Eine kurze Geschichte der DDSG

Die maschinenunterstuetzte Schiffahrt auf der Donau begann, von einigen Versuchen abgesehen, mit der Erteilung eines Privilegiums an die k.u.k. Erste Donaudampfschiffahrts Gesellschaft (DDSG) in Wien (Gruendung am 13. Maerz 1837).

Mit dem Schiff "Franz I." wurde im Herbst 1830 der Verkehr zwischen Wien und Budapest (etwa 280 km) aufgenommen.

Von Anfang an, auch bedingt durch die schwierigen nautischen Verhaeltnisse im Bereich der Oberen Donau (Wien bergwaerts), orientierte sich die DDSG in Richtung Untere Donau. Bereits im Jahre 1835 bestand eine Linienverbindung zwischen Wien und dem Donaudelta.

Der erste Hochseedampfer "Maria Dorothea" wurde bereits 1833 auf Kiel gelegt und verkehrte auf der Strecke Konstantinopel - Smyrna.

Als erstes Schiff erreichte die "Maria Anna" am 17.September 1837 die Stadt Linz, etwa 200 km oberhalb von Wien. Gemeinsam mit der 1835 gegruendeten kgl.bayrisch-wuerthembergischen Dampfschiffahrt wurde ab 1838 mit dem Linienverkehr auf der Oberen Donau begonnen. Im Jahre 1862 kaufte die DDSG ihren Konkurrenten (und damit das Streckenrecht bis Regensburg) auf.

Im Jahre 1880 war die DDSG bereits die groeszte Binnenreederei der Welt.

Der Schiffspark umfaszte mehr als 200 Dampfschiffe und ueber 1000 Lastkaehne, sowie umfangreichen Landbesitz, wie Schiffswerften, Kohlebergwerk, Agentien etc. Sogar eine Schiffspost mit eigenenBriefmarken war in Betrieb.

1894 betrieb die DDSG Schiffahrt auf der Donau, der Sarviz, der Drau, der Theiss, der Save, der Temes, dem Franzenskanal, dem Franz-Josefs-Kanal, dem Begakanal und auf dem schwarzen Meer mit einer Streckenlaenge von 5250 km. Im Jahre 1910 wurde die Sueddeutsche Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft mit einem Schiffsbestand von elf Dampfern und 99 Schleppkaehnen erworben.

Nach dem I. Weltkrieg (1914 bis 1918) kam mit dem Friedensvertrag von Saint Germain die grosze Zaesur fuer die DDSG. Mit Wirkung vom 2.August 1921 wurden von den Siegermaechten den Jugoslawen 6 Fahrgastschiffe, 21 Zugschiffe, 318 Gueterkaehne, 1 Tankkahn und ein Ponton ohne Entschaedigung zugesprochen. An Rumaenien muszten 8 Zugschiffe abgeliefert werden, an Frankreich 5 Zugschiffe und 25 Gueterkaehne. Gegen Entschaedigung muszten an die Tschechoslowakei 2 Fahrgastschiffe, 1 Zugschiff und 39 Gueterkaehne abgegeben werden.

1938 wurde die DDSG durch die Eingliederung in den Konzern Reichswerke "Hermann Goering" verstaatlicht. Dies fuehrte im Jahre 1945 dazu, dass die DDSG im Abkommen von Potsdam als deutsches Eigentum betrachtet wurde. Die Werftbetriebe und ein Grossteil der funktionsfaehigen Flotte wurden unter sowjetische Verwaltung gestellt. Erst mit dem Staatsvertrag, den Oesterreich im Jahre 1955 mit den Siegermaechten abschlieszen konnte, war ein ungestoerter Vollbetrieb der stark reduzierten DDSG wieder moeglich. Der oesterreichische Staat muszte aber betraechtliche Abschlagszahlungen an die UdSSR leisten.

Im Jahre 1973 wurde die DDSG neuerlich umstrukturiert. Die Schiffswerften Linz und Korneuburg muszten an die verstaatlichte Industrieverwaltung abgegeben werden.

Eine umfangreiche Flottenmodernisierung wurde eingeleitet.

In der Folge blieb die DDSG weiterhin bilanziell defizitaer, nach laengeren Verhandlungen erfolgte im Jahre 1993 eine Aufspaltung der DDSG in zwei GesmbH`s

  • DDSG-Donaureisen (Fahrgastschiffahrt)
  • DDSG-Cargo (Frachtschiffahrt)>

Die DDSG-Cargo wurde im November 1993 an die deutsche Stinnes AG verkauft. Bereits im Februar 1997 trennte sich Stinnes wieder von der Frachtschiffahrt und verkaufte die operative Flotte an die suedbayrische Gruppe Transport-Meier.

Die in der DDSG-Donaureisen zusammengefasste Fahrgastschiffahrt wurde zerteilt, den groeszten Teil der Schiffe wurde in der DDSG Blue Danube zusammengefasst und im Ausflugsverkehr in der Wachau und für Rundfahrten in Wien eingesetzt.

Die Kabinenschiffahrt, bekannt nicht zuletzt durch das groeszte Kabinenschiff der Donau"Mozart", wurde in Oesterreich zu Gaenze aufgegeben.

letztes Update
01.3.2001