auch der Gneis sind wasserundurchlässig. Der Granit ist aber härter und verwittert langsamer.
Die "Wollsackverwitterung" 3 ist eine typische Verwitterungsform des Granits. Durch die von außen nach innen fortschreitende Verwitterung entstehen längs eines weitmaschigen Kluftsystems stark abgerundete, wollsackähnliche Gesteinsmassen (Wackelsteine).
Im weicheren Gneis konnten sich die Flüsse leichter einschneiden (Mäander = Flussschlinge). Das reichlichere Verwitterungsmaterial bildet die Voraussetzung für etwas bessere Böden, auf denen sich heute Felder und Wiesen ausdehnen.
Die einst dichten Wälder sind nur noch in Restbeständen vorhanden. Sie wurden während des Mittelalters großteils gerodet. Namen mit den Endungen -reith, - schlag und - holz erinnern daran. Trotzdem rechtfertigt das Waldland noch den Namen dieser Landschaft.
Besiedelung: Dadurch das die Böden wenig ertragreich sind, und das Klima eher rauh ist wurde dieses Gebiet erst ziemlich spät besiedelt.
Litschau ist die nördlichste Stadt Österreichs.

Wirtschaft

An mehreren Stellen (z. B. Ottensteiner Stausee, Stauseen des Kamp) wird Wasserkraft zur Stromerzeugung genutzt.
Früher spielte die Forstwirtschaft eine bedeutende Rolle in diesem Gebiet.

Landwirtschaft

Gerste, Hafer, Roggen, Kartoffel

Klima

Mitteleuropäisches Übergangsklima zwischen ozeanischem und kontinentalem Klima. Die Temperaturkurve3 zeigt sowohl im Sommer als auch im Winter relativ niedrige Werte. Sehr häufig wehen Winde, die im Winter den Schnee verblasen. Das Hochflächenklima des waldviertels ist arm an Niederschlägen. Häufigere Gewitterregen im Hochsommer sind Ursache für das Niederschlagsmaximum.

Am Südrand des Granit- und Gneishochlandes verläuft das Donautal, das Teile des Hochlandes abtrennt. Engtalstrecken (z. B. Wachau) und Talweitungen wechseln einander ab.

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5. Wiener Becken

Zentralraum im Nordosten Österreichs

Das dreieckförmige Wiener Becken erschließt die Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland. Es beginnt östlich8 des Alpen- und Karpatenvorlandes. Nur ca. die Hälfte des Wiener Becken liegt in Österreich, der Rest setzt sich in der Slowakei fort. Die Donau tritt14 durch die Wiener Pforte, zwischen dem Kahlenberg und dem Bisamberg, in das Wiener Becken ein. Die Hainburger Pforte, die Brucker Pforte und die Wiener Neustädter Pforte verbinden das Wiener Becken mit der ungarischen Tiefebene. Entstehung:
Durch eine gewaltige Einsenkung im Übergangsraum zwischen den Alpen und den Karpaten, entstand eine Absenkung entlang von Bruch- und Verwerfungslinien. Die Gesteinsschichten im Untergrund wurden davon auch beeinträchtigt, was zum Austritt vieler heißer Quellen führte. Schwache Erdbeben und warme Heilquellen, wie z. B. in Baden und Bad Vöslau lassen noch immer auf weitere geologische Veränderungen schließen. Man nennt dieses Gebiet die Thermenlinie. Thermalquellen an den bruchrändern geben einen Hinweis audf die Entstehung dieser Landschaft. Am Beginn des Jungtertiärs lagerte das Meer bis zu 5500 m hohe Sedimentgesteine ab, was zur Bildung von Erdöllagerstätten führte.
Im Laufe der Erdgeschichte entstanden hier Tegel und der Leithakalk. Dieser Kalk wurde bei der Errichtung des Stephansdomes, des Rathauses und der Votivkirche in Wien verwendet.
Das Wiener Becken ist ein Einbruchs- und ein Senkungsfeld. Thermalquellen an den Bruchlinien (Thermenlinien) und leichte Erdbeben weisen auf die Entstehung hin. Randzone entlang der Thermenlinie: Diese ist besonders durch den Weinbau geprägt. Außerdem befinden sich dort einige bekannte Kurorte mit Thermalquellen, z.B. Baden und Bad Vöslau.

