Der Kosovo-Konflikt - Ursachen und Hintergründe

1. Einleitung

Am 24. März 1999 griff das Verteidigungsbündnis der Nato erstmals in ihrer Geschichte einen souveränen Staat an und markierte mit dem Angriff auf Jugoslawien einen tiefen Einschnitt in die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts. Auch deutsche Truppen waren beteiligt und vollführten ihren ersten Kampfeinsatz seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.
Jahrelang hatte die westliche Staatengemeinschaft den Konflikt um das Kosovo als einen innerjugoslawischen angesehen und erst mit dem Beginn einer offenen militärischen Konfrontation zwischen den beiden Konfliktparteien der Serben und Albaner eingegriffen, erst auf diplomatischem, und nach dessen Scheitern auf militärischem Wege.
Aber wie konnte es überhaupt zu einer derartigen Zuspitzung der Lage kommen, und wo liegen die Ursachen dieses Konfliktes inmitten Europas? Welche Faktoren trugen zu seiner Entstehung bei? Ist es wirklich ein rein ethnischer Konflikt, der seine Wurzeln schon in der Schlacht auf dem Amselfeld 1389 hatte, oder ist seine Eskalation besonders seit Beginn der neunziger Jahre das Verschulden von nach Macht strebenden und mit nationalistischen Argumenten operierenden Politikern?

Im Folgenden möchte ich diesen Fragen nachgehen und die dafür wichtigen Hintergründe beleuchten sowie den Verlauf des Konfliktes darstellen. Dabei werde ich mich im wesentlichen auf die Darstellung von Matthias Rüb (Rüb, Matthias: Kosovo, Orginalausgabe, dtv Nov. 1999) sowie auf zahlreiche journalistische Hintergrundberichte verschiedener Autoren beziehen, die ich aus verschiedenen Dossiers zum Thema Kosovo-Konflikt und diversen Internetquellen recherchiert habe.
Ein Problem bei der Recherche und ein Grund für die massive Verwendung von Internetquellen stellt sich vor allem durch die Aktualität des Themenkomplexes dar, über den noch kaum Literatur verfügbar ist. Auch möchte ich an dieser Stelle auch noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, daß die im Folgenden dargestellten Sachverhalte und Hintergründe aufgrund der Verwendung von größten Teils in den westlichen Medien erschienenen Quellen auch aus einer hauptsächlich westlichen Sicht heraus betrachtet werden, auch wenn ich an sich dazu anbietenden Stellen vereinzelt serbische Quellen hinzuziehen werde.

Um der Frage nachzugehen, welche Faktoren und Hintergründe zur Entstehung des Konfliktes und seinem Verlauf beitrugen, werde ich zuerst einen Überblick über die Situation und das Verhältnis von Albanern und Serben im Kosovo darstellen. Darauf folgend werde ich auf die Bedeutung des Kosovos für das serbische Nationalverständnis eingehen und im Speziellen den ,,Kosovo-Mythos" als das zentrale Symbol für die nationale Identität der Serben beleuchten, um im Folgenden den Aufstieg Slobodan Milosevics durch die Instrumentalisierung der Kosovo-Frage und die Wiederbelebung alter nationaler Ansprüche beschreiben zu können.
Im weiteren Verlauf dieser Arbeit werde ich dann das Vorgehen des Serbischen Regimes im Kosovo selber sowie die Reaktionen der Kosovo-Albaner unter ihrer bis zum Aufkommen der UCK bestimmenden politischen Kraft von Ibrahim Rugova und seiner Partei, der Demokratischen Liga des Kosovo, beleuchten und dann die Gründe für das Scheitern ihrer Politik und den Beginn des bewaffneten Widerstandes darstellen.
Der Beginn der offenen militärischen Konfrontation zwischen Albanern und Serben im Kosovo bildet dann auch das Ende des von mir gewählten zeitlichen Rahmens in der Entwicklung des Konfliktes.

Aus Gründen des begrenzten inhaltlichen und zeitlichen Umfangs dieser Hausarbeit werde ich den ,,Kosovo-Konflikt" aus einer innerstaatlichen Betrachtungsweise heraus beschreiben und nicht auf die außenpolitische Einbettung eingehen können.

2. Die Voraussetzungen für die Eskalation des Konfliktes im Kosovo

2.1 Das Verhältnis zwischen Serben und Kosovo-Albanern bis zum Beginn der neuen Kosovo-Politik unter Slobodan Milosevic

Der Konflikt zwischen Serben und Albanern im Kosovo ist kein neuer Konflikt, sondern reicht in seinen Wurzeln bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts zurück .1
Aus diesem Grunde möchte ich an dieser Stelle einen kurzen historischen Überblick über das Verhältnis von Kosovoalbanern und Serben bis 1987, dem Beginn der neuen jugoslawischen Kosovopolitik unter der nationalistischen Prägung Milocevics, darstellen.
Serbische Historiker und das Regime Milosevics versuchen seit langem, eine kulturell, religiöse und politisch gewachsene ,,Erbfeindschaft" zwischen den beiden Ethnien zu begründen, die ihren Ursprung bereits in der Schlacht auf dem Amselfeld 1389 haben soll. Die Fakten sprechen allerdings gegen diese These.2
Vielmehr bekämpften die beiden Völker zur Zeit der Jahrhunderte andauernden osmanischen Vorherrschaft oft gemeinsam die türkischen Besatzer und sehen sich in ihrer jeweiligen nationalen Geschichtsschreibung beide als Opfer der osmanischen Vorherrschaft.
Auch lassen sich die damaligen Völker des osmanischen Reiches nicht einfach mit den heutigen des Balkans vergleichen, da diese ja erst durch ihre Nationalbewegungen entstanden sind.
Vielmehr zeichnet sich eine erste ernstzunehmende Verschärfung zwischen den Serben und den Kosovoalbanern erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts ab.
1878 wird auf dem Berliner Kongreß die Unabhängigkeit Serbiens anerkannt, daß sich während des Russisch-Türkischen Krieges von 1877 bis 1878 mit Rußland verbündetet hatte, um innerhalb der panslawischen Bewegung die Türken vom Balkan zu vertreiben.
Als 1912/13 die Balkankriege stattfinden, nimmt Serbien aktiv daran teil und gewinnt in dessen Folge neben anderen südlichen Gebieten das Kosovo zurück, das Jahrhunderte unter der Herrschaft der ,,Hohen Pforte" gestanden hatte.
Zu diesem Zeitpunkt beginnt die eigentliche Diskriminierung der Albaner im Kosovo, die sich unter der Vorherrschaft der Türken bis auf einen geringen Teil hatten islamisieren lassen (bis zum heutigen Tage sind rund 10 % der Kosovaren Katholiken), nachdem sie nach der ,,Großen Flucht" eines Großteils der serbischen Bevölkerung 1690 die Bevölkerungsmajorität erlangt haben.
Die serbischen Truppen dringen 1913 in das Kosovo ein und drangsalieren die muslimischen Bewohner, wobei nicht nur die Albaner betroffen sind, sondern auch die bis dahin in der Region lebenden Türken und islamisierten Slawen, die Übergriffe sind also größtenteils religiös motiviert.
Am Ende des Ersten Weltkrieges wird das Kosovo von den Siegermächten dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen zugeschlagen (das 1929 in ,,Königreich Jugoslawien" ("Südslawien") umbenannt wird), obwohl die Spannungen zwischen den Albanern und Serben bekannt sind.
Die serbische Kampagne gegen alles Islamische Anfang der zwanziger Jahre hingegen richtet sich fast nur noch gegen die Albaner, die inzwischen die absolute Bevölkerungsmajorität erlangt hatten.
Von diesem Zeitpunkt an ist das Verhältnis von Albanern und Serben im Kosovo vor allem dadurch geprägt, daß die Macht in den Händen der serbischen Minderheit liegt, gegen die die Albaner immer wieder aufbegehren.
Trotz alledem kämpfen serbische und albanische Partisanen im Zweiten Weltkrieg wieder Seite an Seite, diesmal gegen die faschistische deutsche Besatzung.
Eine weitere Verschärfung der Beziehungen zeichnet sich 1948 ab. Mit dem Bruch zwischen Stalin und Tito gehen die zuvor guten Beziehungen mit dem ebenfalls kommunistischen Albanien verloren. Infolge dessen geht die Geheimpolizei Titos auch scharf im Kosovo vor, wobei aber nicht nur die albanischen, sondern alle Stalinisten Opfer werden.
Die Albaner werden, neben den Roma und den muslimischen Slawen in Jugoslawien ,,Bürger zweiter Klasse"3.
1955-56 finden im Kosovo brutale Verfolgungen statt, für die sich Rancovic, der jugoslawische Innenminister und zweite Mann im Staat, verantwortlich zeigt, unter dem Vorwand, Waffen unter den Albanern einzusammeln. Erst als Rankovic Anfang der sechziger Jahre gestürzt wird und ein langsamer Übergang zu einem wirklichen Föderalismus stattfindet, entspannt sich die Lage wieder.
Infolge dessen kommt es Ende der Sechziger zu einem Wiederaufleben des albanischen Nationalbewußtseins, albanischsprachige Schulen und eine Universität werden eröffnet.
Als Jugoslawien 1974 eine neue föderative Verfassung erläßt, in der die Macht der sechs Republiken gestärkt wird, profitiert neben der Vojvodina mit ihrer starken ungarischen Minderheit auch das Kosovo davon, das zur autonomen Provinz erhoben wird. Es erhält eine eigene Exekutive, Legislative und Jurisdiktion sowie eine Vertretung in allen föderativen Institutionen Jugoslawiens, was die Kosovoalbaner als einen Akt historischer Wiedergutmachung verstehen. Die Serben hingegen empfinden dieses als Ausverkauf ihrer Interessen. Auch wird Tito (der kein Serbe war) seit dem nachgesagt, er habe diesen Akt nur aus Machtkalkül vollzogen, um einem möglichen wachsenden serbischen Nationalismus das Nationalgefühl der albanischen Volksgruppe entgegenzusetzen, was seiner Politik der ethnischen Balance entsprechen würde.4
Nach dem Tod Titos 1980 beginnt der langsame Zerfall Jugoslawiens. Die Beziehungen zwischen Serben und Albanern verschärften sich abermals. 1981 kommt es zu Großdemonstrationen der Albaner im Kosovo, auf die Armee und Polizei mit brutalem Vorgehen antwortet, das viele Tote auf beiden Seiten zur Folge hat. Die Ursache für das Aufbegehren der Albaner, anfangs von Studenten der Universität Prishtina getragen, ist vor allem in ihrem aufkeimenden Nationalgefühl seit Mitte der siebziger Jahre zu suchen. Ziel ist die Anerkennung des Kosovos als gleichberechtigte Teilrepublik über die gewährte Autonomie hinaus.
Ein weiterer Grund für die Radikalisierung auf beiden Seiten sind soziale Motive: Durch die permanente schlechte Wirtschaftslage, die sich verschärft im strukturschwachen Kosovo manifestiert, ist die Provinz eine der ärmsten Regionen Jugoslawiens geworden, was sich vor allem in einem vergleichsweise niedrigen Lebensstandart zeigt.
Die Unruhen weiten sich aus, und Serbien reagiert mit einem dreimonatigem Ausnahmezustand für den Kosovo sowie einer Verhaftungswelle.
1986 läutet das die Serbische Akademie der Wissenschaften und Künste in Belgrad mit ihrem Manifest, in dem die nationalen Ansprüche der Serben (,,Überall wo Serben leben, ist Serbien!") definiert werden, die nationalistische Mobilisierung auf serbischer Seite ein.
Auf ihrer Welle gelangt schließlich Slobodan Milosevic an die Macht, der im September 1987 zum Präsidenten Serbiens gewählt wird.5

