Der Merkur hat die sonnennächste Bahn. Er kann deshalb von uns nur um den Zeitpunkt seiner größten östlichen oder westlichen Elongation gesehen werden. Merkur und Venus zeigen wie unser Mond den Wechsel von Lichtphasen. Sie sind allerdings nur im guten Fernrohr zu erkennen.
Wie die Venus-Merkur-Sonde "Mariner 10" in den Jahren 1974 und 1975 durch zahlreiche Nahaufnahmen und Messungen nachgewiesen hat, hat Merkur eine starke Ähnlichkeit mit unserem Mond. Auch er ist mit Kratern, Strahlensystemen, Rillen und Berglandschaften übersät. Da Merkur eine größere Schwerebeschleunigung als der Mond besitzt, ist die Materie aus den Einschlagkratern allerdings weniger weit als auf dem Mond ausgeworfen worden. Ebenfalls finden sich auf der Merkuroberfläche ausgedehnte dunkle Ebenen, die "Merkurmeere", die hier allerdings als Planitiae (=Ebenen) bezeichnet werden. Eine große Merkurebene von 1300 km Durchmesser ist die Caloris Planitia (lat.: Glutebene).
Dieser Name deutet schon auf die enormen Hitzegrade von über 400°C hin, die dann auf dem Merkur erreicht werden, wenn er in Sonnennähe (grch.: Perihel) steht. Bei Sonnenferne (grch.: Aphel) beträgt die Temperatur des Merkurs an den heißesten Stellen 285°C.
Auf der Nachtseite hingegen herrscht eine eisige Kälte von bis zu -180°C. Diese starken Temperaturunterschiede hängen auch mit der Tatsache zusammen, daß der Merkurtag und die Merkurnacht ungewöhnlich lang sind. Ein voller Tag- und Nachtkreislauf dauert auf dem Merkur nämlich 58,65 Erdentage, was genau 2/3 der Umlaufzeit entspricht.
Ein Merkurmond wurde von "Mariner 10" nicht entdeckt.
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Bibliographie:
"NSSDC Photo Gallery"
"NASA Homepage"
"Astronomie als Hobby" - erschienen im Falken - Verlag, 1989
"Atlas zur Astronomie" - erschienen im Deutschen Taschenbuch Verlag, 1990
"Das Weltall" - erschienen im Kaiser Verlag, 1990
"The Pictorical History of World Spacecraft" - erschienen im Exeter Books Verlag, 1988
"Der neue Kosmos 6. Auflage" - erschienen im Springer Verlag Berlin Heidelberg, 1999