Die
Strassen sind meist asphaltiert mit vielen Schlaglöchern, aber mit dem Fahrrad ist es kein
Problem diesen auszuweichen. Wegen der Unebenheiten spart ein Stoßdämpfer
viel Kraft. Es liegt zwar oft Glas auf der Strasse, wir hatten
aber Gott sei Dank keine einzige Panne.
Die Autofahrer — sogar die LKW-Fahrer — lassen den Radfahrern
viel Platz und sind recht rücksichtsvoll. Da sowieso alle soweit
wie möglich in der Mitte der Straße fahren (am wenigsten
Löcher), hat man rechts immer viel Platz. Die einzige Gefahr
ist eher von vorne: jemand überholt, obwohl ein Radfahrer entgegenkommt.
Bei anderen Reiseberichten haben wir gelesen, dass oft betrunkene
Autofahrer unterwegs sind, dies können wir nicht bestätigen.
Es wird halt öfter in Schlangenlinien gefahren, um den Schlaglöchern
auszuweichen.
Nur in Tbilisi kann man Radfahren vergessen, hier gilt das Recht
des Stärkeren. Es gibt auch so gut wie keine Ampeln.
Die Infrastruktur ist sehr gut, es gibt dauernd Essensstände,
Obststände, kleinere Geschäfte oder Trinkwasserbrunnen — man
braucht also nicht viel Ess- bzw. Trinkbares mitzuschleppen. Fahrradwerkstätten
haben wir keine gesehen.
Die Polizei mag zwar von den Autofahrern gern in die eigene Tasche
kassieren, uns haben sie immer nur aufgehalten, um zu Quatschen.
Das Wetter war im Juni sehr angenehm zum Radfahren, tagsüber
so um 20 °C – 25 °C, starker Wind war nur an einem
Tag. Ab 3. Juli ist es dann heiß geworden, tagsüber > 30 °C.
Hunde sind Radfahrer nicht gewohnt, sie kommen oft bellend dahergelaufen
und laufen ganz knapp nebenher. Wir sind draufgekommen, wenn man
sie anschreit – egal in welcher Sprache – verschwinden
sie ganz kleinlaut.
Die Leute in Georgien sind sehr freundlich und hilfsbereit. Außer
den ganz Jungen kann fast jeder Russisch. Wir wurden nie ignoriert
oder unfreundlich behandelt, weil wir auf Russisch und nicht auf
Georgisch fragten. Ohne Russischkenntnisse wäre ein individuelles
Reisen sicher sehr schwer und man versäumt den Kontakt zur Bevölkerung.
Da kaum Werbung gemacht wird und fast nie Hinweisschilder sind, muss
man immer wieder nach dem Weg oder einem Hotel fragen. |