Gespenstschrecken
Phasmatodea


Die Gespenstschrecken (Phasmatodea), auch Phasmiden genannt, sind eine Ordnung der Insekten und gehören zu den Fluginsekten. Alle bekannten 2.500 Arten leben in tropischen und subtropischen Gebieten, vor allem in der orientalischen Region.
Je nach Gattung und Aussehen werden diese Insekten auch Stabschrecken, Wandelnde Blätter oder Wandelnde Äste genannt. Vielfach werden diese Insekten in der deutschen Sprache auch Stabheuschrecken genannt.
Die Körperlänge der Tiere beträgt zwischen 5 und 180 Millimeter, die Riesen-Stabschrecke Pharnacia serratipes kann bis zu 280 Millimeter lang werden und ist damit das längste bekannte Insekt überhaupt. Alle Gespenstschrecken sind Pflanzenfresser.
Die Gespenstschrecken zeichnen sich häufig durch einen extrem langen und dünnen Körper aus (Stabschrecken) oder ihr Körper ist blattartig verbreitert (Wandelndes Blatt). Mit diesem Körper ähneln sie immer Teilen von Pflanzen (Stängel, Äste, Blätter), in deren Umgebung sie leben. Mit Hilfe dieser Tarnung sind sie insbesondere für ihre Fressfeinden nur schwer zu entdecken. Die Färbung ist meist bräunlich bis grün, nur die Männchen sind bei einigen Arten auffallend bunt, wobei rot vorherrscht. Einige Arten sind flügellos während andere extrem vergrößerte Flügel haben, die den gesamten Körper weiträumig verdecken.
Die Entwicklungsdauer der Embryos beträgt etwa fünf bis sechs Monate, die der Nymphen vier bis sechs Monate. Weibchen leben bis zu einem Jahr lang, die Männchen werden drei bis fünf Monate alt.
Die Gespenstschrecken wandeln zur Fortbewegung nur bedächtig umher. Vorwiegend bewegen sie sich in der Nacht fort und verharren tagsüber am gleichen Ort. Trotzdem sind sie in der Lage sich aktiv gegen Fressfeinde zur Wehr zu setzen. Dazu strecken sie ihre Hinterbeine aufgeklappt in die Luft und verharren bis sich der Feind nähert. Dann schlagen sie ihre Hinterbeine zusammen und üben Druck auf ihren Feind aus, was bei größeren Tieren durch die Stachelauswüchse recht schmerzhaft sein kann. Diesen Vorgang wiederholen sie in unregelmäßigen Abständen. Zudem schaukeln viele Gattungen hin und her, um dadurch sich im Wind schaukelnde Pflanzenteile nachzuahmen. Zusätzlich zum Aussehen tarnen sich die Gespenstschrecken dadurch vor ihren Fressfeinden.
Die Gespenstschrecken legen ihre Eier einzeln ab. Diese sind meistens derbschalig und mit einem deutlichen Deckel versehen. Eine große Anzahl an Stabschrecken und Gespenstschrecken pflanzen sich jungfräulich fort (Parthenogenese), d. h. ohne sexuellen Kontakt. Viele Arten besitzen außerdem die Fähigkeit, Extremitäten an vorgesehenen Bruchstellen zwischen Schenkel und Schenkelring abzuwerfen und diese, bei der nächsten Häutung, wieder zu ersetzen.



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Australische Gespensterschrecke
Extatosoma tiaratum

Sehr leicht haltbare, nachtaktive Phasmidenart welche leicht zu vermehren ist und unempfindlich gegen Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen.

Kommen vor in der Strauch- und Baumvegetation des tropischen Trockenwaldes Australiens. Die Weibchen werden bis zu 15cm groß, besitzen nur Stummelflügel und sind größer und plumper gebaut. Die Männchen werden nur 9 cm und sind geflügelt. Die Haltungstemperatur sollte um 25 - 28°C und die Luftfeuchtigkeit bei 50 - 70% liegen.

Riesengespenstheuschrecke
Eurycantha calcarata

Eurycantha calcarata kommt vor in Papua Neu Guinea. Die Weibchen werden bis 13 cm groß, die Männchen bis ca 10 cm.
Die Temperatur sollte bei 22- 30° Celsius liegen. Diese Art ist relativ robust, und verträgt notfalls auch Temperaturen von 20° C. Sie scheinen wenig anspruchsvoll bezüglich der Luftfeuchtigkeit zu sein, sollten jedoch öfters angesprüht werden, damit sie trinken können. Die Weibchen legen die Eier im Bodengrund ab, daher sollte Sand oder ein Sand- Torf Gemisch eingebracht werden. Eine Schicht älterer, vertrockneter Futterpflanzen kann als Ersatz für einen richtigen Bodengrund dienen.
Lebensdauer gut 1 Jahr. Die Männchen sind im Gegensatz zu vielen anderen Phasmidenarten ebenfalls sehr langlebig

Geflügelte Stabschrecke
Sipyloidea sipylus

Die geflügelten Stabschrecken sind eine sehr häufige in der Terraristik anzutreffende Phasmidenart welche sehr leicht nachgezogen werden kann.

Sie kommt vor in Australien, Malaysia und Madagaskar. Die Weibchen werden bis 11 cm groß, die Männchen bis ca 6 cm. Beide Geschlechter haben gut ausgebildete Flügel welche sie auch benutzen. Die Tiere fressen im Terrarium Himbeerblätter sowie Brombeerblätter im Winter. Die Haltungstemperatur sollte bei 25 - 30°C liegen, bei einer Luftfeuchtigkeit von 60 - 75%.

Vietnamesische Stabheuschrecke
Ramulus artemis

Sie kommen vor im äußersten Südosten Indochinas (ehem. Südvietnam), wo sie die Strauchvegetation des tropischen Waldes bewohnen. Die Weibchen werden bis 12 cm groß, die Männchen bis ca 9 cm. Sie sind flügellos und haben ca. 1,5 cm lange Fühler. Die Männchen sollten eher längere Fühler haben. Ich selbst habe noch keines gesehen, denn sie sind wenn überhaupt äußerst schwer zu bekommen. Die Tiere fressen im Terrarium Himbeer, Hagebutte, Erdbeere, Johannisbeere, Feuerdorn, Eiche, Buche sowie Brombeer im Winter.

Hinweis:Ständige Entfernung der Eier ist ratsam, da sonst eine extreme Vermehrung stattfindet, am besten sie entfernen dabei gleich das komplette Bodensubstrat.

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