Montessori-, Freinet-Pädagogik

 

Montessori-Pädagogik. 1

Maria Montessori (1870 – 1952) 1

Pädagogik. 2

Zitate. 4

Freinet-Pädagogik. 4

Célestin Freinet (1896 – 1966) 4

Pädagogik. 5

Prinzipien der Freinet-Pädagogik:. 5

Grundsätze der Freinet-Pädagogik:. 7

Verbreitung.. 8

Index, Literaturverzeichnis, Internetverzeichnis. 8

Index. 8

Bücher. 8

Internet 8

Montessori-Pädagogik

Maria Montessori (1870 – 1952)

·         Geb. 1870 in der Nähe von Ancona (I)

·         Studium der Medizin und promovierte als erste italienische Frau in diesem Fach

·         Betreuung geistig behinderter Kinder in der psychiatrischen Uni-Klinik in Rom

·         dadurch Auseinandersetzung mit Werk des franz. Arztes Séguin (entwickelte Erziehungssystem, das geistig behinderten Kindern durch didaktisches Material vornehmlich auf dem Wege der Sinnesübungen zur Entwicklung helfen sollte)

·         1907 Eröffnung „Casa dei Bambini“ in San Lorenzo (röm. Arbeiterviertel).

·         Aus den in dieser Zeit gemachten Erfahrungen entwickelte sie die Montessori-Methode zur Erziehung von Kindern

·         Ab 1913 entwickelte sich in Nordamerika ein starkes Interesse an ihren Erziehungsmethoden, das später wieder erlahmte und erst 1960 wieder auflebte.

·         Während der Zeit des Zweiten Weltkrieges wurde sie unter Benito Mussolini exiliert und lebte in Indien

·         Kehrt anschließend nach Europa zurück und verbringt ihre letzten Jahre in Holland, wo sie am 6. Mai 1952 stirbt.

Pädagogik

„Unsere pädagogischen Methoden hingegen sind so ausgewählt, dass sie eine sich steigernde Serie psychischer Stimuli darstellen, die den Bedürfnissen eines Kindes vollkommen angepasst sind. Die Umgebung stimuliert jeden Schüler zu der ihm individuell gemäßen und seinen subjektiven Möglichkeiten entsprechenden psychischen Entwicklung. Die Kinder haben in all ihren Äußerungen Freiheit und werden mit viel Herzlichkeit behandelt“
Maria Montessori

Montessori-Pädagogik bedeutet, Kinder in ihrer Persönlichkeit zu respektieren, ihnen achtsam zu begegnen und sie auf ihrem Entwicklungsweg liebevoll und hilfsbereit zu begleiten. Unter diesen Gesichtspunkten ist es möglich, Kindern eine "Vorbereitete Umgebung" zu schaffen, in der sie nach ihren ganz persönlichen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Interessen tätig werden können, eine Tätigkeit, die Voraussetzung ist für Entwicklung und Lernen.

„Montessori-Phänomen“ à Ein Schlüsselerlebnis aus der Zeit „casa dei bambini“  war ihre Beobachtung eines dreijährigen Mädchens, das völlig selbstversunken in seine Beschäftigung, sich auch durch massivste Ablenkungen nicht stören ließ. Der Ausdruck konzentrierter Aufmerksamkeit, den Montessori an diesem Kind beobachten konnte, bezeichnete sie später als „Polarisation der Aufmerksamkeit“, deren experimenteller Erforschung sie einen Großteil ihrer weiteren Arbeit widmete.
„….von nun an war es mein Streben, Übungsgegenstände zu suchen, die die Konzentration ermöglichten; und ferner studierte ich gewissenhaft, welche Umgebung die günstigsten äußeren Bedingungen für diese Konzentration bietet“

Wichtige Gedanken Maria Montessoris:

·         „Montessori-Material: Material ist nicht Ersatz der Welt, sonder Schlüssel zur Welt
Selbstkorrigierende Lehrmaterialien (basierend auf den Arbeiten von Edouard Séguin).

Maria Montessori entwickelte für die Einführung und Anwendung ihrer Materialien eine 3-Stufen-Lektion:

1.      Wahrnehmen: Das Kind soll mit den Sinnen das Material wahrnehmen und seine Sinneseindrücke beschreiben. Die Erziehung macht zu dem jeweiligen Gegenstand nur eine relativ kurze Aussage. (Das ist..),

2.      Verbindung von Gegenstand und Namen: Das Kind erkennt das Material wieder, es hat das wahrgenommene wirklich erfasst. (Gib mir..),

3.      Sicherer Gebrauch des Materials: Auf die Frage der Erzieherin hin kann das Kind das Material beschreiben und selbstständig damit arbeiten. (Was ist das?)