2.2 Die demographische Entwicklung im Kosovo

Die ethnische Zusammensetzung im Kosovo und dessen Verschiebung zugunsten der Albaner birgt sicherlich ein maßgebliches Konfliktpotential in der Kosovo-Frage.6
Die Abstammung der Albaner ist auch der modernen Geschichtsschreibung nicht ganz klar, als gesichert gilt nur, daß die von den Illyrern abstammenden Albaner und die slawischen Serben im Mittelalter und während der Zeit der türkischen Herrschaft auf dem Balkan mehr oder weniger gut miteinander auskamen, was vor allem an den wenigen Berührungspunkten lag: Die Serben lebten in ihrem Stammland, der fruchtbaren Ebene des Kosovo, während die Albaner hauptsächlich als Nomaden in den Bergen beheimatet waren.
Eine erste ethnische Verschiebung trat im 15. und 16. Jahrhundert auf, als viele Albaner in die Ebene herunterwanderten, um fortan auf den türkischen Feudalgütern zu arbeiten.
Einen weiteren wichtigen Wendepunkt markierte ,,Der Große Exodus" 1690, als die Habsburger, die nach der Niederlage der Türken vor Wien 1683 immer weiter auf dem Balkan Richtung Süden vorgedrungen waren, unter anderem auch vorübergehend das Kosovo befreiten. Der Vormarsch war allerdings zu schnell vonstatten gegangen, und die österreichische Armee zog sich wieder hinter die Flüsse Donau und Save zurück. Die orthodoxen Serben im Kosovo, die zuvor die christlichen Habsburger als Befreier umjubelt und unterstützt hatten, hatten nun unter der Rache der muslimischen Türken zu leiden und flüchteten in großer Zahl (geschätzt werden zwischen 100.000 und 300.000 Menschen) in die am Nordufer der Donau gelegene Vojvodina.
In dieses ,,Bevölkerungsvakuum" stießen laut serbischer Geschichtsschreibung die Albaner hinein und ließen sich in den zahlreichen verlassenen Städten und Dörfern nieder, wo sie mit den verbliebenen Serben Seite an Seite lebten.
Verläßliche Zahlen lassen sich allerdings erst im beginnenden 20. Jahrhundert finden:7
So sollen zu diesem Zeitpunkt etwa 187.000 Serben (rund ein Drittel unter den Türken islamisiert) und 230.000 Albaner (überwiegend Muslime) im Kosovo gelebt haben, also überwiegten schon damals die Albaner. Bei der jugoslawischen Volkszählung 1971 wurde der Anteil der Albaner bereits auf 77 % beziffert, zehn Jahre später betrug er rund 82 %. Vor beginn der Massenvertreibungen wird die Anzahl der Albaner auf etwa 1,7 Millionen und einen Anteil von fast 90 % geschätzt, absolut verläßliche Daten gibt es allerdings nicht, da die Volkszählung 1991 im Zuge der Verschärfung des Konfliktes und der Politik des zivilen Ungehorsams von albanischer Seite boykotiert wurde.
Als Grund für diesen Trend der massiven ethnischen Verschiebung dürfte vor allem die unproportional hohe Geburtenrate der Albaner dienen, die zu Beginn der neunziger Jahre die höchste Europas ist (die serbische Seite betitelt diese Entwicklung sogar als ,,policy of high birth rate"8, einer gezielten Strategie der Albaner zur Vertreibung der serbischen Minorität).
Ein weiterer Grund für das Abwandern der Serbischen Bevölkerung ist vor allem in der nach dem Tode Titos einsetzenden Wirtschaftskrise zu suchen, die sich vor allem im wirtschaftlich unterentwickelten Kosovo manifestierte. In folge dessen wanderten seit den frühen achtziger Jahren jährlich Tausende von Menschen aus dem Kosovo aus, zumeist Serben, die in das reichere Landesinnere zogen.9
Die serbische Seite verweist zudem noch auf Deportationen unter Tito, bei denen rund 400000 Serben innerhalb von 40 Jahren das Kosovo verlassen haben sollen.10
Auch soll sich laut serbischer Darstellung das Bevölkerungsverhältnis aufgrund der Boykotierung der Volkszählung von ´91 zugunsten der Albaner verfälscht haben. Außerdem sollen die zahlreichen albanischen Emigranten in Europa in diesen Daten miterfaßt sein.
Infolge dessen beziffert die serbische Regierung die Zahl der vor dem Natoangriff im Kosovo lebenden Albaner nur auf etwa rund 900.000 11 (Stand dieser Aussage: Juni 2000), und das, obwohl laut internationalen Schätzungen bis zum Ende des Krieges fast 1,5 Millionen Albaner aus dem Kosovo vertrieben werden.12

3. Die Bedeutung Kosovos für das serbische Nationalverständnis

Eine der Hauptursachen für den Kosovo-Konflikt und dessen Eskalation ist ohne Frage das starre Festhalten der Serben und des Belgrader Regimes am Verbleib des Kosovos als nichtautonome Provinz in Jugoslawien , obwohl es aus rein demographischer Sicht schon lange verloren scheint.
Um diesen Umstand erklären zu können, ist es unerläßlich, an dieser Stelle die essentielle Bedeutung und die Wichtigkeit des Kosovos für die serbische Nation und Kirche und damit auch für ihr politisches Handeln zu beleuchten.
Ende der achtziger Jahre verkündete Matija Beckovic, Mitglied der hochgeachteten Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste im Memorandum ,,Zur Lage der Serbischen Nation" unter anderen den Satz, daß ,,Kosovo das kostbarste serbische Wort ist"13, und spiegelte mit dieser Aussage das nationalistische Erwachen in Teilen der serbischen Intelligenz des auseinanderfallenden kommunistischen Jugoslawiens wieder.
Zum einen möchte ich daher im Folgenden das Kosovo aus dem historischen Blickwinkel der Serben betrachten, nämlich als geographischen Ursprung der serbischen Kultur, Religion und Gesellschaft.
Zum anderen möchte ich auf den Dreh- und Angelpunkt des serbischen Nationalverständnisses und dessen zentrale Rolle in der Kosovo-Frage eingehen: Den aus der Amselfeldschlacht von 1389 hervorgegangene ,,Kosovo-Mythos" als grundlegendes historisches, religiöses und moralisches Symbol für die Identität und das Selbstverständnis der serbischen Nation, seit 1987 Hauptargument Milocevics, warum das Kosovo serbisch bleiben müsse.

3.1 Das Kosovo als Ursprung serbischer Kultur, Religion und Gesellschaft

Ende des 19. Jahrhunderts definiert Milojko V. Veselinovic in der in Belgrad erscheinenden Zeitschrift "Bratstvo" die Summe der Symbole, für die Altserbien (gemeint ist das Kosovo und die es zu diesem Zeitpunkt direkt umgrenzenden Gebiete unter türkischer Herrschaft) in der nationalen Ideologie der Serben zur Zeit des späten nationalen Romantismus gestanden hat:
"In Altserbien sind die Haupstädte unserer Könige und Kaiser. In Altserbien ist der Sitz des serbischen Patriarchen. In Altserbien sind die bedeutendsten Klöster serbischer Kaiser und Könige. Dieses Land hat die serbische Staatsidee befestigt. In ihm lebt der Keim des Serben, in ihm erkennt der Serbe die Macht seines Namens, in ihm spiegelt sich der Serbe als der Staatsmann wieder, in ihm entstand auch das serbische Staatsleben - es ist der Pfeiler, um den das Serbentum kreist."14
Der Ende der achtziger Jahre im Zuge des Zerfalls des alten Jugoslawiens neu aufbrandende Nationalismus in Serbien beruft sich hauptsächlich auf die Geschichte Serbiens, und dessen Ursprung liegt im heutigen Kosovo.
Das Kosovo ist, anders als die serbischen Siedlungsgebiete in Kroatien und Bosnien, historisches Kernland, das Zentrum des ersten serbischen mittelalterlichen Staates unter Zar Dusan dem Mächtigen und seiner Nemanjiden-Dynastie, dessen Nachfolger 1389 auf dem Amselfeld den Türken entgegentraten und unterlagen.15
Im Kosovo liegt der Ursprung von Serbiens Staat, Kirche und auch Kultur.16 Das fruchtbare Hochland Kosovos und Metohijas, einem Gebiet westlich des Kosovos, war damals die wirtschaftliche Basis des Reiches, daß sich von der Ägäis im Süden bis zur Donau im Norden erstreckte.
Das Zentrum dieses mittelalterlichen Staates befand sich im heutigen Prizren, wo die Nemanjiden residierten und der Staat verwaltet wurde.
Unter den Nemanjiden erlebte das Kosovo dann schließlich auch eine kulturelle und religiöse Blüte, das Patriarchat der serbisch-orthodoxen Kirche hatte seinen Sitz in Pec, einer Stadt westlich von Prishtina, und das Kosovo wurde mit zahlreichen prächtigen Klöstern und Kirchen überzogen, die teilweise noch bis heute erhalten sind.
Im Laufe der Jahrhunderte verschoben sich die Zentren religiöser und weltlicher Macht Serbiens immer weiter Richtung Norden, und nur die autochthone serbische Bevölkerung sowie die Priester und Mönche blieben.

