Hier können Sie Ihre Kritik- und Urteilsfähigkeit hinterfragen.
Als Anregungen dazu mögen Ihnen diese Beiträge dienen:

Projekt Nachlese

Spruch vom 30.6.2000

"Es kann nicht so sein, dass sich eine Berufsgruppe Vorteile herausverhandelt die andere nicht haben."

 

Medien

Normenbewußtsein

Gesunde
Mitarbeiter

zensurierte Daten

Politik

Gewinnsucht kostet Leben

(be)urteilen

WERBEaussagen

das Volk
zahlt

Verlogene Welt

Verhandlungsergebnisse haben den zentralen Machtinteressen zu entsprechen! Wo kämen wir da hin ...

Dazu passend: "Auf der Suche nach dem human quorum quenching".

Indium is a very soft, silvery-white metal with a brilliant lustre. The pure metal gives a high-pitched "scream" when bent. It wets glass, as does gallium. It is useful for making low-melting alloys. An alloy of 24% indium and 76% gallium is liquid at room temperature. Canada produces the majority of the world's supply of indium.  

Die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Sichtweisen möge helfen, verschiedene Wahrheiten zu entdecken, zu überprüfen, zu akzeptieren.

Die FREMDEN wie die EIGENEN.


nach oben


Taus lobt "taktisches Talent" Schüssels
(Der Standard, 27./28. Mai 2000, S 10)
 ... Der nunmehrige Aufsichtsrat der Management Trust Holding AG, die er zehn Jahre lang als Vorstand leitete, gestand, neben den bekannten Fehlern in der mittlerweile legendären Fernsehdiskussion mit dem "Sonnenkönig", auch persönliche Schwächen. Eine davon: "Ich konnte Kreisky ja gut leiden." Eine weitere Schwäche sei sein nicht medienkompatibles Politikverständnis gewesen: "Ich wollte den Leuten erklären, worum es geht."
Taus: "Das war saublöd."

Heißt das, dass jene, die medial punkten möchten, unaufrichtig zu sein haben oder

nur die halben Wahrheiten von sich geben sollten? 

nach oben
Ein Mädchen wird sterben
Umstrittener Eingriff zur Rettung siamesischer Zwillinge in Italien
(Der Standard, 26. Mai 2000, S 6)
 ... "Ich war im fünften Monat schwanger, als ich erfuhr, dass ich siamesische Zwillinge habe", erzählt die Mutter aus einem Slum bei Lima. "Aber abtreiben wollte ich nicht." Sie sei um die halbe Welt gereist, um Hilfe zu finden. Doch in den USA sei sie nur in Fernsehshows herumgereicht worden. "Sie haben mir 20 Dollar gezahlt, damit ich im Fernsehen weine", geholfen habe ihr niemand. ...

Spiegeln sich hierin womöglich 2 Arten des selben Prinzips?

Hoffnung auf Leben
contra
Hoffnung auf Quoten?

 nach oben
   

 


Fitte Mitarbeiter verbessern die Bilanz
Fitte Mitarbeiter sind weniger oft krank, leistungsfähiger, konzentrierter und überstehen Stresssituationen besser.
(Kleine Zeitung, 27. Mai 2000, S 38f)
 ... "Wissenschaftliche Studien belegen seit Jahren, dass ein gesunder Mitarbeiter, der sich bewegt und Sport treibt, hilft, die Ökonomie und Bilanz eines Betriebes mittel- und langfristig zu verbessern", argumentiert Golda. Positiver Nebeneffekt für den Geldgeber: "Die Krankenstandstage reduzieren sich nachweislich, die Mitarbeiter sind leistungsfähiger, konzentrierter und stresstoleranter."

 

Es gibt keinen Zwang.

Diffiziler und effizienter wirkt der Gruppendruck.

