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Arbeit - Fragen

Arbeiten wir, um zu leben?
oder
Leben wir, um zu arbeiten?

Einerseits: Workaholismus, Überstunden und Herzinfarkt!
Andererseits: steigende Arbeitslosigkeit mit sozialer und psychischer Belastung!
Warum  geschieht nichts gegen die ungleiche Verteilung der Arbeit?

Wir nutzen so viel Energie, Maschinen und Informationstechnik wie nie zuvor.
Warum setzen wir diesen Produktivitätszuwachs nicht in kürzere Arbeitszeiten und in ein gemütlicheres und erfüllteres Leben um?

Wo liegen die die ökologischen und zeitlichen Grenzen für die Arbeit?

 

Arbeit - Zitate

 

 Morus1.gif (33547 Byte) Thomas Morus, um 1515 :
    Utopia - Eine Konstruktion des humanen Staates

    Tagesablauf in Utopia:   

    morgens:        Bildung, Handarbeit oder Muße
    vormittag:      3 Stunden Arbeit
    mittags:         Mittagessen
                    anschließend:  2 Stunden Ruhe
                    nachmittags:   3 Stunden Arbeit
                    abends:          Abendessen
                    anschließend:  1 Stunde Entspannung
                    nach 20 Uhr:    9 Stunden Schlaf

lafarg.GIF (22380 Byte)Paul Lafargue - Das Recht auf Faulheit

Geb. 15.1.1842 in Santiago de Cuba, gest. Nov. 1911 in Paris

Mutter - Tochter einer Karibin und eines  französischen Juden, Vater - Sohn einer Mulattin und eines Franzosen

Kindheit in Cuba, Gymnasium u. Medizinstudium in Paris

Flucht nach England, Heirat mit Karl Marx Tochter Laura

später Rückkehr nach Frankreich

führender Funktionär der französischen und spanischen Arbeiterbewegung

Das Recht auf Faulheit, Widerlegung des Rechts auf Arbeit von 1848 (hrsg. 1880 und 1883)

Kritik an:
* Heiligsprechung der Arbeit durch Priester, Ökonomen und Moralisten
* Ausdehnung der Arbeitszeit und Abschaffung der Feiertage (Protestantismus)
* Übernahme des Dogmas der Arbeit durch das Proletariat

Forderungen:
* Ausrufung der „Faulheitsrechte" durch das Proletariat
* 3 Stunden-Tag
* Nutzung moderner Produktionsmittel
* Konsum der erzeugten Waren

Paul Lafargue beruft sich auf die griechischen Philosophen und schreibt:

„...und doch träumte Aristoteles:

„Wenn jedes Werkzeug auf Geheiß, oder auch vorausahnend, das ihm zukommende Werk verrichten könnte, wie des Dädalus Kunstwerke sich von selbst bewegten, oder die Dreifüße des Hephästus aus eigenem Antrieb an die heilige Arbeit gingen, wenn so die Webschiffe von selbst webten, so bedürfte es weder für den Werkmeister der Gehilfen, noch für die Herren der Sklaven."

Der Traum des Aristoteles ist heute (1890!) Wirklichkeit geworden. Unsere Maschinen verrichten, feurigen Atems, mit stählernen, unermüdlichen Gliedern, mit wunderbarer unerschöpflicher Zeugungskraft, gelehrig und von selbst ihre heilige Arbeit ... die Maschine ist der Erlöser der Menschheit, der Gott, der den Menschen von den „sordidae artes"(=Lohngewerben) und der Lohnarbeit loskaufen, der Gott, der ihnen Muße und Freiheit bringen wird."

Helmut Saiger: Die Zukunft der Arbeit liegt nicht im Beruf

Also sprach die Wirtschaft

Es erschallte ein Ruf durchs Land: Ihr Bauern, ihr Handwerker, ihr Weber, ihr Kaufleute, vergesst eure Not, kommt in die Städte, kommt in die Fabriken. Millionen folgten dem Ruf. Es gab ein Hauen und Stechen, niedrig waren die Löhne, lang war der Arbeitstag, es wucherten die Städte. Die Landwirtschaft schrumpfte, Familienbetriebe starben. Das industrielle Zeitalter war geboren. Das ist noch keine zweihundert Jahre her. Mit vielen Geburtswehen verbunden. Des ersten Tod, des zweiten Not, des dritten Brot. Massenarbeitslosigkeit und Kriege, bis die Zauberformei gefunden war: Marktwirtschaft + Demokratie + soziale Sicherung. Sie brachte den Wohlstand der Vielen, Freiheit, Wachstum und das kleine und große Glück.

Macht doch nicht mehr so viel selbst, warum wollt ihr euch so mühen, sprach die Wirtschaft zu den Haushalten, kauft doch lieber alles ein, das ist bequemer und spart Zeit.

Warum treibt ihr noch eigene Vorsorge, warum erzieht ihr eure Kinder noch selbst, warum pflegt ihr noch eure Kranken und Alten, dafür sind doch unsere Sozialversicherungen, Kindergärten und Schulen, Krankenhäuser und Altenheime da, sprach der Staat.

Kommt alle in den Beruf, sprachen Wirtschaft und Staat zu den Haushalten, er sei das Zentrum eures Lebenssinns und eurer Emanzipation, die Quelle eurer Versorgung und die Grundlage eurer sozialen Sicherung. Die Bürger folgten der Aufforderung. Und es ging ihnen gut dabei. Erwerbsarbeit, Konsum, Freizeit wurden die drei Säulen des Glücks.

