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ZIKADEN

Vermehrung - Entwicklung - Ernährung - Anatomie - Verbreitung - Bedeutung für den Menschen - Besonderheiten

Wußten Sie, daß...

Vermehrung:
- es quasi einen "Kuckuck" unter den Buckelzirpen/Zikaden gibt? Das Weibchen der Art Polyglypta versucht, ihr Gelege in ein "Nest" anderer Polyglypta-Weibchen zu schmuggeln, um sich neuerlich auf Eiablage zu begeben und dadurch ihre Gene weiterzuvererben...
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Entwicklung:
- die Entwicklung vom Ei bis zum Vollinsekt bei einigen Arten (z. B. der 17-Jahr-Zikade) bis zu 17 Jahren dauern kann?

- Zikadennymphen (=Jungform des erwachsenen Tieres) über 2,5 Meter tief in den Boden eindringen können? Damit durchlüften sie diesen bis in Tiefen, zu denen andere Bodentiere nicht vordringen... nach oben


Ernährung: nach oben


Anatomie:
- die südamerikanische Art "Fulgora laternaria" bis zu 90 mm Körperlänge erreichen kann. Diese Art ist auch als "Laternenträger" - wegen seiner langen, nach oben gebogenen Ausbuchtung am Kopf - bekannt. (Bei der Entdeckung - vor ca. 280 Jahren durch Frau Merian - wurde irrtümlicherweise vermutet - und es auch so gezeichnet -, daß dieser Kopffortsatz leuchtet - daher der Name.)

- Zikaden die Nachtruhe empfindlich stören können, besonders wenn ein Männchen in der Nähe "brüllt"? Bis zu 400 Meter kann man ein liebestolles Exemplar hören! Natürlich werden diese Lautäußerungen nicht vom "Mund" hervorgebracht, sondern durch eine Membran am vorderen Teil des Hinterleibes, die durch zwei starke Muskeln in Schwingungen versetzt wird. Der Hinterleib selbst dient als Resonanzkörper. Diese Laute können bei der Singzikade bis 120 dB erreichen (bei Schwingungen von 900 Hz)...

- eine afrikanische Zikadenart (Brevisana brevis) die lauteste Zikade ist? In ihrer unmittelbaren Nähe wurde ihr "Gesang" mit einer Lautstärke von über 105 Dezibel gemessen! Es wird angenommen, daß diese Lautstärke nicht nur zum Anlocken der Weibchen, sondern auch zur Abschreckung von Freßfeinden eingesetzt wird...

- eine Buckelzikadenart mit ihren Körperauswüchsen eine Ameise imitiert? Wenn man das Tier ansieht, glaubt man eine Ameise vor sich zu haben, denn die Zikade selbst ist fast durchsichtig... nach oben


Verbreitung:
- es in Europa ca. 500 Arten (jede hat einen eigenen Gesang; es "singen" nur die Männchen!) von Zikaden gibt. Obwohl diese Tiere sehr laut rufen (bis zu 112 Dezibel!/Presslufthammer-Lautstärke!) können sie, wegen ihrer Tarnung kaum entdeckt werden...

- ca. 35.000 Arten von Zikaden bisher bekannt sind? Die bisher bekannten sind ausschließlich Pflanzen(saft)sauger.

- es in Südeuropa (Mittelmeergebiet) 45 Arten von Singzikaden gibt? Jeder von uns, der in Italien oder in anderen Mittelmeerländern schon einmal einen Sommerurlaub verbracht hat, kennt den typischen "Gesang" dieser Zikaden!

- es fast 3.000 Arten von Buckelzikaden gibt? Jede ist etwas anders "gebaut", d. h. jede hat anders gestaltete Auswüchse auf dem Brustsegment. nach oben


Bedeutung für uns:
- in altorientalischen und altchinesischen Kulturen die Zikade/n als Symbol der Unsterblichkeit galten? Die älteste bisher gefundene künstlerische Darstellung einer Zikade ist mindestens 5.000 Jahre alt...

- die Ureinwohner von Malaysia Zikaden (eine dort lebende große Art) durch Händeklatschen anlocken? Die Zikaden lassen sich in der Nähe der Klatschgeräusche (ähnliche der Rufe der Männchen dieser Art) nieder, werden dann eingesammelt und anschliessend in Kokosfett gebraten...

- die Ausscheidungen von 2 Zikadenarten, die an Tamarisken-Bäumen leben, als "Manna" bezeichnet werden? Schon im Alten Testament ist von "Manna" als Nahrung ("...es hat einen Geschmack wie Semmeln mit Honig...") die Rede. Die Beduinen der Sinai-Wüste sammeln noch heute dieses "Manna"... nach oben


Besonderheiten/Sonstiges:
- Die Blutzikade (Cercopis vulnerata) ist das Insekt des Jahres 2009, eine pflanzensaugende, recht kleine Art (Körperlänge ca./max 10 mm). Ursprünglich in den etwas südlicher gelegenenen Ländern lebend, nun auch bei uns in Österreich. Das Weibchen legt die Eier an einen Zweig oder Halm und bedeckt das Gelege zum Schutz mit klebrigem Drüsensekreten. Das Tier kann gut hüpfen, darauf deutet schon der englische Name "froghopper" hin...

- die Kaiserzikade bis 70 mm Körperlänge und eine Flügelspannweite von bis zu 180 mm haben kann?

- sich tropische "Buckelzikaden" auf einem Ast sitzend wie "Dornen" präsentieren? Eigentlich ist es kein Buckel, sondern ein spitzer Auswuchs, der sich aus dem Brustsegment nach oben reckt. Kommt man doch näher, ist außerdem die Warnfarbe rot wahrnehmbar - ein zweifacher Schutz vor Freßfeinden!

- schon der Grieche Xenarxos sagte: "Glücklich leben die Zikaden, denn sie haben stumme Weiber...." (es "singen" nur die Männchen der Zikaden...)

- Ameisen das Gelege der Buckelzirpe "Pubilia" bewachen? Die Larven scheiden einen, von den Ameisen begehrten, Saft aus - die Ameisen verscheuchen als Gegenleistung die Freßfeinde. Das Buckelzirpen-Weibchen kann nun unbesorgt nochmals "Hochzeit feiern" und neuerlich Eier ablegen... nach oben


 
Zikade aus Neuseeland - Copyright: Peter K., Wien
 
 
Zikade aus Neuseeland
(Das Foto wurde am 16. März 2007 um 17:39 Uhr in einem Wald in der Nähe von Karangahake [nördl. Ende der Kamai Range] gemacht.)
Copyright: Peter K. Wien
 

 

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