3.2 Der ,,Kosovo-Mythos": Symbol für Identität und Selbstverständnis der Serben

,,The Kosovo is important for the Serbs just as the Wailing Wall is important for the Jews".
Dieser Satz ist der offiziellen Darstellung der Serbischen Regierung zum Thema Kosovo entnommen.17
Um die Bedeutung des Kosovos für das serbische Nationalgefühl und im weiteren für die Machtstruktur des Regimes von Slobodan Milocevic verstehen zu können, ist es unerläßlich, die Legende von der Schlacht auf dem Amselfeld (serb.:Kosovo Polje, gemeint ist im übertragendem Sinne das Kosovo selber) und ihre Bedeutung hierfür zu beleuchten.
Milosevic hat mit seinen Reden zur Amselfeldschlacht ,,einen offenbar im eigenen Volk tief verwurzelten Glauben wiederbelebt"18:
Im Kosovo spielt die wichtigste aller Mythen Serbiens: Hier wurde am 15. Juni des Jahres 1389 (gemäß dem alten Julianischen Kalender am 28. Juni) der Niedergang des Serbischen Großreiches unter der Nemanjiden-Dynastie besiegelt, dessen Mittelpunkt sich laut serbischer Geschichtsschreibung im Kosovo befand.19
Auf dem Amselfeld war es zur schicksalhaften Entscheidungsschlacht zwischen dem osmanischen Heer Sultan Murads und dem serbischen Heer unter Fürst Lazar gekommen.
Das zahlenmäßig unterlegende Heer der Serben, zusätzlich durch den Verrat Vuc Brancovics, Lazars Schwiegersohn, geschwächt, unterlag schließlich nach heldenhaftem Kampf den Türken. Sultan Murad wurde von einem unbekannten Serben im Kampf getötet und der gute Fürst Lazar, der stellvertretend das christliche Abendland vor der Herrschaft der muslimischen Türken bewaren wollte, wurde auf Grund Brancovics Verrat gefangen genommen und mit zahlreichen Mitstreitern an der Totenbahre des Sultans enthauptet.
Mit dem Sieg des osmanischen Heeres brach die 500 Jahre dauernde Vorherrschaft der ,,Hohen Pforte" auf dem Balkan an, aber die Serben hatten durch ihr Opfer auf dem Schlachtfeld das Abendland vor dem Islam gerettet.
Soweit die Legende von der Schlacht auf dem Amselfeld, aus der im Laufe der Jahrhunderte der ,,Kosovo-Mythos" entstand, der noch heute den Kern der nationalen Identität Serbiens darstellt20 .
Schon bald nach der Schlacht wurde die Kosovo-Thematik von der mündlichen Volksdichtung aufgegriffen, die in der serbischen Gesellschaft neben der orthodoxen Kirche zunehmend an Bedeutung als wesentliches ,,...Medium kollektiver Identitätsstiftung und historischer Erinnerung"21 wurde. Über die Jahrhunderte hinweg sollte sich die Schlacht auf dem Amselfeld über Heldenepen und Volkspoesie immer weiter verklären und den ehemals glorreichen mittelalterlichen serbischen Staat in der kollektiven Erinnerung der nun unter der Herrschaft des osmanischen Reiches lebenden Serben idealisieren.
In der Kosovo-Tradition setzte sich die Bezeichnung des Tages der Schlacht als ,,Vivodan", dem ,,St.Veits-Tag" durch, der bis in die heutige Zeit als der serbische Nationalfeiertag gilt.
Als nach 1690 der große serbische Exodus aus dem Kosovo im Zuge des österreichischen Rückzugs aus den Gebieten südlich der Donau begann, verlagerte sich auch das politische und gesellschaftliche Zentrum aus dem ehemaligen Stammland der Serben nach Norden. Erst hier, in der Vojvodina, verschmolzen der schon nach 1389 entstandene Kult um Fürst Lazar und die eigentliche Kosovo-Legende miteinander und verstärkten sich gegenseitig. In folge dessen wurde der ,,Kosovo-Mythos" zum Symbol und Instrument für die Erringung der nationalen Einheit im Kampf um nationale Unabhängigkeit.
Sogar der serbische Attentäter Gavrilo Prinzip, der am Vivodan des Jahres 1914 den östereichisch-ungarischen Thronfolger erschoß, wurde durch den im Laufe der Jahrhunderte stilisierten serbischen Krieger, der auf dem Amselfeld den osmanischen Sultan Murad erschlug, inspiriert und sah sich in dessen Tradition als Tyrannenmörder.
Erst im kommunistischen Jugoslawien Titos mußte der ,,Kosovo-Mythos" dem im Zweiten Weltkrieg entstandenen Partisanen-Mythos weichen und sein Gedenken wurde seit dem nur von der serbisch-orthodoxen Kirche erhalten, bis Slobodan Milosevic am Vivodan des 28. Juni 1989 in seiner schicksalhaften Rede zur 600-Jahr-Feier auf dem Kosovo Polje den Mythos wieder zum Leben erweckte22 und damit den Ausgangspunkt der Eskalation im Kosovo markierte. Seit diesem Zeitpunkt ragt das Kosovo wieder ,,als Weihestätte eines selbst für den Balkan beispiellosen Ethnozentrismus in das Europa der Jahrtausendwende hinein"23, zum alles überschattenden Nationalmythos.

Entscheidend für die serbische Geschichte war nicht die Niederlage, sondern, für Außenstehende schwer nachvollziehbar, ,,der politische Mythos und die religiös verbrämten Legenden von Verrat und Opferbereitschaft, von der Auserwähltheit des serbischen Volkes und der Verheißung großer Siege, die sich um die Niederlage rankten und das nationale Bewußtsein der Serben bis heute prägen."24

Im weiteren möchte ich nun versuchen, die engere Bedeutung des ,,Kosovo-Mythos", dem ,,gewählten Trauma" Serbiens für seine Identität und Selbstverständnis zu beleuchten, das auch in enger Verbindung mit der Religion steht.
Zum einen muß versucht werden, den ,,tiefen, christlichen Sinn des Vermächtnisses von Kosovo"25 zu verstehen.
Ein wichtiger Punkt spielt hierbei die Auserwähltheit der Serben als ,,ein himmlisches Volk mit historischer Mission"26, von Gott dazu auserwählt, ein Bollwerk gegen die Muslime zu errichten, die ,,mythischen türkischen Erzfeinde", dessen Nachfolger heute in den Augen nationalistischer serbischer Kreise die Albaner sind.
Der Serbisch-orthodoxe Bischof von Zica, Nikolaj Velimirovic, schrieb 1936 einen Aufsatz über die Bedeutung des Amselfeldes.27 Er vergleicht das Heer der Serben unter Fürst Lazar mit den christlichen Märtyrern des antiken Roms. Im weiteren beschreibt er Kosovo als die ,,Auferstehung des (serbischen) Volkes im geistigen und moralischen Sinne" und versucht auch unter diesem Argument das eigentliche Paradoxon des ,,Kosovo-Mythos" zu erklären, nämlich daß die eigentliche Niederlage der Serben in der Schlacht aus serbischer Sicht her ein Sieg geworden ist:
,,Das ganze serbische Heer ist auf Kosovo für die Wahrheit und Gerechtigkeit Gottes gefallen- und das freiwillig. Deswegen hat es gesiegt. Es brachte Gott zum Opfer alles, was es hatte und konnte, daher hat es auch gesiegt."
Die Schlacht war also nach diesen Aussagen auch eine Art innere Reinigung des serbischen Nation, nach der sie moralisch durch ihr gebrachtes Opfer wieder auferstand.
Im weiteren beschreibt der Bischof Kosovo als ,,das größte Grab der christlichen Märtyrer, die an einem Tag gestorben sind", und ,, durch ihre heiligen Körper wurde der ganze Amselfelder Boden (gemeint ist natürlich das Kosovo) heilig", ein Hinweis dafür, daß in der Tradition des Mythos dieser nicht geographisch unabhängig von seiner Entstehungsstätte sein kann, was in dem oben aufgezeigten Kontext als Erklärung für das territoriale Festhalten der Serben am Kosovo dienen kann.

4.Der Aufstieg Slobodan Milosevics durch die Instrumentalisierung der Kosovo-Frage

Die ,,Kosovo-Frage" ist untrennbar mit dem Aufstieg Slobodan Milosevics und seines Regimes verbunden. Um die Wichtigkeit des Kosovos für Struktur und Fundament des Belgrader Regimes und damit eine Erklärung für das starre Festhalten der Serben an ihrer südlichsten Provinz aufzuzeigen, möchte ich an dieser Stelle auf die Rolle der Kosovo-Problematik beim Aufstieg Milosevics eingehen und im weiteren deren Bedeutung für den Machterhalt der serbischen Regierung darstellen.

