Experimentelle Archäologie

Spinnvorführung beim Mittelalterfest in Eggenburg 1998  

Die Experimentelle Archäologie beschäftigt sich mit der Nachvollziehung alter, urgeschichtlicher Handwerkstechniken, um das Leben unserer Vorfahren besser verstehen zu können. Es wird nicht nur versucht, verschiedene Funde und Befunde zu rekonstruieren und „nachzustellen", sondern auch, die Herstellungsprozesse, den materiellen und zeitlichen Aufwand, aber auch die Funktion und Verwendungsmöglichkeit der Gegenstände etc. zu klären. Dabei werden kleine Fundgegenstände, wie beinerne Kämme, oder Bronzeschmuckstücke genauso gefertigt, wie der Nachbau von Häusern oder Booten. Zur Experimentellen Archäologie zählen auch der experimentelle Anbau von Getreidesorten mit alten Methoden.

Die Arbeitsgruppe Experimentelle Archäologie wird in Wien von Archäologen und Archäologiestudenten des Institutes für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien betrieben und beschäftigt sich mit vielen Materialgruppen, von Textilien, über Bronzeguss, Knochen- und Geweihverarbeitung, Lederbearbeitung, bis zu Schmieden etc.

Eine Publikation über Experimentelle Archäologie in Österreich ist 2001 im Rahmen der Zeitschrift „Archäologie Österreichs" erschienen (Sondernummer 12/2001) und ist über die Österreichische Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte (am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien, Franz-Kleingasse 1, A-1190 Wien) erhältlich.

Bei Museumseröffnungen, Aktionstagen, Mittelalterfesten oder Keltenfesten sind die Experimentellen Archäologen vertreten, um den Besuchern die alten Handwerkstechniken näher zu bringen und sie auch in den archäologischen Kontext zu stellen.


© 2001-2004 by Mag. Karina Grömer