OTTONENPOST Ausgabe 4/2004
Kaiser Karl ist selig
Das offzielle Büchlein zur Seligsprechung von Pierre Vigne, Joseph-Marie Cassant, Anna Kaharina Emmerick, Maria Ludovica de Angelis und Kaiser Karl zum 3. Oktober 2004 enthält zum letztgenannten folgenden biographischen Text:

Karl, aus dem Hause Österreich wurde am 17. August 1887 auf Schloß Persenbeug in Niederösterreich geboren. Seine Eltern waren Erzherzog Otto und Prinzessin Maria Josepha von Sachsen, Tochter des letzten Königs von Sachsen. Kaiser Franz Joseph I. war Karls Großonkel.
Karl wurde bewusst katholisch erzogen und von Kindheit an durch eine Gruppe von Menschen im Gebet begleitet, da eine stigmatisierte Klosterfrau große Leiden und Angriffe gegen ihn prophezeit hatte. Daraus entstand nach dem Tod Karls die Kaiser-Karl-Gebetsliga für den Frieden der Völker - seit 1963 als Gebets-Gemeinschaft kirchlich anerkannt.
Schon früh wuchs in Karl eine große Liebe zur heiligsten Eucharistie und zum Herzen Jesu. Alle wichtigen Entscheidungen suchte er im Gebet.
Am 21. Oktober 1911 heiratete er Prinzessin Zita von Bourbon-Parma. In den gut zehn Jahren ihrer glücklichen und vorbildhaften Ehe wurden dem Paar acht Kinder geschenkt. Noch auf seinem Sterbebett sagte Karl zu Zita: "Ich liebe Dich unendlich!" Am 28. Juni 1914 wurde Karl infolge der Ermordung des Erzherzog Thronfolgers Franz Ferdinand durch einen Attentäter zum Thronfolger Österreich-Ungarns.
Mitten im Ersten Weltkrieg machte der Tod Kaiser Franz Joseps Karl am 21. November 1916 zum Kaiser von Österreich. Am 30. Dezember 1916 wurde er zum Apostolischen König von Ungarn gekrönt.
Auch diese Aufgabe sah Karl als Weg der Nachfolge Christi: In der Liebe zu seinen Völkern, in der Sorge um sie und in der Hingabe des Lebens für sie.
Die heiligste Pflicht eines Königs - für den Frieden zu sorgen - stellte Karl in den Mittelpunkt seiner Bemühungen während des Krieges. Als einziger aller Verantwortlichen unterstützte er die Friedensbemühungen Papst Benedikt XV.
Im Inneren bot er in schwieriger Zeit die Hand zu einer umfangreichen und beispielgebenden Sozialgesetzgebung im Sinne der christlichen Soziallehre.
Seine Haltung ermöglichte einen Übergang in die Nachkriegsordnung ohne Bürgerkrieg. Dennoch wurde er aus seiner Heimat verbannt.
Auf Wunsch des Papstes, der eine kommunistische Herrschaft in Mitteleuropa befürchtete, versuchte Karl, seine Regierungsverantwortung in Ungarn wieder herzustellen. Zwei Versuche scheiterten, da er unbedingt einen Bürgerkrieg vermeiden wollte.
Karl wurde nach Madeira ins Exil geschickt. Da er seine Aufgabe als einen Auftrag Gottes sah, konnte er sein Amt nicht zurücklegen.
Er lebte mit seiner Familie verarmt in einem feuchten Haus. Dort zog sich Karl eine tödliche Erkrankung zu, die er als Opfer für Frieden und Einheit seiner Völker annahm. Karl ertrug ohne Klagen, verzieh allen, die an ihm schuldig geworden waren und starb am 1. April 1922 mit dem Blick auf das Allerheiligste. Motto seines Lebens war, wie er noch am Sterbebett sagte: "Mein ganzes Bestreben ist immer, in allen Dingen den Willen Gottes möglichst klar zu erkennen und zu befolgen, und zwar auf das Vollkommenste".

 

Roland Weichselbaumer
Einige Eindrücke zur Seligsprechung in Rom
Im Rahmen der Reise des Bundes akademischer Katholischer Landsmannschaften habe ich gemeinsam mit meiner Familie teilgenommen. Das Kolosseum und das Forum Romanun sollten der erste Eindruck des antiken Roms werden. Am Abend des 1. Oktobers 2004 fand ein gemeinsamer Kommers e.v. KÖL Maximiliana Wien und e.v. Capitolina Rom im CV statt. Höhepunkt des Kommerses war die Bandverleihung an Kaplan Franz Xaver Brandmayr durch e.v. KÖL Maximiliana. Fast der gesamte Kommers wurde von einem Kamerateam des ORF gefilmt, ein paar Tage später war dann auch ein kurzer Beitrag im Fernsehen zu sehen.
Einen großen Eindruck machte der Gebetsabend und die Heilige Messe in der Basilika San Paolo fuori le mura, wo man den grossen Pilgerstrom aus vielen Ländern begegnete, besonders die Portugiesen aus Madeira machten diesen Eindruck aus.
Die Seligsprechung fand am 3. Oktober auf dem St. Petersplatz statt. Die Menschenmengen jubelten dem Papst zu, besonders auch am Ende als er einige deutsche Grußworte sowie anderen Sprachen sprach. Es zeigte sich in Rom, dass sich nicht nur ein kleiner konservativer Kreis von dieser Seligsprechung angesprochen fühlten, sondern auch viele andere Teile aus der katholischen Glaubenslandschaft Österreichs und natürlich aus vielen anderen Ländern prägten ein buntes Bild der Kirche. Auch viele Couleurstudenten aus den verschiedenen Verbänden waren zahlreich in der Menge und durch einige Chargierte vertreten.
Am Montag 4. Oktober gab es zum Abschluß einen Dankgottesdienst zu Ehren des seligen Kaiser Karls in der Basilika Santa Maria Maggiore.
Nebenbei hat jemand noch für unsere Ottonia vorort in Rom gespendet, die Reise selbst hat der Verbindung nichts gekostet. Mit viel Zuversicht für die Zukunft bin ich aus Rom zurückgekehrt.

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