Als Pest und Unwetter in Linz wüteten
Ganze Häuserzeilen wurden im Mittelalter entvölkert durch Pest, Cholera und Flecktyphus. Die Beulenpest und andere "schröckliche Contagionen" kennzeichnen die Zeit zwischen 1516 und 1713 als Jahrhunderte des Schreckens. Manchmal gab es alle drei Jahre eine Epidemie. Schon um 1348 soll die erste Seuche Linz betroffen haben. Man wehrte sich mit drastischen Maßnahmen: In Seuchenzeiten wurde die Stadt durch Palisaden abgesperrt, und Bettler kamen in ein Zwangslager auf einer Donauinsel. Es wurden Pestspitäler geschaffen, und eine Zeitlang verscharrte man die Seuchenopfer in den Donauauen bei Urfahr. Betroffene Häuser wurden durch ein weißes Kreuz gekennzeichnet, und als Passierschein in den Straßen diente ein Gesundheitspaß. Ordensleute (Kapuziner und Jesuiten) bewährten sich als Pfleger. Zwei Ärzte wurden für ihre Verdienste um die Pestbekämpfung geadelt: die Mediziner Perillius und Stopius. Als 1557 eine alte Frau das Straßfelder Siechenhaus in Brand steckte, wurde sie "zum Wasser kondemniert" - ertränkt. Da Krankheiten als eine Strafe Gottes galten, stifteten 1633 die Linzer als eine Art Abbitte einen wertvollen silbernen Sebastiani-Altar und errichteten 1650 einen Friedensobelisk, der einst auf der Landstraße gegenüber der Karmelitenkirche stand und später an die Ecke Stockhofstraße-Volksgartenstraße verlegt wurde. Eindruckvollstes Mahnmal an die Pest, an Brand- und Kriegsnöte ist die 20 Meter hohe Dreifaltigkeitssäule auf dem Hauptplatz, die vor allem zur Erinnerung an die letzte Pestwelle 1713 großteils aus Spendengeldern (nahezu 30.000 fl. Gesamtkosten) von den Linzern errichtet wurde.

Die Stadt hatte seither noch vielerlei Prüfungen bestehen müssen.
Die Donau, sonst segensreich für den Handel, wurde immer wieder zur Plage, wenn Überschwemmungen die Stadt bedrohten. Das älteste bekannte Hochwasser ist aus dem Jahre 1012 verzeichnet Am Eck Hofberg- Obere Donaulände erinnerte eine Tafel mit deutscher und lateinischer Inschrift an die wohl größte Überschwemmung, die es je in Linz gab: Im Jahre 1501 stieg die Donau fast auf acht Meter über den Nullpunkt des Pegels. Das Hochwasser 1572 schuf einen eigenen Donauarm, den man später Fabriksarm benannte. Die Überschwemmung 1786 brachte die Kirche in St. Margarethen zum Einsturz, und immer wieder litt die hölzerne Donaubrücke unter Hochwässern und Eisstößen. Bei der Überschwemmung 1862 leckten die Fluten am Sockel der Dreifaltigkeitssäule auf dem Hauptplatz, und 1899 stieg die Donau mehr als sechs Meter über den Nullpunkt. Das letzte schwere Hochwasser (962 cm über dem Nullpunkt) suchte Linz im Juli 1954 heim. Damals mußten werdende Mütter in Kähnen zur Landesfrauenklinik gebracht werden, und zwischen Puchenau und Heilham bildete sich ein einziger Donausee, der den Bahn- und Straßenverkehr unterbrach.


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