Marianne Beck-Höllbacher

Epitaphe

Epitaphe 10

MARIA-THERESIA
geborene Wenger
* 1809
+1849

verehelicht 1830

ALFRED ARMSDORFER
Bauersnsohn & Hoferbe
in St. Georgen
* 1800
+1869

HERMANN
* 1822
+1833

SIEGFRIED
* 1833
+1901
Hoferbe
heiratet
1855
Luise
geborene Häuslschmid
* 1.2.1835
+22.7.1915

6 Kinder

1. MATTHIAS
* 1858
+1926
2. ROSALINDE
* 1859
+1912
3. GEORG
* 1862
+1924
4. STEPHAN
* 1864
+1930
5. VITUS
* 1868
+1936
6. BERTA
* 22.7.1870
+22.7.1870
Totgeburt

GERHARD
* 1835
+6. 6. 1899
Knecht
späterer Schattaugutbauer
heiratet
1860
Margarethe Schwaighofer
einzige Tochter vom
Schattaugut & Hoferbin
in Eching
* 1835
+6. 6. 1899

RUPERT
* 1860
+1888 (TBC)

BARBARA & MARIANNE
* 2.1.1862
+3.1.1942 + 22.6.1900
beide gehen 1884 ins
Kloster St. Loretto in Salzburg
BARBARA (Sr. Maria-Huberta)
erzählt während eines Aufent-
haltes im Sommer 1902 in ihrem
Elternhaus Karin Armsdorfer-Dygruber,
daß ihre Schwester MARIANNE einen
Brief der Mutter verwahre, der vom
12. Oktober 1855 datiert und von
einem Mann namens Blasius unter-
schrieben sei. Es wurde darin ein Treffen
für den 12. November 1855 bei der
Müllner Kirche in Salzburg vereinbart,
außerdem erinnerten sich die Schwestern
daran, daß sie im Sommer vor der Ein-
schulung von ihrer Mutter in die Stadt
mitgenommen worden waren, sich dort
mit einem Mann vor einer Kirche getroffen
hätten, der ihnen als Onkel Blasi vorgestellt
worden sei. Er habe der Mutter einen
großen Geldbetrag gegeben, den sie
nicht sogleich annehmen wollte, wovon
sie ihnen aber dann Kleider, Mäntel &
Schuhe sowie sich selbst einen Hut &
ihnen allen etwas zu essen gekauft habe.
Danach haben sie ihn nicht wieder
gesehen.
Motiv: Jugendliebe zwischen Margarethe
Schwaighofer & Blasius Költringer.
Költringer will in der Nacht vom 21.auf
den 22.6.1855 mit Margarethe geschlafen
haben, sie sei daraufhin schwanger ge-
wesen und habe das Kind entweder
abtreiben lassen oder nach der Geburt
getötet. Margarethe & Blasius seien von
ihren Eltern ertappt & Költringer sei verjagt
worden. Als sie ihn etwa 3 Monate später
in Salzburg heimlich trifft, erzählt sie ihm
von der Schwangerschaft & nennt einen
Geburtstermin im März 1856.
Als sie sich wieder im November 1855
treffen sollten, erscheint sie nicht.
Zu Ende Februar 1856 kehrt Blasius
zurück & sieht sie in der Kirche ohne
Anzeichen einer Schwangerschaft.
Als er sie anspricht, lacht sie ihn aus &
streitet alles ab, sie habe nie etwas mit
ihm gehabt, er sei nicht normal &
öffentlich nennt sie ihn einen "Geisten-
gestörten".
Roswitha Hufnagl,eine Freundin von
Margarethe bestätigt später diesen
Vorfall, und da sie nichts von einer
Schwangerschaft an M. bemerkt hat,
hielt auch sie, wie alle anderen, den
mittellosen Herumtreiber & Erntege-
legenheitsarbeiter für verrückt.
Danach habe Roswitha ihn nicht
wieder gesehen.
Allerdings erinnert sich Roswitha an
ein danach bei Margarethe immer
wieder auftretendes eigenartiges
Lachen, das in Wahrheit gar keins
gewesen sei. Daraufhin angesprochen
erinnerte sich Margarethe bereits im
Augenblick nicht mehr daran.
Die Schwägerin Luise Armsdorfer-
Häuslschmid erinnert sich an eine
Frage Margarethes kurz vor deren
Hochzeit an sie. Denn als Luise 1859
ihr 2. Kind geboren hatte und von
Margarethe großzügig beschenkt
worden war, fragte Margarethe sie,
ob sie glaube, daß sie (M.) noch
einmal werde ein Kind haben können.
Das sei ihr eigenartig vorgekommen,
da Margarethe zu dieser Zeit noch
ledig war & kurz vor ihrer Hochzeit
mit GERHARD ARMSTORFER stand.

