Schutzgebiete im Burgenland


Naturschutzgebiete im Bezirk Oberwart:

19    Galgenhügel bei Rechnitz
20    Friedhofswiesen in Jabing
21    Lafnitz-Stögersbach-Auen 
        in Wolfau
22    Trockenbiotop beim Friedhof 
        in Rechnitz

Landschaftsschutzgebiete im Bezirk Oberwart:

32    Bernstein, Lockenhaus, Rechnitz
33    Südburgenländisches Hügel- 
        und Terrassenland

Natura-2000-Gebiete bzw. Europaschutzgebiete:

        Bernstein - Lockenhaus - Rechnitz
        Südburgenländisches Hügel- und Terrassenland
        Lafnitz und Lafnitzauen (auch Ramsar-Gebiet) 

Geschützter Lebensraum:

        Wehoferbachwiese in Oberwart

Quelle: 
Naturschutz im Burgenland - Teil I - Geschützte Gebiete von Mag. Koó Anton.

 


Naturschutzgebiet "Galgenhügel" bei Rechnitz

Galgenhügel mit Blick nach Rechnitz und zur Grenze nach Ungarn.

 

Bezirk Oberwart
Katastralgemeinde Rechnitz
Fläche: 9 ha
Seehöhe: 352 m

Infolge der günstigen klimatischen Lage ist die Landschaft rund um Rechnitz schon frühzeitig kultiviert worden. An den Hängen wird auch heute noch Weinbau betrieben. Vereinzelt findet man noch Magerwiesen und ehemals beweidete Trockenrasen als Reste einer einst weiträumigen Weidelandschaft. 

Mit etwa 9 ha ist der Galgenberg bei Rechnitz der größte Trockenrasen im Südburgenland. Die Wärme und Trockenheit liebenden Pflanzengesellschaften verdanken ihre Entstehung durchwegs der menschlichen Einflussnahme durch Rodung und Beweidung.

Das in Form kleiner Felsfenster austretende kristalline Gestein besteht aus Kalkphyllit, Phyllit und Grünschiefern. Die Böden der oberen Hanglagen sind stark versauert und bilden unzersetzten Rohhumus. Auswaschungsprozesse sind die Ursache einer von den Kuppen zu den Unterhängen verlaufenden Vegetationsabfolge von sauren bis basischen Trockenrasen.  


Naturschutzgebiet "Jabinger Friedhofswiesen" 

Gelb-Taglilie (Hemerocallis lilioasphodelus) in den Jabinger Friedhofswiesen.

 

Bezirk Oberwart
Katastralgemeinde Jabing
Fläche: 4 ha
Seehöhe: 279 m

Die im Pinkatal liegenden Friedhofswiesen von Jabing sind der Rest eines ehemals ausgedehnten, feuchten Talwiesenbereichs. Heute sind sie von intensiv ackerbaulich genutzten Flächen umgeben.

Das etwa 4 ha große, von Gehölzen umgebene Schutzgebiet weist charakteristische Pfeifengraswiesen mit Grauweidenbeständen auf. Eine Reihe feuchtigkeitsliebende Pflanzen bilden noch schöne Restbestände. Infolge unterschiedlicher Bodenbedingungen und Bewirtschaftungsformen sind mehrere Wiesentypen entstanden.  Besondere Beachtung verdient eine kleine Fläche mit einer Pfeifengras-Streuwiese.  


Naturschutzgebiet "Friedhofswiesen" in Rechnitz

Schwarze Küchenschelle (Pulsatilla pratensis subsp. nigricans) auf der Friedhofswiese in Rechnitz.

 

Bezirk Oberwart
Katastralgemeinde Rechnitz
Fläche: 3 ha
Seehöhe: 320 m

Die Wiesen und Trockenrasen nahe dem Rechnitzer Friedhof sind der Rest einer einst weiträumigen Weidelandschaft, die in östlicher Richtung bis zum Predigtstuhl reichte.  Heute ist der größte Teil dieses Gebietes mit Föhren und Robinien aufgeforstet.

Dominierend sind Grünschiefer, die in mehreren kleinen “Fenstern” an die Oberfläche treten. Bedingt durch die ebene Lage kommt es jedoch nicht zu der starken Auswaschung und Versauerung der Böden, wie dies in der Kuppenregion des Galgenberges zu beobachten ist.  


Naturschutzgebiet "Lafnitz-Stögersbach-Au" in Wolfau und Ramsar-Schutzgebiet

Naturschutzgebiet Wolfau mit großflächigen Wiesen und mit einer dichten, bachbegleitenden Auenvegetation. 

