Konzeption für "Haus der Geschichte" in Begutachtung

Das geplante "Haus der Geschichte" steht zwar noch längst nicht, hat aber schon etliches an Geldmitteln in Anspruch genommen.


Bisher kostete die Konzeption des Langzeitprojekts der Republik rund 205.300 Euro, ergab die Anfragebeantwortung von Kulturministerin Claudia Schmied (S) an die FPÖ-Abgeordnete Heidemarie Unterreiner. Im Plan scheint man mit der Auftragsvergabe jedenfalls zu sein, ein Detailkonzept ist seit Ende März in Begutachtung.

Die Machbarkeitsstudie, welche die Historiker Stefan Karner und Manfried Rauchensteiner schon 1999 erstellt haben, kostete laut Angaben des Unterrichtsministeriums 64.680 Euro. Hinzu kommen die Kosten für eine "Roadmap" zum "Haus der Geschichte der Republik Österreich", die eine Arbeitsgruppe im Juni 2007 fertigstellte. Kostenpunkt: 58.600 Euro. Und schließlich das nunmehr vorliegende Konzept der der Gruppe Haas/LORD, dessen Kosten sich Bundeskanzleramt, Finanzministerium, Unterrichts- und Wissenschaftsministerium aufgeteilt haben mit je 20.500 Euro.

Einrichtung. Gespart hat man auch nicht mit der Einrichtung diverser Gremien, um das Projekt voranzutreiben. So gab es bis jetzt eine "Arbeitsgruppe zur Vorbereitung einer Fachtagung", eine "Arbeitsgruppe zur Erstellung eines Fahrplanes (Roadmap)", ein "Expertenkomitee der Arbeitsgruppe zur Erstellung einer Roadmap" sowie einen Lenkungsausschuss. Bei den Kosten noch nicht miteingerechnet sind diverse bereits stattgefundene Evaluierungen, ebensowenig wie jene für eine Machbarkeitsstudie zu einem "Haus der Toleranz" aus dem Jahr 1999.

Zusammenhang? Einen Zusammenhang zwischen der derzeit im Parlament eingerichteten Republiksausstellung und dem "Haus der Geschichte" sieht Schmied nicht. Bis jetzt hatte es geheißen, die Schau sei eine Vorstufe dazu. Die Ministerin betont jedoch, dass einige Bundesländer Interesse an der Republiksausstellung gezeigt hätten.

Standort. Unterreiner zeigt sich gegenüber der APA enttäuscht von der Anfragebeantwortung. Auf die "großen Fragen", etwa zu Standort und Budget, sei die Ministerin nicht eingegangen. Die blaue Abgeordnete fordert zumindest ein zügiges Voranschreiten beim zeitgeschichtlichen Prestigeprojekt der Republik. Die bisher entstandenen Kosten regen sie nicht auf, immerhin hätten einige namhafte Experten daran gearbeitet.  

Kleine Zeitung  9.4.09