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Gott schuf die Zeit. Von Eile hat er nichts gesagt. (aus Tirol)
Zeit ist Geld!
Time is Honey! ( Erwin Heller)
Slow down - do less - be more ! ( Ed Elkin )
Wer keine Zeit für seine Gesundheit aufwendet,
Einen Tag ungestört in Muße zu verleben heißt:
"Mir hat mal wer gesagt, die Zeit ist das Feuer in dem wir
verbrennen.
Je schneller man in die falsche Richtung hastet, umso länger wird es dauern, wieder auf den richtigen Kurs zu kommen, wenn man überhaupt das Glück hat, noch genügend Zeit dafür zu haben! ( Brad McCormick )
DIE ZEIT IST PLATZREIF
Weshalb ist das Vergnügen an der Langsamkeit verschwunden? Ach, wo sind sie, die Flaneure von einst? Wo sind sie, die faulen Burschen der Volkslieder, diese Vagabunden, die gemächlich von einer Mühle zur anderen zogen und unter freiem Himmel schliefen? Sind sie mit den Feldwegen, den Wiesen und den Lichtungen, mit der Natur verschwunden? Ein tschechisches Sprichwort beschreibt ihren süßen Müßiggang mit einer Metapher: sie schauen dem lieben Gott ins Fenster. Wer dem lieben Gott ins Fenster schaut, langweilt sich nicht; er ist glücklich. In unserer Welt ist der Müßiggang zur Untätigkeit geworden, und das ist etwas ganz anderes: der Untätige ist frustriert, er langweilt sich, ist beständig auf der Suche nach der Bewegung, die ihm fehlt. ( Kundera, Milan: Die Langsamkeit )
EU-Kommission: Von der Zeit zum Arbeiten zur Zeit zum Leben Zu den herausragendsten Merkmalen der modernen IKT (Informations- und Kommunikationstechnik) zählt ihr gewaltiges Potential zur schnellen Übertragung digitaler Informationen. Dies eröffnet zahlreiche neue Möglichkeiten für eine flexiblere Produktion und schnelleres Reagieren auf Nachfrageänderungen. In einigen Dienstleistungssektoren ist die Reaktionsgeschwindigkeit mittlerweile zu einem wesentlichen Bestandteil des Wirtschaftswerts geworden. Anderen Bereichen wiederum brachte die durch digitale Kommunikation geförderte Interaktivität völlig neue Geschäftsmöglichkeiten. Zeit wird auch benötigt, um das Humankapital zu entwickeln bzw. das Qualifikationsniveau zu erhalten, den Arbeitnehmern muß mehr Zeit für Umschulungsmaßnahmen zur Verfügung stehen. Mehr denn je ist der Rohstoff Zeit zu einem entscheidenden und knappen Produktionsfaktor geworden. Leider weist der Faktor Zeit jedoch keines der den Produktionsfaktoren traditionell zugeschriebenen Merkmale auf. Zeit läßt sich nicht akkumulieren; man kann sie nicht im wirklichen Sinne sparen. Einmal aufgewendete Zeit ist für immer verloren. Das erklärt, warum im Gegensatz zur einfach nachvollziehbaren "rational- wirtschaftlichen" Ansicht, daß die Menschen davon profitieren werden, wenn die Zeit am Arbeitsplatz oder zu Hause effizienter genutzt wird, da ihnen jede gesparte Minute mehr Produktion bzw. mehr Konsum ermöglicht, gleichzeitig immer mehr Anzeichen durchaus auf ein "Zeit-Paradoxon" hindeuten: Während in der Tat mehr Zeit zur Verfügung steht, die Menschen länger leben und kürzere Zeit arbeiten, entsteht zunehmend der Eindruck, daß Zeit knapper wird und den Menschen Zwänge auferlegt. Zweifellos tragen die neuen IKT wesentlich zu diesem Paradoxon bei. Die traditionellen Muster der Zeitnutzung - sei es bei Arbeit oder Erholung, bei Produktion oder Konsum - werden laufend in Frage gestellt, was grundsätzliche Herausforderungen an die Gesellschaft, die Wirtschaftstätigkeit und jeden einzelnen stellt. ( Europäische Kommission, GD Beschäftigung, Arbeitsbeziehungen und soziale Angelegenheiten: Eine europäische Informationsgesellschaft für alle, 1977)
Was wir brauchen, ist mehr Muße!
