Sonnenuhren

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OROLOGIO BIFILARE  -  BIFILARE SONNENUHR


Bifilare Sonnenuhr (17 KB)Type : Bifilare Sonnenuhr, vertikal, eben, 500 x 500 cm
Deklination der Wand : d = - 76° 12' (Ostsüdost)
Zeitanzeige : Wahre Ortszeit von 5 bis 12 Uhr
Datums- und Deklinationsangaben : Datumslinien der Tag- und Nachtgleichen und der Sonnenwenden
Stil : künstlerisch
Künstlerische und handwerkliche Ausführung : Hellrosa Zifferblatt links wie ein eingerolltes Blatt mit Sichel, darunter Mohnblumen, technische Zeichnung auf der rechten Seite.
Schattenwerfer : Der Schnittpunkt des Schattens einer vertikalen Kette und eines Metallstabes ergeben den Ablesepunkt auf dem Zifferblatt.
Zeitliche Zuordnung : 2000
Konstrukteur : Righi Renzo, Corregio(RE)
Künstlerische Gestaltung : Maria Luisa Montanari, Cogruzzo(RE)

Anmerkung :

Das Zifferblatt der Bifilaren Sonnenuhr ist jenes auf der unteren Hälfte des nebenstehenden Bildes. Darüber befindet sich die halbkreisförmige Azimutale Sonnenuhr. Die Befestigung der Kette (Faden 1) befindet sich über diesem Zifferblatt.

 

Erklärung :

Detail der Bilfilaren Sonnenuhr (38 KB) Der Erfinder der Bifilaren Sonnenuhr (Zweifadenuhr) ist Prof. Hugo Michnik, ein Mathematiklehrer eines Gymnasiums in Beuthen, Oberschlesien, der 1922 eine Schrift über die 'Theorie einer Bifilar - Sonnenuhr' verfaßte. Er beschreibt eine Sonnenuhr mit einem horizontalen Zifferblatt. Darüber befinden sich in verschiedenen Abständen zwei horizontal liegende Fäden. Ein Faden liegt in Ost-West-Richtung, der andere in Nord-Süd-Richtung. Der Schnittpunkt der Schattenlinien der beiden Fäden ist der schattenwerfende Punkt.

Er beweist, daß der Schnittpunkt der Schattenlinien auf einer für einen erdachsparallelen Polstab konstruierten normalen Horizontaluhr die richtigen Stunden anzeigt, wenn sie für die Breite j' berechnet ist und bei einer Standortbreite von j die folgende Formel beachtet wird :
sin j' = h'.sin j / h
h ist die Höhe des Ost-West-Fadens und h' die Höhe des Nord-Süd-Fadens.
Ist der Ost-West-Faden (h) um den Faktor 1/sin j niedriger als der Nord-Süd-Faden (h'), dann ist das Zifferblatt homogen, d.h. die Stundenlinien schließen alle zueinander 15° ein ( h = h'.sin.j ).

Die weitere Entwicklung

Der Gedanke der Zeifaden - Sonnenuhren wurde weiter entwickelt. Man kann heute Zifferblätter von Bifilar Sonnenuhren herstellen auf Flächen in beliebiger Lage deren Stundenlinien homogen sind.
Allgemein ist es möglich, Bifilar Sonnenuhren mit 2 Fäden in beliebiger Lage zu konstruieren. Meist sind die Fäden rechtwinkelig zueinander aber das ist nicht notwendig. Sie müssen auch nicht parallel zur Zifferblattebene sein. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten. Dazu gehören auch die Schirmsonnenuhren, welche Rafael Soler, Palma de Mallorca konstruiert hat.
Auch hyperbolisch geformte Schattenwerfer sind zulässig, wie der niederländische Mathematiker Th.J. de Vries bewiesen hat.

Die Bifilare Sonnenuhr des Renzo Righi in Cogruzzo

Konstruktionszeichnung (11 KB) Die im Bild dargestellte Bifilar Sonnenuhr wurde von Renzo Righi, Correggio(RE), konstruiert und von Gianni Ferrari, Modena, in 'The Compendium' der NASS, Heft 7/4 (Dez. 2000) im Artikel "A Curious Property Of Bifilar Sundials" beschrieben.
 Sie besitzt einen vertikalen 'Faden' in Form einer Kette (Faden 1). Sein Abstand zum vertikalen Zifferblatt beträgt d1 = 60cm. Der 2. Faden ist ebenfalls parallel zum Zifferblatt und ist zum Faden 1 um den Winkel c geneigt. Sein Abstand beträgt d2 = 40 cm.
Um zu erreichen, daß bei dieser Bifilar Sonnenuhr die Äquinoktiallinie horizontal verläuft, muss der Winkel c folgende Bedingung erfüllen :
 d1 = 60 cm
 d2 = 40 cm
 j = 44,82°
 d = Wanddeklination = -76,2°
Daraus errechnet sich für c = - 27°.

 

 

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Letzte Änderung : 7.November 2001