Das Wiener Becken wird durch die Donau in zwei Teile geteilt

  • Wiener Becken nördlich der Donau:
    1. Östliches Weinviertel
    2. Marchfeld
  • Wiener Becken südlich der Donau:
    1. Trockene Ebene (Steinfeld)
    2. Feuchte Ebene

Wiener Becken nördlich der Donau

Das Marchfeld und das östliche Weinviertel besitzen große Lößvorkommen, Grundlage für die Bildung von Schwarzerden. das mit Föhrenwäldern bedeckte Marchfeld, wo Schotter eine geräumige Ebene aufbaut. Hier findet man10 sehr fruchtbaren Boden, den Schwarzerdeboden. Er wirdbesonders für Getreide- und Weinanbau genutzt. Nicht umsonst wird das Marchfeld auch als "Kornkammer Österreichs" bezeichnet. Hier findet man auch Erdgas und Erdöl. Das größte Erdölfeld Österreichs befindet sich in der Nähe von Gänserndorf, in Matzen. Das größte Erdgasfeld Österreichs befindet sich bei der Grenze zur Slowakei, in Zwerndorf. Mit dem Beckeneinbruch drang gleichzeitig ein Meer ein.
Dessen Ablagerungen reichen in eine Tiefe von 5000 m. Erdöl und Erdgas stammen aus dieser Zeit. Daran schließt das Marchfeld, eine von Österreichs Kornkammern, an.
In den Eiszeiten lagerten die Donau im Wiener Raum großflächig Schotter ab. Die Schotter südlich der Donau wurden während der Eiszeiten abgelagert. Diese Terrassen sind hute zum Teil mit Niederwald bedeckt. Der Auwald nörldich der Donau wird seit der Regulierung des Sttromes (1869-1875) durch den Hochwassersschutzdamm begrenzt. Bis dorthin reichen die - für den Auwald typischen - regelmäßig wiederkehrenden Überschwemmungen. Die Schotterplatten südlich der Donau sind bewaldet. Die Donau wird von Auwald begleitet.

Wiener Becken südlich der Donau

Der südliche Teil umfasst den Wiener Wald, den Semmering und das Leithagebirge.

Feuchte Ebene

Wird vorallem für Acker-, Obst- und Gartenanbau genützt Die Bauern halten Schweine und Rinder. Die entstehenden Nahrungsmittel werden großteils für die Versorgung in Wien genutzt.
Auf der Höhe Baden-Ebreichsdorf endet wasserstauender Tegel. Durch den austretenden Grundwasserstrom entsteht ein dichtes Entwässerungsnetz nach Norden - Feuchte Ebene. Diese Quellzone und die schweren, fruchtbaren Schwarzerden und Anmoorböden erklären die Gunst für den Ackerbau. Heute wird vorallem getreide angebaut. Um die Bodenerosion durch den Wind zu vermindern, wurden "Baumstreifen" errichtet. Dadaurch kann auch der Schnee, der das Wintergtreide vor dem Ausfrieren schützen soll, nicht so leicht von den feldern weggeblasen werden. Durch die langsamere Schneeschmelze wird der oberirdische Schmelzwasserabfluss stark vermindert, und die Bodenfeuchtigkeit vergrößert. Das Ackerland der Feuchten Ebene wird durch zahlreiche Baumreihen aus papeln (Bodenschutzstreifen) vor dem Wind geschützt. In den Eiszeiten lagerten die Flüsse im Steinfeld großflächig Schotter ab.

Die trockene Ebene (Steinfeld)

Die trockenen Ebene bezieht ihren Namen von den trockenen Böden und dem relativ tief fließendem Grundwasser. Die im Vergleich zur feuchten Ebene etwas ergiebigeren Niederschläge versickern in den meist sandigen Böden bzw. im Schotter rasch.
Im 18. Jhd. wurde aufgrund des trockenen Bodens das Steinfeld für die Föhrenzucht genutzt (Maria Theresia). Die Flüsse Schwarza und Piesting schütteten den mitgebrachten Schotter auf. Dieser wird heute in der Industrie genutzt. Das Steinfeld war ursprünglich Heideland und bot später der Industrie billige Baugründe für Neugründungen, z. B. um Wiener Neustadt. und Standort vieler Industriebetriebe.
Heute wird ein teil der Trockenen Ebene ackerbaulich genutzt, häufig ist künstliche Bewässerung erforderlich. Auf der Höhe von baden - Ebreichsdorf beginnen die Schotter.
Die trockene Ebene wird vor allem forstwirtschaftlich genutzt, die feuchte Ebene landwirtschaftlich (getriede, Zuckerrübern, am Beckenrand Weinbau)