·         Prinzip der Wahlfreiheit: Kinder können frei wählen; Übungen werden durch ErzieherIn eingeführt und bieten Möglichkeit zur Selbstkontrolle

·         Kinder sind als kompetente Wesen zu betrachten, die zu eigenständigen Entscheidungen und Denken ermutigt werden sollen.

·         Soziale Erziehung: durch die Ruhe der „Freiarbeit“ entsteht ein Gewebe von Partnerschaften und Gruppen
Die Abkehr vom Wettstreit ist wesentlich für eine tiefere soziale Bildung.

·         „Freiheit und Disziplin sind zwei Seiten derselben Medaille“ durch die Freiarbeit und soziale Bindungen keine disziplinären Probleme

·         Die didaktischen Materialien zu Mathematik sowie zu Sprache und Schrift ermöglichen dem Kind, abstrakte Lerninhalte über die Tätigkeit mit konkretem Material im wahrsten Sinn des Wortes zu be-greifen. Strukturen werden sicht-, fühl- und erlebbar, konkrete Handlungen in kleinen Schritten - je nach Entwicklung des einzelnen Kindes - in den abstrakten Bereich übergeführt, sodass ganzheitliches, kindgerechtes Lernen möglich wird.

·         Die Arbeiten und Materialien zum Bereich Kosmische Erziehung bieten dem Kind vielfältige Möglichkeiten, durch Staunen über beobachtbare Phänomene und experimentelles, entdeckendes Lernen zu Erkenntnissen im naturwissenschaftlichen Bereich zu gelangen. "Den Keim für die Naturwissenschaften zu legen" nannte Maria Montessori als vordringlichste Aufgabe der Kosmischen Erziehung, die ihren aktuellen Bezug auch in der Ökologie- und Friedenserziehung findet.

Zitate

Freinet-Pädagogik

Célestin Freinet (1896 – 1966)

·         Geb 1896 in Gars in der Provence (F)rankreich;

·         Freinet wurde in der Provence als fünftes von acht Kindern geboren. Seine eigene Schulzeit stellte Freinet als eine Qual dar. Sie sollte später seine eigenen Abhandlungen beeinflussen.

·         1913 trat Célestin Freinet dem Lehrerseminar bei

·         1915 für den Kriegsdienst rekrutiert. Im Krieg erlitt Freinet eine schwere Verletzung der Lunge.

·         1920 trat Freinet seine erste Stelle als Lehrer in einer kleinen Dorfschule in Bar-sur-Loup an. In dieser Schule entstand die Freinet-Pädagogik. Célestin Freinet tat sich mit seinen Kollegen zusammen und versuchte den Schulunterricht zu verändern.

·         1923 kaufte Freinet eine Druckpresse, da ihm die Folgen des Lungensteckschusses beim Sprechen sehr zu schaffen machten. Mit dieser druckte er freie Texte seiner Schüler; bald schon entstanden richtige Klassenzeitungen. Nach und nach ersetzten diese freien Texte die herkömmlichen Schulbücher. Die Presse selbst wurde zum Symbol der Freinet-Pädagogik.

·         1926 produzierte Freinet eine Druckpresse für Schulen. In den folgenden Jahren verfeinerte er die Technik und verbreitete die Presse massenhaft. 1926 heiratete Célestin Freinet Elise, die auch seine engste Mitarbeiterin wurde.

·         1932 als Lehrer entlassen. Daraufhin begaben sich Elise und Célestin Freinet nach St. Paul de Vence und eröffneten ein Zentrum für praktische Pädagogik. Dieses Zentrum wurde von der faschistischen Regierung im 2. Weltkrieg geschlossen.

·         1940 wurde Freinet in ein Internierungslager gebracht, wo er aber grundlegende pädagogische Arbeiten verfasste.

·         1946 Elise und Célestin Freinet eröffneten ihre Privatschule.

·         1961 wurde die Féderation Internationale des Mouvements de l' École Moderne (FIMEM) gegründet, um die Koordinierung der Freinetbewegungen zu organisieren.

·         Célestin Freinet verstarb am 8. Oktober 1966 in Vence.

