Von alten Röhren....... und neuen Digitalchips.......
 
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2A3

Diese Triode gibt es in den Staaten schon seit den 30´er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Für mich schien sie interessant, weil preisgünstige Nachbauten in China scheinbar auf alten amerikanischen Maschinen nach wie vor gefertigt werden. Also ist diese Leistungstriode auch heute noch relativ leicht zu beschaffen.

Es sollte eine EF86 als Treiberröhre verwendet werden, da ich den sehr warmen Röhrensound der direkt geheizten 2A3 etwas heller "einfärben" wollte. Die Schaltung bekam eine Gleichstromheizung um den ungeliebten Restbrumm zu minimieren.



Auf eine Gegenkopplung wurde gänzlich verzichtet. Die Übertrager mit 2K5 Primärimpetanz kaufte ich bei der Fa. Welter und verbaute sie in ein externes Gehäuse um sie auch für andere Projekte verwenden zu können. Dieses Konzept hat sich sehr bewährt da es einige Leistungstrioden gibt die primärseitig ein Z von 2K5 benötigen.


Links zwei externe Ausgangsübertrager für prim. 2K5/2K3 Projekte von Fa.Welter


Leider verwendete ich zur Verbindung zum Übertrager vergoldete XLR- Steckverbindungen, diese sind aber für so hohe Spannungen ungeeignet, und man hört manchmal ein kurzes Knacksen (der Stecker) in den Lautsprechern wenn diese nicht richtig fest in den Buchsen sitzen.

Der Klang dieses Gerätes ist sehr "edel " nicht ganz so "dramatisch "wie eine 300B aber sehr ausgewogen und für 3W Ausgangsleistung erstaunlich "druckvoll". Eine 2A3 klingt an wirkungsgradstarken Lautsprechern immer sehr schön räumlich. Dieser Verstärker ist druckvoller und definitiv "schneller" als eine 300B Konstruktion.

Die verwendeten chinesischen Röhren sind leider sehr unterschiedlich in der Qualität, von 10 Stk. waren nur wenige "leise genug" für diese gegenkopplungslosen Schaltung. Die Sovtek-Variante der 2A3 lief besser und hat anscheinend eine längere Lebensdauer. Die Sovtek -Monoplate ist aber klanglich kaum unterschiedlich.

Am besten gefällt mir aber die 2A3-40 der Fa. JJ-Elektronic. Wahrscheinlich ist diese Röhre aber eine 300B mir 2,5V Heizung. Sie macht den besten Sound in dieser Schaltung!

Als Koppelkondensatoren habe ich Wima- MKP10  0,47mF 400V verwendet. Das Netzteil ist mit einer Diodengleichrichtung, einer 3300 mF Kondensator 10H Drossel Siebung aufgebaut.  Der Restbrumm (von der Heizung) ist trotz Gleichstromheizung noch leise hörbar. (nicht am Hörplatz)


Hier mit JJ-2A3-40 und EF86 als Treiber


Alles in allem will ich über die 2A3 nur Bestes berichten und man kann auch mal mit Rockmusik so richtig "aufspielen", auch mit nur ca. 3W Power.


300B

Natürlich wollte ich auch einen 300B-Verstärker in meiner Sammlung haben, ich stöberte ein wenig im web und fand bei ebay ein scheinbar günstiges Angebot. Auf den Fotos war ein eigentlich ganz netter vercromter Verstärker ohne Endröhren abgebildet. In Wirklichkeit ist ja immer alles anders und ich bekam ein zerbeultes Gehäuse und eine durch Seewasser (Salz) stark beeinträchtigte Schaltung. Aber mit all den feinen Teilen von denen man immer so viel Gutes hört, wie Vitamin-Q Ölpapierkondensatoren und überhaupt schienen die Bauteile alle ziemlich nach klanglichen Gesichtspunkten ausgesucht (hoffentlich) NOS.

Die Treiberröhren sind 6K7 mit Anodenkappe, alte RCA also scheint der Konstrukteur eine Western- Elektrik Schaltung als Vorlage verwendet zu haben. Ich musste alles zerlegen und reinigen das dauerte geraume Zeit und es machte auch irgendwie Spaß das Ding zu reparieren. Zwei chinesische 300B-98 wurden bestellt und in die gereinigten Sockel gesteckt. Die Gleichrichterröhre, eine chinesische 5Z3 tauschte ich gegen eine pingleiche 5U4 von RCA aus.


Alte amerikanische 5U4


Auch das Eingangspoti musste weichen und ich schloss einen selbst aufgebauten Stufenschalter (Elma-03) mit 100K an die Eingänge.


Verschiedene 6K7 und chinesische 300B-98


Nach einigen Tagen schienen die Endröhren eingebrannt und es konnte probegehört werden. Nun was da aus den Tannoys herauskam war nicht ganz der typische 300B-Sound wie ich es von einer Audionote P4 eines Freundes kannte.


