Petrus Wippel - Die Musik:
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siehe auch: SR - Austrian Popular Music Archive

Mit 12 lernte ich Gitarre spielen, mit 17 hatte ich meine erste E-Gitarre, diese baute ich jedoch bald um zu einem E-Bass.

1967: zum ersten Mal auf der Bühne mit meiner eigenen Band (ohne Namen):
Hansi Bayer: git
Charly Renner: drums
Petrus Wippel: ebass, voc


1968: Gründung der Underground- Rockgruppe THE TIME mit dem legendären, am 1.7.86 an Leberzirrhose verstorbenen Nestor der Südostösterreichischen Rockmusik, dem "Lang Fredl". Der hochintelligente, später zum Doktor der Rechte promovierte, ansonsten ziemlich ausgerastete, möglicherweise erste Punker (dieser Ausdruck war noch nicht erfunden) der Rockgeschichte, spielte zuvor in der 1966 gegründeten Gruppe:

The Dirtles:
Fredl Lang: solo-git., voc
Helmut "Schiffkowitz" Röhrling : rhythm.-git., voc
Fritz "Goochie" (heute: "Boris") Bukowski: drums, voc
Erich Reinberger: ebass


The Dirtles (v.li.): Bukowski, Lang, Schiffkowitz, Reinberger

Der wegen seiner schwerverdaulichen Allüren gefeuerte Fredl (an seine Stelle tritt Josef "Pepsch" Jandrisits und die Band nennt sich fortan Music Machine, s.u.) sucht neue Kumpanen des Wahnsinns und findet sie in:

The Time:
Fredl Lang: solo-git, voc
Karl "Charly" Renner (vorher zusammen mit Josef "Pepsch" Jandrisits bei den "Rocking Stars" und "The Starfighters"): drums
Harald Hasenhündl, keyb., voc
Wolfgang Kracher rhythm-git, voc
Petrus Wippel, ebass, voc.

Lang Fredl und The Time
The Time (v.li.):
Lang, Renner, Wippel, Kracher (letzterer teilweise verdeckt von unbekannter jungen Dame)

Ich spielte ursprünglich Rhythmusgitarre, dann aber Bass anstelle von Hasenhündl, welcher zur Orgel wechselte. Erstes Konzert am 26.12.68 im Kulturhaus Fürstenfeld unter Einfluß von "Drogen" (irgendwelche Tabletten mit hauptsächlich abführender Wirkung)

THE NEW TIME:
1969 stoßen Peter Szammer und Franz Posch dazu. Letzterem, hochtalentiert, aber erst 16 Jahre alt, wurde nach kurzer Zeit von seinen Eltern der Umgang mit uns Wilden verboten (aus Sorge um sein Seelenheil?); an seine Stelle tritt Günther Timischl (heute das "zweite S" von STS), die Gruppe nennt sich nun:

The New Time:
Alfred Lang: sologit, voc
Peter Szammer: drums
Harald Hasenhündl: keyb., voc
Günter Timischl: rhythmusgit, voc
Petrus Wippel, ebass, oc.

erstes Konzert am 7.4.1969. Drei Monate später steigen Szammer und Timischl aus und gründen MAGIC 69, ich wechsle zur MUSIC MACHINE.


1969: Einstieg bei der Rockband MUSIC MACHINE: anstelle des ausscheidenden Bassisten Erich Reinberger.

musicmachine1.jpg (18611 bytes)
Music Machine. Urbesetzung (v. li.):  Reinberger, Jandrisits, Bukowski (vorne), Schiffkowitz

Music Machine:
Josef "Pepsch" Jandrisits: sologit, voc (Komponist des STS-Hits "Fürstenfeld")
bis 1970: Schiffkowitz: rhythmgit, voc (heute das "dritte S" von STS)
1970: Michael Millner: piano (später Turning Point, dann Gastmusiker bei STS)
Boris "Goochie" Bukowski: drums, voc (Magic 69, heute Solokarriere)
Petrus Wippel: ebass,voc

MM4er.jpg (23468 bytes)
Music Machine
(v. li.): Jandrisits, Bukowski, Schiffkowitz, Millner (hinten am keyboard), Wippel.

Zitat Tagespost in der Ankündigung eines gemeinsamen Konzerts mit der Freejazz Improvisation Group des Akademieprofessors Eje Thelin: "Die Music Machine, den Lesern der Tagespost von der Popseite her bestens bekannt, zählt zu den besten österreichischen Pop-Gruppen... Vor drei Jahren war es noch völlig undenkbar - Jetzt werden zum ersten Mal in Österreich eine Pop-Gruppe und ein Jazz-Ensemble gemeinsam auftreten. Dieser Versuch soll der Internationalen Entwicklung Rechnung tragen, die eine Annäherung und teilweise Verschmelzung der beiden klassischen Richtungen gebracht hat."

