Storch

Die Störche von Saxen
Der Storchenhorst von Saxen besteht seit 1964 und ist somit der älteste noch bestehende Horst in Oberösterreich.


  beim Horst ausbessern (April 2000)   


Nachfolgend sehen Sie die Brutergebnisse.

1964 Horstbau/keine Jungen
1965 kam es in Saxen zu einer erfolgreichen Brut mit zwei Jungen.
Im Jahre 1966 kamen die Jungen nicht durch.1967,1968 und 1969 war der Horst in Saxen zwar besetzt, aber es kam zu keinen Bruten.
1970/4 Junge; 1971/keine Brut; 1972/2 Junge; 1974 u. 1975 sind die Jungen umgekommen. Die nächsten drei Jahre sind als sehr erfolgreich zu bezeichnen. Es sind nämlich 1976/3 Junge , 1977/
3 Junge und 1978/5 Junge ausgeflogen. Dieser Bruterfolg, mit den 5 Jungen, blieb bis heute in Saxen und den umliegenden Horsten unerreicht. 1979/ Junge tot und 1980 kam es zu keiner Brut, da sich 2 Paare um den Horst stritten.
Von 1981 - 1985 ist die Zahl der geschlüpften Jungen nicht bekannt, aber mit Sicherheit sind keine Jungvögel ausgeflogen. Nach diesen erfolglosen 5 Jahren kamen 1986 wieder 2 von den 3 geschlüpften Jungen durch.
In den Jahren 1987 und 1988 schlüpften jeweils 3 Jungstörche, wobei 1987 2 Junge sowie 1988 1 Exemplar in Pflege gegeben wurden und so ihr Leben gerettet werden konnte. 1989 kamen wieder alle 3 geschlüpften durch.
Auch 1990 waren wieder 2 Exemplare von 3 geschlüpften Jungen umgekommen. Von 1991 bis 1995 sind jedes Jahr 3 Junge geschlüpft, die alle durchkamen. Im Jahre 1996 kam es zu keiner Brut. 1997 kamen beide und 1998 4 Jungvögel um.
1999 flogen alle 3 geschlüpften Störche aus. 2000 kamen 4 Junge zur Welt aber 2 davon kamen durch Futtermangel um.

Im Jahr 1999 neu angelegte Horst   alter Storchenhorst

 

tote Junge 2000

 

In den Jahren 1998/1999 wurde die Volksschule renoviert und da musste auch das alte Storchennest entfernt werden. Die Gemeinde Saxen bat mich beim errichten des Horstes mitzuhelfen.
Ich entschied mich für einen Horst der aus Bandeisen gefertigt wurde ( siehe Foto).Da der Rauchfang nicht mehr gebraucht wurde musste eine Attrappe aufgestellt werden. Das Problem dabei war aber das man die Attrappe nicht mehr auf die Stelle wo der Rauchfang war stellen konnte, sonder wir mussten sie um einen Meter verschieben.
Da es in den letzten 3 Jahren einen totalen Brutausfall gegeben hatte, ist es natürlich ein Risiko wenn der Horst nicht mehr auf seinem alten Platz ist. Wir hatten aber keine andere Wahl, so mussten wir es riskieren.
Auf alle Fälle habe ich den Korb mit einen Geflecht aus Korbweidenreisig versehen und spritzte etwas Kalk auf das Geflecht damit er benützt aussieht. Es wurde auch eine Ausstiegsluke ins Dach gebaut, damit man bei Bedarf jederzeit Zugang zum Nest hat. Wir fragten uns ob die Störche das Nest auch annehmen. Es war ein langes warten, den sie kamen einfach nicht.
Am 03.04.1999 wurde zwar ein Storch am Nest gesichtet, aber der zog ein paar Stunden später wieder ab. Da kam dann langsam Unruhe in der Bevölkerung auf und jeder wusste es auf einmal besser und mir wurden schonungslos die Fehler erklärt die ich gemacht haben soll. Aber am 18.04.1999 war es dann soweit und es blieb ein Weibchen am Nest.
Einen Tag später kam auch das Männchen nach und es wurde eine prachtvolle Balz und alle waren wieder zufrieden.



