Univ. Prof. Dr. Gerhard Amendt
 

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Der Abschlussbericht (pdf) zum Forschungsprojekt Scheidungsväter zum Download

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Handgreiflichkeiten sind unter Partnern in der Scheidungs- und Trennungsphase weiter verbreitet als offenbar angenommen wird. Dies ist ein Zwischenergebnis unserer Studie zur Lebenssituation von geschiedenen Vätern, die von Prof. Dr. Gerhard Amendt und seinem Forschungsteam durchgeführt wird.

Von bislang 700 anonym befragten Männern der zweiten Befragungswelle gaben 203 an, dass es kurz vor oder während ihrer Trennung zu Handgreiflichkeiten gekommen sei. Dazu zählten beispielsweise Schläge ins Gesicht, der Wurf einer Tasse, schmerzhafte Fußtritte wie auch Angriffe mit einem Messer und der Sturz von einer Treppe, den Exfrau und Schwiegermutter vereint herbeiführten.

In 18 Prozent gehen die Handgreiflichkeiten von Männern und zu 60 Prozent von ihren Partnerinnen aus. In 22 Prozent der erhobenen Fälle gehen die Handgreiflichkeiten von beiden Partnern aus. Das Ergebnis ist für die Öffentlichkeit sicher überraschend, weil es für wenig wahrscheinlich gehalten wird, dass Männer Ziel von weiblichen Attacken werden. Diese Vorstellung scheint Männern wie Frauen gleichermaßen schwer zu fallen. Unsere Befragung zeigt jedoch, dass ein Teil der Männer sich auch noch lange nach solchen Auseinandersetzungen hilflos und psychisch verletzt fühlt. Nicht selten wird Ihnen im gerichtlichen Scheidungsverfahren nicht geglaubt, dass sie geschlagen wurden: "Ein Mann von Ihrer Statur wird nicht von seiner Frau geschlagen!"

Wir haben in unserem Fragebogen www.vaeterstudie.de absichtlich nicht nach Gewalt, sondern nach Handgreiflichkeiten gefragt, weil viele Männer möglicherweise aus Scham nicht zugegeben hätten, Ziel von unterschiedlichen Gewalttätigkeiten ihrer Partnerin gewesen zu sein. Die Mitteilungen der Befragten zeigen jedoch, dass Frauen in Trennungskonflikten durchaus auch massive Gewalttätigkeiten praktizieren und dass Männer diese Verletzungen auch als verletzend erleben und nicht alle diese Erfahrung als "Verrücktheiten" der Partnerin abtun.

Im Verlauf der noch ausstehenden Datenauswertung werden wir prüfen, ob es eine Zusammenhang zwischen diesen Gewaltepisoden und der Beziehung der Väter zu ihren Kindern nach der Scheidung gibt.

Die Väterstudie wird im Jahre 2003 mit einem umfangreichen Report abgeschlossen, der in Buchform veröffentlicht wird.
Bislang wurden insgesamt 2.700 Väter befragt.

 

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