Beispielsweise bei Grippe-Impfaktionen im Unternehmen.
Oh, du facettenreiche Welt der Zwangsbeglückung.

 nach oben
   

 


 

Der Populismus und seine gespaltene Zunge

kein Märchen
aus dem Jahr zum 3. Jahrtausend

Um an die Staatsmacht zu gelangen wurden einst im Sonnenstaat Wahlreden gegen Ausländer gehalten. Viele verstanden diese als Bauchpinseleien in stimmenreichen Wählerschichten. Diese wurden am besten gleich zu Beginn der Legislaturperiode "für dumm verkauft", indem die Interessen anderer Wählerschichten durchgesetzt wurden. So wurde zum Beispiel die Anzahl der Saisonniers von 10´ auf 15.000 erhöht. Eine auf die Gesundheit der Inländer bedacht nehmende Begründung wurde in gewohnter Manier aus dem feinen Ärmel gebeutelt. Die Wirkung allerdings freut die Arbeitsbienen weniger: durch höheres Arbeitskräfteangebot sinkt das Lohnniveau bzw dessen Anpassungsdruck nach oben wird dadurch gedämpft. Der Honig begann zähflüssig zu werden.

 Bleibt zu hoffen, dass bei der Frage um die EU-Osterweiterung ebenso umsichtig wie wählerfreundlich vorgegangen wird.

Die Übung, einigen Wählern Freude zu bereiten, möge gelingen.

 nach oben

 ein Spitzelmärchen gefällig?

Verdreckte Kulturstadt

Unter diesem Titel schrieb am 3. 4. 2003 Thomas Stanzer für die Kleine Zeitung auf Seite 21 zum Thema Müll auf Gehsteigen, Plätzen und in Parkanlagen und zitierte dabei auch den frisch gebackenen Bürgermeister von Graz.

... Die Kosten dafür machen rund vier Millionen Euro aus, berechnet der Chef der Wirtschaftsbetriebe. Für Nagl kann es so nicht weiter gehen: "Das muss ein Sonderthema werden in der Stadt." Man müsse jene zur Verantwortung ziehen, die "mit Leidenschaft" die Stadt verschmutzen; etwa die Punks beim Hauptplatzbrunnen. "Ich sehe nicht ein, dass unsere Leute täglich den Dreck anderer wegräumen müssen", so Nagl kämpferisch. Und er appelliert an alle Grazer: "Zivilcourage ist gefragt. Wenn jeder täglich drei Papierln aufhebt und in den Abfallbehälter wirft, haben wir das Problem schnell im Griff."

 

Unser oberster Geschirrhändler hat wohl nicht alle Tassen im Schrank?! Mit Zivilcourage hat sein frommer Wunsch des Papierlklaubens nichts zu tun. Das ist wohl eher als ein Versuch zu betrachten, inwieweit Sparmaßnahmen in kreativer Form auf dem Rücken einer für dumm verkauften Bevölkerung möglich sind. Politiker sind der Verpackungsindustrie seinerzeit auf den Leim gegangen (oder wie auch immer ...). Und die Bevölkerung soll jetzt ausbaden, was in Erfüllung blinden Gehorsams nicht vorhergesehen wurde. Dabei gibt es auch andere Beispiele für Pfandsysteme, wie z. B. in Schweden; vielleicht treten dort die Politiker den Lobbies couragierter entgegen?!

Popper-Foundation droht das Aus

von Elisabeth Steiner in den
Salzburger Nachrichten vom 10. 10. 2000

 

Die vor drei Jahren ins Leben gerufene Karl Popper Foundation Klagenfurt steht möglicherweise vor dem finanziellen Aus. Das Land Kärnten hat die vereinbarten Jahresmittel (500.000 Schilling) für den Verein gestrichen, und die Landeshauptstadt hat ihren Beitrag heuer um die Hälfte gekürzt. ...