Platten -und Hügelland

Die lößbedeckten Schotterplatten sind vorallem durch fruchtbare Ackerflächen, und die Schotterhügel durch Wald und Weingärten gekennzeichnet. Zum Beispiel befinden sich Schwechat oder auch Fischament in diesem Gebiet.

Klima

Mit Jahresniederschlagsmengen von weniger als 700 mm zählt das Wiener Becken zu den trockensten Gebieten Österreichs.
Pannonisches Klima: Dieser Klimatyp ist kontinental geprägt und hat daher große Temperaturgegensätze. Es gibt kalte Winter und heiße Sommer, wo die Böden im Sommer auch stark austrocknen. Ganzjährig gibt es nur geringe Niederschläge.

Besiedelung

Das Wiener Becken ist einer der am dichtesten besiedelten Räume Österreichs. Teilweise beträgt die Bevölkerungsdichte bis zu 1000 Einwohner/ kmē Dauerbesiedlungsraum. Die Bundeshauptstadt liegt auch in dieser Landschaft. Das Wiener Becken ist dicht besiedelt In der Hauptstadt Wien leben knapp 20% der Bevölkerung. Die Touristen kommen auch nach Wien, da die Kultur und Unterhaltung vielfältig ist.

Industriezweige

Im Wiener Becken, das einen der wichtigsten Wirtschaftsräume Österreichs darstellt dominieren vor allem:

  • Chemie und Kunststoffe: Raffinerie Schwechat
  • Metallverarbeitung
  • Textilien und Bekleidung
  • Steine und Erden
  • Glas
  • Nahrungsmittel
  • Papier, Holz
  • Einzelhandel: Shopping City Süd (SCS)
  • Forschung: Laxenburg (Angewandte Systemanalyse), Seibersdorf (Forschungszentrum)
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6. Vorland im Osten und Südosten

Zum Vorland im Osten und Südosten Östereichs gehören:

  1. Das Flachland des nördlichen Burgenlandes sowie
  2. Das weite Flach- und Hügelland der Grazer Bucht:
  • Weststeirisches Hügelland
  • Grazer Feld
  • Leibnitzer Feld
  • Oststeirisches Hügelland
  • Südburgenland