Nach dem Tode Titos beginnt Anfang der achtziger Jahre der schleichende Zerfall des Vielvölkerstaates Jugoslawien, dessen Stabilität vor allem durch Titos ,,Ideologie" der ,,Brüderlichkeit und Eintracht" der südslawischen Völker garantiert wurde, hinter der in Wahrheit vor allem der Wille Titos und der seiner Partei steckte, die unterschiedlichen nationalen Interessen der verschiedenen Volksgruppen und Teilrepubliken zur Stabilisierung seiner eigenen Macht gegeneinander auszuspielen.28
Mitte der achtziger Jahre macht sich langsam in bei allen Völkern und Teilrepubliken Jugoslawiens eine deutliche Renaissance nationalistischer Gefühle bemerkbar, die in Serbien zum ersten mal im September 1986 im sogenannten ,,Memorandum zur Lage der Serben in Jugoslawien" von der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste formuliert werden und als Spiegel der Meinung eines Großteils der damaligen serbischen Intelligenz gilt.
In diesem Memorandum wird vor allem die Stellung der Serben innerhalb der jugoslawischen Föderation unter Tito kritisiert und die nationalen Ansprüche der serbischen Nation definiert; eine Utopie von der territorialen Integrität der Nation wird gebildet (,,Überall wo Serben sind, ist Serbien!"), die dich vor allem auf die Vergangenheit des mittelalterlichen serbischen Reiches beruft.
In dem Memorandum heißt es über das Kosovo: ,,Das Schicksal des Kosovo ist eine Lebensfrage für die gesamte serbische Nation. Der physische, politische, rechtliche und kulturelle Genozid an der serbischen Bevölkerung in Kosovo und Metohija ist eine der schwersten Niederlagen seit den serbischen Freiheitskämpfen von 1804 bis 1914."29.
Weiter heißt es, daß die Abwanderung der Serben aus dem Kosovo Folge einer Unterwanderungspolitik durch die Albaner sei, die, auch durch ihren hohen Geburtenüberschuß, gezielt die ,,Wiege des Serbentums"30 von ihrem Mutterland abspalten wollen.31
Diese Ideen finden alsbald hohen Anklang in der serbischen Bevölkerung. Seit dem Tode Titos, der nun nicht mehr als Garant für Stabilität für ausländische Investitionen dient, steuert Jugoslawien beständig in die größte Wirtschaftsmisere seit den fünfziger Jahren, die auch für die einfache Bevölkerung deutlich spürbar geworden ist. Inflation und Arbeitslosigkeit steigen beständig an.
Das Klima in der sich in der Krise befindlichen jugoslawischen Gesellschaft ist also zu diesem Zeitpunkt fruchtbar für Nationalismus und Demagogie, wie es die europäische Geschichte des zwanzigsten Jahrhundert vermuten läßt.
Auf dieser Welle des nationalistischen Aufbrandens kommt schließlich Slobodan Milosevic an die Macht. Tatsächlich markiert vor allem sein Einsatz für die ,,serbische Sache" im Kosovo die erste Stufe seines Aufstiegs zur unumschränkten Macht in Serbien.32

1984 wird Milocevic, der bis dato hohe Positionen in der jugoslawischen Wirtschaft innehatte, von seinem politischen Ziehvater Stambulic, mittlerweile Chef der Kommunisten Serbiens, zurück in die Politik geholt und zum Belgrader Parteisekretär der Kommunisten ernannt. Im Mai 1986 übernimmt Milocevic dann das Amt des serbischen Parteichefs. 1987 wird er von Stambulic, dem neuen Präsidenten Serbiens, in die Unruheprovinz Kosovo geschickt. Doch anstatt die mittlerweile stark angespannte Lage vor Ort zu entschärfen, schlägt sich Milocevic, dem das Aufkommen nationalistischer Gedanken in der serbischen Bevölkerung des mittlerweile ,,ideologisch verwaisten Tito-Jugoslawiens"33 bekannt ist, auf die Seite der Serben im Kosovo. Bei einer Rede vor serbischen Demonstranten, die der Polizei gegenüberstehen, verspricht Milosevic den Serben im Kosovo, daß ,,hinfort niemand mehr wagen würde, sie zu schlagen".
Mit diesem berühmten Satz markiert Milocevic den Beginn eines Aktes des ,,politischen Kannibalismus"34, indem er sich symbolisch gegen die Polizei des Staates und damit gegen seine bestehende Rechtsordnung und somit gegen die Staatsordnung an sich erhebt. Anstatt sich den nationalistischen Massen, die sich langsam erheben, entgegenzustellen, wie es Stambulic von ihm erwartet hatte, setzt er sich an ihre Spitze.35
Zeitgleich beginnen einflußreiche Belgrader Medien über angebliche Greueltaten der Kosovo-Albaner zu berichten, es ist die Rede von systematischen Vergewaltigungen serbischer Frauen und Kinder sowie Mißhandlungen und Demütigungen an den Männern.
Milosevic hatte im Vorfeld von Stambulic, der ihm blind vertraute, unbemerkt führende Positionen im Belgrader Rundfunk sowie bei der Politika Ekspress, dem größten Boulevardblatt des Landes durch Gesinnungsgenossen austauschen lassen.
In zahlreichen Reden klagt Milosevic im weitern die Albaner an: ,,Immer, wenn ein serbisches Kind vergewaltigt wird, fällt Schande auf alle Albaner, wenn sie nicht für das Ende dieser Grausamkeiten sorgen"36; in den offiziellen Statistiken Jugoslawiens hingegen lag die Vergewaltigungsrate im Kosovo stets weit unter dem Landesdurchschnitt.
Die Stimmung in Serbien bezüglich der im Kosovo lebenden Serben wird konsequent angeheizt, und als Milosevic nach Belgrad zurückkommt, wirft er Stambulic und der alten titoistischen Garde der Partei öffentlich ,,Versagen ob des angeblichen schleichenden Genozids am serbischen Volk"37 vor. Er selber bietet sich der Bevölkerung in diesem selbst erschaffenen Klima der Angst dafür als ,,Retter in der Not" an, da sich die serbische Minorität im Kosovo nicht mehr alleine gegen die albanischen ,,Schandtaten" zur Wehr setzen könne.
Die Medien sind es dann auch, die Milosevic schließlich die uneingeschränkte Macht über den Parteiapparat und den fast ungeteilten Rückhalt unter der serbischen Bevölkerung erlangen lassen:
Am 23. September ´89 wird erstmals eine Plenumssitzung des Zentralkomitees der Serbischen Kommunistischen Partei live im Fernsehen übertragen. Es ist die Sitzung, in der sich Milosevic gegen seinen politischen Ziehvater Stambulic durchsetzten sollte und die vollständige Kontrolle über den Parteiapparat erlangt.
Die Fernsehübertragung als scheinbarer Akt der Demokratisierung folgt genauem Kalkül: Milosevic hatte zuvor einen zu ihm linientreuen neuen Fernsehchef installiert, während der zwei Tage dauernden Sitzung wurden die Reden der Milosevicanhänger lang und breit gezeigt, während die Sympathisanten Stambolics kaum zu Wort kamen.
Dieses Zusammenspiel von Medien und Masse sollten auch später die bevorzugten Propagandainstrumente Milosevics bleiben.38
Im Folgenden garantiert ihm sein immer öfter zur Schau getragener offener Nationalismus in Kombination mit den Medien immer mehr die Unterstützung der serbischen Bevölkerung.
1989 beginnt Milocevic mit der Weiterführung seiner Kosovo-Politik, auf der sich sein Machtapparat aufbaut und seine Legitimation findet: Das Kosovo soll wieder serbisch werden.
Bis Ende März ´89 erfolgt dann schließlich die Gleichschaltung der zuvor autonomen Provinzen Vojvodina und Kosovo. Vorangegangen waren massive Proteste der Albaner, die durch Milosevics installierte Propagandamaschinerie als neuerliche Konterrevolution (im Bezug auf die Unruhen nach dem Tode Titos) diffamiert werden. Zu diesem Zeitpunkt zeigt sich dann auch die breite Unterstützung Milosevics Kosovopolitik in der Masse: Bei einer serbischen Gegendemonstration in Belgrad im November ´89 nehmen rund 1 Million Menschen teil. Dabei ruft Milosevic der Menge zu: ,,Wir fürchten uns nicht, wir gehen in jeden Kampf mit der Absicht, zu siegen. Jede Nation hat eine Liebe, die ihr Herz erwärmt. Für Serbien ist es Kosovo. Deshalb wird Kosovo bei Serbien bleiben."39
Den wichtigsten Wegpunkt des immer höher aufbrandenden Nationalismus im ,,Serbischen Sommer" 1989 und Milosevics finaler Aufschwung zum nationalen Führer Serbiens markiert aber mit Sicherheit seine Rede zur 600- Jahrfeier der Schlacht auf dem Amselfeld am Vivodan, dem 28. Juni, an der Gedenkstätte Gazimestan auf dem Kosovo Polje.
Um den Anspruch auf das schon fast verlorene ,,Serbische Jerusalem" zu bekräftigen und ein Symbol für die Unterstützung der serbischen Diaspora im Kosovo zu setzen , finden sich, durch massive Medienkampagnen mobilisiert, rund 1 Million Menschen an der Gedenkstätte ein.40
Ihre Wichtigkeit verdankt die Rede Milosevics vor allem dem ,,Genius loci" am mutmaßlichen historischen Ort der Schlacht, und durch sie ist der Höhepunkt der einsetzenden ,,Großserbischen Renaissance" erreicht.
In dieser historischen Ansprache instrumentalisiert Milosevic, mittlerweile gewählter Präsident Serbiens, die Legende von der Schlacht und den im Laufe der Jahrhunderte daraus entstandenen ,,Kosovo-Mythos"41, in dem er ihn auf die aktuelle Situation Jugoslawiens projiziert und Einigkeit unter den im ganzen Gebiet Jugoslawiens verstreuten Serben fordert: ,, (wir haben die Schlacht) auch wegen der tragischen Zwietracht, die damals an der Spitze des serbischen Staates herrschte, verloren."
Milosevic fordert somit die Integrität der serbischen Nation und die Notwendigkeit der Eintracht und der Zusammenarbeit unter allen Serben. Im Hinblick auf die serbischen Minderheiten in Bosnien, Kroatien, in anderen Teilrepubliken sowie natürlich die des Kosovos wird erst die Brisanz dieser Forderungen klar, was die folgenden Sätze seiner Rede nur noch unterstreichen: ,,Heute, sechs Jahrhunderte später, befinden wir uns wieder in Kriegen und werden mit neuen Schlachten konfrontiert. Dies sind keine bewaffneten Schlachten, obwohl diese nicht ausgeschlossen werden können."42
Im weiteren unterstreicht Milosevic hingegen (was überrascht), daß das Vorhandensein verschiedener Völker und Nationalitäten für Serbien eine große Chance sei. Ein Vielvölkerstaat sei es und alle Bürger, unabhängig von ihrer nationalen oder religiösen Zugehörigkeit müßten gleich behandelt werden, was nicht so recht auf die Rolle der zuvor massiv diffamierten Albaner passen will. Allerdings, so wird auch angemerkt, ließen die Feinde Jugoslawiens nichts unversucht, nationale Konflikte zu schüren und die Völker gegeneinander aufzuwiegeln, womit er wohl wieder unter anderen auf die Albaner anspielt. 43

