Bei der Armbrust handelt es sich um eine Schusswaffe, die aus dem Bogen entstanden war, und mit der Pfeile, Stein und Bleikugeln geschleudert werden. Mit der Erfindung des Schießpulvers wurde sie im 15. und 16. Jahrhundert von den Feuerwaffen verdrängt. Nichtsdestoweniger nahm das "Stachelschießen" all die Jahrhunderte herauf als beliebter Volkssport seinen festen Platz bei den Stadtbürgern ein. Als Sportgerät ist die Armbrust heute beliebter denn je und auch in der Traditionspflege hat sie nichts an Wertschätzung verloren.
In Salzburg bestanden bis in das 16. Jahrhundert mehrere Armbrustschießstände. Einer davon war vor dem Ehrentrudistor in Nonntal nächst dem Schanzl am Gelände der heutigen Nonntaler Schule.
1952 erinnerte man sich der alten Tradition wieder, und unter Mithilfe von Kuno Brandauer und Georg Windhofer wurde 1953 die Stachelschützengilde Salzburg gegründet. Zum ersten Obmann wurde Stefan Eder gewählt und der Verein im gleichen Jahr noch behördlich angemeldet.
Als Standort für den Schießstand bot sich die alte Müllner Schanz, im Besitz der Stadt Salzburg, neben der Monikapforte an und 1954 wurde die Verpachtung des 1250 m2 großen Areals von Vizebürgermeister Donnenberg genehmigt.
Hauptsächlich unter Eduard Mayburger, der den Verein zwischen 1955 und 1961 leitete, entstand bis zum Jahre 1959 der Schießstand. Die Schwierigkeiten waren erheblich, weil einerseits viel Schutt vom Gelände geräumt werden musste und andererseits die Müllner Bevölkerung gegen den Standort war, da sie annahm, dass hier ein Pistolenschießstand der US-Army gebaut werde.
Alle diese Schwierigkeiten und Hindernisse konnten mühsam beseitigt werden, sodass im Oktober 1959 der volle Schießbetrieb aufgenommen und das "1. Eröffnungsschießen ...", zu dem Armbrustschützen aus ganz Österreich angereist kamen, mit vollem Erfolg durchgeführt werden konnte.
Unter Alois Jedinger (1961 -1974) musste 1970 der Schießstand aus Sicherheitsgründen umgebaut werden. Bis dahin zeigten "Zielerbuben'` die Treffer an und brachten dem Schützen die Bolzen zurück.
Mit Unterstützung von Landesobmann Karl Merhaut wurde mit unzähligen freiwillig geleisteten Arbeitsstunden der Schützen der alte Schießstand von acht auf sechzehn Stände erweitert und mit einer Seilzuganlage ausgestattet. 1973 konnten die Arbeiten abgeschlossen und im August zum Neueröffnungsschießen geladen werden.
1975 bis 1982 und 1984 übernahm Reg.Rat Karl Merhaut die Vereinsgeschicke. Unter seiner Leitung erfolgte 1977 die Weihe der Vereinsfahne, die auf der Vorderseite die Monikapforte vom Mönchsberg und auf der Rückseite einen Salzburger Zieler in rot-weißer Bekleidung, Hut mit Fuchsschwanz und Zielerkelle zeigt. Fahnenmutter war Ruth Aicher, Maria Haas war Fahnenpatin.
Im Rahmen eines Festaktes und in Gedenken an Kuno Brandauer enthüllte 1982 am Gelände des Schießstandes Landesobmann Harald Dengg ein Bronzebild dieses großen Salzburger Brauchtumspflegers.
Nach dem Ableben von Karl Merhaut übernahm 1984 Gerhard Kreuzwirth den Verein. Zu seinen ersten Aufgaben zählte die Ausrichtung eines Festaktes, in dem in Gedenken und Würdigung seines großen Vorgängers eine Ehrentafel enthüllt wurde. Die Stachelschützengilde rückt alljährlich zur Anton-Wallner-Feier und zum Schützenjahrtag aus und es hat sich eingebürgert, dass immer am letzten Freitag im September ein Schützenmahl eingenommen wird. Ansonsten beteiligt sich die Gilde bei Schießveranstaltungen anderer Vereine. In Seeham beim Kuglmühlschießen, in Tenneck beim Mai- und Rupertischießen und in Bundschuh beim Vogelscheibenschießen. An Auslandsfahrten sind die Beteiligungen 1991 und 1993 am Georgsadlerschießen in Landshut (BRD) erwähnenswert.
1996 übergab Gerhard Kreuzwirth das Amt des Oberschützenmeisters an seinen Nachfolger Alois Voraberger.
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