Beringen der Störche (ab 1999)


Da wir bedingt durch den neuen Ausstieg leichten Zugang zum Nest hatten, haben wir beschlossen
die Jungstörche in Zukunft zu beringen. Es wurden bis jetzt noch keine Weißstörche in Oberösterreich beringt, weil es keine Horste gab, bei denen man ohne eine Feuerwehrleiter Zugang hatte.
Die Vogelschutzstation Steyregg die als Zentralstelle für Vogelberingung in Oberösterreich fungiert, unterstützt mich bei dieser Tätigkeit und stellt mir die Ringe zur Verfügung.
Die Beringung erfolgte in einem Alter von 32 Tagen.
Um 17:30 stiegen Hr. Kemethofer (er half mir) und ich zum Horst auf.
Ein adjulter Storch war bei den Jungen am Nest. Als ich die Dachluke aufmachte , fing er sofort zu klappern an und wie ich aufs Dach hinaufstieg flog er weg. Er drehte 2 Runden und kam wieder zurück.
Er fing wieder zu klappern an. Ich ging wieder ein Stück auf ihn zu und so er flog dann endgültig auf das Nachbardach und beobachtete mich. Ein paar Minuten später stiegen wir auf die Plattform .
Die Jungen lagen geduckt im Nest (Jungvögel verfallen bei Gefahr in Akinese, sie legen sich lang hin und lassen in dieser Haltung wie leblos mit sich hantieren. Ganz einfach gesagt sie stellen sich tot)
Ich streifte den Jungen die Ringe oberhalb der Ferse über und drückte sie mit einer speziell angefertigter Zange zusammen. Ich darauf hinweisen das es besser ist die Ringe oberhalb des Fersengelenks zu befestigen da es bei einer Beringung am oberen Teil des Beines immer wieder zu Komplikationen kam.
(Da sich die Störche bei Hitze die Beine mit Kot abspritzen ist es schon des öfteren zu Entzündungen und dadurch zum Verlust des Beines und ohne menschliche Hilfe unweigerlich zum Tod gekommen) Das Beringen dauerte ca. 8 min.
Wir verließen das Dach wobei der adjulte Storch sofort wieder zu den Jungen zurück kam. Die Jungen blieben noch eine halbe Stunde im Nest liegen.

  Ring am Fußgelenk                             Akinese   

 

Warum werden Vögel beringt?

1.Erforschung des Vogelzuges
Z.B. wird das unterschiedliche Zugverhalten von Männchen und Weibchen und von Jung- und Altvögeln erforscht.
2. Naturschutz für Zugvögel.
Europäische Zugvögel sind vielfältigen Problemen und Bedrohungen ausgesetzt. Detailkenntnisse über die Anforderungen, die Zugvögel auch auf dem Zug und im afrikanischen Winterquartier an ihren Lebensraum stellen, sind unbedingte Voraussetzung für wirkungsvolle Schutzmaßnahmen.
3. Habitatnutzung.
Zugvögel sind auch außerhalb der Brutzeit auf ganz bestimmte Lebensräume angewiesen, die sich z.T. deutlich von den Bruthabitaten unterscheiden. Entlang der Zugstrecke brauchen Zugvögel eine Reihe geeigneter Rasthabitate. Diese Habitatansprüche außerhalb der Brutzeit sind bei vielen Arten unzureichend bekannt. Die Kenntnisse die man durch die Beringung macht sind unerlässlich für Schutz und Management von geeigneten Rastgebieten entlang der Zugstrecke.
4. Bestandsmonitorring
Gegenwärtig zeigen viele europäische Brutvogelpopulationen auffällige Bestandsrückgänge. Um Populationen wirksam zu schützen, ist es unverzichtbar zu wissen, in welchem Ausmaß und weshalb die Bestände sich verändern. Jährliche Bestandszählungen können die Veränderungen dokumentieren, aber zum Verständnis der Mechanismen bedarf es der Beringung.
5. Umweltveränderungen.
Klimatische und andere Umweltveränderungen sorgen derzeit für deutliche Änderungen im Verhalten vieler Vögel und führen zu Verschiebungen in den Vogelbeständen. Die Vögel dienen uns als Indikatoren für komplexe Veränderungen in unserer Umwelt. Die besten Studien zu diesem Thema basieren auf Daten aus der wissenschaftlichen Vogelberingung.
6. Populationsbiologie 
Grundlegende Kenngrößen für eine Population wie Überlebensrate, Dispersion, Lebensdauer, Produktion von Nachkommen usw. können ermittelt werden.
7. Verhaltensökologie und Sozibiologie 
Warum leben manche Vögel territorial, andere in Schwärmen? Ist es für ein Männchen günstiger, mehr zu singen oder mehr Brutpflege zu betreiben? Dies sind nur einige wenige Fragen, für deren Beantwortung individuell gekennzeichnete, also beringte Vögel erforderlich sind.

