provinz
ein theater am ende

Die Provinz ist tot. Das erfüllt uns mit großer Trauer, denn sie war inhaltlich kerngesund, was Uraufführungen und Experimente mit jungen Theaterlehrlingen, regionale Themen und neue Ideen nachdrücklichst bewiesen. Die Provinz ist tot und hinterläßt eine klaffende Lücke im Innsbrucker Kulturleben.
Der Befund der Pathologen erbringt altbekanntes: Für den Bund endet Österreich bei Salzburg. Und die Innsbrucker Kulturpolitik hat versagt. Anstatt endlich eine Politik mit Profil zu entwickeln, läßt Kulturstadträtin Hilde Zach es achselzuckend zu, daß profilierte Institutionen sterben - mit dem zynischen Argument, daß Theater zu gründen oder zu schließen die freie Entscheidung einzelner sei und andere sowieso schon warten. Die werden ihren Idealismus mit lächerlichen Budgetbröseln eine Weile am Leben halten, keine Frage. Aber die Provinz ist tot. Und sie wird nicht die letzte Leiche im Keller der Innsbrcuker Kulturpolitik sein.
Irene Heisz, Tiroler Tageszeitung 25. Oktober 1997