Landeskulturreferent Jörg Haider habe mit ihm vereinbart, dass er sich auch in Zukunft eine Finanzierung vorstellen könne. Bedingung wäre jedoch, dass das Land die Popper-Veranstaltungen organisiert. Dann könnte auch mehr Geld als bisher flüssig gemacht werden.
"Das kommt überhaupt nicht infrage", winkt Neck kategorisch ab. "Das würde ja die Auflösung des Vereins bedeuten." Der Veranstaltungsbereich sei nicht vom wissenschaftlichen zu trennen.

Keine Bühne für Politik

Neck: "Das sind ja keine Events für die Inszenierung von Politikern." Ein Insider berichtet, die FP habe - vergeblich - versucht, im Verein eigene Leute zu platzieren.

Wenn die Meute erst einmal losgelassen,
ist sie nicht mehr zu stoppen.

Mit dem Wasser predigen und Wein trinken ist das so eine Sache.

Wer kann von sich schon behaupten, den süßen, allzu süßen Gelüsten der Macht auf alle Zeit widerstehen zu können?

Vor allem dann, wenn des Wählers Gedächtnis doch so löchrig zu sein scheint.
Und was heißt schon Proporz?

Eine mögliche zukünftige Wahlrede könnte beinhalten: "Wir haben gehalten, was wir versprochen haben: es gibt keinen Proporz mehr!"


 

Eisenbahner ziemlich allein

Umfrage: 28 Prozent auf ihrer Seite, 67 auf jener der Regierung

Der Standard, 9. Juni 2000, S 9

... Auffallend ist, dass die möglichen Betroffenen eines Streiks - also jene, die öfter Bahn fahren - sich deutlich eher auf die Seite der Eisenbahner stellen, während die Nicht-Bahnfahrer mit besonders großer Mehrheit auf Seite der Regierung stehen. Dies mag damit zusammenhängen, dass unter den regelmäßigen Bahnfahrern besonders viele Pendler mit Neigung zur SPÖ sind. Unter den deklarierten Anhängern der SPÖ ist die Unterstützung für die Eisenbahner jedenfalls besonders hoch: Etwa jeder zweite SPÖ-Wähler gibt den Eisenbahnern Recht. ...

Kritik benötigt Information.

Wer einfach aus einer Grundüberzeugung heraus (be)urteilt läuft Gefahr, eine Vorverurteilung auszusprechen.

Im übrigen ist auch die im Text zum Ausdruck gebrachte vermutete Erklärung nicht ganz so frei von dieser Gefahr.

Eine weitere Vermutung könnte sie nämlich in ihrem Erklärungsinhalt überkompensieren:
Es könnte durchaus so sein, dass die
betroffenen regelmäßigen Bahnfahrer die weitaus geringere Freude an einem Streik der Eisenbahner haben!

 nach oben
   

Prosperitätsstörende Systemeigenschaften

Oder: Fuaschrift is Fuaschrift!

Da es solche Eigenschaften im jeweils eigenen Land, z. B. Österreich, nicht geben kann, weil es das nicht geben darf, lade ich Sie ein zu einem Ausflug ins gelobte Land der "unbegrenzten" Freiheiten.

Das Genie eines Hackers vergeudet

US-Justiz kennt kein Pardon: Der einst meistgesuchte Hacker wird mit medialem Bann belegt

Auszug aus dem gleichnamigen Artikel in den Salzburger Nachrichten vom 1. 7. 2000

Die US-Justiz verfährt mit verurteilten Hackern, die ihre Strafe abgesessen haben, ziemlich gnadenlos. Nicht Rehabilitation, sonder unerbittliche Strafe treibt den amerikanischen Vollzug.

Diese Erfahrung kann zur Zeit der einst meistgesuchte Hacker aller Zeiten, Kevin Mitnick, machen. ...