Aufbau

Das Alpenvorland im Osten und Südosten besteht aus Resten des Grundgebirges, vulkanischen Erhebungen, aus tertiären Meeres- und Süßwasserablagerungen, Tonen, Lehmen und Sanden, die von Flüssen zu Platten, Riedeln und Hügeln zerschnitten wurden.
Es ist ein Flachland im nördlichen Burgenland, wo sich z.B. der Neusiedlersee befindet, dessen Ostufer von einem breiten Schilfgürtel gesäumt ist. Mit 115 m Seehöhe ist der Neusiedler See der tiefste Punkt Österreichs. Abwässer, Verhüttelung, zunehmender Tourismus sowie "moderne" Landwirtschaft gefährden immer stärker den Schilfgürtel. Heute zählen rund 140 km2 zum "Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel", der zum Teil in Österreich und in Ungarn liegt. Diese Gebiet ist dadurch besonders geschützt.
Die Landschaft ist teilweise hügelig, besteht aber zum überwiegenden Teil aus Schotterplatten (Seewinkel). Die Sedimente sind Schotter, Sand, Leithakalk und Schlier. Ebenso gibt es hier auch Braunkohlevorkommen. Der Neusiedlersee ist 35 km lang und an manchen Stellen km breit. Mit etwa 320 km2 (einschließlich Schilfgürtel) ist er der größte Steppensee Mitteleuropas. Aufgrund der großen Oberfläche ist die Verdunstung größer als der oberirdische Zufluß. Also wird der See vor allem von unterirdischen Quellen versorgt. Der Wasserstand des Sees ist ziemlich wechselhaft. Manchmal war er so ausgetrocknet, dass man die Fläche zum Getreideanbau nutzen konnte, andererseits gab es auch Zeiten wo die Dörfer überflutet wurden. Im Augenblick beträgt die größte Wassertiefe an manchen Stellen zwei Meter.
Vor dem 2. Weltkrieg gab es im Seewinkel noch ausgedehnte Weidegebiete, die an die ungarische Pußte erinnerten. Seither haben sich die Rebflächen mehr als verdoppelt. Zahlreiche Weiden wurden in Getreidefelder umgewandelt. Diese weiten Flächen gehören auf Grund von Klima und Pflanzenkleid zum pannonischen raum.
Die landwirtschadtlichen Nutzflächen weisen auf beiden Ufern einen sehr hohen Anteil an Weingärten auf. Der Seewinkel3 ist durch zahlreiche seichte Salzseen ( "Lacken") in seinem Landschaftsbild geprägt. Etwa 80 "Lacken" sind der Lebensraum für eine Pflanzen- und Tierwelt, wie sie sonst nur in Innerasien vorkommt. Mit weniger als 600 mm Jahresniederschlag gehört der Seewinkel zu den trockensten Gegenden Österreichs. Die Niederschlagsarmut wird durch Windhäufigkeit und Windintensität verstärkt und kann zu extremer Austrocknung der Böden führen. Hohe Sommertemperaturen verstärken die Verdunstung und bewirken ein Austrocknen der "Lacken". Tertiäre Abwässer, Verhüttelung, zunehmender Tourismus sowie "moderne" Landwirtschaft gefährden immer stärker den Schilfgürtel.ulkane gibt es im Oststierischen Hügelland sowie im Süd- und Mittelburgenland.
Eine Besonderheit des Vorlandes 3 im Südosten sind die zahlreichen Zeugen des ehemaligen Vulkanismus. Währedn des mittleren Miozäns, vor etwa 22 bis 25 Mio. Jahren, kam es - möglicherweise im Zusammenhang mit der Absnekung der Grazer Bucht - zu ersten Ausbrüchen. Die Vulkane erreichten beträchtliche Ausmaße, die jedoch heute fast vollständig unter den jungtertiären Sedimenten sind. Nur in den Gleichenberger Kogelnragt die Spitze eines ehemals mächtigen Vulkans von etwa 20 km Durchmesser und 2000 m Höhe an die Oberfläche.
Im Jungtertiär lebte die vulkanische Tätigkeit abermals auf. Größere Vulkane entstanden damals nicht mehr. Lavadecken und Tiefengesteine verteilen sich auf mehr als 30 Fundstellen. Die weit ins Land blickende Riegersburg und Kapfenstein stehen auf solchen Vulkanschloten, die erst durch Verwitterung und Abtragung freigelegt wurden. Zahlreiche Säuerlinge und Mineralquellen der Oststeiermark und des südlichen Burgenlandes sind ebenfalls Folgen dieses Vulkanismus.
Viele Flüsse werden nach Südosten zur Raab und zur Mur entwässert. Größere Flüsse in Sohlentälern mit schmalen Geländerücken nennt man Riedel. Diese sind auch zum Teil bewaldet. Unter Riedel versteht man flachere, langgestreckte Geländerücken zwischen zwei Tälern. Das Steirische Hügelland besteht hauptsächlich aus teriären Sanden, Lehmen und Tonen, die im Quartär von den Flüssen in NNW bis SSO ziehende Riedel zerschnitten wurden. Die auffällige Talasymmetrie mit flacheren Hängen gegen Südwesten ist das Ergebnis des eiszeitlichen Bodenfließens, welche die mehr zur Sonnescheunden Hänge stärker geglättet hat.Wegen der geringeren Hangneigung und der längerern Sonnenbestrahlung werden diese Hänge meist ackerbaulich genuztz, während die steilreen osthänge häufig mit Wald bedeckt sind.
Die reichlichen Niederschläge im Juni, Juli und august sind für die Landwirtschaft von Vorteil, weil zu dieser Zeit infolge der hochsommerlichen temperaturmaxima die größte reale verdunstung herrscht. Aujsreichende Bodenfeuchtigkeit erspart eine künstliche Bewässerung bei den meisten Kulturpflanzen.
Die beträchtlichen Sommerniederschläge resultieren hier aus besonders häufig auftretenden Hitzegewittern, die oft mit hagelschlag, lokalen Überschwemmungen und Vermurungen katastrophencharakter annhemen und fallweise zu totalen ernteausföllen bei den wirtschaftlcih wichtigen obst- und Weinkulturen führen. Die Winterminima sind, vom Mitttelmeerraum beeinflußt, relativ hoch.
Die zweitgrößte Stadt Österreichs ist Graz. Sie ist eine Universitätsstadt und nutzt die Wasserkraft der benachbarten Berge zur Papierherstellung.