4.1 Ideologie oder das Streben nach Macht?

Im folgenden möchte ich der Frage nachgehen, ob Milosevic im Bezug auf das Kosovo wirklich einer ,,Großserbischen" Ideologie folgt oder die Macht als solche für ihn im Vordergrund steht, die er durch die Instrumentalisierung des serbischen Nationalismus aufbauen und festigen will.
Eine These, die seine Machtambitionen in den Vordergrund stellt, läßt sich aus folgendem Sachverhalt herleiten: Bereits 1985 erzählt Milosevic einem deutschen Diplomaten, daß er die Meinung vertrete, der Nationalismus werde den Kommunismus in Jugoslawien als Herrschaftsideologie verdrängen. So spricht niemand, der sich wirklich mit nationalistischem Gedankengut identifiziert und allein dadurch seine politischen Ziele definiert, sondern eher eine Art ,,Marketingspezialist", der weiß, daß sein altes Produkt nicht mehr ankommt.44
Aus dem Blickwinkel der Machtgewinnung im auseinanderbrechendem Jugoslawien wird auch die Bedeutung des Kosovos für den Gewinn der Kontrolle über ganz Jugoslawien deutlich: Durch die offizielle Aufhebung der seit 1974 bestehende Autonomie der Vojvodina und eben des Kosovos 1989 und die darauf folgende Einsetzung linientreuer gleichgeschalteter Provinzregierungen unterminieren Milosevic und seine Belgrader Parteielite die Grundlagen des noch bestehenden Bundesstaates, da der Belgrader Block im kollektiven Staatspräsidium nun mit vier Stimmen (Serbien , Vojvodina, Kosovo und Montenegro, das ebenfalls gleichgeschaltet ist) das gleiche Gewicht wie die übrigen vier Teilrepubliken Kroatien, Slowenien, Bosnien-Herzegowina und Slowenien hat. Das hat wiederum zur Folge, daß Jugoslawien zu diesem Zeitpunkt nur noch zu den Bedingungen Belgrads fortbestehen kann oder eben zerfallen muß und die Serben somit deutlich an Einfluß gewinnen.45
Unter diesem Aspekt betrachtet wäre das Kosovo also nur ein Schritt zu dem Ziel der Kontrolle über die ganze jugoslawische Föderation, die Milosevic anfangs noch anstrebte.
Eine weitere These, die besagt, daß Milosevic sein Regime vor allem auf immer wieder selbst geschürten Krisen aufbaut, gibt einen weiteren Hinweis dafür, daß für ihn allein der Erhalt der eigenen Macht zählt.46
Laut dieser These hat der vormals kommunistische Funktionär Milosevic nie gesellschaftliche oder wirtschaftliche Reformen entwickelt, sondern ist nur auf die Mehrung und den Erhalt seiner Macht und die Bereicherung seiner Familie bedacht, auf Kosten des serbischen Volkes. Um sich innenpolitisch dabei über Wasser zu halten, hat Milosevic ein ,,Krisenkarussell", eine Art ,,Druckkesselsystem" entwickelt, mit der er immer wieder neue Konflikte hochtreibt, um sich aus den alten Katastrophen herauszuwinden.
Tatsächlich verlor Milosevic bis jetzt alle Kriege, die er anzettelte: 1991 gegen Slowenien und Kroatien, 1992 in Bosnien-Herzegowina und schließlich auch 1998/99 gegen die Kosovoalbaner.47
Vor diesem Hintergrund läßt sich also auch die rasante Eskalierung im Kosovo 1998/99 durch Milosevic erklären, da zu diesem Zeitpunkt wieder bedrohlicher innenpolitischer Friede eingekehrt ist und sich die Opposition wieder stärker formiert.
In der Umkehrung eines Leitsatzes von Clausewitz betreibt Milosevic quasi Politik als Fortsetzung des Kampfes mit anderen Mitteln, deshalb führt er auch immer neue Krisen und Kriege herbei,48 er lebt ,,von der Vergiftung seines Landes".49
Darüber, ob Milosevic die von ihm verbreitete Ideologie der territorialen Integrität der serbischen Nation, vor allem im Bezug auf die Kosovo-Frage auch wirklich selber vertritt, läßt sich hingegen nur spekulieren. Allerdings darf es als unwahrscheinlich gelten, daß er den nationalen Nerv so vieler seiner Landsleute nur aufgrund seiner schauspielerischen Leistung treffen konnte. Auch berichtete der langjährige Balkan-Vermittler der EU, Lord Owen, von heftigen Gefühlsausbrüchen Milosevics, wenn das Thema auf das Kosovo fiel.50

5. Das serbische Vorgehen im Kosovo seit der Aufhebung der Autonomie

Das Ende der Autonomie des Kosovo wird am 28. März 1989 besiegelt, als im serbischen Parlament in Belgrad feierlich eine dem entsprechende Verfassungsänderung verkündet wird und Serbien somit seine ,,staatliche und verfassungsrechtliche Souveränität wiedererlangt"5152
Vorab hatte das Provinzparlament des Kosovo, in der eine deutliche Mehrheit der Abgeordneten Albaner waren, mit 126 von insgesamt 190 Stimmen der Verfassungsänderung zugestimmt, was nicht der für Änderungen der Verfassung notwendigen Zwei-Drittel-Mehrheit entsprach, von Belgrad aber geflissentlich ignoriert wurde. Im Vorfeld dessen waren die Abgeordneten massiv unter Druck gesetzt worden, sogar während der Abstimmung waren Panzer vor dem Parlament aufgefahren und serbische Geheimpolizisten im Versammlungsgebäude anwesend.
In der Praxis kontrolliert fortan Belgrad die massiv aufgestockte ausschließlich serbische Polizei, die Gerichte sowie die Bildungs-, Wirtschafts- und Sozialpolitik. Die Amtssprache wird wieder serbisch. Gezielt geht das Belgrader Regime nun auch gegen die Kosovo-albanische Intelligenz vor: Führende Wirtschaftsleute, Wissenschaftler, Künstler und Publizisten werden ohne Haftbefehl festgenommen, und auch auf der bis dato noch bestehenden Bundesebene werden kosovoalbanische Funktionäre systematisch ausgeschaltet.
Durch Gesetze und Durchführungsverordnungen des serbischen wie des jugoslawischen Parlamentes, das wie oben bereits erwähnt durch die Aufhebung der Autonomien Vojvodinas und des Kosovos deutlich von Serbien geprägt war, werden 1990 neue Gemeindebezirke für die Serben im Kosovo geschaffen, zeitgleich wird durch staatlich geförderte Hausbau- und Förderungsprogramme die Rückkehr serbischer Auswanderer unterstützt. Im Sommer werden fast alle albanischen Ärzte sowie medizinisches Personal aus den staatlichen Krankenhäusern unter offenkundigen Vorwänden (z.B. fachliche Mängel) entlassen und durch Serben ersetzt. Der albanischsprachige Fernsehsender Prishtinas wird von der Polizei besetzt und ebenfalls gleichgeschaltet, und im August wird schließlich beschlossen, in den Schulen nur noch nach den offiziellen serbischen Lehrplänen in serbischer Sprache zu unterrichten. Die Albaner werden nicht nur aus dem öffentlichen Leben verdrängt, sondern haben auch unter Massenentlassungen aus fast allen staatlichen Betrieben zu kämpfen, ihnen werden hingegen Arbeitsplätze außerhalb des Kosovos angeboten. Das serbische Parlament verabschiedet 1990 ein Gesetz über Arbeitsverhältnisse unter besonderen Umständen. Daraufhin werden mindestens 80 Prozent aller albanischen Arbeitnehmer insbesondere großer Betriebe und öffentlicher Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser entlassen, allein im
Schulwesen waren dies seit 1990 26 000 Lehrer und Lehrerinnen.53
Albanern werden im weiteren die Vorzüge moderner Familienplanung vermittelt, um im weiteren gezielter gegen die ,,demagogische Waffe"54 der Kosovaren vorzugehen.

