Mein Weg zur Mediation

begann in meiner Familie. Als erste von drei Geschwistern war mir die tägliche Auseinandersetzung um Kleinigkeiten immer schon denkwürdig. Warum ist man böse, wenn der andere etwas anderes will als man selbst? Warum erwischt man manchmal einen Ton, der die Worte in den Hintergrund rückt, warum trauen wir uns oft nicht sagen was wir denken, obwohl wir wissen, dass jetzt gerade der beste Zeitpunkt ist? Konflikte anderer zu analysieren, die eigenen zu reflektieren war mein ständiger innerer Begleiter. Zugute kam mir, dass bei uns nicht nur gestritten wurde, sondern immer auch eine Versöhnung initiiert wurde, sodass die „Basis“ der Beziehungen aller Familienmitglieder zueinander keine unheilbaren Brüche abbekommen hat.

Ich bin in Klosterneuburg aufgewachsen und in die Schule gegangen. Im Gymnasium besuchte ich den humanistischen Zweig, interessierte mich sehr für Psychologie und Biologie. Ich engagierte mich für den Umweltschutz an der Schule und leitete Initiativen ein, wofür ich 1991 den Umweltpreis der Stadtgemeinde Klosterneuburg erhielt.

Nach meiner Matura 1992 gründete ich den Klosterneuburger Maturantenverein Gimpel, um die Verbundenheit zur Schule und vor allem den Kameraden zu erhalten (www.gimpl.at).

Von Oktober 1992 bis Jänner 1998 absolvierte ich mein Rechtsstudium. Während dessen absolvierte ich Praktiken im Verein für Bewährungshilfe und Soziale Arbeit (heute „Neustart“), arbeitete in der Sonderschule Klosterneuburg in der Nachmittagsbetreuung und in der Hippotherapie mit. Ursprünglich strebte ich an, Richterin zu werden, bis ich während meines Gerichtsjahres (April bis Dezember 1998) feststellte, dass ich dann Menschen zu ver- oder ihre Standpunkte zu beurteilen hatte. Plötzlich war mir klar, dass ich niemals vorhatte, diese Grundhaltung einzunehmen. Ich beschloss für die „Umwelt“ zu arbeiten und bewarb mich im Bundeskanzleramt, wo eine Stelle in der Nuklearabteilung ausgeschrieben war. Dort war ich zweieinhalb Jahre tätig und habe die österreichische Position zum EU-Erweiterungsprozess hinsichtlich der Kernenergiefragen formuliert.

Während meiner Karenzzeit - unsere erste Tochter war ein halbes Jahr alt - begann ich neue Pläne zu schmieden. In einem Gespräch mit meinem Mann Clemens wurde mir klar, dass die Haltung, die ich im Richterberuf vergeblich gesucht hatte, im Beruf der Mediatorin zu finden ist. Für diese Sternstunde bin ich dem Himmel ewig dankbar.

Seit 2004 übe ich die Tätigkeit als Mediatorin aus und bin in der Liste des Justizministeriums seit Jänner 2004 eingetragen. Einer meiner Schwerpunkte ist die Bearbeitung von innerbetrieblichen Konflikten, sowohl in Unternehmen als auch in Behörden, Vereinen und anderen Organisationen. Die meisten Mediationen habe ich im Team mit meiner Kollegin Mag. Anna Keclik durchgeführt.