 

Bezirk Oberwart
Katastralgemeinde Wolfau
Fläche: 70 ha
Seehöhe: 250 m

Der unregulierte, frei mäandrierende Flusslauf der Lafnitz ist von der Stögersbachmündung an, etwa 4 km flussaufwärts, in einer für ganz Mitteleuropa einmaligen Ausprägung erhalten geblieben. Mit etwa 40 Flussschlingen ist das Naturschutzgebiet der am reichsten gegliederte Abschnitt des gesamten Flusslaufes.

Die mäandrierende Lafnitz mit ihren ausgeprägten Uferabbrüchen und Anlandungen.

Die starken sommerlichen Regenfälle am Rande des pannonischen Tieflandes führen häufig zu Hochwasserereignissen, die, bedingt durch die ungestörte Fließdynamik, eine ausgeprägte Gliederung der Ufer in Prall- und Gleithang bewirken. Diese sind eine Voraussetzung für die Brutvorkommen typischer Flussvogelarten wie Flussregenpfeifer, Flussuferläufer und Eisvogel. In Verbindung mit dem unregulierten Gewässerabschnitt ist das angrenzende, bei Hochwasser über eine Länge von 2 km überflutete Tal bei Wolfau die vielfältigste Flusslandschaft im Burgenland.

Das von ausgedehnten Wiesenflächen eingenommene Tal ist durch den mäandrierenden Lauf des Stögersbaches sowie durch mehrere Augewässer (Altarme) reich gegliedert. Einzelbäume, Feldgehölze, Waldstreifen, Hochstaudenfluren und Brachflächen tragen weiters zur naturräumlichen Differenzierung bei.

Die Lafnitz entspringt in den Hochlagen zwischen Wechsel und Masenberg und mündet in Ungarn in die Raab. Die Lafnitz ist einer der ältesten grenzbildenden Flüsse Europas mit 19 Zubringerbächen (Waldbach, Voraubach, Limbach, Rohrbach, Stögersbach, Lungitzbach, Safenbach, Feistritz, Rittschein ...).

Beinahe die gesamte Laufstrecke des Flusses im Ramsar-Schutzgebiet kann als natürlich oder naturnah eingestuft werden.

Flusslauftyp:

Die Ursache für die noch vorhandenen Mäander des Flusses liegt gleichsam in seiner Unregulierbarkeit, wofür mehrere Gründe ausschlaggebend sind:

  • Durch Anlandung und Erosion ist der Grundriss des Flusses ständigen Änderungen unterworfen. Die Mäander verschieben sich flussabwärts und seitlich. Rücken bei dieser Verschiebung die Mäanderschleifen immer näher zusammen, so entsteht an Engstellen ein Durchbruch bzw. ein Alt- oder Totarm. Einen starken Einfluss auf die Mäanderverschiebung hat auch die Vegetation (Wurzeln, umgestürzte Bäume). Die hohe Dynamik des Flusses verschob ständig die Grenze zwischen der Steiermark und dem Burgenland, was laufend teure Korrekturmaßnahmen nach sich zog, die kaum bis zum nächsten Hochwasser hielten. Die fast durchgehende Mäandrierung der Lafnitz im Verlauf von beinahe 80 km dürfte einmalig für ganz Mitteleuropa sein.

  • Die Lafnitz weist dammflussartige Strukturen auf, d. h. sie fließt nicht in der tiefsten Linie des Tales. Sie erhöht ständig ihr Flussbett bedingt durch das geringere Gefälle und die Verminderung der Fließgeschwindigkeit, wobei auch der Uferbewuchs eine Bremsung der Strömung bewirkt. Dies führt zum Absetzen der Fest- und Schwebstoffe und damit zur Hebung des Flussbettes und zur Dammbildung, was zu Überschwemmungen führt und somit jedwede Regulierungsmaßnahme zunichte macht.

  • Ein weiteres Phänomen zeigt die Lafnitz durch ihre Hochlage im Talboden. Dadurch können Nebenbäche die Lafnitz nur in Form einer verschleppten Mündung erreichen (Stögersbach u. a.). Der geschiebereichere bzw. der dammartige Fluss verbaut die Mündung des kleineren Nebenflusses, sodass dieser gezwungen ist, über längere Strecken parallel zum Hauptfluss zu fließen, bis ihm der Durchbruch gelingt.

