botanisches

Im allgemeinen ist das ganze Machland durch intensive Landwirtschaft ziemlich Artenarm. Es gibt zum Beispiel keine einzige Magerwiese mehr in der Ebene des Machlandes. Auch die magere Feuchtwiese ist vollkommen verschwunden. Dazu muss man sagen das die Wiesen (auch Fettwiesen) stark im abnehmen sind.
Aber es gibt noch vereinzelte Inseln, die mit zum Teil sogar mit botanischen Seltenheiten aufwarten können und diese will ich Ihnen vorstellen.


Orchideen in Baumgartenberg

In Baumgartenberg gibt es 5 verschieden Orchideenarten bei der zumindest eine Art eine botanische Sensation darstellt.

Eine davon ist der Frauenschuh  (Cypripedium calceolus)


        
Frauenschuh aus Baumgartenberg

Es ist das einzige, bis jetzt erhalten gebliebene, außeralpine Vorkommen in Oberösterreich und wurde schon 1879 von Duftschmied J. in “Die Flora von Oberösterreich“ erwähnt. Dieses Vorkommen liegt in einem Buchenwald, der südlich exponiert ist. Es gibt 12 Horste zu bestaunen. Der Frauenschuh braucht kalkhaltigen Boden. Er ist so selten, weil er früher zu oft gepflückt wurde und weil die Entwicklung vom Samen bis zur blühenden Pflanze 12 bis 15 Jahre dauern kann. Dieser Bestand wird schon seit Jahren vom Besitzer des Waldes gepflegt, sonst wäre er wahrscheinlich auch schon ausgestorben.


Die andere Orchidee ist das dreizähnige Knabenkraut (Orchis tridentata)

    Dreizähnige Knabenkraut aus Baumgartenberg



Es wächst auf einer eher trocken Wiesenböschung in Baumgartenberg. Ich habe im Jahr 2000 48 Exemplare gezählt. Diese Orchis hat den Gefährdungsstatus 2, das heißt das die Pflanze im gesamten oberösterreichischen Verbreitungsgebiet stark gefährdet ist.

Zu erwähnen wären dann auch noch die Breitblatt-Stendelwurz (Epipactis helleborine) und die Nestwurz (Neottia nidus-avis) die auch in dem Buchenwald vorkommen, wo auch der Frauenschuh wächst. Die Nestwurz gehört zwar nicht zu den Schönheiten unter den Orchideen ist aber eine recht interessante Pflanze. Sie ist ein Saprophyt, bezieht also ihre Nährstoffe aus faulenden Pflanzenmaterial ( z.B. Laub, moderndes Holz), die Blätter sind zu Schuppen zurückgebildet und enthalten auch kein Blattgrün. Die ganze Pflanze ist gelbbraun. Auch das weiße Waldvögelein (Cephalanthera damasonium)
Die beiden letztgenannten Arten sind zwar nicht so selten anzutreffen, aber sie gehören auch zu den vollkommen geschützten Pflanzen in Oberösterreich

    Weißes Waldvögelein                         Nestwurz aus Baumgartenberg


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