SEBASTIAN
* 1865
+1960

heiratet 1890
Karin Dygruber
Tochter des Landarztes
Dr. Leopold Dygruber,
Karin wird nach dem ge-
waltsamen Tod der Schwieger-
eltern am 6.6.1899 Bäuerin.
Beide Schwiegereltern werden
mit einer Hacke ermordet im
Stall aufgefunden.
Der Doppelmord wird erst 1909
durch Zufall geklärt.

WILHELM
* 1837
+1910
Knecht im Elternhaus
unverheiratet

ANDREAS
* 1840
+1915
Buchbinder in Salzburg
ab 1880 selbständig
unverheiratet
Liason mit Fräulein
Charlotte von Beck

CHRISTIAN
* 1842
+ 2. 11. 1925
Mesner & Tischlermeister

heiratet
1884
Anna Mayreder
* 1862
+1944

BARTLMÄ
* 1885
+ 13.3.1925
studiert ab 1904 Theologie,
bricht das Studium ab & geht
mit seinem Freund Wolfgang
Schrattenecker, ebenfalls ehe-
maliger Priesteramtskanditat,
1907 nach Amerika.
Anna, seine Mutter, verfällt
daraufhin zunehmend in geistige
Umnachtung.In gewissen lichten
Momenten will sie nach Amerika
reisen, CHRISTIAN betreut sie bis
zu seinem plötzlichen Tod durch
einen Unfall mit einem Pferde-
fuhrwerk.
Keine Nachricht von BARTLMÄ bis
1924 als Wolfgang Schratten-
ecker, der sich bereits 1910 vom
ihm getrennt hatte, zurückkehrt.
Schrattenecker war zu Wohlstand
gekommen & verbringt seinen
Lebensabend in Österreich.
Anna Mayreder hält Schrattenecker
für ihren Sohn.
Am 30.10.1925 trifft ein Brief von
Frau Josephine Armsdorfer-Adams
ein, in dem sie schreibt, BARTLMÄ
sei ihr Mann gewesen, sie habe
mit ihm 2 Kinder

BARTLMÄ * 2.3.1915
&
JOSEPHINE * 12.8.1917

Hochzeitstag 14.3.1916. Es liegt ein
Foto bei, das die farbige Josephine
mit den beiden Kindern zeigt & ein
Hochzeitsbild mit BARTLMÄ .
BARTLMÄ war Straßenbahnschaffner
in Chicago gewesen und am 13.3.1925
bei einem Straßenbahnumfall ums
Anna will mit Schrattenecker nach
Amerika reisen, um die Kinder zu sehen.
Nach CHRISTIANs Tod kümmert sich
eine Nachbarin & jetzige Mesnerin um
Anna.
Am 10.4.1926 fährt Schrattenecker
mit den beiden Frauen in die USA.
Am 20.5.1926 kommt es in Chicago
zum Treffen zwischen Anna & ihrer
Schwiegertochter Josephine. Darauf-
hin bessert sich der Zustand Anna's
ziemlich schnell & wird annähernd
normal.
Vor der Amerikareise hatte Anna das
Haus & die Tischlerei verkauft &
kann so Josephine & die Kinder maß-
geblich unterstützen.
Anna stirbt am 15.9.1944
82-jährig
in Chicago.

JOSEPH
* 1845
+1865
keine genaueren
Ereignisse seines
Lebens bekannt.