Fertiger - Amp mit 6K7 - 5U4 - 300B


Natürlich färbte die 300B alles super ein ( weich, warm und fast schon dramatisch aufgeladen) aber es klang nicht so "langsam" und "topfig" wie so manche 300B Schaltungen die ich auf verschiedenen Ausstellungen gehört habe. Ich war mit dem Sound sehr zufrieden und hatte mit etwas Arbeit und Geduld einen preisgünstigen 300B Verstärker wieder zu neuem Leben verholfen, der wunderschön Kammermusik und an den Saba´s auch Stimmen sehr klar und lebendig wiedergeben kann. Für Rock und  "schnelle" Musik ist er aber nicht besonders geeignet.


6AS7G  -  6080  -  6H13

Diese indirekt geheizte Doppeltriode (man braucht also nur eine Leistungs-Röhre für Stereo) galt bei ihrer Einführung in den 50igern als hochmodernes Teil (zwei Trioden in einem Glaskörper). Konzipiert als Regel-Röhre für Netzteile kann man sie jedoch auch als "Audioröhre" verwenden. Die Industrieversion 6080 und die russische Schwester 6H13 sind auch heute noch preisgünstig zu bekommen. Leider haben sie alle nur einen Verstärkungsfaktor von knapp über 2 , benötigen also einen großen Spannungshub der Treiberröhre. Ich verwendete daher eine 2-stufige ECC83 Schaltung als Eingangsbeschaltung.


Original 6AS7G (großer Glaskörper) und RCA-6080 und Telefunken ECC83


Meine externen Welter-Übertrager können auch verwendet werden, da die 6AS7G mit einem Ausganstrafo von 2K5 zufrieden ist. Bei diesem Röhrentyp ist die Heizwicklung gut sichtbar sie "glüht " also bei Dunkelheit sehr schön, ein netter Nebeneffekt.

Das Netzteil besteht aus einer C-R-C Siebung und Koppelkondensatoren durften wieder Wima-MKP´s sein.


6AS7G - Ohne Ausgangstrafos mit Wechselstromheizung Treiberröhren 7025 (E83CC)


Mit ca. 2,5W Ausgangsleistung reißt man keine Bäume aus, aber an 96dB "Laut"-Sprechern kann man bereits zufrieden Musik hören. Durch die indirekte Heizung der Endröhren gibt es auch keine "Brumm-Probleme". Der Sound dieses Verstärkers klingt sehr frei (keine Gegenkopplung) und kann mit einer 2A3 "fast" mithalten. Nicht ganz so "aufgeladen" wie eine 300B oder 2A3 aber für klassische Musik ein sehr schöner Triodenklang.


 

6c45-pi

Beim Stöbern in Jogis Röhrenbude bin ich auf dieses kleine Wunderding gestoßen. Angeblich soll es ja in einer Radarkonsole in der russischen Army Dienst geschoben haben. Die Werte sind einer WE-437 sehr ähnlich (die ist aber ungleich teurer). Und da der Verstärkungsfaktor sehr hoch ist , ist es möglich mit nur einer Röhre einen vollständigen Amp zu bauen. Klingt das nicht verlockend ?



Ich habe einen solchen Verstärker für meinen Freund Norbert angefertigt, EZ81 Gleichrichtung Alles Ölpapierkondensatoren in der Siebung kein bisschen "Sand" in der Schaltung, und ein 5K Ausgangstrafos der Fa. Engel. Mit satten 1,5W betreibt er damit ein Paar Sabas zur vollsten Zufriedenheit.

Nun aber zu meinen "noch immer nicht fertigen" Probeaufbau.  Die Leistung schien mir zu gering, also 2 Röhren Single Ended- Parallel zusammenschalten!  Die Impedanz der Ausgangstrafos fällt von 5K auf die Hälfte und die Leistung steigt fast auf das Doppelte.

Da mein Wandler doch eine recht niedrige Ausgangspannung liefert baute ich kurzerhand dann noch eine Treiberstufe dazu. Eine externe Schaltung mit EZ80 und einer einzigen 6c45 !

 Willst du den Sound einer 6c45 musst du auch eine 6c45 als Treiber verwenden. Klingt doch überzeugend oder ?


6C45- Pre-Amp Testaufbau und fertiger 6C45 II-Amp ohne Abdeckung beide mit Gleichstromheizung


Zwischen beide Teile habe ich ein 100K- Poti (Elma-Stufenschalter) zur Lautstärkeregelung gehängt. Der Sound dieser Kombination ist derart transparent und räumlich das ich nur so staunte.

Der oft als "behäbig" und "schönfärberisch" wahrgenommen Triodensound ist hier nicht vorhanden. Ein unverzerrter Zugang zur Musik tut sich auf wie ich es kaum zuvor gehört habe.  Der Detailreichtum verschiedener Aufnahmen ist bewundernswert.  Nun kann ich auch die Suche der Autoren der Veröffentlichung " Höchst empfindlich" nach mehr Details und Sprachverständlichkeit nachempfinden. Die Sänger stehen frei im Raum , die Tiefenstaffelung bei großen Orchestern ist überragend. Man kann die ganze Elektronik die herumsteht im Gedanken leicht ausblenden und nur Musik hören.

 Meine derzeitigen Lieblingsverstärker.


Dieser Eigenbau PCC88-PC86 Vorverstärker wurde auch zum Testen der Trioden-Amps verwendet.

 

 
 
 
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