Maria von Peteani & Johann Strauss

"Spurensuche im Walzertakt" Der Autor bedankt sich auf das herzlichste bei den vielen Damen und Herren, die dem Autor in selbstloser Weise immer wieder mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben.

von Peter Rath

Es ist immer wieder erstaunlich, welche Fülle an ungehobenen Schätzen noch in den alten Jahrbüchern der Österreichischen Exlibrisgesellschaft verborgen liegen. Die Vorstellung einer neuen Exlibriskünstlerin im Jahrbuch Nr. 7/1909 und eine weitere Erwähnung in Nr. 9/1911 in der Rubrik "Allerlei neue Exlibris" führten zu meinen bisher aufwendigsten Nachforschungen zum Thema Musikexlibris. 

Die Künstlerin Maria von Peteani, als Schriftstellerin in Oberösterreich wohlbekannt, überrascht uns mit drei von ihr geschaffenen Exlibris: Im Jahre 1909 mit einem Blatt für "Josef Simon" und im Jahre 1911 mit den Blättern für "Alice Epstein" und für "Frau Johann Strauss". Laut Text im Jahrbuch 1911 "bildet das Exlibris für Frau Johann Strauss eine Huldigung für ihren verewigten Gemahl, den unvergesslichen Walzerkönig. Es ist eine Allegorie von Musik, Tanz, Lebensfreude, und deutet gleichzeitig auf die 'Fledermaus', die unsterbliche Operette, hin. Wir freuen uns, diese beiden, aus einer unserer ersten Wiener Kunstanstalt hervorgegangenen Lichtdrucke vorführen zu können, und sind davon überzeugt, dass deren Publikation dazu beitragen wird, diese mit Unrecht vernachlässigte Vervielfältigungsart wieder zu popularisieren." Die Entdeckung des schriftlichen Nachlasses von Maria von Peteani im Archiv der Stadt Linz könnte als Basis für weitere Nachforschungen dienen. 1. Dieser Nachlass wurde in den Jahren 1964 und 1965, der Rest im Jahre 1971, von ihrer langjährigen Sekretärin und späteren Adoptivtochter, Else Barabas-Sauer (bereits verstorben), dem Archiv der Stadt Linz übergeben. In diesen Unterlagen waren nicht nur interessante Querverbindungen in der österreichischen Kultur und Musikszene zu finden, sondern auch bisher unbekannte Dokumente und Briefe, die hier das erste Mal publiziert werden.   

Maria von Peteani wurde als Tochter des Postrates Dr. Edmund Sauer am 2. Februar 1888 in Prag geboren. 1890 übersiedelte die Familie nach Linz. Sie besuchte die Volksschule und das Mädchenlyceum, lernte Englisch, Französisch und Italienisch. Sie nahm Zeichenunterricht bei Prof. Eduard Lorenz, Klavier- und Musikunterricht bei ihrem Vater. Im Jahre 1908 vermählte sie sich mit dem Opernsänger Eugen von Peteani, Reichsritter von Steinberg (1873-1913), Gutsbesitzer in Görz (nun Gorizia nahe Triest), der 1909 beim Zusammenbruch der Lenassi-Bank in Görz nahezu sein ganzes Vermögen verlor. 

Gastspiele des Tenors führten von der Wiener und Budapester Hofoper auch nach Stockholm und Mailand. Nach Stimmproblemen, und vor dem finanziellen Ruin stehend, eröffneten Maria und Eugen im Jahre 1912 eine Fremdenpension in seiner ererbten Villa in Görz. Das Schicksal beschloss es jedoch anders: Eugen starb schon 1913 an einem Gehimschlag. Körperlich und seelisch krank, kehrte Maria zu ihrer Mutter nach Linz zurück. Seither lebte sie freischaffend in Linz. In den Jahren 1910-1920 war Maria von Peteani als Zeichnerin tätig.