 

Was fressen unsere Störche aus Saxen so?


Ich habe im Jahr 1999 Gewölle analisiert und direkte Beobachtungen bei der Sammlung der Nahrung dokumentiert.
Hier ist eine kurze Zusammenstellung.
In den ersten Wochen wurden hauptsächlich Regenwürmer und vereinzelt Mäuse verspeist,
dann aber stieg die Zahl der Mäuse an. In der Zeit nach dem Hochwasser fraßen sie Fische
und auch Froschlurchen. In der 2. Hälfte der Nestlingszeit waren es dann die Insekten die haupt-
sächlich gefüttert wurden. Vereinzelt wurden auch noch Schlangen. Eidechsen und sogar
Ratten (Gewölle) verfüttert.

Um das Verhalten der Störche hier zu beschreiben würde den Rahmen dieser Homepage sprengen.
Wenn jemand aber Fragen über Störche hat, der sende mir bitte eine Mail. 

2001

Heute am 1. April  2001 um 17:00 ist das Storchenmännchen auf dem Horst der Schule gelandet und baut schon eifrig und wartet auf dem Partner.
Am 04.April 2001 um 14:30 ist das Storchenweibchen am Horst gelandet und am 09.April 2001 fängt das Weibchen mit dem Eierlegen an. Ab dem 12.April 2001 werden die Eier ständig bebrütet. 

Am 14.Mai 2001 ist es endlich soweit die ersten Jungstörche sind geschlüpft. Es sind 3 prächtige Junge.
Heuer ist ein neues Storchenweibchen in Saxen den es ist beringt mit der Ringnummer :FRANCE    P 143. 


Am 16.August ist es soweit alle 3 Storchenjungen fliegen mit 3 durchziehenden Jungvögel mit in den Süden.
Das Männchen verlässt uns am 27. August, nur das Weibchen will nicht so recht weg.
Siehe dazu unter Fr. Storch

2002

Durch unglückliche Zusammenhänge ist heuer die Brut der Störche ausgefallen. Zuerst hat uns Fr. Storch verlassen (siehe Artikel Fr. Storch), dann verzögerte sich durch ein zweiwöchiges Tief über der Türkei der Heimzug der meisten Störche.
Auch unser Horst blieb bis am 22.April unbesetzt. An diesem Tag kam endlich ein Männchen an. Da der 22. April schon ein sehr später Zeitpunkt ist um eine Brut zu beginnen  und sich außerdem noch immer kein Weibchen blicken ließ, zog das Männchen nach 4 Tagen wieder ab. Vereinzelt konnte man  Storchenbesuche am Nest feststellen bis dann am 22. Mai wieder ein Storch ankam der über den ganzen Sommer blieb und am 02 Sept. wieder abzog. Nun hoffe ich das sich dieser Storch das nächste Jahr an den Horst erinnert und wieder zu uns kommt. Dann sollte auch wieder ein Partner dazu stoßen und  Saxen wird  wieder junge Störche sehen.

