Textile Techniken: Brettchenweben

 

Als Webgerät dienen bei dieser Technik meist quadratische, an den Ecken gelochte Brettchen aus Holz oder steifem Leder. Mit Brettchen wurden meist schmale Gewebe hergestellt, die wegen ihrer Haltbarkeit und Zugfestigkeit für praktische Zwecke genutzt wurden, z. B. als Tragegurte oder auch Borten, Gürteln.

Die ältesten Funde von Webbrettchen in Europa stammen aus der Jungsteinzeit auf der iberischen Halbinsel, etwa vor 5.000 Jahren. Textile Überreste in Brettchenwebtechnik finden sich in Mitteleuropa in eisenzeitlichen Fürstengräbern. Die frühesten Hinweise auf Brettchenweberei in Österreich stammen aus dem ältereisenzeitlichen Salzbergwerk in Hallstatt und sind über 2.500 Jahre alt.

Fachbildung und Einlegen des Schussfadens

Zur Technik

Beim Aufspannen der Brettchenweberei werden die Kettfäden durch die Löcher der Brettchen gezogen. Die Kette wird so gespannt, dass die Brettchenflächen parallel stehen.

Das Webfach wird gebildet, indem die Brettchen um je eine Vierteldrehung gedreht werden. Der Schu▀faden, der durch das so entstandene Fach geführt wird, ist im Gewebe selbst nicht sichtbar.

Drehen einzelner Brettchen in verschiedene Richtungen Je nachdem, in welcher Kombination färbige Fäden bei der Kette verwendet werden, sind vielfältige Musterungen möglich. Die Drehrichtung der Brettchen bietet eine weitere Möglichkeit der Motivgestaltung. Dreht man abwechselnd vor und zurück, ergeben sich bei entsprechender Bespannung Zickzack- oder Rautenmuster. Derartige Motive sind unter den "Einfachen Grundmustern" aufgeführt.

Für kompliziertere Motive, wie die eisenzeitlichen Brettchenborten aus Hallstatt, muss man in einem Arbeitsvorgang einzelne Brettchen nach vor, andere zurück drehen. Siehe solche Muster auch unter den Links "Komplexe Muster" und "Knotenmuster"

Beispiele für Brettchenwebmuster

  • Einfache Grundmuster
  • Komplexe Muster
  • Muster mit Hell-Dunkel Effekt
  • Knotenmuster
  • Muster mit überhobenen Brettchen
  • Literatur zum Brettchenweben Einfaches Grundmuster


    © 2001-2004 by Mag. Karina Grömer