Pädagogik

„Um sich zu bilden, genügt es nicht, dass das Kind jeden Stoff in sich hineinfrisst, den man ihm mehr oder weniger spannend serviert: es muss selbst handeln, selbst schöpferisch sein. Und es musss vor allem in einer angemessenen Umgebung leben können, es darf nicht in einem unserer modernen ‚Kerker für gefangene Jugend’ vor sich hin dämmern. Leben, so intensiv wie möglich zu leben, liegt nicht darin letztlich das Ziel all unserer Anstrengungen? Und die Fähigkeit zum Leben so gut wie es nur irgend geht zu entwickeln, sollte das nicht die wesentliche Aufgabe der Schule sein?“

Célestin Freinet

 

Freinet hatte nie vor, eine eigene Pädagogik zu begründen. Er entwickelte seine Grundsätze und Techniken, indem er bereits vorhandene Ideen für seinen Unterricht aufgriff und evtl. abwandelte. Er formte sein Schulkonzept also aus seiner eigenen Praxis und den Ansätzen der Reformpädagogen und Reformpädagoginnen der 1920er Jahre. So wird die Reformpädagogik Freinets zwar in Lehrveranstaltungen an Hochschulen thematisiert, da jedoch keine ausgearbeitete Theorie (anders als bei Steiner (Waldorf), Montessori oder Petersen) vorliegt, ist es schwer sich wissenschaftlich mit der Materie auseinanderzusetzen.

 

Prinzipien der Freinet-Pädagogik:

1.       Der Bezug zum Leben

2.       Arbeit/Selbsttätigkeit

3.       Sinn

4.       Freiheit

5.       Kooperation und

6.       Verantwortung

 

Ad 1) Bezug zum Leben

Freinet ist es wichtig das Leben in die Schule hineinzuholen, die Schule dem Leben zu öffnen und die Kinder am Leben teilnehmen zu lassen

Ad 2) Arbeit/Selbsttätigkeit

Wesentliches Prinzip ist das selbständige Tätigsein der Kinder. Freinets Motto lautet: „Par la vie – pour la vie – par le travail“.

(Durch das Leben – für das Leben – durch die Arbeit)

Die Arbeit soll der Ausgangspunkt und der Motor allen schulischen Lernens sein

Ad 3) Sinn

Er führte Arbeitstechniken ein, die den Kindern sinnvolles Lernen und Arbeiten in der Schule ermöglichten. So führte er

·         Schul-Druckerei,

·         den freien Ausdruck,

·         die Schülerzeitung,

·         die Korrespondenz mit anderen Klassen

ein. Schreiben/Schrift gewinnt z.B. dadurch Sinn, dass man seine Gedanken festhalten und jemandem mitteilen kann

Ad 4) Freiheit

Die Kinder bestimmen in großen Teilen selbst, womit sie sich eschäftigen und was sie tun. Sinnbild und Kernstück dieser Freiheit der Kinder im Klassenzimmer ist der freie Ausdruck bzw. der freie Text. Die freie Wahl der Arbeitsschwerpunkte bezieht auch die freien Untersuchungen und das freie Experimentieren mit ein.

Ad 5) Kooperation

Die individuellen freien Texte und ihre Auswahl zum Druck durch die Gemeinschaft der Klasse und LehrerIn unterstützen die Entwicklung eines Kooperativen Klimas in der Klasse; es entwickelt sich ein Klima, in dem Freiheit und Vertrauen vorherrschen.

Ad 6) Verantwortung

Wird verwirklicht durch Ämter; Arbeitspläne, die von den Kindern für sich selbst erstellt und strukturiert werden. Freiheit ohne Verantwortung ist nicht möglich/Aufgaben in der Schule werden von Kindern eigenverantwortlich übernommen

Einzelne Dienste, Individueller Wochenplan, Klassenversammlung

 

Grundsätze der Freinet-Pädagogik:

1.       freie Entfaltung der Persönlichkeit,

2.       eine kritische Auseinandersetzung mit der Umwelt,

3.       Selbstverantwortlichkeit des Kindes, und

4.       Zusammenarbeit und gegenseitige Verantwortlichkeit.

 

Ad 1) Freie Entfaltung der Persönlichkeit

Das freie Entfalten der Persönlichkeit wird durch das gemeinsame Schreiben, Gestalten und Musizieren gewährleistet. Bei diesen Aktivitäten gehen die Schüler aufeinander zu und öffnen sich. Dies ist ein wichtiger Schritt für die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes. Herauszuhebende Methoden sind die Schuldruckerei, die Klassenkorresspondenz, bei der Lesen und Schreiben im Zusammenhang mit realer Kommunikation erlernt wird, Tanz, Theater und plastisches Gestalten. All dies sind kreative, erlebnisreiche Methoden, die zudem die Kommunikation fördern.