  • Das Umfeld der Lafnitz besteht aus Lockermaterial. Sand- und Schotteraufschüttungen erschwerten ebenfalls den Bau von Uferbefestigungen bzw. sind noch immer der Grund dafür, dass die Lafnitz ständig ihren Lauf verändert.

  • Eine weitere Besonderheit der Lafnitz ist die Ausbildung eines Binnendeltas beim Zusammenfließen mit der Feistritz, wobei hier nicht mehr eindeutig festgelegt werden kann, welcher der beiden Flüsse in welchen mündet. Wahrscheinlich hat der ständige Kampf zwischen beiden Flüssen zur Bildung dieses Binnendeltas geführt.

 

Lafnitzregion - ab 1. Juni 2002 das 11. Ramsar-Gebiet in Österreich - Bilder einer Erfolgsstory

Gleichzeitig mit der Aufwertung der gesamten Lafnitzregion zum Ramsargebiet wurden auch sogenannte "Lafnitzführer" ausgebildet. 

lafnitzfuehrer.jpg (57108 Byte)

 

Die zukünftigen "Lafnitzführer" nach erfolgreich abgelegter Prüfung. Mit der Überreichung des Zertifikats sind die Prüflinge berechtigt, Erlebnisführungen im Ramsar-Gebiet durchzuführen.

In Loipersdorf-Kitzladen wurde bereits im Jahre 2000 das RIZ (Ramsar-Informationszentrum) eingerichtet. 

 


Sibirien-Schwertlilie (Iris sibirica) in dere Wehoferbachwiese. 

 

Bezirk Oberwart
Katastralgemeinde Oberwart
Fläche: ca. 3 ha
Unterschutzstellung: 2010

Die Wehoferbachwiese ist rund 1,5 km nordwestlich von Oberwart, am linken Ufer des Wehoferbaches unweit der westlich fließenden Pinka gelegen. Mit einer Fläche von 2,7843 ha umfasst das Gebiet eine der letzten Pfeifengraswiesen im Bezirk Oberwart. Von den umgebenden agrarisch genutzten Flächen ist die Wiese durch Wege und Gebüschreihen getrennt. Strukturiert wird das Wiesengebiet durch Gruppen von Feldgehölzen und Weidengebüschen. Bemerkenswert sind die relativ große Ausdehnung der Pfeifengraswiese und die überaus artenreiche und charakteristische Artenzusammensetzung des Lebensraumtyps. Infolge gezielter Pflegemaßnahmen in den letzten Jahren befindet sich der Pflanzenbestand in einem sehr guten Erhaltungszustand und beherbergt größere Populationen einer Reihe von bedrohten Pflanzen- und Tierarten.

Die Wehoferbachwiese umfasst mit Ausnahme der Feldgehölze und Weiden-gebüsche zur Gänze einen Feuchtwiesentypus, der im Anhang I der FFH-Richtlinie angeführt ist.  


Geschützter Landschaftsteil "Wehoferbachwiese" in Oberwart:

Der Ochsenriegel bei Redlschlag beherbergt einige floristische Besonderheiten.

 

Bezirke Oberwart und Oberpullendorf
ca. 30 Gemeinden
Fläche: 25.000 ha

Das 25.000 ha große Landschaftsschutzgebiet umfasst das Günser und Bernsteiner Bergland mit etwa 30 Katastralgemeinden. Die bedeutendsten Erhebungen sind das Steinstückl (833 m), der Kienberg (805 m) und die Redlshöhe (794). 

Das Günser Bergland erhebt sich bei Güns (Köszeg) steil aus der Pannonischen Tiefebene und zieht in westlicher Richtung bis zum Sattel von Holzschlag. Im Norden wird der Bergzug von der Güns begrenzt. Im Gegensatz zum Bernsteiner Bergland bildet er einen breiten Rücken mit einzeln aufgesetzten Kuppen.  Die bedeutendsten Erhebungen sind der Hirschenstein (862 m) und der Geschriebenstein (883 m), die höchsten Berge des Burgenlandes.  Nach Norden fallen die Hänge sanfter ab als nach Süden und bilden lange und weite Täler, der Südabfall ist kurz und tief zertalt.

Das kristalline Grundgebirge umfasst eine Schichtfolge aus Phylliten, Kalkschiefern, Grünschiefern, Serpentiniten und Brekzien.

Bedingt durch das reiche Vorkommen von Serpentin ist das Bernsteiner Bergland großflächig von natürlichen Rotföhrenwäldern bewachsen.

