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Werkbundsiedlung -
Werkbund Housing estate

Werkbundsiedlung
Weissenhof Stuttgart 1927

Werkbundsiedlung
Brünn 1928

Werkbundsiedlung
Breslau 1929

Werkbundsiedlung
Neubühl Zürich 1928 - 1932

Werkbundsiedlung
BABA Prag 1932

     
     
   
W.Gropius • Fagus-Werke
         
Werkbund • Küche

Wie in Wien die Wiener Werkstätten, so gab es in
Deutschland das Bauhaus [www.bauhaus.de]. 1919
gründete Walter Gropius mit dem Slogan
„Bau der Zukunft“ das Bauhaus (1919 - 1933), um eine
Einheit aller Künste zu bilden. Die Vereinigung von
Künstlern aus allen Designbereichen, Architekten und
Fotografen zeichnete sich durch einen unverkennbaren Stil
aus. Aus diesem Kreis kamen die Architekten der
deutschen Werkbundsiedlungen.

Unter der Leitung von Ludwig Mies van der Rohe schufen
1927 siebzehn Architekten aus Deutschland, Holland, Österreich und der Schweiz ein mustergültiges Beispiel der
Architektur für moderne Großstadtmenschen. Erstmals
wurden bei der Errichtung der Weissenhofsiedlung neue
Materialien und Methoden erprobt. Vor allem wurde die
Skelettbauweise mit Hilfe von Leichtbeton eingesetzt.
Die damalige Ausstellung nach Bauende war ein voller
Erfolg, 500 000 BesucherInnen  pilgerten zwischen 23.Juli
und 30.Oktober 1927 auf den Killesberg. In der Zeit des
Nationalsozialismus wurde die Siedlung nicht nur als
Schandfleck bezeichnet, sondern auch als Vorstadt
Jerusalems und als Araberdorf. Es gab sogar eine
Postkarte, die die Siedlung verumglimpfte, in dem sie
Dromedare, Turbanträger und Palmen zwischen den
Bauten zeigte. 1933 wurde in 500m Entfernung ein
Gegenprojekt gestartet, die sogenannte Kochenhofsiedlung. Maßgeblich war nicht die
Form des Kubus, sondern Goethes Gartenhaus mit
Walmdach und Holzkonstruktion.

1938 wurde das gesamte Gelände der Weissenhofsiedlung
an das Deutsche Reich verkauft - als Bauplatz für das
Generalkommando V des  Heeres. 1944 beschädigte bzw.
zerstörte ein Luftangriff viele Siedlungshäuser, unter
anderem auch die beiden Gropius-Häuser. Schließlich riss
man in den frühen 50er Jahren etliche beschädigte Häuser
ab. Erst 1958 wurde die Siedlung unter Denkmalschutz
gestellt. Heute besichtigen etwa 30.000 BesucherInnen
pro Jahr die international bekannte Siedlung.

Als wichtigste Siedlung des NEUEN BAUENS in der Schweiz
gilt die 1928-32 erbaute Werkbundsiedlung Neubühl in
Zürich. Obwohl international anerkannt, steht die Siedlung
bis heute nicht unter Denkmalschutz.

Auch in Prag regte der dortige Werkbund den Bau einer
Mustersiedlung an. Pavel Janák übernahm die
Rahmenplanung für 33 Einfamilienhäuser. Aus der Gruppe
der Werkbund-Mitglieder konnten sich die Bauherren ihre
Architekten frei wählen. Ein flaches Dach und eine zwei-
bis dreigeschoßige moderne Bauweise war den Architekten
vorgegeben.

Anders in Breslau; hier wurde neben den Reihenhäusern
auch ein Wohnheim für Ledige und Jungverheiratete
gebaut.

Ähnlich der Baba-Siedlung in Prag, wurde auch in Brünn
unter der Führung des tschechischen Werkbundes eine
Siedlung erbaut. Leider sind diese Häuser gegenüber dem
Originalzustand stark verändert.

Das Vorbild all dieser Siedlungen war sicher die
Werkbundsiedlung in Stuttgart Weissenhof.

Baba Prag
Werkbundsiedlung • Brünn
Baba Prag
Baba Prag
Werkbundsiedlung • Brünn
Werkbundsiedlung • Brünn
Baba • Prag
Plakat • Kochhof Plakat • Weissenhof