Psychologische Praxis

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü

Herzratenvariabilität (HRV)

Therapie

HERZRATENVARIABILITÄT (HRV)

Unter Herzratenvariabilität versteht man die Fähigkeit eines Organismus, die Frequenz des Herzrhythmus zu verändern. Auch im Ruhezustand treten spontan Veränderungen des zeitlichen Abstandes zwischen zwei Herzschlägen auf. Über autonome physiologische Regulationswege passt ein gesunder Organismus die Herzschlagrate beständig an, um Aufgaben mit unterschiedlichen Erfordernissen bewältigen zu können. Körperliche Beanspruchung oder psychische Belastung hat in der Regel eine Erhöhung der Herzfrequenz zur Folge, die bei Entlastung und Entspannung normalerweise wieder zurückgeht. Dabei zeigt sich eine höhere Anpassungsfähigkeit an Belastungen in einer größeren Variabilität der Herzfrequenz. Unter chronischer Stressbelastung kommt es allerdings in Folge zu einer Herabsetzung der Herzratenvariabilität.

Die Regelung von Körperfunktionen - so auch die Herztätigkeit - wird über das vegetative Nervensystem vermittelt und stellt die Schnittstelle zwischen Körper und Geist dar. Im vegetativen Nervensystem gibt es zwei Gegenspieler, die gegensätzlichen Einfluss auf unseren Körper haben: Den Parasysmpathikus, der im Wesentlichen für Ruhe und Regeneration sorgt und den Sympathikus, der unseren Körper aktiviert. Man kann Parasympathikus und Sympathikus am besten mit einer Bremse und dem Gaspedal eines Autos vergleichen. Steht man zu lange am Gaspedal, dann fügen wir unserem Körper Schaden zu. Bei chronischen Stresserkrankungen ist eine Sympathikusdominanz zu beobachten, die zu einer Vielzahl an Beschwerden führt.
Mit einer HRV-Messung kann man einerseits die Auswirkung von Stress auf die Herzratenvariabilität aufzeigen und andererseits kann über ein spezielles Training (HRV-Biofeedback-Kohärenz-Training) das Ungleichgewicht zwischen Parasympathikus und Sympathikus wieder hergestellt werden. Wenn der Betreffende gelernt hat richtig zu entspannen, wird das parasympathische System (=innere Bremse) gestärkt und es kommt zur Synchronisation von Atmung, Herzschlag und Blutdruck. Im Zustand der Kohärenz werden Regenerationsprozesse angeregt, die zur körperlichen und geistigen Erholung führen.

Gering ausgeprägte Herzfrequenzvariabilität bei hoher Ruhefrequenz. Hier überwiegt weitgehend der sympathische Einfluss.

Gut ausgeprägte Herzfrequenzvariabilität bei durchschnittlicher Ruhefrequenz. Gute parasympathische Regulation in Ruhe.

Beispiel einer ungenügenden autonomen Regulation. Die sympathische Aktivität überwiegt stark.

 




Anmerkung:
Der HRV-Stresstest versteht sich nicht als medizinische Diagnostik, sondern dient ausschließlich dazu den psychischen Zusammenhang zwischen Körper und Geist aufzuzeigen und zu beeinflussen.

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü