Spielplan und Geschichte des

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THEATER           PROVINZ

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pinKurzbiographie der provinz

Mitarbeiter der provinz

pinDaten der provinz

pinBisherige provinz-Produktionen

pin provinz Ende


Kurzbiographie der provinz

Die provinz wurde im Jahre 1994 von einigen Leutelchen, welche dachten, in Innsbruck braucht es einigen theatralischen Frischwind, in unsagbarer Uneigennützigkeit erdacht und gegründet.
Ausgangspunkt waren, wie schon erzählt, einige Leutelchen, etwas Chaos, unendlich ausschweifende Ideen und eine Kellerfläche von 140 Quadratmetern.
So begannen die oben schon mehrfach erwähnten Leutelchen zu hämmern, Geld aufzutreiben, zu streiten und zu proben. Und je mehr die ausufernden Ideen Fleisch zu werden drohten, desto weniger Leuetelchen blieben übrig. Doch kamen andere hinzu, und so bildete sich bald eine fixe ProvinzTruppe, die hier kurz vorgestellt werden soll.



ProvinzMitarbeiterStab


 FührungsEtage:
              Brigitte Warenski
           Clemens Aufderklamm
           Eva Rottensteiner

 TechnoLeitung:
             Bernhard Schmid
          Christian Stolz

 BarChef:
            Martin Maier

 ArchitektonischerBeirat:
            Elisabeth Senn
          Georg Pendl

 Master of Photography:
         Robert Parigger


  Schauspieler: 
Michelle Aloys, Clemens Aufderklamm, Christoph Baumann, Ulrike Dallapozza, Konstanze Dutzi, Judith Eberle, Martin Flür, Reinhard Forcher, Ernst Gossner, Maria Gundolf, Konrad Hochgruber, Joseph Holzknecht, Brigitte Jaufenthaler, Constanze Köberl, Alexander Kometer, Esther Kuhn, Ulrike Lasta, Ingrid Lechner, Günther Lieder, Gabi Mitternöckler, Markus Plattner, Doris Plörer, Stefan Riedl, Walter Sachers, Markus Stolberg, Christian Stolz, Elisabeth Vörös, Anna Wierer, Grethe Wirth...

 Regie:
Clemens Aufderklamm, Anders Linder, Elmar Drexel, Walter Sachers, Manfred Schild, Fabian Kametz

Master of Costumes:
Carmen Gratl



Diese Leutelchen waren also der eiserne Kern, der unermüdlich versucht war, das Erbe der provinz und ihrer Väter hochzuhalten. An materiellen Gütern hatten sie folgendes zu betreuen:



ProvinzDaten


  140 Quadratmeter feuchten Keller
  70 Sitzplätze
  5 Meter X 6 Meter Bühnenfläche
  Minifoyer mit Miniauschank
  12 Kanal-Lichtanlage
  Einige UraltScheinwerfer
  Kostüm- und Bühnenbildreste
  ca.300.000 öS Jahressubvention



Doch was bedeuten schon materielle Güter in der provinz. Es geht um die Geistlichkeit in den Kellern. Und so waren wir drei Jahre am Predigen und Wüten. Im Theaterjargon nennt man so etwas SpielPlan:


ProvinzSpielplan

  Schluiferer. Eine Revue in 13 Bildern  
(Uraufführung)
Premiere am 11. November 1994
32 Vorstellungen
Auf Tournee: Brixen, Bruneck,Wörgl, Steinach, Kufstein, Telfer Volkschauspiele...

  Morgen oder Ich
von Manfred Schild (Uraufführung)
Premiere 19. Jänner 1995
25 Vorstellungen

  Stille Tage in Clichy
von Elmar Drexel nach Henry Miller (Uraufführung)
Premiere 4. Mai 1995
25 Vostellungen

  Über allen Gipfeln ist Ruh
von Thomas Bernhard (Tiroler Erstaufführung)
Premiere 12. Oktopber 1995
7 Vorstellungen am Brenner (á 200 Besucher)

  Öhhh - Primiz eines Kabarötisten
von und mit Joseph Holzknecht (Uraufführung)
Premiere 7. Dezember 1995
20 Vorstellungen

  Die Reise nach Umhausen
von Clemens Aufderklamm (Uraufführung)
Premiere 20. März 1996
20 Vorstellungen

  Der Onanist
von Elmar Drexel nach einer Vorlage von Philip Roth (Uraufführung)
Premiere 7. Juni 1996
20 Vorstellungen

 Bauerntheater Eine Komödie
von Franz Xaver Kroetz
Premiere 24. Dezember 1996
20 Vorstellungen

  "Kunst"
von Yasmina Reza
Premiere 28. Februar 1997

  Dreckwäsche
von Thomas Gassner
frei nach dem Roman "Trainspotting"
von Irvine Welsh
Premiere 15. Mai 1997

  Poetry Slam
Zwangloses Wettlesen um die Gunst des Publikums
Freitag 14.3.   11.4.   9.5.   13.6.
Beginn 20 Uhr

  
Innsbruck 6020
Eine SitCom
Höhen und Tiefen, Freuden und Schrecken, Liebe und Haß eines Wohngemeinschaftslebens:
ab 23 März 1997
jeden zweiten Samstag 20.00 Uhr

Schlachtplatte
Uraufführung von egon .a prantl
Dezember 1997


Daneben fanden in der provinz noch viele weitere kulturelle Veranstaltungen statt: Gastspiele, Konzerte, Buchpräsentationen, Lesungen, Diskussionen, szenische Abende,Alternative Stadtführungen etc.


Zur ständigen Einrichtung des Theaters gehört auch die Mitternachtslesung von Robert Musils "Der Mann ohne Eigenschaften" in Fortsetzungen, bei der regelmäßig jeden zweiten Freitag 10-20 Nachtschwärmer das Theater besuchen.


Ende des Jahres 1997 mussten wir einsehen, dass die Kulturpolitik der Stadt Innsbruck keinen Wert auf diese Art Theater legte, und uns so finanziell aushungerte. Wir entschlossen uns also, die Pforten zu schliessen und das Theater dichtzumachen.
Immerhin: wir konnten auf drei Jahre fruchtbare Theaterarbeit zurücksehen und erfahren, dass einigen Menschen in dieser Stadt die Schliessung schmerzte.
Aber was soll's: Es gibt andere Aufgaben... und andere Städte!

Pressebericht zum Ende des Theaters:


Der STANDARD 29.10.1997
Das Ende eines idealistischen Projekts

Innsbrucks seit Jahren vor sich hinsiechende Kulturszene hat eine neue Leiche im Keller: provinz. Ein Theater im Westen, im November 1994 von Clemens Au fderklamm und Brigitte Warenski als Plattform auch für nicht etablierte Künstler gegründet, schließt ihre Pforten. Das Theater realisierte in den letzten Jahren Hits wie den Schluiferer, Thomas Bernhards Über allen Gipfeln ist Ruh in einem Zelt am Brenner, oder Yasmin Rezas Kunst ebenso realisierte wie Mitternachtslesungen oder Konzerte mit Newcomern aus der Musikszene.
Privatsponsoren sind in Tirol rarer als anderswo, was für die Schließung ebenso verantwortlich war wie die negative Einstellung der Stadt als Primärsubventionär gegenüber Kulturschaffenden aus der alternativen Szene. Wo man künstlerisch tätig sein wollte, mußte man auch noch die Putzfrau, den Kartenverkäufer, den Grafiker, den Buchhalter etc. geben "und irgendwann hört der Idealismus einfach auf" (Aufderklamm/Warenski).
Aus diesem Grund hat man sich zu einem kalten Ende entschlossen: mit Ende Dezember schließt das Theater seine Pforten; davor gibt es noch eine letzte Uraufführung - Premiere Anfang Dezember: ein Stück von Egon A. Prantl mit dem Titel Schlachtplatte, in dem Clemens Aufderklamm ein letztes Mal einen Theaterdirektor gibt - und zwar einen, der im Clinch liegt mit modernen Dramatikern. Fabian Kametz führt in dieser "leichten Abweichung von der Realität" Regie, und Kulturstadträtin Hilde Zach darf sich freuen, ab sofort einen lästigen Bittsteller um Subventionen weniger zu haben. (phil)