Die Zeiten ändern sich und wir uns mit ihnen. Technik und Tempo haben die Geruhsamkeit, mit der uns die Bilder der Vergangenheit gelassen anblickten, immer mehr abgelöst. Wir haben uns daran gewöhnt oder lernen müssen, in Terminen zu denken und geschickt balancierend am Minutenzeiger zu hängen. Fällt es uns nicht manchmal schwer, mit der Garderobe die "Gesinnung" zu wechseln, "abzuschalten" und auf andere Gedanken als das Geldverdienen zu kommen? Wirklich - über jeder Tür, durch die wir wann und wo immer auch gehen, sollte die
Mahnung stehen: "Nimm dir mehr Zeit!" Nimm dir Zeit, die
strapazierten Nerven auch mal zu entspannen, den ermüdeten Geist zwischendurch wieder zu
beleben und das Schöne des Lebens bewußter zu genießen! So schwer ist das gar nicht,
sagen wir, bei einer anregenden Tasse guten Tees mit einem Freund, einer
Freundin, der eigenen Frau, dem eigenen Mann oder aber auch mit sich selbst zu plaudern.
Wir haben's fast verlernt. Andrew Demmer in "Das Teeblatt", Ausgabe Herbst 2000
Kalt-gebrauter Tee aus den ultra-hektischen USA Consumers want instant everything
Internationale Bewegung zur Wahrung des Rechts auf Genuss Die Industriegesellschaft hat zuerst die Maschine erfunden und nach ihr das Leben modelliert. Mechanische Geschwindigkeit und rasende Beschleunigung werden zur Fessel des Lebens. Wir sind alle von einem Virus befallen. " Fast Life"! Unsere Lebensformen sind umgestürzt, unser häusliches Dasein betroffen - nichts kann sich der "Fast-Food Bewegung" entziehen. Aber der homo sapiens muß sich von einer ihn vernichtenden Beschleunigung befreien und zu einer ihm gemäßen Lebensführung zurückkehren. Es geht darum, das Geruhsame, Sinnliche, gegen die universelle Bedrohung durch das "Fast-Life" zu verteidigen - gegen diejenigen, und sie sind noch die schweigende Mehrheit, die die Effizienz mit Hektik verwechseln, setzen wir den Bazillus des Genusses und der Gemütlichkeit, welcher sich in einer geruhsamen und ausgedehnten Lebensfreude manifestiert. Wir beginnen sogleich mit dem "Slow Food Programm": Zu Tisch! Gegen die Verflachung des "Fast Food" setzen wir den Reichtum der Geschmäcker aller regionalen Küchen. Wenn das "Fast Life" im Namen der Produktivität unser Leben kastriert, Menschen und Umwelt bedroht, so muß die "Slow Food Bewegung" die entsprechende Antwort einer neuen Avantgarde sein. In der Entwicklung des Geschmacks hier und jetzt und nicht in der Verkümmerung ruht der Keim einer neuen Kultur, der Beginn eines neuen, wirklichen Fortschritts, die weltweite Veränderung der Geschichte, des Bewußtseins und der autonomen Lebensführung. Die "Slow Food - Bewegung" versucht, die Zukunft der Menschheit mitzugestalten. Die "Slow Food - Idee" bedarf einer breiten, qualifizierten Unterstützung, um unter dem Zeichen der Langsamkeit eine internationale Bewegung zu formieren. Kontaktmöglichkeiten: ->Slow Food Deutschland und ->Slow Food International
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