www.holzbauer.net  



 

Wie spät ist es?

Über mein Verhältnis zur Zeit sollte ich vielleicht eine eigene Seite gestalten; für einen Historiker ist das ja doch die zentrale Dimension. Als Freund von alten mechanischen Uhren stehe ich auf jeden Fall immer vor dem Problem, eine genaue Referenzzeit zu suchen. Was mich darüberhinaus immer geärgert hat, ist die Ungenauigkeit der Computer-Uhren. Nicht selten habe ich - sagen wir - um 21.04 e-mails empfangen, die um 21.07 gesendet wurden. Was ja eigentlich nicht gehen sollte. Die automatische Einstellung der genauen Systemzeit am Computer ermöglicht ein kleines Werkzeug namens "Atomic Clock Sync v 2.6", das es auf der Seite www.worldtimeserver.com gratis gibt. Dort lässt sich ausserdem jederzeit die Frage klären "Wie spät ist es auf den Bermudas, in Mosambik, in Nepal oder sonst irgendwo, wo ich gerade lieber sein möchte als hier?"

Ottenbacher

Empfohlen sei die Seite des Münchner Schriftstellers Albert Ottenbacher, den ich vor rund zwei Jahren flüchtig kennenlernen durfte, als er für sein (empfehlenswertes) Buch über die Ethnologin Eugenie Goldstern in Wien recherchierte. Meinem Kollegen Walter Mentzel, welcher die andere Zeitgeschichte-Seite Österreichs betreibt, verdanke ich den Hinweis darauf, dass Ottenbacher mittlerweile online ist. Ich liebe Seiten wie diese: Inhalt statt Effekt. Lesenswert die Texte über das Lager für russische Kriegsgefangene im Ersten Weltkrieg in Purgstall, über den Kunsthistoriker Sedlmayr und über die Kinder von der Seegasse.

Das Lied vom Huernen Seyffrid

Der oberösterreichische Poet Siegfried Holzbauer ist nicht nachweislich mit mir verwandt, obwohl natürlich nicht auszuschliessen ist, dass wir einen gemeinsamen Urvater haben und vielleicht auch mit dem Barockkomponisten Ignaz Holzbauer (1711 - 1783) verwandt sind. Gemeinsam haben wir beide einen "schönen" Geburtstag (er 7.7., ich 5.5.) sowie die Vorliebe für manche Flüssigkeiten, unter denen königsblaue Tinte und Gelber Muskateller erwähnt seien. Ich rechne es mir als Ehre an, mit ihm verwechselt worden zu sein. Wie ein Hundejahr zählt ja ein Jahr im web wie sieben Menschenjahre und angesichts dessen ist Siegfried ein österreichisches Internet-Urgestein, dessen literarische Arbeiten der letzten 20 Jahre auf verschiedenen Servern verstreut liegen. Gerne verweise ich auf sein jüngstes Projekt, das "Lied vom Huernen Seyffrid" (also vom Hürnen Siegfried), einer späteren Bearbeitung des Siegfried-Motivs aus der Nibelungen-Sage. Das Lied steht gewiss in Zusammenhang mit seinem Projekt daz nibelungenlied, welches diesen literarischen Stoff für das Internet neu illustriert. Sonstige literarische Arbeiten sind auf www.advancedpoetx.de gesammelt. Teilweise ist das alles auch schon von WAP-Handies aus zu geniessen.


Body missing

Ein anderes web-Kunstprojekt, welches auf die archaische Zeit von 1994 zurückgeht, hat die kanadische Künstlerin Vera Frenkel initiiert. Das Projekt "body missing" kreist um das zentrale Projekt des nationalsozialistischen Kunstraubes, das sogenannte Linzer Führermuseum. Bekanntlich hat ja Adolf Hitler geplant, in Linz (Österreich) ein Kunst-Museum zu errichten, welches alle anderen in den Schatten stellen solte. Bis zum Ende des Dritten Reiches wurden dafür in ganz Europa Kunstwerke gehortet. Für mich als Historiker, der sich im gleichen Themenbereich betätigt, ist durchaus faszinierend, wie die Künstlerin mit semi-dokumentarischen Mitteln und mit einer gewissen künstlerischen Freiheit an das Thema herangeht.

Schöner schreiben (mit dem Computer)

Das Design meiner Seite mag gut oder schlecht sein, jedenfalls scheint es sehr persönlich zu wirken. Mehrere Menschen, die mich kennen, haben mich schon gefragt, ob ich das banner "www.holzbauer.net" mit meiner geliebten Pelikan 100N-Feder (Baujahr zwischen 1949 und 1952) selbst gezeichnet habe. Nein, habe ich nicht. Es handelt sich dabei um einen freeware-font namens "sketchy", den ich von der Seite www.fontasy.de heruntergeladen habe. Dort hat der Schrift-Fetischist Tilman Schalmey, dem dafür zu danken ist, an die 1700 PC-Schriften gesammelt. Wunderschöne Seite! In der Zwischenzeit war sie wegen Geldmangels kurze Zeit nicht im Netz, jetzt läuft sie wieder und sollte genutzt werden.

1700 free fonts @ fontasy.de

 

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