Schulwitze aus alter Zeit

Folgen der Zerstreutheit
Ein Professor geht langsamen Schrittes auf die Post, um dort einige Briefe aufzugeben. Bei jedem Schritt bleibt er stehen und grübelt – man sieht, er ist mit der Lösung eines schwierigen Problems beschäftigt. Als er an den Postkasten herantritt, stürzt er plötzlich zu Boden und ist tot. Was war wohl die Ursache seines Todes? Zu seiner Zerstreutheit gab er anstatt des Briefes seinen Geist auf. (1899)


Kathederblüte
Professor Konfusius: „ Müller kommen Sie mal zu mir aus Katheder! Sie sind nicht wert, bei anständigen Menschen zu sitzen.“ (1899)


Kathederweisheit
Professor: „Über Homer ist viel, sehr viel gestritten worden. Sieben Städte beanspruchen die Ehre, des großen Dichters Geburtsort zu sein. – Nun, meine Herren, ich sage Ihnen: Es ist nicht sicher, daß es überhaupt einen Homer gegeben hat, aber das steht fest, daß er blind war.“ (1899)


Zerstreut
Der berühmte Professor Strits sitzt abends an seinem Schreibtisch und studiert eifrigst. Plötzlich öffnet sich die Tür und herein tritt das achtjährige Söhnchen des Gelehrten. Unwirsch dreht sich der Professor um und ruft: „Was willst Du denn?“
„Dir gute Nacht sagen, Papa!“
„Ach jetzt habe ich keine Zeit! Komm morgen früh wieder!“ (1899)


Aus der Schule
Lehrerin (diktierend): „Der Verfolgte floh, sank erschöpft unter einer Eiche nieder und schlief ein.“
Lieschen (schreibt): „Der verfolgte Floh sank erschöpft unter einer Eiche nieder und schlief ein.“ (1900)


Lehrer: „Wie heißen die drei Weisen aus dem Morgenland?“
Schüler: „Caspar, Melchiar und Balthasar.“
Lehrer: „Richtig. - Welcher von den Dreien war der Mohr?“
Schüler: „Der Schwarze.“ (1900)


Schlau
Herr: Sie haben ja runde Taschentücher, Herr Professor.
Professor: Ja, meine liebe Frau ist ungehalten, daß ich die Taschentücher durch meine vielen Knoten so ruiniere, und da will sie mir die Sache jetzt etwas erschweren.
(1901)


Höhere Schüler
Gymnasiast A: Teufel, jetzt sollen wir nach dreistündigen Biertrinken und Skatklopfen noch Hausübungen machen!
Gymnasiast B: Ja, es ist einfach ekelhaft, wie wir modernen Schüler überbürdet sind.
(1901)


Schulwitz
Groß war das Entsetzen des mathematischen Oberlehrers Professor Bort des Realgymnasiums in X., als er beim Beginn des Unterrichts auf der Schultafel der Quarta folgende Gleichung fand: Beiweis, daß Bort ein Rind ist. Voraussetzung:
Borte = Rinde. Gleiches von Gleichem subtrahiert gibt Gleiches. Man nehme von beiden Seiten der Gleichung das e fort. Also Bort = Rind. Quod erat demonstrandum.
(1901)


Ein Schlauberger
Professor: Kellner, die Sonne scheint mir zu sehr auf meinen Tisch. Drüben stehen ja eine ganze Masse Tische, auf welche die Sonne nicht scheint. Holen Sie mir einen davon her. (1903)


Wohlgemeint
Professor Fügsam (findet nachts unter seinem Bette einen Einbrecher): Sagen Sie mir mein Bester, was machen Sie denn da?
Strolch: Ich wollte nur bei Ihnen nächtigen!
Professor: Das ist aber recht unvorsichtig von Ihnen, mein Lieber, denn wenn Sie meine Frau hier vorfindet, die schmeißt Sie raus! (1904)


Kathederblüte
"Meier, was haben Sie dann da?"
"Nichts, Herr Professor."
"Na, dann legen Sie 's weg." (1911)


Modernes Märchen
Es war einmal ein Oberlehrer, der für die Abschaffung der Ferien stimmte. (1913)


Unüberlegt
Lehrer: Fritz, warum lachst du denn?
Fritz: Ach, ich dachte gerade an was.
Lehrer: Das verbitte ich mir! In der Schule hast du gar nicht zu denken! (1913)

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