Oldies but Goldies

 


DIESES IST KEINE KUNSTAUSSTELLUNG!





 

OBG ist ein "Event", eine Veranstaltung mit mir unbekannten Teilnehmern. Das Projekt hatte ich schon länger geplant und es war niemals für eine Galerie vorgesehen, sondern für Räume, wo es Laufpublikum gibt. Für mein durchaus ernst gemeintes Anliegen, im Zuge meiner ganz persönlichen (Kunst-)Geschichtsbewältigung den Generationswechsel einzufordern, kam nur das Medium des Unernstes schlechthin in Frage: das Spiel.

Protagonisten der jüngeren Kunstgeschichte nicht mit der blinden Wut des Revolutionärs zu begegnen, die alles Vergangene zerstört, sondern Menschen, denen ich viel zu verdanken habe, ein unwürdiges Altern zu ersparen, ihnen eine sinnvolle Aufgabe zuzuweisen, habe ich mit OBG versucht.

Retrospektiven von Christo und Warhol, die Ausstellungen von Paik und Rothko im vergangenen Halbjahr in Berlin haben gezeigt, wie nötig es ist, den Unterschied zwischen Kunst- und Kunstgeschichtsrezeption zu thematisieren. Das Argument, Generationskonflikte habe es schließlich immer schon gegeben, trifft nicht mehr ganz. Die Komprimiertheit der Zeit und der Abläufe läßt viele glauben, wer sich ein Jasper-Johnss-Plakat in die Wohnung hängt, setzt sich mit Kunst auseinander. Dazu trägt die Trägheit des musealen Establishments bei, das entweder gefälligen Mist präsentiert oder nur noch eine elitäre Klientel mit Langeweile bewirtet.

Mein dringendes Bedürfnis, Dinge, die sich mir aufdrängen auch anderen aufzudrängen, zwingt mich, dafür eine neue Sprache zu finden, um Neugier zu erzeugen.

OBG führt mich in den Grenzbereich zwischen Kunst und Entertainment, der naturgemäß ein schwankender Boden ist. Ein Risiko einzugehen war für mich allerdings immer schon das wichtigste Kriterium, meine eigene und künstlerische Arbeit überhaupt zu messen.

C.Maurer
@diemuse.at 2003