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| Diplomarbeit von Daniela Hafner: "Die eskalierenden Kreisläufe von Flüchtlingen in Österreich am Beispiel von nigerianischen Asylwerber" |
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Einleitung
Aufbau der Arbeit 1) Allgemeine Gesetzgebung 2) Der vergessene Kontinent 3) Eskalierende Kreisläufe Systeme Der Kreislauf Die Illegalisierung Die Folgen der Belastungen Die Eskalation Eskalation - Drogen 4) Die Katastrophe 5) Ansätze der Sozialarbeit Überprüfung der These Quellenverzeichnis Impressum » zu den Fußnoten « |
3. Eskalierende Kreisläufe – Was trägt dazu bei?In diesem Kapitel beleuchte ich, wie es zu einer Eskalation kommt. Dabei ist es wichtig zu erkennen, dass zwei Gruppen, in unserem Fall die österreichische Gesellschaft und die nigerianischen Flüchtlinge, andauernd in Interaktion zueinander stehen. Ich benenne diese beiden Gruppen Systeme. Systeme werden immer von Beobachtern bestimmt, sie dienen zur Vereinfachung und fassen Wahrgenommenes zusammen.102 Ich gehe hier also von zwei unterschiedlichen Systemen aus, wobei ich die österreichische Gesellschaft samt ihrer Politik und Gesetzgebung als das „große System“ und die nigerianischen Asylwerber als „kleines System“ bestimme. 3.1 Systeme103Systeme kennzeichnen sich dadurch, dass sie dauerhaft sind, indem sie Grenzen aufrechterhalten, die zwischen dazugehörig und nicht dazugehörig unterscheiden. Dazu entwickeln sie eine innere Struktur, die zur Abgrenzung führt und den Umgang zur Außenwelt definiert. Es entsteht ein „wir“ (österr. Gesellschaft) und „die anderen“ (nigerianischen Asylwerber). Handelt es sich bei diesen Zusammenschlüssen um Menschen, spricht man von „sozialen Systemen“. Um den Status eines sozialen Systems erhalten zu können, ist es wichtig die Existenz von individuellem Leben sowohl gegen „Eindringlinge von außen“104 als vor „Schädlingen von innen“105 zu sichern. 3.1.1 Subsystem – Das kleine SystemKonstituierend für ein Subsystem ist die Unterscheidung ob „dazugehörig“ oder „nicht dazugehörig“. Milowiz stellt fest, wenn ein System seine Existenz erhalten will, es auf bestimmte Elemente (Personen, Ideen, Werte und Handlungen) mit Ausschluss reagieren muss. Das äußert sich durch Hinausdrängen bis zur Zerstörung dieser Elemente. Die Gesellschaft reagiert auf Flüchtlinge aus Nigeria meiner Meinung nach klar mit Ausschluss und „Hinausdrängen“. Grundsätzlich kann man nicht davon ausgehen, dass es die Individuen selbst sind, die als „schädlich“ betrachtet werden, sondern immer nur die Wirkungen und ihre Mitteilungen. Es kann allerdings passieren, dass ein System, die Gesellschaft, die Mitteilungen, die es wahrnimmt, mit den Individuen selbst, den Asylwerbern, identifiziert. Die Aufmerksamkeit richtet sich nicht auf das störende Geschehen, sondern in unserm Fall auf eine ganze Personengruppe. Eine störende Mitteilung könnte „Wir sind Flüchtlinge, wir brauchen eure Hilfe“ sein, da diese mit einer Angst vor Arbeitsplatzverlust oder Kulturverlust, etc. in der österreichischen Gesellschaft assoziiert wird. Bezogen auf nigerianische Asylwerber möchte ich als störende Mitteilung das viel zu wenig hinterfragte Vorurteil des Drogenhandels nennen. Auf nigerianische Flüchtlinge treffen hier also gleich zwei störende Mitteilungen zu, die sie leider als Außenseiter deklarieren und somit zum Subsystem, dem kleineren System werden lassen. 3.1.2 Das dysfunktionale SystemBedingung für eskalierende Kreisläufe sind zwangsläufig solche dysfunktionale Systeme, und aus diesem Grund gehe ich jetzt schon auf diese ein.
3.1.3 Das Life-Event108Milowiz bezeichnet als Live-Event „ein Ereignis, dass es einem System unmöglich macht, nach den gewohnten Regeln weiter zu funktionieren.“109 Das vorhandene Repertoire an Regeln reicht nicht mehr aus, um mit einer Situation fertig zu werden. Dadurch müssen neue Regeln gefunden werden. Positive Life-Events können z. B. die Geburt eines Kindes, der Abschluss einer Ausbildung etc. sein. Hingegen bezeichnet Milowiz Tod oder Arbeitslosigkeit als negative Life-Events. Gleichzeitig gibt er zu bedenken, dass Life-Events auch immer den Verlust einer gewohnten Rolle und des Selbstbildes der beteiligten Personen bedeuten.
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Diplomarbeit für Sozialarbeiter
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