Peace


Die Frage der Friedensfähigkeit der beteiligten Konfliktparteien mag angesichts der Entschlossenheit einerseits der völlig auf Kriegskurs eingeschwenkten politischen Klasse der USA - vom Militär wollen wir gar nicht reden - und dem gesellschaftpolitischen Rechtsruck dort, andererseits wegen der vom  herrschenden Taliban-Regime in Afghanistan ausgeübten Repression und faschistoiden Gesinnung der Al-Qaida als naiv beurteilt werden. Dennoch gibt es bis jetzt keine Friedensziele, sondern nur Kriegsziele. Die machtgeilen Europäer, die auf den Kriegszug aufspringen und unbedingt mitschießen wollen, gießen weiter Öl ins Feuer. Es ist längst kein "Krieg gegen den Terror" mehr (was sollte das auch sein?), sondern ein Krieg der stärksten Militärmacht der Welt gegen eines der ärmsten und unterentwickelsten Länder überhaupt. Ob dieser Krieg militärisch überhaupt zu gewinnen ist, wie die Exit-Bedingungen aussehen können, ist völlig unklar und wird hier auf der Seite der Diskussion militärischer Aspekte behandelt. Gerade deshalb müssen positive Friedenbedingen- und Möglichkeiten definiert werden. In loser Reihenfolge erscheinen hier Verweise auf Beiträge dazu.

Eine äußert bemerkenswerte Clinton-Rede an der Georgetown University vom 7.November 2001. Auszüge:
Mr. Clinton said the international terrorism that has only just reached the United States dates back thousands of years. "In the first Crusade, when the Christian soldiers took Jerusalem, they first burned a synagogue with 300 Jews in it and proceeded to kill every woman and child who was a Muslim on the Temple Mount. I can tell you that story is still being told today in the Middle East and we are still paying for it." Mr. Clinton said America needs to pay more attention to its enemies and to the way the United States is viewed by the rest of the world. "There are a lot of people that see the world differently than we do. It is quite important that we do more to build the pool of potential partners in the world and to shrink the pool of potential terrorists. And that has nothing to do with fighting, but that has to do with what else we do. Washington Times, 8.11.2001.
Robert Fisk. Hypocrisy, hatred and the war on terror. 'If the US attacks were an assault on "civilisation", why shouldn't Muslims regard the Afganistan attack as a war on Islam?' The Independent, 8. November 2001
7.11.01. Aufruf. Stoppt den Krieg in Afghanistan. Kein Kriegseinsatz der Bundeswehr. Helfen statt bombardieren. Bundesausschuss Friedensratschlag Deutschland.
Frankfurter Rundschau 5.11.01: Am Bombenkrieg in Afghanistan scheiden sich die Geister. Friedensforscher fordert neue Sicherheitspolitik / Großer Zuspruch für 28. Römerberg Gespräche in Frankfurter Paulskirche
Frankfurter Rundschau 5.11.01: Ernst-Otto Czempiel: Die Globalisierung schlägt zurück. Die Terrorakte in den USA zeigen: Außenwirtschafts- und Entwicklungspolitik müssen einem Paradigmenwechsel unterzogen werden.
Jean Baudrillard. L'esprit du terrorisme. Le Monde, 02.11.01
Der US-Völkerrechtsprofessor Francis Boyle hält den Afghanistan-Krieg für völkerrechtswidrig und nicht durch die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates gedeckt. US-Völkerrechtler: "Dieser Krieg ist illegal". Spiegel-Online, 31.10.01
Essay von Arundhati Roy. Krieg ist Frieden. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy nennt den amerikanischen Bombenkrieg "nur einen weiteren terroristischen Akt". Der Spiegel. 31.10.2001.
Jonathan Power. Mr. Bush is abusing both the UN and international law. The Transnational Foundation for Peace and Future Research (TFF), Schweden. 14. Oktober 2001.
Dick Bell & Michael Renner. Worldwatch Institute, Washington DC. A New Marshall Plan? Advancing Human Security and Controlling Terrorism. 9.Oktober 2001.
Robert Fisk: Our friends are killers, crooks and torturers. The Independent, 7. Oktober 2001
Rebecca Johnson. Editorial der Zeitschrift "Disarmament Diplomacy" (The Acronym Institute), September 2001. To Defeat Terrorism
Johan Galtung Statement zum Afghanistan-Krieg. "Wenn man Bin Laden tötet, entstehen zehn neue". Spiegel-Online, 21.9.01.
Jonathan Power. Is it possible for America to say 'Sorry'? The Transnational Foundation for Peace and Future Research (TFF), Schweden. 20. September 2001.
Jonathan Power. For the arrogance of power America now pays a terrible price. The Transnational Foundation for Peace and Future Research (TFF), Schweden. 12. September 2001.

Letzte Aktualisierung: 08.11.2001. Dr. Georg Schöfbänker