Mitnick war einer der "genialen Großen" im Untergrund der Computerkultur, der in den 90er Jahren landauf, landab in extrem geschützte Rechner eindrang, um Schabernack zu treiben. Sun Microsystems kann sich ebenso wie die Netzwerkfirma Novell oder Handyhersteller Nokia die zweifelhafte Ehre anrechnen, von Mitnick gehackt worden zu sein, mit kolportierten Schäden von 290 Millionen Dollar. ...

Mitnick selbst prahlte damit, in den 20 Jahren seiner Hacker-Tätigkeit nur an einem einzigen Computer gescheitert zu sein. Manche seiner Opfer, wie eine Universität in Kalifornien, heuerten ihn später als Konsulenten, um ihre Schwachstellen zu schließen. ...

Zuletzt verweigerte sein Bewährungshelfer mit Zustimmung des Gerichts sogar, dass Mitnick eine Kolumne für ein Web-Magazin schreibt. Dabei, hatte der Ex-Hacker versichert, hätte er seine Beiträge auf einer mechanischen Schreibmaschine verfasst.

Wenn du deinen erklärten Feind nicht besiegen kannst, dann verbünde dich mit ihm.

Dieser Spruch mag für Manager in der Welt des Big Business Geltung haben, nicht jedoch für Teile der US-amerikanischen Justiz.

Gottlob gibt es bei uns nur weitsichtig agierende Normenbeuger
ähh, -bewußte.

 nach oben
   

 


 

Microsoft & zensurierte Daten

In einem Artikel der Presse vom 3. Juli 2000 war folgender Kommentar des Internetjuristen und einzigen Harvard-Professors Österreichs, Viktor Mayer-Schönberger, zu den Themen Microsoft und zensurierte Daten zu lesen.

 ... So habe etwa der Computergigant Microsoft mit seinem Programm "Hot Mail" E-Mails von Absendern Microsoft-kritischer Personen einfach gelöscht, erzählt Mayer-Schönberger. Für den einzelnen Anwender entstand aber der Eindruck, in den unendlichen Weiten des Cyberspace zu kommunizieren, tatsächlich bewegte er sich durch zensurierte Daten.

Die nächsten claims werden bereits abgesteckt: Microsoft.NET.

Ein weiterer Schritt auf dem Weg
zum gläsernen Surfer
?

 nach oben
   

 

 


 

Kommentar

Die blinden Flecken der Gewinnsucht

 

 

sämtliche Zitate aus:
Der Standard, 29. 11. 2000

Gewinnsucht kostet Leben

Nicht genug, dass DienstnehmerInnen wie Ware behandelt werden. Und im Falle von Kündigungen auch in Kauf genommen wird, dass sich Arbeitslose wie Menschen 2. Klasse fühlen - in einer Welt, in der Arbeit Selbstwerte in hohem Ausmaß mitbestimmt. Verantwortung für Einzelschicksale wird aus Kostengründen ausgespart.

Wie jede Sucht offenbart auch Gewinnsucht blinde Flecken - zumindest den Aussenstehenden. Das trifft ebenso zu auf die Erfolgssucht generell wie auf den Glauben an die eigene Unfehlbarkeit, das Machtstreben etc.

Die logische Folge: "Bei uns gibt es kein Mobbing!". Nicht-wahr-haben-wollen, wegschauen oder kündigen sind gefahrlosere und bequemere "Gegenmaßnahmen" (freilich kurzfristiger und kurzsichter Art) als einen angreifenden Hund (und seine Meute) stoppen zu wollen.

Gewinnsucht kostet Leben.
Im einen oder anderen Fall.

 Seine Parallelen findet diese Wahrnehmung auf für manche einsichtigeren Gebieten.