Pannonisches Klima

Dieser Klimatyp ist kontinental geprägt und hat daher große Temperaturgegensätze. Es gibt kalte Winter und heiße Sommer, wo die Böden im Sommer auch stark austrocknen. Ganzjährig gibt es nur geringe Niederschläge.

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7. Nationalparks in Österreich

Unter einem Nationalpark bzw. Naturpark versteht man eine ausgewählte Landschaft mit besonderem Erholungswert, die von Menschen gepflegt wird. Es werden Anlagen und Einrichtungen geschaffen und spezielle Maßnahmen getroffen, um die Erholungsmöglichkeiten zu verbessern. In einem Naturpark werden mehrere Ökosysteme durch menschliche Nutzung in ihrer Substanz nicht verändert. Wichtig für Nationalparks ist die Erhaltung land- und forstwirtschaftlicher Betriebe und der nötigen Einrichtungen für Verkehr und Fremdenverkehr. In Österreich16 gibt es zur Zeit fast 30 Nationalparks, u.a.:

Nationalpark Hohe Tauern

Dieser Nationalpark ist das größte Naturschutzgebiet Mitteleuropas. Er erschließt drei Bundesländer, Kärnten, Salzburg und Tirol. Salzburg hat größten Anteil an diesem Nationlapark. Er ist durch alte Wälder, saftige Almwiesen und rauhe Hochgebirgs- und Gletschlandschaften geprägt. Man kann faszinierende Wasserfälle beobachten, einen Kräutergarten und einen Naturlehrweg besuchen, oder Höhenwanderungen, sowie Urwaldwanderungen machen. Der Kärntner Anteil am Nationalpark umfasst Österreichs höchsten Berg, den Großglockner, den längsten Gletscher der Ostalpen, die Pasterze und eine eindrucksvolle Gebirgslandschaft.
In Tirol findet man hier alte Kulturlndschaften, die über etliche Jahrzehnte und Jahrhunderte gewachsen sind. Die Südseite der hohen Tauern sind berühmt für mildes Klima und freundliche Menschen.
Durch unterschiedliche Schutzziele17 und Schutzbestimmungen wurde der Nationalpark in drei Zonen unterteilt. Die Außenzone (34%) umfasst bergbäuerliche Kulturlandschaften, Almen und forstlich genutzter Bergwald.
Gesetzliche Bestimmungen verhindern nur größere technische Eingriffe, die Teile sollen nur erhalten bleiben. Zur Kernzone (64%) gehören alpine Hochlagen mit Karen, Gletschern und Gipfeln. Hier sind keine technischen Eingriffe mehr erlaubt, aber diese Zone ist für Bergsteiger, die extensive Weidewirtschaft und die Jagd offen. Die letzte Zone ist das sogenannte Sonderschutzgebiet (2%). Hier kann auch das Bergsteigen, Wandern, der Tourenskilauf, die Jagd und Fischerei sowie das Pflücken von Beeren und Pflanzen verboten sein.
Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam die Idee auf, in den Hohen Tauern einen Nationalpark zu errichten. Es dauerte aber noch einige Jahrzehnte bis diese Idee verwirklicht wurde. Vor dem ersten Weltkrieg wurden die ersten Grundankäufe durch den Verein "Naturschutzpark" in Salzburg getätigt. 1918 folgte eines Schenkung eines 41 km2 großen Gebietes durch den Holzindustriellen Wirth A. an den Alpenverein unter der Bedingung, dass es als Naturschutzgebiet der Zukunft erhalten bleibt.
1971 unterzeichneten die Landeshauptleute von Kärnten, Salzburg und Tirol eine Vereinbarung mit dem Ziel, dass die Hohen Tauern als Naturschutzgebiet erhalten bleiben. 1983 erklärte Kärnten Gebiete in der Großglockner- und Schobergruppe zum Nationalpark. 1984 vergrößerte Salzburg das Gebiet mit Teilen des Pinzgaus. 1986 folgte die Erweiterung des Nationalparkes durch Kärnten mit der Region Mallnitz-Hochalmspitze. 1990 folgten die Bezirke Pongau und Lungau. Als letztes Bundesland folgte Tirol. 1991 beschloß der Tiroler Landtag sein Nationalparkgesetz und Teile von Osttirol wurden in den Nationalpark miteinbezogen.