Die Jahre vergingen und es erschallte wieder ein Ruf durchs Land:

Ihr Berufstätigen, sprach die Wirtschaft. Wir haben die Elektronik und Informatik, die Roboter und Computer nun entdeckt, warum sollten wir uns noch um eure Launen kümmern, um eure begrenzten Arbeitszeiten, wir brauchen jetzt viele von euch nicht mehr. Ihr Konsumenten, sprach die Wirtschaft: Wir haben den Weltmarkt entdeckt. Milliarden von Konsumenten erobern wir, da brauchen wir euer Einkommen und euren Konsum nicht mehr so sehr, warum also sollten wir euch hohe Löhne zahlen, wenn wir von eurem Konsum nicht mehr so abhängig sind?

Ihr Bürger, sprach der Staat: Die Steuer- und Sozialversicherungseinnahmen sinken, da weniger von euch arbeiten, woher also das Geld für eure soziale Sicherung und die gewohnte Versorgung nehmen? Ihr müsst jetzt auf mehr verzichten.

Was sollen wir tun?, sprachen die Bürger.

Das ist unsere Sache nicht, sprach die Wirtschaft, wir werden aber für eure Unterhaltung sorgen.

Ihr müsst euch selber helfen, sprach der Staat. Denn wir wissen nicht, wie es wieder Vollbeschäftigung geben kann. Und wir wissen auch nicht, wie wir euch Versorgung, Anerkennung und Sinn ohne Erwerbsarbeit verschaffen können. Wir haben keine Lösung.

Da begannen die Bürger, sich ihre Gedanken zu machen.

Martin Auer : Rede anlässlich einer Preisverleihung

... Meine Damen und Herren, eine überlebensfähige Kultur im dritten Jahrtausend wird eine Kultur ohne Arbeit sein müssen. Arbeit verstanden als eine an sich unangenehme Verausgabung von Kräften, die später durch Konsum belohnt wird. Stattdessen wird das Ziel sein, eine Tätigkeit zu finden, die ihren Lohn in sich selber trägt. ...

Sandra Lemberger, 15 Jahre, Schülerin aus Linz/D

Wenn ich Österreich für einen Tag regieren könnte, würde ich allen Menschen von der Arbeit und von der Schule frei geben.

Aus Managementzeitschriften und Werbung:

* "Der neue Trend ist hackeln bis zum Umfallen. Wer heute die Karriereleiter nicht hinunterfallen will, muß hart arbeiten. daher zählen ein prallgefüllter Terminkalender und eine 100 Stunden-Woche auch zu den Statussymbolen des werktätigen Menschen von heute."

* "Arbeiten ist einfacher als leben!" Ergebnis einer Umfrage unter Managern.

* "Machen Sie mehr aus Ihrer Freizeit. Messen Sie sie zweimal." Werbung für eine Luxusarmbanduhr ( ATS 89.900.- ) mit einem zusätzlichen Stoppzeiger.

* Man sollte andere für sich arbeiten lassen. Computer zum Beispiel. (IBM-Werbung)

 

Arbeit - Literatur

* Baily Reinhold, Barbara: Toxic Work, Dutton Signet, 1966; dt.: Arbeit- Droge oder Elixier: von Überlastung, Stress und Burnout-Syndrom zum Rundum-Glücklich-Sein, Signum Verlag 1966

* Benz, Ernst : Das Recht auf Faulheit oder Die friedliche Beendigung des Klassenkampfes, Klett Verlag, 1974

* Dominguez, Joe u. Robin, Vicki: Your money or Your Life - Transforming your relationship with money and achieving financial independence, Pnguin Books, 1992

* Gorz, André: Wege ins Paradies, Thesen zur Krise, Automation und Zukunft der Arbeit, Rotbuch Verlag, Berlin, 1989

* Gorz, André: Kritik der ökonomischen Vernunft, Sinnfragen am Ende der Arbeitsgesellschaft, Rotbuch Verlag, Berlin, 1989

* Gruber, Reinhard P.: Nie wieder Arbeit, Schivkovs Botschaften vom anderen Leben,
Residenz Verlag, 1989

* Krämer, H.L., Leggewie, Claus, (Hg): Wege ins Reich der Freiheit, (Diskussionen mit und über A. Gorz), Rotbuch Verlag, Berlin, 1989

* Lafargue, Paul : Das Recht auf Faulheit und andere Satiren, Stattbuch Verlag, Berlin 1986

* Martin, H.P., Schumann, H.: Die Globalisierungsfalle - Der Angriff auf Demokratie u. Wohlstand, Rowohlt, 1996

* Reheis, Fritz: Entschleunigung - Abschied vom Turbokapitalismus, Riemann Verlag, 2003

* Rifkin, J.: Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft, Campus Verlag, 1995

* Saiger, Helmut: Die Zukunft der Arbeit liegt nicht im Beruf, Neue Beschäftigungs- und Lebensmodelle, Kösel Verlag

* Schor, Juliet B.: The Overworked American, The Unespected Decline of Leisure, Basic Books, 1991

* Wilson Schaef, Anne: Nimm dir Zeit für dich selbst - Tägliche Meditationen für Frauen, die zu viel arbeiten, Hazelden-Meditationbuch, Heyne Verlag

 

Arbeit - Links

    -> Arbeiterkammer Wien
    -> ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund
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    -> EGB - Europäischer Gewerkschaftsbund
    -> IBFG - Internationaler Bund freier Gewerkschaften
    -> ILO - International Labour Organization
    -> Future Work - Homepage u. Forum z. Zukunft d. Arbeit
    -> Labor Net USA
    -> Forum soziale Technikgestaltung
    -> TELEWISA - Beratung für TelearbeiterInnen
     -> Arbeit-Bürger-Zukunft - Forum zu H. Saigers Thesen

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