All diese Vorgänge werden stets von massiven albanischen Protesten begleitet, auf die von serbischer Seite mit brutaler Polizeigewalt geantwortet wird, durch die es im Laufe der Jahre zu vielen Toten kommt. Menschenrechtsverletzungen sind an der Tagesordnung, Albaner können grundlos verhaftet und verhört werden, es kommt laut Menschenrechtsorganisationen zu zahlreichen Folterungen und Mißhandlungen.
Zusammengefaßt läßt sich sagen, daß der serbischen Minderheit durch den Einsatz von Militär und Sonderpolizei innerhalb weniger Jahre die totale Kontrolle über das Kosovo gewinnt. Eine regelrechte ,,Apartheidpolitik" ist entstanden, ethnische Albaner sind nur noch Bürger zweiter Klasse.
Jahrelang ertragen die Albaner die serbischen Repressalien unter ihrer von Serbien nicht anerkannten Regierung Rugovas und bilden einen ,,Schattenstaat"55, bis sich Mitte der neunziger Jahre schließlich die UCK formiert und einen bewaffneten Kampf gegen die Serben beginnt, und von nun an Terror mit Terror vergeltet.
Das plötzliche Aufkommen der UCK liefert Milosevic dann schließlich auch den idealen Vorwand für eine weitere Eskalation.56 Nach dem für Serbien ungünstigen Vertrag von Dayton, infolge dessen fast 200.000 Serben von den Kroaten aus der Krajina vertrieben werden, gerät Milosevic unter starken innenpolitischen Druck, auch von nationalistischer Seite.57 Nach dem schon weiter oben erwähnten System des ,,Krisenkarussells" läßt Belgrad am Anfang vorsätzlich die albanischen Freischärler fast ungestört über die albanische Grenze einsickern und bringt über einen Parallelschwung immer mehr eigenes Militär ins Kosovo.58 Die Bekämpfung der UCK wird zur ,,Camouflage der Vertreibung"59. Nach der Apartheidpolitik, die die Kosovoalbaner in die freiwillige Abwanderung drängen sollte, versucht Milosevic nun vollendete Tatsachen zu schaffen. Die Menschenrechtsverletzungen und Repressionen häufen sich massiv, ganze albanische Dörfer werden gebrandschatzt und ihre Bewohner vertrieben. Die serbische Sonderpolizei wird zunehmend von marodierenden Paramilitärs unterstützt. Schon bevor die erste Natobombe fällt, sind auf diese Weise rund 300.000 ethnische Albaner aus dem Kosovo vertrieben worden.60

6. Die horizontale Teilung des Kosovo unter Ibrahim Rugova und der LDK

Nachdem am 28. März 1989 die Autonomie des Kosovos faktisch und verfassungsrechtlich aufgehoben wird, reagieren die albanischen Abgeordneten des immer noch bestehenden Provinzparlaments am 2. Juli 1990 mit einer Art Eigenständigkeitserklärung und rufen die ,,Republik Kosovo" aus, einer ,,gleichberechtigten und unabhängigen Entität im Rahmen der jugoslawischen Föderation",61 womit eine eigene Teilrepublik gemeint ist. Belgrad reagiert auf diese Proklamation naturgemäß mit der Auflösung des Provinzparlamentes. Trotz allem werden weitere, in Belgrads Augen illegale Versammlungen abgehalten. Am 7. September gibt sich die nicht anerkannte Teilrepublik schließlich eine eigene Verfassung, die Versammlung ernennt den Literaturwissenschaftler Ibrahim Rugova, Vorsitzender der LDK (Demokratische Liga des Kosovo), zum provisorischen Präsidenten. Ende September des nächsten Jahres führt die LDK schließlich ein Referendum durch, in dem über eine Deklaration der Untergrundversammlung abgestimmt werden soll: Es geht um die Proklamation eines souveränen und von Jugoslawien unabhängigen Staates Kosovo. Drei Monate zuvor hatten sich bereits die ehemaligen Teilrepubliken Slowenien, Kroatien und Mazedonien von Jugoslawien losgesagt und ihre Unabhängigkeit erklärt.
Aus diesem Blickwinkel betrachtet vollziehen die Kosovoalbaner mit der Proklamation ihrer Unabhängigkeit nur den nächsten Schritt, mit dem Unterschied, daß der zuvor ausgerufene Status der Teilrepublik niemals anerkannt wurde, weder von Jugoslawien noch international (ausgenommen Albanien) .
Bei der Volksabstimmung nehmen laut angaben der LDK rund 87 % der Wahlberechtigten teil, wobei an dieser Stelle darauf verwiesen werden muß, daß die rund 10 % serbische Minderheit im Kosovo die Wahlen boykotiert. Somit sprechen sich nach Auszählung der Stimmen rund 99 % für die Proklamation aus. Im Mai `92 werden daraufhin Untergrundwahlen abgehalten, die Rugova und seine LDK deutlich gewinnen und von diesem Zeitpunkt an die bestimmenden politischen Kräfte im Kosovo bis zum Aufkommen der UCK bleiben.

Im Vorfeld dieser politischen Ereignisse war es, nach anfänglichen massiven Protesten der Albaner gegen den serbischen Staat und seine Polizei mit teilweise bürgerkriegsähnlichen Zuständen mit zahlreichen Toten und Verletzten zu einer oberflächlichen Beruhigung der Lage im Kosovo gekommen, die vor allem durch den Bürgerkrieg in Bosnien-Herzegowina, der 1992 begann, begünstigt wurde.
Unter der pazifistischen Politik Rugovas und der Ausrufung der Unabhängigkeit kommt es dann schließlich zur Bildung des ,,Schattenstaates", der fortan fast alle Bereiche des politischen und gesellschaftlichen Lebens im Kosovo prägt.
Die Albaner reagieren auf die ,,Serbisierung" des Kosovos mit einer Art innerer Emigration, dessen folge die quasi horizontale Teilung des Kosovo ist.62
Durch den Boykott der Umstellung an den Schulen und Universitäten auf die serbischen Lehrpläne folgt die Bildung eines neuen Bildungssystems. Nur die albanischen Grundschüler werden noch zum Großteil in den staatlichen Schulen unterrichtet, allerdings sind sie räumlich und zeitlich getrennt von ihren serbischen vormaligen Mitschülern. Durch die offizielle Apartheidpolitik der Serben begünstigt kommt es zu merkwürdig anmutenden Situationen: Es werden in fast allen Grundschulen neue Trennwände eingezogen, die die Albaner von den Serben trennen sollen, albanische Schüler können von nun an teilweise nur noch abends unterrichtet werden, es kommt zur fast vollständigen Seperation. Der Unterricht in den weiterführenden Schulen sowie den Hochschulen wird von nun an in albanischen Privaträumen weitergeführt, die Universität von Prishtina wird boykotiert.
Ein eigenes funktionierendes Sozial- und Gesundheitssystem entsteht.
Finanziert wird der Kosovoalbanische Schattenstaat hauptsächlich von im Ausland lebenden albanischen Gastarbeitern, die sich zum Großteil freiwillig dazu verpflichten, 3 % ihres Nettolohnes an den Untergrundstaat abzuführen. Vor allem die Abgaben der Kosovoalbanischen Gastarbeiter in Deutschland und der Schweiz halten von nun an dieses alternative Gemeinwesen am Leben.
Serben und Albaner führen von nun an ein paralleles Leben, daß kaum Berührungspunkte hat. Die Serben bestimmen das öffentliche Leben, die Albaner ziehen sich fast völlig in ihren Untergrundstaat zurück. Die einzigen Kontaktpunkte bilden fortan die anhaltenden Repressionen der albanischen Zivilisten durch die serbische Polizei. Allein 1997 kam es laut dem Kosovo-albanischen Komitee für den Schutz der Freiheit und der Menscherechte zu mehr als 10000 Fällen von Verletzungen der Menschenrechte, bei denen insgesamt 35 Kosovo-Albaner starben, 16 von ihnen in Polizeigewahrsam.63
Viele Jahre lang bleibt dieses sublime System der Apartheid stabil, es kommt zu keiner Entspannung, aber auch zu keiner Eskalation. Auch an den politischen Fronten gibt es keine Bewegung: Rugova und die LDK beharren auf ihrer Forderung nach Unabhängigkeit und wollen allenfalls unter internationaler Vermittlung mit Belgrad verhandeln, die Serben hingegen verbieten sich jede Einmischung von außen und betrachten die Kosovo-Frage als innere Angelegenheit, die sie ja formal auch ist.
Die serbischen Schikanen werden hingegen immer weiter verschärft.
Ihren politischen Kampf führen die Kosovo-Albaner von 1991 bis 1997 überwiegend mit gewaltfreien Mitteln. Gruppen, die auf bewaffneten Kampf setzten, existieren zwar und führen entsprechende Anschläge aus, aber bleiben bis 1997 eher einflußlos. Da die Führung um Präsident Rugova mit ihrem gewaltfreien Agieren gemessen an ihren politischen Zielen keine Erfolge (weder einen international anerkannten eigenen Staat noch Fortschritte im Autonomie-Status z.B. durch die Einrichtung einer Teilrepublik Kosovo) und natürlich auch keine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation erreichen kann, gewinnen schließlich die Gruppen, die auf bewaffneten Kampf setzten, vor allem die UCK, an Boden.64

6.1 Die Prinzipien Rugovas Politik und ihr Scheitern

Im folgenden möchte ich auf die Grundprinzipien Rugovas Politik eingehen und im weiteren Verlauf darstellen, warum diese letztendlich versagte und zu keiner Lösung führte.
Rugovas Politik ruhte auf drei Säulen und Grundüberzeugungen65:
Als erstes sollten durch den Boykott der serbischen Institutionen und Wahlen diesen ihre demokratische Legitimität abgesprochen werden, was ja auch durch die Bildung des ,,Schattenstaates" praktiziert wurde.
Zweitens vertrat Rugova eine Politik des strikten Gewaltverzichts; eine Eskalation, die in einem bewaffneten Aufstand enden konnte, sollte unbedingt verhindert werden, weil dieses nach Rugovas pazifistischer Überzeugung nur in einem Blutbad enden würde. Im Hinblick auf die brutalen Reaktionen Belgrads auf albanische Proteste und Demonstrationen schien diese Befürchtung auch durchaus berechtigt.
Drittens sollte statt dessen versucht werden, das Kosovo-Problem zu internationalisieren, also an die Spitze der Tagesordnung der internationalen Staatengemeinschaft gesetzt werden. Durch politischen und wirtschaftlichen Druck des Westens würde sich Belgrad dann, so das Kalkül, zu Zugeständnissen bewegen lassen.
Der Westen hingegen hatte das Kosovo-Problem jahrelang ignoriert und den überwiegend gewaltfreien Widerstand der Kosovo-Albaner sowie die ,,Gandhi-Politik"66 Rugovas nicht honoriert. Im Friedensvertrag von Dayton wurde das Kosovo bewußt ausgespart, um Milosevics Zustimmung zu erlangen.67 Daß er den Vertrag namens der bosnischen Serben unterzeichnete, wurde 1996 honoriert, in dem die internationalen Sanktionen gegen Jugoslawien aufgehoben wurden, worüber sich Rugova enttäuscht äußerte.68 Da keine bewaffneten Konfrontationen aus dem Kosovo gemeldet wurden, rückte die Kosovo-Problematik, auch vor dem Hintergrund des endlich vollzogenen Friedensschlusses in Bosnien-Herzegowina, weiter in den Hintergrund.
Diese Ignoranz der internationalen Staatengemeinschaft war es dann auch, die Rugovas Politik der Gewaltfreiheit letztendlich scheitern ließ: Der Langmut der Kosovaren ging, auch durch die Enttäuschung begünstigt, von der Weltöffentlichkeit nicht ob ihrer gewaltfreien Politik honoriert zu werden, seinem Ende entgegen. Da Rugova jahrelang keine ernstgemeinte politische Unterstützung von Außen erfuhr und dementsprechend auch keine Erfolge seiner Politik vorweisen konnte, geriet er unter zunehmenden politischen Druck von innen.
Nach fast einem Jahrzehnt serbischer Apartheidpolitik war eine ,,verlorene Generation"69 herangewachsen, ohne jede Aussicht, in dem Staat, dessen Bürger sie nicht mehr waren, später einmal ein geregeltes Leben und Arbeit zu finden.

