Raiffeisen Salzburg präsentierte das 

7.  Int. Stiegl Swing Festival Anif 

bei  Porsche Alpenstraße

                       
Auch dieses Jahr war es das einzige Festival in  Österreich, das ausschließlich alten Jazz präsentierte! Es ist schon selbstverständlich, dass ein Programm mit europäischen Spitzenbands geboten  wurde, das die volle Bandbreite vom Dixieland über Swing bis zum Gipsy Sound  eines Django Reinhardt abdeckte. Profunde Kenner der Szene und Fachleute, wie Ö1 Jazz-Moderator John Evers, Chefredakteur der "Jazzzeit" Wolfgang Rauscher und  Ittzes Tamas, Veranstalter des größten ungarischen Jazzfestivals, attestierten  dem Festival heuer eine besonders gelungene Programmzusammenstellung.

Für den Veranstalter war das Zustandekommen dieses  hochwertigen Programms deshalb so ein bedeutender Erfolg, weil das sehr schmale  Budget dieses Jahr auch noch einen Sponsorausfall von fast 7.000 Euro verkraften  musste. Dies bedeutete Einsparungsmaßnahmen ohne das Niveau der Veranstaltung zu verschlechtern und verstärkten, unermüdlichen, ehrenamtlichen Einsatz sowie das  Hoffen auf guten Besuch.

Unter diesen Vorzeichen startete das Festival an einem regnerischen Septemberfreitag in ein swingendes Jazzwochenende. Der erste Abend  bot den breiten Bogen vom swingenden Dixieland (Traditional Club, Bratislava)  über klassischen Swing (Martin Breinschmid & The Radio Kings) bis hin zur  Gipsy Musik eines Django Reinhardt (Soeren Leyers Swingtett). Martin Breinschmid als Vibraphonist und Bandleader zeigte in seinem Konzert unter dem Titel "A tribute to Lionel Hampton" mit vollem Körpereinsatz sein Können und trieb sich  und seine Mitmusiker zu Höchstleistungen an. Anschließend setzten Soeren Leyers  (Geige) und seine drei Sinti-Musiker noch eines drauf, stets Django Reinhardt  als thematischen Mittelpunkt.


Den Samstagabend eröffnete die "Bratislava Hot Serenaders"  mit 16 Musikern, darunter drei Damen, ein hervorragendes Orchester aus der Slowakei. Die Musiker bestachen noch vor dem ersten Ton durch ihre modische Erscheinung im Look der 20er Jahre und perfektem Auftreten. Dann aber lieferten  sie ein musikalisches Meisterstück mit einem hervorragenden Programm im Stile  der goldenen 20er Jahre des 20. Jh. Mit "O Donna Clara, ich hab' dich tanzen  gesehn" endete ihr Auftritt, "von dem alle restlos begeistert waren" - so eine  Besucherin, die bereits zu den Stammgästen zählt.

Anschließend begeisterte die Band "La Vella Dixieland" aus Barcelona, wohl für die meisten Besucher die Krönung! Dass die sieben Spanier und ihre talentierte Sängerin die Festival-Lieblinge waren, erkannte man auch daran, dass  sie so viele CDs wie noch kaum eine Band in den letzten Jahren noch beim  Festival verkauften! Das spanische Temperament, die Leichtigkeit, mit der die  Truppe musizierte, aber auch die Freude über ihren ersten Österreich-Auftritt  konnte das begeisterte Publikum förmlich spüren. So war der Funke der  Begeisterung rasch auf das Publikum übergesprungen - nicht erst, als die Musiker mitten in den  Besucherreihen zum Schlusspunkt weit nach Mitternacht mit mitreißendem Swing  ansetzten.

An dieser Stelle möchte der Veranstalter sich auch sehr  herzlich für die Unterstützung der Katalanischen Regierung und einem  Sondersponsoring von Raiffeisen bedanken, die erst den Auftritt der "La Vella  Dixieland" ermöglicht hatten.

"The Voice Company" gestaltete Sonntagvormittag eine angenehm ruhige Jazzmesse in der gut gefüllten Pfarrkirche Anif, die schon ein  jährlicher Fixpunkt ist. Danach sorgte die Band "Hot Jazz Band" aus Budapest,  wieder in der Halle von Porsche Alpenstraße, für den musikalischen Ausklang des Festival-Wochenendes. Bei einem guten Glas Stiegl Bier und einem rundherum zufriedenen Publikum endete das einzige österreichische Festival des klassischen  Jazz zum siebten Male am frühen Nachmittag.

 

Siegfried Siller, September  2003

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