Einladung – Invitation

 

Zum Wieder-Hören oder zum Neu-Entdecken:

 

Atlas Austria Express

 

am Sonntag, 29. Juli 2012, um 19:00 Uhr

 

im Lilienbad, Terrassencafe

 

A-8323 St. Marein bei Graz

(ACHTUNG! diesmal in St. Marein bei Graz!)

 

Eintritt: freiwillige Spende!

 

Abdeljalil Kodssi - vocals, krakeb

Yassine Kodssi - gimbri, backvoc

Ahmed Larfaoui - krakeb, backvoc

Abdelhafid Ikrou - violin, bouzouki, backvoc

Emil Gross - drums, percussion, backvoc

Takashi Peterson - guitar

 

 

 

Im April 2009 trafen sich Abdeljalil Kodssi und seine Gruppe von jungen Gnawa-Musikern mit dem jungen österreichischen Drummer Emil Gross für drei Wochen in Marrakesch in Marokko, spielten und konzertieren dort. Das Zusammenspiel dieses „Atlas Austria Express“ wurde zu einer spannenden Begegnung und zu einem intensiven Austausch zwischen traditioneller Gnawa Trance Musik, Jazz, Reggae und Funky Music. Anschließend ging es dann auf Europa Tournee, auf der sie auch Krumegg besuchten. Nun kommen sie - nach einer weiteren Zeit des gemeinsamen Musizierens in Marrakesch, wo auch Aufnahmen für eine gemeinsame CD gemacht wurden, nach gemeinsamen Festival-Auftritten in Marokko und nach einer Europa-Tour im vergangenen Jahr wieder nach Österreich - und diesmal nach St. Marein bei Graz!

 

Davor noch:

 veranstaltet mit den Gnawa-Musikern eine Lila (eine traditionelle Gnawa Trance Nacht)

Wann: Donnerstag, 26. Juli 2012, ab 20:00 Uhr bis in die Morgendämmerung!

Wo: Dobersdorfer Mühle, auf der Flussinsel zwischen Lafnitz und Feistritz, A-7564 Dobersdorf 98a, (nahe Fürstenfeld, hier)

Kosten: 30,00 Euro

Achtung! Begrenzte Teilnehmerzahl! Teilnahme nur mit Anmeldung möglich! (Tel: +43-699-10809593)

Mehr über Bedeutung und Ablauf der Lila unter http://www.limmitationes.com/aktuell/trance/trance.htm

 

Am Freitag, 27. Juli 2012, um 20:00 Uhr gibt es dort auch ein Konzert des Atlas Austria Express.

 

Die Gnawa-Gemeinschaft ist eine ethnische und kulturelle Minderheit in Marokko, die sich aus Nachfahren jener Menschen aus den Subsahara-Ländern West Afrikas gebildet hat, die im Mittelalter als Sklaven in den Maghreb verschleppt wurden. Ihre Mitglieder haben über die Jahrhunderte ihre vielfälltigen Wurzeln lebendig gehalten: die der Kulturen Schwarzafrikas, aber die auch die des Judentums, des Christentums und besonders des Islam. So sind insbesondere die traditionellen Zermonien stark beeinflusst vom Sufismus, da die Bruderschaft durch Sidi Bilal gestiftet worden sein soll, der ein Freund des Propheten und erster Muezzin des Islam war.

 

Die Gnawa gelten als die „Hüter des Rhythmus“. Ihre Musik hat ihre ursprüngliche Funktion beim nächtlichen Lila-Ritual. In dieser wichtigsten Zeremonie, die aus Musik, Tänzen, ritualisierten Tabubrüchen und einem Tieropfer besteht und zwölf Stunden dauern kann, werden böse Geister vertrieben und andere angerufen. Sie erfüllt auf der individuellen Ebene den therapeutischen Zweck der Selbstheilung für die Teilnehmer, die in Trance fallen, mit der Erinnerung an ihre schwarzafrikanischen Wurzeln. Für die Gemeinschaft gilt diese Zeremonie als symbolische Wiederholung der Weltschöpfung.

 

Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Gnawa Musik zu einer Mischung aus religiösen Liedern und Rhythmen der Afrikaner, Berber und Araber. Neue Instrumente und neue Elemente wurden eingebunden. Musik wird mit akrobatischem Tanz kombiniert und ist sowohl eine Art Gebet als auch eine Tanz- und Festtagsmusik. In Marrakesch hat diese wichtige Musik einen fruchtbaren Boden gefunden, um in dieser Stadt der Sieben Heiligen aufzublühen. Die Gnawa-Musik übt schon lange eine große Anziehungskraft auf westliche Musiker aus – Musiker wie die Beatles, die Rolling Stones, Bob Marley, Jimi Hendrix, Peter Gabriel, Joe Zawinul und viele andere haben die Gnawa in Marrakesch besucht, um von ihnen zu lernen. Auch im Jazz wurde die Gnawa-Musik inzwischen breit rezipiert. Der Pianist Randy Weston und auch die Saxophonisten Pharoah Sanders und Archie Shepp machten Aufnahmen mit Gnawa-Musikern.