In einer Tageszeitung lese ich:

"Abgetötet wird BSE erst bei 133 Grad Celsius, zwanzig Minuten lang mit einem Überdruck von zwei Bar - derart werde hierzulande Tiermehl hergestellt, daher sei Österreich BSE-frei, so Baumgartner. Wer heimisches Rind kaufe, sei sicher. Die Briten hätten in den 80er-Jahren aus Kostengründen Druck, Zeit und Temperatur gesenkt: Der Rinderwahnsinn brach aus."
(Seite 2)

Oder:

"Die unmittelbar nach der Katastrophe formulierten Appelle, zugunsten von Sicherheitsinvestitionen in die Seilbahnanlagen auf neue Erschließungen zu verzichten und den ruinösen Konkurrenzkampf nicht weiter anzuheizen, dürften verhallt sein. Anfang der Woche wurden Pläne bekannt, nach denen Rauris im Pinzgau ein bisher völlig unberührtes Gebiet mit Lifts erschließen wolle."
(Seite 13)

 

Es gibt allerdings auch Hoffnung. Wie dieses weitere Beispiel zeigt:

Das Personal in der Verrechnung einer Heizungsfirma wechselte ständig. Die Mitarbeiter klagten über schmerzende Augen aufgrund der anstrengenden Schreibarbeiten. Kaffeepausen waren von den Chefs ebenso ungern gesehen wie Pflanzen und Bilder an den Wänden. Die vorwiegend weiblichen Mitarbeiterinnen der Abteilung mussten in der Mitte eines Großraumbüros ihre Arbeit verrichten, umringt von männlichen Kollegen, die sich gerne mit anrüchigen Witzen und Bemerkungen den Arbeitsalltag versüßten.

"Kleine Interventionen, Umstellungen und Raumverschönerungen haben das Unternehmen nicht mehr als 50.000 S gekostet - heute gilt die Verrechnungsabteilung als die stabilste im ganzen Haus, von hier werden nun Sekretärinnen für die Direktion generiert" berichtet Hill: "Wir sehen uns aber nicht als Verein von Gut-Tuern", so das Resümee, "natürlich soll es sich auch auszahlen - für die Firmen und für uns auch. Wir schaffen multiple Profite." (Seite 26)

 nach oben
   


 

Die tiefenpsychologischen Effekte
von Werbeaussagen wirken

-

auf unreflektierte Konsumtion ...

Aus dem Radio höhnen schöne Töne

Im Jahre 2001 des Herrn Jesu Christi lobt eine sommerliche Werbebotschaft den ehrwürdigen, weil parlamentarischen Einsatz einer österreichischen Fortschrittspartei für die kleinen Einkommensbezieher.

Sinngemäß heißt es dort, man könne nun zum Kindergeld ATS 200.000,-- jährlich dazuverdienen.

Welchen Zweck soll das Kindergeld nun erfüllen?
Ist es gedacht als Beitrag für die Mehraufwendungen von Familien

oder

soll das Kind bereits von Geburt an seinen Beitrag zum Haushaltseinkommen beisteuern?

Und ...

... was ist jetzt das Haupteinkommen?

Wenn vom "Dazuverdienen" die Rede ist,
dann sollen doch die paar Tausender des Kindergeldes das Grundeinkommen darstellen, oder verstehe ich da was falsch!?

 

Rund um weitere parlamentarische Schüsse des Jahres 2001 und deren mögliche Auswirkungen informiert der Wiener AK-Direktor Werner Muhm in einem Interview mit Elisabeth Horvath von den Salzburger Nachrichten. Lesen Sie sein Statement.

 nach oben
   

 

Das Volk soll zahlen
-
nach dem Wahltag

 

 

 

Karl R. Popper sinngemäß:

Die Demokratie ist zwar nicht die beste aller denkbaren Formen des Regierens, sie hat allerdings den Vorteil, dass Politiker abgewählt werden können.

pädagogisch richtig:
mit gutem Beispiel voran ...
wenn da nicht das eigene Hemd ...

Finanzminister Grasser auf die Journalistenfrage(n):

Sie haben vor genau einem Jahr an die Reichen des Landes den Appell gerichtet, als Beitrag zur Budgetsanierung freiwillig auf die Sozialleistungen zu verzichten. Wie viele haben sich denn gemeldet?

