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Heuschrecke(HEU-)SCHRECKEN
Vermehrung - Entwicklung - Ernährung - Anatomie - Verbreitung - Bedeutung für den Menschen - Besonderheiten

wussten Sie, daß...

Vermehrung:
- in einigen Fällen das Weibchen der Gottesanbeterin (Mantis religiosa) bereits während der Kopulation beginnt, das Männchen vom Kopf her aufzufressen? Die Erhaltung der Art wird dadurch nicht gefährdet, weil der Kopulationsvorgang vom letzten Hinterleibsgangliom (Nervenknoten) des Männchens gesteuert wird.

- Stabheuschrecken ein "ausdauerndes Liebesleben" haben? Das Männchen kopuliert ununterbrochen bis zu 65 Tage lang! Damit will es verhindern, dass sich auch andere Männchen mit diesem Weibchen paaren können...

- es auch bei verschiedenen Schreckenarten vorkommt, daß während des Paarungsaktes das Weibchen angebotene Sekrete oder sogar Teile der Flügel des Männchens verspeist? Auch vor dem Samen, der für die Arterhaltung unbedingt nötig ist, würde sie nicht zurückschrecken. Das Männchen umhüllt deshalb seinen Samen mit einer Eiweißhülle und führt Samen und Hülle in die Vaginalöffnung des Weibchens ein. Bis sich diese zum Samen "durchgefressen" hat, hat sich das Samenpaket bereits in die dafür vorgesehene Körperhöhlung des Weibchens entleert...

- das bereits in Verspeisung befindliche Gottenanbeterin-Männchen (das Weibchen beginnt immer vom Kopf an zu fressen) noch das Weibchen befruchten kann? Auch wenn der Begattungsakt vorher noch gar nicht begonnen wurde, "schafft" es das Männchen - auch komplett ohne Kopf! - noch, sein Geschlechtsteil in dem des Weibchens zu platzieren und seinen Samen abzugeben...

- Insekten (meist) Eier legen? (Es gibt auch lebendgebärende, z. B. einige Arten von Blattläusen.) Die größten Eier - mit einer Länge von ungefähr 13 mm - legt die Malaysische Gespenstheuschrecke (Heteropteryx dilitata). nach oben


Entwicklung:
- ein Gottesanbeterin-Weibchen bis zu 200 Eier legen kann? Die Jungen schlüpfen fast gleichzeitig und beginnen sofort mit der Jagd (nach noch kleineren Insekten oder dem schwächeren Geschwisterchen)...

- eine afrikanische Fangschreckenart-Mutter sich - kaum sichtbar - auf einem Zweig postiert (hinter ihr sitzen ihre Jungen) und sich jedem Freßfeind, der es auf ihre Jungen abgesehen hat, in den Weg stellt? nach oben


Ernährung:
- Stabheuschrecken aus versehen Artgenossen anfressen? Sie sind sehr dünne, sich langsam bewegende Schrecken und verwechseln den Bruder oder die Schwester daher leicht als Teil einer Pflanze...

- die Gottesanbeterin eine unglaubliche Reaktionszeit hat? Ihre Vorderbeine schnappen in Bruchteilen einer Sekunde nach der Beute...

- eine asiatische Art der Fangschrecken eine Blüte imitiert? Dadurch angelockte Fluginsekten können nicht ahnen, wie nah sie ihrem Ende sind. nach oben


Anatomie:

- die Körpergröße der Insekten zwischen 0,14 Millimeter (Erzwespen-Art) und 35 Zentimeter (Gespensterschrecken-Art) liegen kann?

- Stabheuschrecken die "längsten" (in der Tat - sehr langgestreckte!) Insekten sind? Das größte/längste bekannte/gefundene Exemplar (der Art Pharmacia serratipes) maß - von der Hinterleibsspitze bis inklusive Kopf ca. 27,5 cm und total, also von den langgestreckten Vorderbeinen bis zu den langgestreckten Hinterbeinen, ca. 55 cm.

- Fangschrecken bis zu 160 mm lang werden? Übrigens: Es gibt weltweit ca. 1.800 Arten davon...

- Heuschrecken beim Absprung eine "Schubkraft" entwickeln, die tausende Mal höher als ihr eigenes Körpergewicht ist?

