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| Diplomarbeit von Daniela Hafner: "Die eskalierenden Kreisläufe von Flüchtlingen in Österreich am Beispiel von nigerianischen Asylwerber" |
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Einleitung
Aufbau der Arbeit 1) Allgemeine Gesetzgebung 2) Der vergessene Kontinent 3) Eskalierende Kreisläufe 4) Die Katastrophe 5) Ansätze der Sozialarbeit Der Auftrag an die Sozialarbeit Das doppelte Mandat Dysfunktional - Funktional Die Rolle der Sozialarbeiter Herantasten an die Problemlösung Hindernisse der Sozialarbeit Grenzen der Sozialarbeit Das politische Mandat der Sozialarbeit Überprüfung der These Quellenverzeichnis Impressum » zu den Fußnoten « |
5.8 Das politische Mandat der SozialarbeitEs scheint nach all den aufgezeigten Engpässen und der generellen Problemstellung für Flüchtlinge in Österreich außer Frage zu stehen, ob die Sozialarbeit ein politisches Mandat innehat. In der Praxis herrscht zu dieser Frage allerdings kein Konsens. So ist Lüssi in seinem Buch der Meinung, dass die Strukturierung des Gesellschaftssystems eine umfassende politische Frage und keine Frage der Sozialpolitik sei. Er trennt sehr stark die politische von der beruflichen Rolle und meint weiter, dass eine politische Aufforderung niemals Bestandteil einer Berufslehre sein kann. „Politische Parteinahme und Polemik ist für den Sozialarbeiter in seiner Berufsrolle als sozialpolitischer Experte unangemessen und kontraproduktiv“.261 Anderer Meinung sind da etwa Merten, Kusche und Krüger, die in der sozialen Arbeit eine steigende Tendenz zu betriebswirtschaftlich orientierten Maßstäben bis hin zu einem politischen Engagement mittels Druck auf die parlamentarische Demokratie und der Aktivierung der Öffentlichkeit sehen. Laut Merten sollten KlientInnen dazu befähigt werden, ihre Rechte selbständig wahrzunehmen und durchzusetzen. Er bezeichnet dies zwar nicht als politisches Mandat, jedoch als professionellen Auftrag der Sozialarbeit. Weiters hält er ein Denken in wirtschaftlichen Kategorien, durch den staatlichen Rückzug aus der Ebene der sozialpolitischen Gestaltung und die damit verbundene Verringerung der finanziellen Spielräume in der Sozialarbeit, für notwendig.262 Kusche und Krüger kritisieren die gegenwärtigen ökonomischen Machtverhältnisse, die zu wenig thematisiert werden, und die fehlende politische Auseinandersetzung, die wenn es um die gerechte Verteilung von Reichtum und der Finanzierung sozialer Gerechtigkeit geht, verweigert wird. Die Beseitigung gesellschaftlicher Unterprivilegierung und das Anstreben von sozialer Gerechtigkeit sei daher sehr wohl Aufgabe und Ziel der Sozialarbeit. Dies soll durch ein Demokratieprinzip, welches durch Partizipationsrechte geltend gemacht wird, und durch den Einzug der Demokratie in alle Einrichtungen des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Handelns verwirklicht werden. Als Ziele werden von Kusche und Krüger Autonomie, Mündigkeit, Konflikt und politische Auseinandersetzung formuliert und sollen daher von SozialarbeiterInnen durch tatkräftiges Mitwirken an den Veränderungen erreicht werden.263 Böck zeigt Verständnis für die Politik und glaubt, dass keine Partei sich wirklich auf das Asylthema einlassen kann, weil mit diesem Thema eben keine Wähler gewonnen werden können.264 Leider scheint er damit Recht zu haben und angesichts dieser Tatsache mag die Frage nach einem politischen Auftrag der Sozialarbeit hiermit beantwortet sein. Fazit Ich möchte hier noch erwähnen, dass nicht jede kriminelle Handlung von Asylwerbern auf die restriktive Gesetzgebung und die eingeschränkte soziale Situation zurückgeführt werden kann, und somit gerechtfertigt ist. Es mag nigerianische und afrikanische Drogendealer geben, deren einziges Ziel der große Profit des Drogenhandels ist. Es darf aber nicht sein, dass aufgrund einzelner „schwarzen Schafe“ alle Asylwerber die Leidtragenden und Sündenböcke werden. Es gilt also Rahmenbedingungen und Projekte zu schaffen, die zur Filterung von wirklich bedürftigen Menschen von den weniger bedürftigen führen und auch dabei muss große Vorsicht geboten sein.
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Diplomarbeit für Sozialarbeiter
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