Bei Bernstein befindet sich das größte Serpentinvorkommen in Österreich. Auf Böden, die über Serpentingestein ausgebildet sind, herrschen besondere ökologische Bedingungen.  Das dunkle Gestein wird sehr rasch von der Sonne erwärmt und trocknet durch seine Wasserdurchlässigkeit stark aus. Die trockenen, sehr nährstoffarmen Rohböden weisen überdies einen Überschuss an Magnesium und giftigen Schwermetallen (Nickel, Chrom und Kobalt) auf. Der Einfluss dieser verschiedenen Faktoren bewirkt eine besondere Auslese unter den Pflanzenarten. Nur wenige, vielfach kümmernde Arten sind hier anzutreffen.  Die Merkmale der Wuchsbehinderung bestehen in einem Zwergwuchs bei Kräutern, in Krüppelwuchs bei Bäumen sowie in der Verkleinerung und Verdickung der Blattspreiten.


Landschaftsschutzgebiet "Südburgenländisches Terrassen- und Hügelland":  

Der Eisenberg mit seinen landschaftsprägenden Weingärten.

 

Bezirke Oberwart und Güssing
20 Gemeinden
Fläche: 13.900 ha

 

Rund 20 Gemeinden haben Anteil am Landschaftsschutzgebiet Südburgen-ländisches Hügel- und Terrassenland. Es umfasst mehrere für das Südburgenland charakteristische Landschaften zwischen dem Pinka- und Stremtal.

Der Durchbruch der Pinka durch das Kristallin der südburgenländischen Schwelle zwischen Woppendorf und Burg vollzieht sich in einer landschaftlich bemerkenswerten Engtalstrecke. Der natürliche, von Augehölzen begleitete Bachlauf der Pinka grenzt an steile Hangwälder und Felsabbrüche mit einer interessanten Flora.

Südlich der Mündung des Tauchenbaches in die Pinka erhebt sich der Eisenberg weit sichtbar aus der Ebene. Die Bezeichnung rührt vermutlich von den frühgeschichtlichen Eisenschmelzstätten her, die hier mehrfach gefunden wurden. Die über Glimmer- und Chloritschiefer ausgebildeten steinigen und podsoligen Braunerden eignen sich sehr für den Weinbau. An den Südhängen des Eisenberges stocken ausgedehnte Weingärten, die von einem interessanten Vegetationsmosaik aus Trockenrasen, Krüppelwald und Waldsäumen durchsetzt sind. 

Die Tschaterberge sind gleich dem Eisenberg aus kristallinen Schichten aufgebaut, die dem Penninikum angehören, dem untersten tektonischen Stockwerk der Zentralalpen. Die Weinberge des Klein- und Hochtschaterberges erheben sich mit 365 m und 341 m aus der geschlossenen Waldlandschaft, die von bodensauren Eichenwäldern bewachsen ist. An den südseitig gelegenen Weingärten und Wegböschungen können zahlreiche wärmeliebende Pflanzen angetroffen werden.


Naturpark "Geschriebenstein-Irottkö":  

Der Grenzturm auf dem Geschriebenstein bietet einen wunderbaren Ausblick auf die Sanftheit der Hügellandschaft.

Der erste grenzüberschreitende Naturpark des Burgenlandes erstreckt sich rund um den Geschriebenstein, der mit einer Höhe von 884 m die höchste Erhebung des Burgenlandes darstellt. Der Geschriebenstein ist Teil des Günser Gebirges und somit der letzte Ausläufer der Zentralalpen im Osten Österreichs.

In einem der größten zusammenhängenden Waldgebiete im Osten Österreichs stehen über 50 km markierte Wanderwege zur Verfügung, die durch einige “Lehrpfade” ergänzt werden. Ein Jagdlehrpfad und ein Weinlehrpfad in Rechnitz zeigen Wissenswertes über unsere Tier- und Pflanzenwelt und über die Entstehung des Weines. Eine Besonderheit stellt der Grenzturm auf dem Geschriebenstein dar. Von dieser Aussichtswarte, durch deren Mitte die Staatsgrenze zwischen Österreich und Ungarn verläuft, genießt der Wanderer einen herrlichen Ausblick über die sanfte Hügellandschaft des mittleren und südlichen Burgenlandes.

Offiziell eröffnet wurde der Park im Mai 1996. 


 

Natura 2000-Gebiete im Bezirk Oberwart

 

  Natura 2000 Gebiete im Bezirk
Quelle:  Digitalisierte Karte von Dr. Eduard Weber

 

 

 

 


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