- Gottesanbeterinnen (Mantis religiosa) mit einem dafür vorgesehenen Organ im Brustbereich hört? Sie kann Frequenzen zwischen 24 und 45 Kilohertz wahrnehmen (für uns Menschen unhörbar). Eine asiatische Art kann dadurch die "Rufe" von jagenden Fledermäusen hören und entsprechend reagieren - also sich zu Boden fallen lassen...

- die Grashüpfer-Art "Bullacris membracioides" Töne aus über 2.000 Meter (also 2 km) hören kann? Man darf sich nun nicht vorstellen, daß so ein Tier "Ohren" hat, sondern es "fühlt" die Laute mit "Sensoren" am Hinterleib.

- es giftige Heuschrecken gibt? Dazu trägt sie auch eine Schreckfarbe (gelb/schwarz), die ihren Hauptfeind, eine Eidechse abhalten soll, sie zu fressen. Diese Warnfarbe tritt aber nur dann auf, wenn es eine Massenvermehrung der Heuschrecken gibt. Bei geringeren Populationen ist diese Heuschrecke (Schistocerca emarginata) unscheinbar grün. nach oben


Verbreitung:
- im Frühjahr 2001 der Norden Perus (Südamerika) von einer Heuschreckenplage heimgesucht wurde, die lt. Augenzeugen... "4 bis 5 km lang, 2 bis 3 km breit und stellenweise einen bis zu 30 cm hohen 'Teppich' bildete....."? Es wird angenommen, daß dies durch den "Nino" hervorgerufen wurde...

- es weltweit ca. 2.700 Phasmiden(Stab-/Gespenster-/schrecken)-Arten gibt?

- ca. 500 Milliarden Wanderheuschrecken im Jahre 1899 das Rote Meer überquerten und dabei einen "Höllenlärm"(lt. Augenzeugen) machten? PS: Ein Schwarm dieser Größe wiegt etwa 1 Million Tonnen...

- 1954 ein Schwarm im Ausmaß von 200 Quadratkilometern beobachtet wurde? Die Wüstenheuschrecke "Schistocerca gregaria" lebt u. a. auch in Kenya, wo dieser Schwarm beobachtet wurde. Schätzungen ergaben 50 Mill. Einzeltiere pro Quadratkilometer... nach oben


Bedeutung für uns:
- im Jahre 1906 ein ungeheuer großer Schwarm von braunen Heuschrecken aus der Wüste Kalahari (Südafrika) kam, der eine Ausdehnung von über 100 Kilometern in der Länge und über 38 Kilometer in der Breite hatte?

- die afrikanische Wanderheuschrecke (Schistocerca gregaria) mit ihren Schwestern und Brüdern an einem Tag soviel an Nahrung vertilgt, womit 500 Menschen ein Jahr lang auskommen könnten, wenn sie in einem Schwarm von ca. 50 Mio. "Genossen" unterwegs ist? Um das Jahr 1890 wurde in Arabien ein Schwarm beobachtet, der ein Gebiet von ca. 5000 Quadratkilometern bedeckt hatte. Es wurde geschätzt, daß es sich dabei um ca. 250 Milliarden Einzeltiere gehandelt hat.

- sich die Einwohner Algeriens im Jahre 1890 gegen einen riesigen Heuschreckenschwarm wehren mussten. Einen Monat lang währte der Abwehrkampf gegen ca. 600 Milliarden Heuschrecken-Eier und ca. 1,5 Billionen frischgeschlüpfte Heuschrecken...

- in der Frühzeit des Christentums Heuschrecken verzehrt wurden? Im Alten Testament - im Buch Moses - ist von "Speisegesetzen" die Rede und hier werden auch die Heuschrecken erwähnt...

- es 2004 - im Juli und im August - in West- und Nordafrika eine Heuschreckenplage gegeben hat? Selbst die Pflanzen in den Gärten der Großstädte wurden nicht verschont...

- Wüstenheuschrecken in einem Jahr soviel an Vegetation zerstören, wie 1,5 Mio. Menschen zu ihrer Ernährung bräuchten?

- einige afrikanische Stämme die Wanderheuschrecken "Zähne des Windes" nennen?

- ein Heuschrecken-Schwarm täglich bis zu 300 Kilometer - mit Unterstützung durch den Wind - fliegend zurücklegen kann?