Grasser: Das war eine herbe Enttäuschung. Ein einziger Brief ist eingetroffen, in dem ein Begüterter erklärt hat, er verzichte auf die Familienbeihilfe. Wir haben dann mangels Masse dankend abgewunken.

War der Edelmann der zweifache Familienvater und Bärentalbesitzer Jörg Haider?

Grasser: Nein, der Jörg war es nicht.

entnommen aus:
Kleine Zeitung, 19. 7. 2001, S 5

Ein Beispiel mit weitreichenderen Folgen

... selbstverständlich aus fernen Landen

Wahlkampfspenden der Öllobby haben ihren Preis

... Laut einer Umfrage sind 72 Prozent aller Amerikaner der Meinung, man müsse sofort etwas gegen die Klimaerwärmung tun. Dass Bush nicht auf die Volksmeinung hört, hängt nach Ansicht vieler Beobachter mit den Geldspenden der Ölindustrie im vergangenen Wahlkampf zusammen. Drei Viertel der rund 60 Millionen Dollar flossen an die republikanische Partei, die nun Gegenleistungen erbringen muss.

entnommen aus:
Salzburger Nachrichten, 19. 7. 2001, S 21

 nach oben
   

 

genauer: nachzuhören ...

Die Welt der Ökonomie
kontra
die Welt von Astrid Lindgren

 Im österreichischen Kultursender war man am 28. Jänner 2002 noch bemüht, einen Nachruf im Mittagsjournal bringen zu können.

Na ja, am nächsten Tag hätten darüber bereits die Zeitungen ausführlich berichtet.

Im darauffolgenden Morgenjournal des selben Senders kam bereits die Nachricht über den Äther, dass ein Verlag, der die Rechte von Werken der verstorbenen Alternativ-Nobelpreisträgerin des Jahres 1994 inne hat, welchen Druck auch immer ankündigte ...

Erteilen deshalb Verlage ihren alternden Autoren verlogene Geburtstagswünsche?

Oder:

Sind Kultursender mitunter auch Hebammen einer verlogenen Welt, die als Kind aus der Paarung
von Schönheit mit Ökonomie hervorgeht?

Literaturhinweis: Homo Faber von Max Frisch

nach oben
   
 

 Im nebenstehenden Auszug eines Artikels vom 30. Okt. 2002 auf Seite 2 der Kleine(n) Zeitung (Steiermark-Ausgabe) habe ich Stellen hervorgehoben, die sich selbst erklären ...

ÖVP und FPÖ meldeten sich gestern umgehend zu Wort. "Jetzt ist die politisierende Superintendentin Gott sei Dank auch dort, wo sie hingehört. Wie Josef Broukal", befand FPÖ-Generalsekretär Karl Schweitzer, der am frühen Vormittag noch gemutmaßt hatte, Heide Schmidt würde die SPÖ-Überraschungskandidatin sein. "Knoll ist ein Zeichen dafür, dass die SPÖ immer weiter nach links driftet", meinte Maria Rauch-Kallat. Es handle sich um eine Wählerrückholaktion von den Grünen. "Jetzt holt Gusenbauer als nächsten Peter Pilz zur SPÖ", höhnte die VP-Generalin. Die Grünen nahmen es gelassen. Eva Glawischnig wünschte der "integrativen Persönlichkeit" Gertraud Knoll "alles Gute". Um hinzuzufügen: "Aber man kann schon die Frage stellen, was die Strategie der SPÖ ist: das Brechen der schwarz-blauen Mehrheit oder die Nummer eins zu werden."

Kanzler Schüssel, der von Gertraud Knoll 1995 einen Korb erhalten hatte, kommentierte deren SPÖ-Engagement gestern knapp: "Ich nehme zur Kenntnis, dass Gusenbauer sein Team immer noch sucht - ich habe meines bereits."

  nach oben