7. Das Ende des gewaltfreien Widerstandes und die Entstehung der UCK

Der Prozeß der politischen Erosion um den Präsidenten Rugova und seiner LDK ging immer deutlicher mit der Herausbildung einer radikaleren Widerstandsbewegung gegen das serbische Gewaltregime einher, die sich vor allem in den ländlichen Gegenden des Kosovo vollzog.70
Zu einem ersten öffentlichen Auftreten der UCK, der ,,Ushtria Clirimtare e
Kosoves" (Befreiungsarmee des Kosovos), kam es Ende 1997 anläßlich der Beerdigung eines von den serbischen Sonderpolizisten getöteten Dorfschullehrers in der Region Drenica, bei der Rund 30000 Albaner zugegen waren. Im Vorfeld war bereits ein dichtes Gespinst von Gerüchten um die geheimnisvollen Freischärler entstanden. Als Rache für einen von einem serbischen Zivilisten getöteten jungen Albaner im April 1996 kam es in den folgenden Tagen zu fünf Mordanschlägen auf Serben, zu denen sich bereits zu diesem Zeitpunkt die UCK bekannte. Auch wurde ein politisch motivierter Anschlag auf den Rektor der fast vollständig ,,serbisierten" Universität von Prishtina, Radivoje Papovic, verübt.
Die LDK und Rugova hingegen vertraten noch bis zum Frühjahr 1998 die Meinung, daß es sich bei der UCK um eine Erfindung des serbischen Geheimdienstes handelte, um einen Vorwand zu einer zusätzlichen Verschärfung der Repressalien zu generieren; ein Zeichen, daß Rugova, der sich vergeblich im Ausland für eine Internationalisierung des Konfliktes einsetzte, allmählich den Kontakt zur Realität im Kosovo verlor.71 Die beiden Strömungen waren sich von Beginn an so fremd, daß daraus keine gemeinsamen politische Kraft erwachsen konnte.
Über den eigentlichen Ursprung der UCK gibt es hingegen widersprüchliche Informationen, der Kommandokern sollte sich aus ehemaligen Berufssoldaten der jugoslawischen Bundesarmee sowie Mitgliedern schon im Vorfeld entstandener Bürgerwehren vor allem aus der Region Drenica zusammensetzt haben. Begünstigt durch die bürgerkriegsähnlichen Unruhen in Albanien kamen vermehrt Waffen über die Grüne Grenze ins Kosovo, seit dem Frühsommer 1997 unterhielt die UCK bereits militärische Ausbildungslager in unzugänglichen Bergregionen.
Zeitgleich bekannte sich die UCK durch hauptsächlich an ausländische Medien geschickte Kommuniques zum ,,bewaffneten Kampf für die staatliche Unabhängigkeit des Kosovo von Serbien"72, forderte also das selbe wie Rugova und die LDK. ,,Großalbanische" Ideen waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht ersichtlich, auch wenn einige Vertreter der UCK später ein ,,Albanien in seinen ethnischen Grenzen"73 fordern sollten.
Die albanische Bevölkerung im Kosovo hingegen begrüßten die Aktionen der UCK fast einstimmig.
Im Sommer 1998 kam es dann schließlich zu offenen Kämpfen zwischen der UCK und serbischen Sonderpolizisten und Militär, in Zuge dessen es zahlreiche Tote gab. Auf der Jagd nach den nach Guerilla-Taktik verfahrenden Kämpfern der UCK führten die Serben immer massivere Streitkräfte ins Feld, was schließlich zu Hunderten zerstörten Dörfern und den ersten Massakern an der Zivilbevölkerung führte.74 75
Im Zuge der militärischen Eskalation im Kosovo gelang der UCK dann schließlich auch der politische Durchbruch. Am 24. Juni 1998 kam es zu einem Treffen zwischen Richard Holbrooke, dem Hauptarchitekten des Daytoner Friedensabkommens, und dem UCK-Kommandanten Lum Haxhiu. Nach diesem Treffen war die Befreiungsarmee ein bedeutender politischer Faktor im Kosovo geworden, ohne die eine Lösung des Konfliktes nicht mehr möglich schien.
Durch Gegenterror und militärischer Eskalation war der UCK gelungen zu erreichen, was Rugova jahrelang mit seiner Politik der Gewaltlosigkeit versagt geblieben war: Die völlige Aufmerksamkeit der westlichen Staatengemeinschaft.

8. Fazit

Aufgrund der in dieser Hausarbeit untersuchten Sachverhalte und Hintergründe möchte ich nun abschließend folgende Ergebnisse und Erklärungsversuche festhalten:
Der Konflikt zwischen Albanern und Serben im Kosovo kann im Kern nicht als ein rein ethnisch motivierter Konflikt zwischen den beiden Parteien erklärt werden, der aus einer Jahrhunderte alten ,,Erbfeindschaft" resultierte, sondern entstand vielmehr durch verschiedene Faktoren.
Ein Faktor waren die Grundvoraussetzungen im Kosovo. Durch die massive demographische Verschiebung wurden die Serben über die Jahrhunderte in ihrem eigenen historischen Kernland zur Bevölkerungsminorität, was in nationalistischen Kreisen und unter der Bevölkerung des restlichen Serbiens vor allem im Zuge des aufkommenden Nationalismus nach dem Tode Titos eine latente Empörung zur Folge hatte, da das Kosovo eine zentrale Rolle für die nationale Identität und das Selbstverständnis der Serben spielt.
Ein wichtiger, darauf aufbauender Faktor war das Streben nach Erlangung und Erhalt der politischen Macht von mit nationalistischen und daraus resultierenden geschichtlichen Argumenten operierenden Politikern und politischen Cliquen auf serbischer Seite, namentlich vor allem Slobodan Milosevic und seinem Regime, die bewußt geschichtliche und ethnische Gegensätze zuspitzten und den Konflikt aus Gründen des Erhalts der eigenen Macht immer weiter eskalierten.
All dieses war aber nur möglich geworden, da im Serbien des auseinanderfallenden Jugoslawiens ein verstärkt auftretender Nationalismus vor allem das Kosovo betreffend aufkeimte, den das Belgrader Regime konsequent für seine Ziele ausnutzte und instrumentalisierte, was vor allem durch die Wiederbelebung alter Mythen, der Bildung einer Utopie der nationalen territorialen Integrität Serbiens und den daraus resultierenden nationalen Ansprüchen vonstatten ging. Diese Instrumentalisierung wurde maßgeblich unterstützt durch die Kontrolle und den Einsatz der Medien.
Den Ansprüchen Serbiens auf das Kosovo entgegengesetzt war die Forderung der Albaner nach Unabhängigkeit von Serbien. Diese argumentierten aber weniger geschichtlich, sondern aufgrund ihrer Bevölkerungsmajorität im Kosovo. Die Struktur des ehemaligen Jugoslawiens mit seinen national definierten Republiken und autonomen Regionen legte nahe, alles national zu legitimieren und zu denken. Aufgrund dieser Argumente resultierte auch die Forderung der Albaner, als eigene unabhängige und staatsbildende Nation ähnlich wie die sich von Jugoslawien lösenden ehemaligen Teilrepubliken anerkannt zu werden. Das dieses letztendlich nicht gelang, ist vor allem auf das Scheitern der Politik Rugovas zurückzuführen, der mit seiner Politik der Gewaltlosigkeit kein Gehör in der internationalen Staatengemeinschaft fand und dadurch schließlich dem Einfluß der UCK weichen mußte. Erst durch den Beginn einer offenen militärischen Konfrontation zwischen den beiden Parteien und der daraus folgenden Eskalation des Konfliktes griff die westliche Staatengemeinschaft schließlich ein, als es für eine friedliche Lösung schon zu spät war.
Ein weiterer Faktor für die fortlaufende Zuspitzung des Konfliktes war auch die fehlende Verhandlungs- und Kompromißbereitschaft unter den beiden Konfliktparteien, die wahrscheinlich durch die lange und konfliktreiche Geschichte ihres Verhältnisses zueinander zu erklären ist.
Unterstützt wurden die oben genannten Faktoren auch durch die anhaltende Wirtschaftskrise in Jugoslawien und speziell im strukturschwachen Kosovo.

Weitere Ansatzpunkte für weitergehende Untersuchungen und Überlegungen wären zum Beispiel die Betrachtung des Konfliktes in einem internationalen Kontext, die Bildung der Kosovoalbanischen Nationalbewegung unter der ,,Liga von Prizren" im 19. Jahrhundert, die Rolle Albaniens im Kosovo-Konflikt sowie eine eingehende Betrachtung der Rolle der westlichen und jugoslawischen Medien und deren Berichterstattung während des Konfliktes.

1 Die folgende Darstellung stützt sich auf Rüb, Matthias: Kosovo, Orginalausgabe, dtv Nov. 1999, 15 ff. ; Rüdiger Rossig: ,,Von Erbfeindschaft keine Spur" ,in: Taz- Dossier 1999 ,,Der Kosovo-Krieg"; Christine Schweitzer: ,,Die Geschichte des Kosovo", URL: http://home.t-online.de/home/peter.teuchert/KosovoHintergr.html [Stand: Juni 2000] sowie AG der Buchhandlungen E.V. : ,,Balkan", Lizenzausgabe, Frankfurt am Main 1972, 41 ff.