- der Autor dieser Site schon Heuschrecken verspeist hat? Und zwar anläßlich eines Events des Naturhistorischen Museums (28. Nov. 2004/Wien), das die Neueröffnung der Insekten-Abteilung feierte... Wenn Sie wissen wollen, wie "sowas" schmeckt, senden Sie mir eine E-Mail... (die Adresse finden Sie hier: FRAGEN)...

- es Wüstenheuschrecken-Schwärme mit einer Individuenzahl von geschätzten 10 Milliarden Stück gab, die eine Fläche von 1.000 Quadratkilometer bedeckten?

- diese zusammen 100.000 Tonnen wiegen und täglich auch dieses Gewicht an Nahrung benötigen? nach oben


Besonderheiten/Sonstiges:
- der altägyptische König Pepi in seine Pyramide "schreiben" ließ: "Ich komme in den Himmel wie der Grashüpfer des Ra..."? Heuschrecken wurden also nicht immer nur als Plage angesehen...

- es in Europa während des Mittelalters bis zu 400 "Heuschrecken-Sommer" gab? Die Aufzeichnungen darüber differieren, nachgewiesenermaßen gab es in Deutschland 54 und in ganz Mitteleuropa 134 Sommer mit vermehrtem Heuschreckenauftreten...

- im 7. Jahrhundert n. Chr. die katholische Kirche die Heuschrecken "exkommuniziert" hat? Auch mit Lärm und Gebeten versuchten die geplagten Menschen damals die Heuschrecken zu vertreiben...

- die Altsumerer eine stilisierte Heuschrecke als Zeichen für "Feind" verwendeten? Aber auch als Symbol für "Vernichtung" und "nein"...

- der Dichter Wilhelm Pleyer ein Gedicht über die Gottesanbeterin verfaßt hat? Es lautet: "Die Gottesanbeterin hatte - ihren Mann zum Fressen gern, sie schlang eine Portion Gatte - und lobte mit Rülpsen den Herrn."

- ein riesiger Schwarm mit Billionen von Einzeltieren im Jahre 1874 Nebraska/USA verwüstet hat? Das war Guiness einen Eintrag im "Buch der Rekorde" wert...

- für den Kampf gegen massenhaftes Auftreten von Heuschrecken (70 km lange Schwärme!) auch das Militär eingesetzt wird? So im Jahr 2004 geschehen: 12 afrikanische Staaten (darunter Mali, Senegal u. a.) bekämpften die Heuschreckenplage mit Insektiziden und benutzten dafür auch militärisches Gerät!

- sich die Band von Buddy Holly ursprünglich "The Crickets" ("Die Heuschrecken") benannte?

- eine Stabschrecken-Art den Namen des Inhabers (Namensvetter) dieser Website trägt? Es handelt sich um "Myronides pfeiffereae", die von der Wienerin Ida Pfeiffer (geb. 1797; gest. 1858) in Madagaskar entdeckt wurde. Sie können dieses Tier (im ausgestopften Zustand) im Naturhistorischen Museum in Wien bewundern...

- Wüstenheuschrecken in einem Jahr bis zu 3.200 km zurücklegen? Kleine, nach außen gedrängte Gruppen, fliegen immer wieder in das Schwarmzentrum zurück - da kommen noch einige Kilometer dazu! nach oben


 
Copyright: Joe Fuchs, Strasshof
Stabheuschrecke/Copyright Peter Mitteregger/Villach
Sichelschrecke - Copyright: J. Fuchs, Strasshof, NÖ, Austria Gottesanbeterin - Nähe Kalaw im Hochland von Burma / NOV 2009 / Copyright Peter Mitteregger/Villach
 
Gottesanbeterin
(c) Copyright Joe Fuchs, Strasshof
Stabheuschrecke/Thailand
Insel Bulon Lee (JAN 2009)
(c) Copyright Peter Mitteregger/Villach
Sichelschrecke
(c) Copyright Joe Fuchs, Strasshof
Gottesanbeterin/Burma/Nähe Hochland von Kalaw (NOV 2009)
(c) Copyright Peter Mitteregger/Villach
         
  die Abbildung zeigt: Gottesanbeterin bei Begattung (das Männchen ist braun, das Weibchen ist grün)   Wanderheuschrecke  
  Begattungsvorgang bei der Art "Gottesanbeterin" (PS: das Männchen ist klein u. braun)
(c) Copyright H. Hafenscher, Bgld
  Wanderheuschrecke (Triest/Italien)
(c) S. Pfeiffer, Wien
 
         

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