Die Sir Karl Popper-Schule
von der Idee zur Wirklichkeit


Die schwierigste Arbeit war die gesellschaftliche Aufbereitung des Begabungsproblems in unserer Zeit. Die Förderung besonders Begabter wurde und wird auch heute noch mit der Vergabe von unberechtigten Vorteilen für ohnehin schon Begünstigte auf Kosten anderer gleichgesetzt.
"Begabte" wurden geradezu als gegensätzlich in ihrem Verhältnis zur Demokratie gesehen, nicht aber als notwendiger Teil.

Am 03.03.1993 trafen einander zwei Jugendfreunde (Andreas Salcher u. Walter Strobl) in einem Wiener Innenstadt Cafe zu einem "Zukunftsgespräch".
Absicht war es, die Idee einer Schule, die sich ganz besonders den begabten Schülern annehmen sollte, zu entwerfen und zu überlegen, wie man dies in Wien auch politisch umsetzen könnte.
In den ersten schriftlichen Grundsatzüberlegungen ging man von der Begriffsklärung Begabung und seinem aktuell schwierigen gesellschaftlichen Verständnis aus. Für beide Erfinder der nunmehrigen Popper-Schule war damals schon klar, dass es sich letztendlich um eine integrative Form der Begabungsförderung handeln musste, wobei umgekehrt auch begabungshomogene Teile vorgesehen sein sollten. Versuchsmäßig sollte jedenfalls mit einem Einzelstandort begonnen werden, um die Modellhaftigkeit verdeutlichen zu können. Die daraus gewonnenen methodischen Ansätze sollen nach wissenschaftlicher Evaluierung später in das Regelschulwesen einfließen und den verschiedenen begabten Schülern Österreichweit zu Gute kommen.
Weiters ging man der Frage nach, ob es sich um eine Volksschule mit aufbauenden Überlegungen oder vorerst um eine AHS-Oberstufe, mit dem Ziel, sukzessive nach unten zu erweitern, handeln sollte.
Die wissenschaftliche Begleitung des Konzeptes sollte mit Univ. Prof. Dr. Friedrich Oswald sicher gestellt werden.
Politisch war man mit dem damaligen Stadtrat DDr. Bernhard Görg schnell handelseins. Er war von der Idee begeistert und sicherte jede Unterstützung zu.

Aus dem Gründungsprotokoll vom
3. März 1993 (Strobl/Salcher):

 Zur Namensgebung sollte StR. Görg mit Sir Karl Popper persönlich Kontakt aufnehmen und ihn um sein Einverständnis ersuchen. Begleitet wurde StR. Görg von Andreas Salcher

 Strobl stellte Kontakte zu verschiedenen ausländischen Modellen der Begabungsförderung her und bildete eine wissenschaftliche Projektgruppe, die sich aus Vertretern der Universität (Univ. Prof. Oswald und Univ. Prof. Rollet, Dr. G. Hager) sowie des Wr. Stadtschulrates (LSI Dr. Karl Blüml und LSI Mag. Helmut Dirnbacher) zusammensetzte

 Einig war man sich auch darüber, dass es sich beim Versuchsmodell vorerst um eine AHS-Oberstufe handeln sollte

 Besuche an Begabten-Schulmodellen in Deutschland und der Türkei folgten.

 Nach einigen Versuchen einen geeigneten Standort in Wien zu finden, war man mit einem außerordentlich kompetenten HR Dir. Dr. Günter Schmid vom Wiedner Gymnasium dann schnell und unkompliziert fündig geworden.

 Stadtschulratspräsident Dr. Kurt Scholz war von dieser "überparteilichen" Grundidee sehr angetan und unterstützte das Projekt von Anfang an.

 Bei den Koalitionsverhandlungen im November 1996 wurde zwischen SPÖ- und ÖVP-Verhandlern (Laska/Strobl) die Gründung einer Schule für begabte Schüler festgeschrieben

 Ein Verein zur Förderung der Sir Karl Popper-Schule wurde gegründet. Präsident wurde Vize-Bgm. DDr.Bernhard Görg.

Mittlerweile ist die Sir Karl Popper Schule ein erfolgreicher und international angesehener Schulversuch und in Wien der einzige, der seit seinem Start wissenschaftlich begleitet und jährlich von außen (Büro Dr. Gehmacher) evaluiert wird.
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