 

Unter den Gnawa-Musikern, die eine wichtige Rolle für die Musik spielten, ist es vor allem Abdeljalil Kodssi, der diese Musik auch weiterentwickelte. Er stammt aus Marrakesch und ist bereits seit den früheren achtziger Jahren als Sänger und Musiker aktiv. 1984 gelangte er auf Einladung des spanischen Schriftstellers Juan Goytisolo, der ihn in Folge auch tatkräftig unterstützte, nach Spanien. Seine Freundschaft zu dem marokkanischen Musiker Hassan Hakmoun führte zu einer mehrjährigen, intensiven Zusammenarbeit mit Don Cherry bis zu dessen Tod in Jahre 1995. Zwischenzeitlich gründete er 1990 die Formation Nass Marrakech, mit der er mehrere Welttourneen absolvierte und das preisgekrönte Album ‘Bounderbala’ aufnahm, an dem auch der kubanische Pianist Omar Sosa mitwirkte. 2002 erschien dann sein erstes, von Omar Sosa produzierte Soloalbum ‘Mimoun’.

Auf seiner zweiten CD „Oulad Fulani Ganga“, aufgenommen in Barcelona und Marrakesch, gelingt Abdeljalil Kodssi erneut ein Werk von großartiger Wirkung, auf dem er auf unvergleichliche Art marokkanische Klänge mit denen des Latin, Jazz und Flamenco verbindet und darüber hinaus mit seinem einzigartigen Gesang verzaubert.

 

Für die Gnawa-Familie war es immer wichtig, diese Musik von Generation zu Generation weiter zu geben. Das zeigt sich etwa am Sohn von Abdeljalil Kodssi, dem Baccalaureat-Studenten Yassine Kodssi, der meist die Gimbri, eine dreisaitige Bass-Laute spielt. Er folgte seinem Vater musikalisch Stück für Stück und veröffentlichte sein erstes Album als 18jähriger, "minor". Dem folgte 2007 ein zweites Album, "Forlani Gauge" mit Gnawa-Musik. Auch er liebt es, das Publikum bis in den ekstatischen Tanz hinein zu begleiten.

 

Ahmed Larfaoui, Sohn einer bekannten Gnawa-Familie, dessen Vater mit der "Gnawa Diffusion" zusammenarbeitete, ist ebenso ein wichtiger und vielversprechender Musiker.

 

Diesmal neu dabei: Abdelhafid Ikrou und Takashi Peterson, ein Gitarrist japanisch-amerikanischer Abstammung, der in Berlin lebt.

 

 

 

 

 

       

 

 

 

Das Bild auf der Einladung, die Druckgrafik „Atlas meets Alpen“ (2011), stammt von der oberösterreichischen Malerin und Restauratorin Doris Luger, die derzeit Malerei und Maltechniken an der Kunstakademie Vibo-Valentia/Stefanaconi in Kalabrien unterrichtet. Im Rahmen der bayerisch-oberösterreichischen Landesausstellung 2012 wird sie von 18. August bis 18. September 2012 in ihrem Heimatort, A- 5261 Helpfau-Uttendorf, in der Schlosskirche eine Ausstellung zeigen: "Aus dem Luftschloss". Mehr dazu und Aktuelles von ihr kann man in ihrem Blog http://expose-doris-luger.blogspot.com nachlesen.

 

 

    OE1 club_4c_H neu.jpg

 

Marktgemeinde St. Marein bei Graz

 

 

   

 

 

 

 

Mehr Information – auch Musikbeispiele - unter

-      http://www.limmitationes.com/ 

-      http://www.myspace.com/atlasaustriaexpress

-      http://www.youtube.com/watch?v=Kp9bW5xivfc

-      http://www.myspace.com/abdeljalilkodssi

-      http://www.ventilador-music.com/pagArtistas.asp?Artista=AJ (spanisch)

-      http://www.myspace.com/emiliogotthesticks

 

Und noch für alle Neulinge: Wie geht’s zum Lilienbad in St.Marein bei Graz?

 

Musik in Krumegg“ ist Teil der „Kultur24“-Initiative im „Hügelland östlich von Graz“!

 

Für weitere Informationen zu Musik in Krumegg: +43-650-3507111 , krumusik@gmx.at