MedRat Dr. Heinz Tumpach's Antworten auf Fragen zur Freiwilligenarbeit beim Roten Kreuz im
Bezirk Eferding.
Was ist eigentlich Ihre Aufgabe?
Ich bin ein auf fünf Jahre gewählter Funktionär und habe die Leitung des
Roten Kreuzes im Bezirk Eferding über. Zu meinem Verantwortungsbereich
gehören die 3 Ortsstellen in Eferding, Hartkirchen und Alkoven.
Was haben Sie da zu tun?
Mir steht ein freiwillig unentgeltlich tätiger Bezirksausschuß mit
Fachleuten für die einzelnen Bereiche, wie Rettungsdienst, Sozialdienst,
Ausbildung, Katastrophenhilfe usw. zur Verfügung, mit dem alle Sorgen,
Entwicklungen und neuen Anforderungen diskutiert, Lösungen ausgearbeitet und
zur Umsetzung beschlossen werden.
Was sind Ortsstellen?
Die Ortsstellen sind die operativen Einheiten, denen ebenso ein gewählter
Ortsstellenleiter (Franz Primetshofer - Eferding; Helmut Holl - Hartkirchen
und Bernhard Huber - Alkoven) vorsteht. Den Ortsstellen sind die
freiwilligen Mitarbeiter, die sich unentgeltlich in den Dienst der
Rot-Kreuz-Arbeit stellen zugeordnet. In den Ortsstellen wird von den
Freiwilligen jene Rot-Kreuz-Hilfe erbracht, die täglich von bis zu 100
Menschen aus unserem Bezirk in Anspruch genommen wird.
Wie groß ist Ihre Organisation?
Im Bezirk sind wir knapp 300 Mitarbeiter. 2 Angestellte in der Verwaltung,
6 berufliche Sanitäter, 9 berufliche Krankenschwestern und Altenhelferinnen
und momentan 11 Zivildiener, die wir zur Ergänzung zu den Freiwilligen
brauchen. Der weitaus größte Teil - knapp 270 Mitarbeiter - sind Freiwillige, die einen Teil Ihrer Freizeit den hilfesuchenden Menschen zur Verfügung stellen, ohne dafür eine Bezahlung zu erwarten. Im Vergleich mit Unternehmen der Region, sind wir wohl nicht mehr als klein einzustufen.
Welche Tätigkeiten machen die freiwilligen Mitarbeiter?
An die 170 freiwillige Mitarbeiter sind als Sanitäter, Einsatzfahrer und
Leiststellendisponenten im Rettungs- und Krankentransport tätig. 20
engagieren sich in der Kranken- und Nachbarschaftshilfe. In den Jugendgruppen bilden sich 50 Jugendliche in Erster Hilfe aus, engagieren sich für Hilfsbedürftige und lassen natürlich Spaß auch nicht zu kurz kommen. In der Verwaltungsarbeit, in der Katastrophenhilfe, dem Strahlenschutz, der Rufhilfe, beim Betreuten Reisen oder beim Blutspendediesnt sind unsere Freiwilligen ebenso tätig. Freiwilliges Engagement ist auch in der Eigenausbildung und im Bereich der Erste- und Krankenhilfe-Kurse für die Bevölkerung gefragt.
Was macht Freiwilligenarbeit interessant?
Die Tätigkeiten beim Roten Kreuz durch die vielen Bereiche schon sehr interessant. Das schöne an der Freiwilligenarbeit ist aber, dass Gefühl, was Besonderes getan zu haben. Diese Gefühl lässt sich nicht beschreiben, das spürt man nur, wenn man in die Gesichter jener Menschen sieht, denen man geholfen hat. Man kann ohne zeitlichen Zwang und ohne Erwerbsdruck das tun, wozu man Freude hat.
Wann braucht das Rote Kreuz Freiwillige?
Unser Dienst werden je nach Art, zu jeder Tages- und Nachtzeit angefordert.
Der überwiegende Teil der notwendigen Dienststunden wird von Freiwilligen
erbracht. Im Rettungsdienst sind es im Jahr 60.000 von ca. 90.000
Gesamtstunden. Dazu kommen noch tausende Stunden im Sozialdienst und den
anderen Tätigkeitsbereichen.
Brauchen Sie zusätzliche freiwillige Mitarbeiter bzw. was tun Sie wenn sich
100 neu Freiwillige melden?
Ja auf jeden Fall, da immer mehr Anforderungen kommen. Es gibt immer wieder freie Plätze in der Diensteinteilung, die zu füllen sind. Ich kann ihnen versichern, dass wir auch 100 neuen Mitarbeitern genügend interessante Einsatzmöglichkeiten anbieten werden können.
Wo muss man sich hinwenden, wenn man beim Roten Kreuz mitarbeiten möchte?
Einfach bei einer der drei Dienstellen in Alkoven Herrn Huber Bernhard
(07274/8888), Hartkirchen Herrn Holl Helmut (07273/6344) oder Eferding Herrn
Primetshofer Franz 07272/2400) anrufen oder gleich direkt vorbeischauen.
Unsere Mitarbeiter werden über die möglichen Betätigungsfelder gerne
informieren und auch über die Möglichkeiten des Schnuppern sowie über
Aufnahme- und Ausbildungserfordernisse bereitwillig Auskunft geben.
Was bekommen Sie eigentlich für Ihre Arbeit?
Wie schon erwähnt bin auch ich ein freiwilliger Mitarbeiter und bin fast
täglich eine Stunde oder mehr beim Roten Kreuz. Ich helfe so wie alle
anderen Freiwilligen ohne einen Schilling dafür zu nehmen - es gibt da auch
keinen Spesenersatz oder Sitzungsgelder. Ich übe, wie alle Funktionäre bei
uns, meine Funktion vollkommen unentgeltlich und freiwillig aus, weil ich schon erfahren habe, daß man nicht nur gibt, sondern auch etwas zurück bekommt.