Ad 2) Kritische Auseinandersetzung mit der Umwelt

Die kritische Auseinandersetzung mit der Umwelt richtet sich stark an den Bedürfnissen, der Lebenswelt und dem Interesse der Schüler. Dies wird durch Untersuchungen, Experimente und Exkursionen erreicht. Hierbei soll an der Realität gelernt werden, wobei das gedruckte Wort entmystifiziert werden soll. Die theoretische und die praktische Arbeit sollen dabei eine Einheit bilden. Die Schuldruckerei und die damit verbundene Klassenzeitung sind dabei ein wichtiges Präsentationsmittel, wodurch die Arbeit der Schüler aufgewertet wird.

Ad 3) Selbstverantwortlichkeit des Kindes

In der Freien Arbeit bestimmt das Kind selbst über seine Arbeit und arbeitet entsprechend seinem persönlichen Rhythmus. Den Schülern stehen dabei Hilfsmittel wie die Arbeitsbibliothek zur Verfügung. Bei der Selbstbeurteilung schätzen die Schüler ihre Arbeit selbst ein und ziehen Bilanz ihrer geleisteten Arbeit. Dabei werden Fähigkeiten zur kritischen Selbstbeurteilung entwickelt. So entwickelt sich für jeden Schüler ein individueller Tagesplan und die Schüler halten ihre Fortschritte in Lerntagebüchern fest. Für die Lehrer ist es wichtig das Geschehen im eigenen Unterricht zu reflektieren.

Ad 4) Zusammenarbeit und gegenseitige Verantwortlichkeit

Im Klassenrat, bzw. der Klassenversammlung werden einerseits Vorschläge für die Arbeit und deren Organisation besprochen, andererseits wird versucht für Probleme und Konflikte Lösungen zu finden. Die Schüler lernen die Notwendigkeit von Regeln und durch die eigene Mitarbeit an der Erarbeitung dieser Regeln werden die Schüler gleichzeitig einsichtiger. Gleichzeitig wird ein Grundstein für eine Demokratisierung gelegt.

Verbreitung

Die Freinet-Pädagogik hat sich vor allem im romanischen Sprachraum verbreitet. Regelmäßige Seminare und Treffen versuchen, die Freinet-Pädagogik weiterhin zu verbreiten. Die Freinet-Pädagogik wurde in Deutschland zunächst nur vereinzelt wahrgenommen, hat sich inzwischen jedoch auch im deutschen Sprachraum verbreitet.

Der deutsche Verband der Freinet-LehrerInnen ist inzwischen eine der größten Gliederungen in der internationalen Freinet-Bewegung (FIMEM). Auch in Österreich und der Schweiz gibt es zahlreiche Freinet-Pädagogen. Alle 2 Jahre findet ein internationaler Freinet-Kongress statt.

Auch in den osteuropäischen Ländern, in Lateinamerika und sogar in Japan gibt es nennenswerte Freinet-Gruppen.

 

 

Index, Literaturverzeichnis, Internetverzeichnis

Index


„Casa dei Bambini“................................ 1

Arbeit/Selbsttätigkeit.............................. 6

Auseinandersetzung............................... 7

Bezug zum Leben................................... 6

Dorfschule................................................ 4

Druckpresse............................................ 4

FIMEM...................................................... 5

Freiheit..................................................... 6

Gesamtschule.......................................... 3

Kooperation............................................. 6

Kriegsdienst............................................ 4

Montessori-Material................................ 2

Persönlichkeit.......................................... 7

praktischen Lebens................................ 2

Provence.................................................. 4

Reformpädagogik................................... 5

Séguin...................................................... 1

Selbstverantwortlichkeit.......................... 7

Sensiblen Phasen................................... 3

Sinn........................................................... 6

Soziale Erziehung................................... 3

Studium der Medizin............................... 1

Verantwortung......................................... 6

Verband der Freinet-LehrerInnen.......... 8

Vorbereitete Umgebung......................... 2

Wahlfreiheit.............................................. 2

Zusammenarbeit..................................... 7


 

Bücher

HELLMICH Achim / TEIGELER Peter (1999): Montessori-, Freinet-, Waldorfpädagogik, Konzeption und aktuelle Praxis (4. Auflage), BELTZ Verlag

Internet

Montessori

Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Montessori

Montessori-Verein:

http://www.montessori-verein.at/

Montessori:

http://www.montessori.at/

Wikiquote:

http://de.wikiquote.org/wiki/Maria_Montessori

Freinet

Schuldrucker:

http://www.schuldrucker.de/aks.html

Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Freinet

Freinet-Pädagogik:

http://freinet.paed.com/freinet/start.php