 

2003

Leider gibt es auch 2003 keine jungen Störche in Saxen. Bis Mitte Mai ließ sich kein Storch in Saxen blicken. Dann kam ein junger Storch der ca. 2 Wochen blieb. In diesen 2 Wochen ist in Ardagger das Weibchen in eine Stromleitung geflogen und hat sich tödlich verletzt. Daraufhin kam das Männchen zum Saxener Horst und stritt mit dem jungen Storch um den Horst. Es ist noch zu sagen das dieses Männchen aus Ardagger  im Vorjahr den ganzen Sommer über als Einzelstorch in Saxen anwesend war. Also es setzte sich doch Schluss endlich der ältere Storch aus Ardagger durch und vertrieb den jüngeren Storch. Ein paar Tage später kam dann doch noch ein junges Weibchen und blieb bei ihm. Zum brüten ist es natürlich schon zu spät so Mitte Mai aber sie blieben bis jetzt zusammen. Wir hoffen das die beiden nächstes Jahr zeitgerecht zurück kommen und endlich wieder brüten. Leider finden diese beiden Störche bei dieser Trockenheit auch in unseren Auen immer weniger Futter denn es fehlt an Feuchtwiesen, ja sogar die intensiven Wiesen sind fast vollständig vom Mais verdrängt worden. So müssen unsere Störche nach Klam ausweichen wo es entlang des Klambaches noch einiger solcher Feuchtwiesen gibt und da bekommen sie auch in so einer Trockenperiode wie sie heuer herrscht genug zu fressen. Bedenklich stimmt mich die Tatsache das diese Gebiet doch einige Kilometer vom Horst entfernt liegt und wenn es doch wieder einmal Junge geben sollte es schwierig werden dürfte die Jungen zu ernähren.    

 

2004

 

                                                                                                                                                                                                                                             

                 beim Nestanflug                                                                                                      Die vier Jungstörche

Heuer kam es in Saxen endlich wieder zu einer Brut. Am 30.03.2004 konnte ich das Weibchen erstmals am Horst beobachten. Es dürfte dem Verhalten nach das gleiche sein, dass schon im Vorjahr anwesend war. Am 06.04. 2004 vormittags sah ich in Baumgartenberg einen Storch der versuchte auf dem alten Molkereischornstein einen Horst zu bauen, was ihm aber nicht gelang. Am Nachmittag sah ich ihn dann Richtung Saxen fliegen. Ich folgte ihm und sah zu meiner Freude, dass er den Horst in Saxen anflog.  Das Weibchen war gerade am Horst und empfing in mit freudigem Geklapper als wenn sie sich schon langen kenn würde. Brutbeginn ist der 12.04.2004. Am 15.04.2004 ist das erste Junge geschlüpft und bis zum 19.05. sind es 4 Exemplare geworden. Leider ist das letztgeschlüpfte etwas kleiner als ihre Geschwister und es konnte trotz guten Nahrungsangebotes nicht entscheidend an Gewicht zulegen. Mir ist aufgefallen, dass die Geschwister wenn sie Futter bekommen haben den kleinen immer mit den Flügeln niederdrückten und somit der Kleine nur das Restfutter abbekam.  Am 27.06.2004 fiel mir bei einer Kontrolle auf das nur mehr 3 Junge im Horst waren. Ich stieg zum Horst auf und fand den toten, fast federnlosen Kadaver am Horstrand. Der Jungvogel dürfte seit ca. 4Tage tot gewesen sein. Am 19. Juli 2004 fliegen die Jungen erstmals aus und am 01.August hat unsere Storchenfamilie Zuwachs bekommen. Es haben sich zwei Junge dazugesellt aber am 03. August flogen  eben einer dieser Neuen in eine Stromleitung und kam dabei ums Leben. Auch der zweite flog am 08. August 2004 in Klam in eine Stromleitung und war sofort tot. Ist das Zufall? Ich glaube nicht so recht daran. Sie sind nämlich meiner Meinung nach zu bald allein unterwegs gewesen (darum haben sie sich auch mit unserer Familie vergesellschaftet) und da steigt doch das Risiko enorm, durch die Unerfahrenheit, das es zu  solchen Unfällen kommt.
Und noch ein Opfer ist zu beklagen. Am 20. August kommt es an der B3 zwischen Saxen und Baumgartenberg zu einer Kollision mit einem LKW den der adjulte Storch nicht überlebt.
Also so hatten wir heuer eine ganz schön hohe Ausfallsrate in unmittelbarer Umgebung von Saxen.

                                                       

                                                                      
 

                                                                                            Straßenopfer

Weitere interessante Ereignisse und Daten rund um den Saxner Storch finden Sie auf der Homepage der Naturschutzgruppe Machland Nord
(klicken sie bitte auf das Storchenfoto)
 

 

 

 

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