2 Vgl. Rüdiger Rossig: ,,Von Erbfeindschaft keine Spur" ,in: Taz- Dossier 1999 ,,Der Kosovo-Krieg",

3 Siehe Rüdiger Rossig: ,,Von Erbfeindschaft keine Spur" ,in: Taz.Dossier 1999 ,,Der Kosovo-Krieg"

4 Vgl. Rüb, Matthias: Kosovo, Orginalausgabe, dtv Nov. 1999, 27

5 Vgl. Kapitel 4. Der Aufstieg Slobodan Milosevics durch die Instrumentalisierung der Kosovo-Frage

6 Die folgende Darstellung stützt sich auf Rüb, Matthias: Kosovo, Orginalausgabe, dtv Nov. 1999, 15-29, 189

7 Vgl. Rüb, Matthias: Kosovo, Orginalausgabe, dtv Nov. 1999, 25

8 siehe offizielle Darstellung der Serbischen Regierung, URL: http://www.gov.yu/kosovo/demographic.html

9 vgl. Rüdiger Rossig: ,,Lebensgeschichte eines Kriegstreibers" ,in: Taz-Dossier 1999: ,,Der Kosovo-Krieg"

10 Vgl. offizielle Darstellung der Serbischen Regierung, URL: http://www.gov.yu/kosovo/demographic.html

11 Vgl. offizielle Darstellung der Serbischen Regierung, URL: http://www.gov.yu/kosovo/manipulation.html

12 Vgl Rüb 1999, 189

13 Vgl. Dragan Velikic: ,,Eine Erfindung namens Milocevic" ,in: Taz.Dossier 1999: ,,Der Kosovo-Krieg"

14 Siehe Dusan Batakovic: Auszug aus ,,Kosovo Chronicles", Belgrad 1988, URL: http://www.amselfeld.com/Kosovo%20und%20Metochien%20Geschichte.htm [Stand: Juni 2000]

15 Vgl. , Cyrill Stieger:,, Der Kosovo-Konflikt" ,in: NZZ vom 11. März 98

16 die folgende Darstellung bezieht sich auf Rüb, Matthias: Kosovo, Orginalausgabe, dtv Nov. 1999, 15 ff.

17 Vgl. Internetpräsenz der Jugoslawischen Regierung : ,,Kosovo and Metohija/ History", URL: http://www.gov.yu/kosovo/history.html [Stand: Juni 2000]

18 siehe Politik-Digital: Olaf Wittrock: ,,Ein Falke auf dem Amselfeld", URL: www.politik-digital.de/europa/dossier/kosovo/historie.shtm [Stand: Juni 2000]

19 Die folgende Darstellung stützt sich auf Rüb (1999: 15-29); NZZ-Online: Ekkehard Kraft: "Serbiens nationaler Kosovo-Mythos". URL: www.nzz.ch/online/02_dossiers/kosovo/kos980424ekr.htm [Stand: Mai 2000] und Christian Schmidt-Häuer: ,,Vom Mythos zum Massaker" ,in: Die Zeit Nr.6/99

20 vgl. Rüdiger Rossig: ,,Von Erbfeindschaft keine Spur" ,in: Taz-Dossier 1999 ,,Der Kosovo-Krieg"

21 siehe NZZ-Online: Ekkehard Kraft: "Serbiens nationaler Kosovo-Mythos". URL: www.nzz.ch/online/02_dossiers/kosovo/kos980424ekr.htm

22 siehe Kapitel 4. Der Aufstieg Slobodan Milosevics durch die Instrumentalisierung der Kosovo-Frage

23 Christian Schmidt-Häuer: ,,Vom Mythos zum Massaker" ,in: Die Zeit Nr.6/99

24 Vgl. Cyrill Stieger: ,, Der Kosovo-Konflikt" ,in: NZZ vom 11. März `98

25 siehe Amselfeld-Online (pro-serbischer Server): Vorwort zum Aufsatz Bischof Nikolaj Velimirovics 1936: ,,Kosovo", URL: www.amselfeld.com

26 siehe Politik-Digital: Olaf Wittrock: ,,Ein Falke auf dem Amselfeld", URL: www.politik-digital.de/europa/dossier/kosovo/historie.shtml

27 vgl. Amselfeld-Online (pro-serbischer Server): Bischof Nikolaj Velimirovic 1936: ,,Kosovo", URL: www.amselfeld.com

28 Vgl. Rüb, Matthias: Kosovo, Orginalausgabe, dtv Nov. 1999, 36

29 siehe Rüb, Matthias: Kosovo, Orginalausgabe, dtv Nov. 1999, 40

30 Vgl. Kapitel 3.2 Das Kosovo als Ursprung serbischer Kultur, Religion und Gesellschaft

31 Vgl. Rüdiger Rossig: ,,Langer Haß auf das Armenhaus" ,in: Taz.Dossier 1999 ,,Der Kosovo-Krieg"

32 Vgl. Rüb, Matthias: Kosovo, Orginalausgabe, dtv Nov. 1999, 31/32

33 siehe Christian Schmidt-Häuer: ,,Vom Mythos zum Massaker" ,in: Die Zeit Nr.6/99

34 Vgl. Zitat des serbischen Politologen Aleksa Djilas in Rüb, Matthias: Kosovo, Orginalausgabe, dtv Nov. 1999,37

35 Vgl. Dragan Velikic: ,, Eine Erfindung namens Milosevic" ,in: Taz-Dossier 1999 ,,Der Kosovo-Krieg"

36 Rede Milosevics vor Fabrikarbeitern in Ferizaj, Vgl. Rüb, Matthias: Kosovo, Orginalausgabe, dtv Nov. 1999,39f.

37 siehe Rüdiger Rossig: ,,Lebensgeschichte eines Kriegstreibers" ,in: Taz-Dossier 1999,,Der Kosovo-Krieg"

38 Vgl. Rüb, Matthias: Kosovo, Orginalausgabe, dtv Nov. 1999, 33f.

39 Vgl. Rüb 1999, 42

40 Vgl. Rüb 1999, 185

41 Vgl. Kapitel 3.2 Der ,,Kosovo-Mythos": Symbol für Identität und Selbstverständnis der Serben

42 Vgl. Deutsche Übersetzung der Rede , URL: http://www.deuropa.de/yu/kosovo/home.html

43 Vgl. Deutsche Übersetzung der Rede , URL: http://www.deuropa.de/yu/kosovo/home.html

44 Vgl. Rüdiger Rossig: ,,Die Grenzen militärischer Gewalt" ,in: Taz-Dossier 1999,,Der Kosovo-Krieg",

45 Vgl. Rüb 1999, 43 f.

46 Vgl. im Folgenden Christian Schmidt-Häuer:" Das System Milosevic" ,in: Die Zeit ´99 Nr. 24

47 Vgl. Rüb 1999, 47

48 Vgl. Rüb 1999, 34

49 siehe Christian Schmidt-Häuer: ,,Vom Mythos zum Massaker" ,in: Die Zeit Nr.6/99

50 Vgl. Rüb 1999, 37

51 Vgl. Rüb 1999, 51

52 Die folgende Darstellung stützt sich, wenn nicht anders angegeben, auf Rüb 1999, 48 ff.

53 Vgl. Gesellschaft für bedrohte Völker 1996 : ,,Albaner im Kosovo - Apartheid in Europa" , URL: http://www.gfbv.de/voelker/europa/kosovo3.htm

54 Vgl. Rüb 1999, 54

55 Vgl. Kapitel 7. Die horizontale Teilung des Kosovo unter Ibrahim Rugova und der LDK

56 Vgl. Christian Schmidt-Häuer: ,,Das System Milosevic" ,in: Die Zeit ´99 Nr. 24,

57 Vgl. Politik-Digital: Olaf Wittrock: ,,Ein Falke auf dem Amselfeld", URL: www.politik-digital.de/europa/dossier/kosovo/historie.shtml [Stand: Juni 2000]

58 Vgl. Dietrich Willier: ,,Die neuen Herren im Kosovo?" ,in: Taz-Dossier 1999 ,,Der Kosovo-Krieg"

59 Vgl. Christian Schmidt-Häuer:" Das System Milosevic" ,in: Die Zeit ´99 Nr. 24,

60 Vgl. Christian Schmidt-Häuer:" Das System Milosevic" ,in: Die Zeit ´99 Nr. 24,

61 Vgl. auch im Folgenden Rüb, 54 ff. und 185 ff. sowie Spiegel-Online: Der Kosovo-Krieg, URL: http://194.163.254.145/spiegel/nf/0,1518,14879,00.html [Stand: Juni 2000]

62 Vgl. Rüb 1999, 54

63 Vgl. Rüb 1999, 70

64 Positionspapier der Grünen Basis, Fassung vom 5.4.98 URL: http://www.muenster.org/frieden/Positionspapier.html

65 Vgl. im folgenden Rüb 1999, 64 f sowie Christine Schweizer: ,,Die Geschichte des Kosovo", URL: http://home.t-online.de/home/peter.teuchert/KosovoHintergr.html [Stand: Juni 2000]

66 Siehe. Rüb 1999, 66

67 Positionspapier der Grünen Basis, Fassung vom 5.4.98 URL: http://www.muenster.org/frieden/Positionspapier.html

68 Vgl. Rüb 1999, 61

69 Vgl Rüb 1999, 77

70 Vgl. im folgenden Rüb 1999, 67-85 und Dietrich Willier: ,,Die neuen Herren im Kosovo?" ,in:Taz-Dossier 01999 ,,Der Kosovo-Krieg"

71 Vgl. Rüb 1999, 73

72 Siehe Rüb 1999, 75

73 siehe Rüb 1999, 76

74 Vgl. Dietrich Willier: ,,Die neuen Herren im Kosovo?" ,in: Taz-Dossier 1999 ,,Der Kosovo-Krieg"

75 Vgl. Kapitel 6. Das serbische Vorgehen im Kosovo seit der Aufhebung der Autonomie