Georgien

Sommer 2003

Unterwegs mit dem Fahrrad

Die Strassen sind meist asphaltiert mit vielen Schlaglöchern, aber mit dem Fahrrad ist es kein Problem diesen auszuweichen. Wegen der Unebenheiten spart ein Stoßdämpfer viel Kraft. Es liegt zwar oft Glas auf der Strasse, wir hatten aber Gott sei Dank keine einzige Panne.
Die Autofahrer — sogar die LKW-Fahrer — lassen den Radfahrern viel Platz und sind recht rücksichtsvoll. Da sowieso alle soweit wie möglich in der Mitte der Straße fahren (am wenigsten Löcher), hat man rechts immer viel Platz. Die einzige Gefahr ist eher von vorne: jemand überholt, obwohl ein Radfahrer entgegenkommt. Bei anderen Reiseberichten haben wir gelesen, dass oft betrunkene Autofahrer unterwegs sind, dies können wir nicht bestätigen. Es wird halt öfter in Schlangenlinien gefahren, um den Schlaglöchern auszuweichen.
Nur in Tbilisi kann man Radfahren vergessen, hier gilt das Recht des Stärkeren. Es gibt auch so gut wie keine Ampeln.
Die Infrastruktur ist sehr gut, es gibt dauernd Essensstände, Obststände, kleinere Geschäfte oder Trinkwasserbrunnen — man braucht also nicht viel Ess- bzw. Trinkbares mitzuschleppen. Fahrradwerkstätten haben wir keine gesehen.
Die Polizei mag zwar von den Autofahrern gern in die eigene Tasche kassieren, uns haben sie immer nur aufgehalten, um zu Quatschen.
Das Wetter war im Juni sehr angenehm zum Radfahren, tagsüber so um 20 °C – 25 °C, starker Wind war nur an einem Tag. Ab 3. Juli ist es dann heiß geworden, tagsüber > 30 °C.
Hunde sind Radfahrer nicht gewohnt, sie kommen oft bellend dahergelaufen und laufen ganz knapp nebenher. Wir sind draufgekommen, wenn man sie anschreit – egal in welcher Sprache – verschwinden sie ganz kleinlaut.
Die Leute in Georgien sind sehr freundlich und hilfsbereit. Außer den ganz Jungen kann fast jeder Russisch. Wir wurden nie ignoriert oder unfreundlich behandelt, weil wir auf Russisch und nicht auf Georgisch fragten. Ohne Russischkenntnisse wäre ein individuelles Reisen sicher sehr schwer und man versäumt den Kontakt zur Bevölkerung. Da kaum Werbung gemacht wird und fast nie Hinweisschilder sind, muss man immer wieder nach dem Weg oder einem Hotel fragen.
 
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