Nationalpark Nockberge

Dieser Nationalpark ist nach den sanften Kuppen aus kristallinem Gestein, den "Nocken", benannt. Er ist gekennzeichnet durch eine schöne Naturlandschaft und einer langen landwirtschaftlichen Tradition. Man findet hier über 65 verschiedene Vogelarten.

Nationalpark Kalkalpen

Hier findet man das größte unbesiedelte Waldgebirge und das längste unversehrte Bachsystem der Ostalpen. Viele Tier- und Pflanzenarten die an anderen Orten bereits vom Aussterben bedroht sind, sind hier noch zu finden.

Nationalpark Donau-Auen

Dieser Nationalpark ist von der Donau gestaltet und geprägt. In ihm leben ca. 5.000 Tierarten. Man kann ihn zu Fuß oder per Schlauchboot besichtigen.

Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel

Man findet in diesem Nationalpark Salzlacken, wechselfeuchte Wiesen und Hutweiden. Man findet hier viele besondere Tierarten. Man kann den Nationalpark zu Fuß, per Pferd, per Fahrrad oder durch Rundfahrten mit dem Pferdewagen erkunden.

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8. Quellenverzeichnis

  • Neue Geographie und Wirtschaftskunde
    Weinhäupl
    Verlag Ivo Haas, Salzburg
    1987


  • Der österreichische Naturführer
    Eberhard Stüber
    Verlag: Pinguin
    1989


  • Der Mensch in Raum und Wirtschaft 3
    Atschko, Benvenutti, Weilinger
    Westermann Wien
    1993


  • http://www.aeiou.at
    http://www.aeiou.at


  • Weltbilder 1
    Bittermann, Wannerer, Födermayr, Krenn
    Ed. Hölzel

    1994


  • Der Mensch in Raum und Wirtschaft 1
    Atschko, Benvenutti, Weilinger
    Westermann Wien
    1992


  • Das moderne Lexikon
    Bertelsmann GmbH
    1984


  • Luftbildatlas Österreich
    Lothar Beckel, Hans Fischer, Felix Jülg, Karl Scheidl,
    Herausgegeben von Leopold Scheidl
    Freytag-Berndt und Artaria KG Wien
    Karl Wachholtz Verlag Neumünster
    1969


  • Aus unserer Welt
    Band 4 Österreichs Landschaft und Wirtschaft
    Ed.Hölzel - Franz Deuticke - Jugend und Volk - Wien


  • Arbeitsunterlagen


  • Das ist Österreich
    Verlag Christian Brandstätter
    Wien-München
    1985


  • Alpenvereinsjahrbuch Berg 1998
    Herausgeber: Deutscher und Österreichischer Alpenverein, Alpenverein Südtirol, München, Innsbruck, Bozen
    1998


  • Der geologische Aufbau Österreichs
    Herausgeber: Geologische Bundesanstalt
    Verlag: Springer
    1980


  • Weltbilder 3, Geographie und Wirtschaftskunde
    Bittermann, Wannerer, Födermayr, Krenn
    Verlag: Ed. Hölzel, ÖBV Pädagogischer Verlag
    Dezember 1994


  • Unsere Erde
    Ebner-Hauser
    Salzburger Jugend-Verlag


  • Natur erleben mit der Familie
    Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie


  • GW Unterricht
    Verein "Forum Wirtschaftserziehung"
    Nr. 60 1995


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