Textile Techniken: Gewichtswebstuhl

 

Soweit wir wissen, war in der Urgeschichte der senkrechte Gewichtswebstuhl üblich. Wenn wir Archäologen bei einer Ausgrabung einen Webstuhl finden, dann sieht er meist sehr verstümmelt aus: in Form von Gewichten und Pfosten.

Aus der Hallstattzeit gibt es den seltenen Fall von zeitgenössischen bildlichen Darstellung, auf der sog. Urne von Sopron. Diese ist im Naturhistorischen Museum in Wien in der Schausammlung ausgestellt. Es sind spinnende und webende Personen dargestellt. Wenn wir dann als Archäologen vor die Frage gestellt werden, wie so ein Webstuhl dann in betriebsbereiten Zustand aussieht, dann holen wir uns Anregungen aus der Ethnographie oder auch aus der Volkskunde. Hier ein Beispiel aus Schweden, Anfang des 20. Jahrhunderts.

Aufgrund einiger Textilreste gibt es auch Hinweise auf den Rundwebstuhl. Diese stammen aus einem Baumsargfund, der sog. "Peplos von Huldremose" in Dänemark.

Neben der einfachen Leinenbindung wurden am Gewichtswebstuhl auch Köper- und Panamabindungen hergestellt, wie sie im Salzbergwerk von Hallstatt vorkommen. Dabei entstanden auch durch Verwendung verschieden gefärbter Fäden bei Kette und Schuß sog. "schottisch" aussehende Karomuster, die in der Eisenzeit total modern waren. Der römische Historiker Diodor berichtet z. B. 54 v. Chr. über gestreifte Mäntel und Karomuster bei den Kelten.

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