Plakat des Künstlers "Country" Franz Landl, damals unser Ton- und Lichttechniker

1970: Die urprünglich "klassische Beatles 4-er Besetzung" wurde ergänzt durch den Pianisten Michael Millner, der bei allen Liveauftritten darauf bestand, einen frisch gestimmten Konzertflügel auf der Bühne vorzufinden (schlepp, schwitz!)

Musikbeispiel im Rockarchiv Steiermark

1971: Aufgrund musikalischer Differenzen verlassen die beiden musischen Schöngeister Millner und Schiffkowitz die Band und der harte, wilde und laute Kern macht als Dreierpartie weiter. Das Programm besteht auch großenteils aus Nummern ebensolcher Bands (wie Cream, Taste, Jimi Hendrix...)


Music Machine als Trio
(v. li.): Petrus Wippel. Boris Bukowski, Josef Jandrisits

Nach Teilnahme am steirischen Bandwettbewerb souveräner Sieg, neben einem Pokal viele wertvolle Sachpreise (wie z.B. Autoatlas, Suppennudeln, Kaffehäferl...)
Spielt beim ersten "Steirischen Woodstock", dem 2-Tage Open Air auf dem Gelände von Schloß Poppendorf vor dem Headliner Novak´s Kapelle aus Wien - und diese an die Wand. Letztere mußten - nach kurzer Spielzeit von den mehreren tausend Zuhörern ausgepfiffen - fluchtartig das Gelände verlassen.
Dutzende Konzerte, u.a. vor der Grazer Oper (Bildunterschrift des Fotos auf der Titelseite der Kleinen Zeitung vom 20.Juni1971: "Ohrenbetäubende Beat-Musik tönt von der Rampe der Oper, junge Leute hocken im Becken des Springbrunnens, ältere Semester schütteln den Kopf: 1. Grazer Kunstmarkt."),
Konzerte bei Dichterlesungen der linken Literaturszene, Jam Sessions mit Gastmusikern der Jazzakademie, erste Multimedia Versuche...
Da die musikalische Form des Trios jedoch nicht der Weisheit letzter Schluß schien, hielten wir Ausschau nach neuen Musikern, und zwar -nicht unbescheiden- nach den besten:


1972: Gründung der Rockgruppe MASHUUN
drei hochkarätige Bands mußten dran glauben oder zumindest kräftig Haare lassen, um diese Gruppe zu gründen: von der MAGIC 69 kommen Franz Posch und Peter Szammer, von der Grazer Band MEPHISTO Gert Steinbäcker, der dort zusammen mit Thomas Spitzer (beide später EAV) spielte, von der MUSIC MACHINE Pepsch Jandrisits und ich.

mashuun.jpg (18447 bytes)

Mashuun (v.li.):
Peter Szammer: drums (später Gastmusiker und Tontechniker bei STS)
Franz Posch: git (später u.a.bei Turning Point)
Josef Jandrisits: git (später u.a. bei der legendären deutschen Krautrock-Formation Guru Guru)
Petrus Wippel: bass
Wolfgang Erwa: tontechnik
Gert Steinbäcker: vocals (später EAV, heute das "erste S" von STS)

Erster Auftritt am 24.Juni 1972. Kleine Zeitung: "Eine neue steirische "Super-Group" gibt heute um 19 Uhr in Fürstenfeld ihr Debüt. Sie rekrutiert sich aus Musikern von Gruppen, die bis vor kürzerem noch gut und teuer waren...". Die Gruppe spielt - mit Ausnahme eines Rock´n Roll Medley´s - ausschließlich Eigenkompositionen.
Zitat OZ: "Sie spielen einen Stil, der nur sehr schwer zu kategorisieren ist. Das Repertoire ist äußerst abwechslungsreich, es erstreckt sich von Konzertgitarrestücken (Anm. d. Red.: wirft STS bereits seine Schatten voraus?) über elektronische Effekte und Tonmalerei bis zum aggressiven Rock. Akustische und visuelle Elemente bilden eine harmonische Einheit."
Erster Platz von 35 Teilnehmern bei einem Bandwettbewerb der deutschen Schallplattenzeitschrift fono forum und des Tonbandherstellers BASF.


