Kommission: Donau in Serbien erst Ende 2001 passierbar

Budapest (Reuters) - Der serbische Donau-Teil wird nach Angaben der Donau-Kommission voraussichtlich nicht vor Ende des Jahres wieder für den Schiffsverkehr geöffnet werden können. Der Präsident der Kommission, Hellmuth Strasser, sagte am Donnerstag in Budapest, er hoffe zwar, dass die Donau am Ende des Jahres wieder befahrbar sein wird, aber die beteiligten Ingenieure hätten vor allzu großen Erwartungen gewarnt. Bei Novi Sad waren drei Donau- Brücken während des NATO-Luftkrieges gegen Jugoslawien 1999 zerstört worden. Ihre Trümmer blockieren seitdem die wichtige Schiffsverbindung in Südosteuropa. In den kommenden Wochen will das mit der Donau-Räumung beauftragte dänisch-ungarische Konsortium die Arbeit aufnehmen.

Die aus elf Staaten bestehende Kommission hatte den Auftrag in Höhe von 26 Millionen Euro an das Konsortium vergeben. Ursprünglich sollten die Arbeiten im Sommer beendet werden, sagte Strasser. Doch die frühere jugoslawische Regierung unter Slobodan Milosevic habe den Beginn der Räumung verzögert.

Aber die neue Regierung hat uns "grünes Licht" gegeben, sagte Strasser. Miloseciv war durch einen Volksaufstand im vergangenen Oktober gezwungen worden, die Präsidentschaft an den gewählten Reformer Vojislav Kostunica abzutreten.

Insgesamt habe die Wirtschaft in Bulgarien, Rumänien und Jugoslawien durch die Sperrung der Donau mehr als eine halbe Milliarde Euro eingebüßt, sagte Strasser. Zudem seien Tausende von Arbeitsplätzen in der Schifffahrtsindustrie verloren gegangen. Insbesondere der Transport von Roh-Materialien für die westeuropäischen Staaten sei zum Erliegen gekommen.

letztes Update
21.4.2001