Mashuun on stage (v. li.): Pepsch Jandrisits
, Franz Posch, Gert Steinbäcker, Petrus Wippel, Peter Szammer

Eigenbau einer innovativen, bis dato einmaligen HiFi-Musikbeschallungsanlage ( nennt man heute PA ), von mir entworfen und konzipiert, von uns allen gemeinsam gebaut - Zu einer Zeit, wo ein Gesangsverstärker mit zwei Breitbandlautsprecherboxen schon das höchste der Gefühle war. Kronen Zeitung: "Mashuun ist in der Steiermark schon eine ziemlich bekannte Größe. Gustostückerl der Band ist ihre selbstgebaute Verstärkeranlage."
Technische Daten: Aktives 3-weg PA, ausschließlich mit Exponentialsystemen bestückt, Gesamtausgangsleistung: 1kW, Mischpult mit 14 Kanälen, 3-fach EQ, eingebauter Hall, Bühnenmonitore, Direktabnehmer (heißt heute DI-Box, sprich: di-ai box; war damals noch nicht erfunden, glaub´ ich), Ultrageiler Sound für die Zeit. Lichtanlage: 12 Spots a 300W mit Glasfarbfiltern. Da auch auf Showeffekte großer Wert gelegt wurde, gab es Accessoires wie Tongeneratoren, Leuchtraketen, Feuerzauber...

Am 10.02.1973 Livemitschnitt eines Konzerts für eine LP zusammen mit der Gruppe Magic 69. Das Masterband war fertig, das Cover gedruckt, das Projekt scheiterte aber am Einspruch letzterer.


Doppel-LP: "Underground Made in Styria" mit Mashuun und Magic 69
(Rex Record RRL 008)

Musikbeispiele im Rockarchiv Steiermark

Die Gruppe erreichte innerhalb kurzer Zeit regelrechten Kultstatus (Frido Hütter -bekanntermaßen eher kritisch- am Schluß eines sehr positiven, ganzseitigen Bandreports in der Kleinen Zeitung: "Soweit die MASHUUN. Gesagt sei, daß es in diesem Rahmen wirklich schwer ist, etwas über eine Gruppe zu schreiben, die ein wenig außerhalb der Norm steht. Wem´s zu enthusiastisch klang: Selbst anhören und ein eigenes Urteil bilden, hilft dagegen.")

Mashuun verläßt nach zwei Dutzend Auftritten 1973 Österreich, um in Deutschland groß rauszukommen. Wir finden ein Haus im Taunus Nähe Frankfurt/Main, müssen jedoch bald jobben um zu überleben und trennen uns 1974 nach mehrmonatiger WG-Erfahrung - ohne je mehr einen Ton gemeinsam gespielt zu haben. Nach dieser Enttäuschung hänge ich meinen E-Bass an den Nagel, verkaufe ihn an Gert (Steinbäcker) und widme mich fortan der Tontechnik.


1987: CARL PEYER (Hit: "Romeo and Julia"- Musik v. Nino Holm, Text v. Thomas Spitzer, beide EAV).
Auf Drängen meines langjährigen Schulfreundes greife ich wieder zum Bass (den ich inzwischen von Gert zurückgekauft habe) und spiele eine Tournee in seiner Band. Mit dabei u.a. Josef Jandrisits an der egitarre.


1998: Project BLU:
Blue Thier : voc
Nino Holm (ex EAV): git, voc
Norbert Decker (Coco Band): sax, keyb, voc
Gerhard Schneller (ex Alzheimer Schamanen): drums
Petrus Wippel: ebass

seit 1998 sporadische Jam-Sessions mit wechselnden Gastmusikern
der harte Kern war:
Markus Zeiner (ex Vögel Europas, Antique Ants, Soloprojekt kelvin raah): git
Gerhard Schneller: drums
Alfons Kammerlander (Da-Fonz): voc
Petrus Wippel: bass

seit 2001 mit:
Peter Szammer (ex Time, Mashuun, Magic 69, STS): drums
Andi Beit (ex Magic 69, Blizz Frizz): hammond, keyb.
Ewald Beit (STS): keyboards
Klaus Ambrosch (Jack LeMonds, Maoam, etc.): git

Gastmusiker, u.a.:
Nino Holm (ex EAV): git, keyb
Reinhard Weixler (Blizz Frizz): voc
Michael Millner (ex Music Machine): keyb
Franz Posch (ex Time, Mashuun, Magic 69): git
Kametler Christian  (Blue Groove): git
Wolfram "Woofy" Abt (0pus, STS): bass
Erich Reinberger (ex Music Machine): bass
Franz Zettl (STS): brass
Josef Jandrisits (ex Music Machine, Mashuun, Guru Guru): git, voc
Franz Kaltenecker (The Earls): keyb
Thomas Stimpfl (The Earls): git
Erich Sammer: git
Ingrid Moser (Die Dolen): voc
Achim Kirchmair (Die Dolen): git
Tom Rohm: git, voc
Hannes Urdl: drums, git, voc
Arthur Fandl: bass, trombone


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